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Dax aktuell Dax schließt auf höchstem Stand seit elf Monaten – Nordex legt zweistellig zu

Der Dax ist am Mittwoch überraschend zeitweise auf ein neues Jahreshoch gestiegen. Anleger setzen aber auch auf die „sicheren Häfen“ Gold und deutsche Staatsanleihen.
Update: 03.07.2019 - 17:50 Uhr Kommentieren
Nahaufnahme des Dax-Chart im Handelssaal der Börse Frankfurt. Quelle: AFP
Dax-Kurve

Nahaufnahme des Dax-Chart im Handelssaal der Börse Frankfurt.

(Foto: AFP)

Frankfurt Der Dax hat am Mittwoch ein neues Jahreshoch erreicht: Zwei Stunden nach der Handelseröffnung stieg der Index auf 12.631 Zähler und lag damit zwölf Punkte über der bisherigen Rekordmarke des Jahres 2019. Den Handelstag schloss die Frankfurter Benchmark bei 12.616 Punkten und damit einem Plus von 0,7 Prozent. Dies ist der höchste Schlusskurs seit elf Monaten. Am Dienstag war das deutsche Börsenbarometer noch nahezu unverändert bei 12.527 Punkten aus dem Handel gegangen.

Eigentlich hatte der Aktienhandel am Mittwoch eher ruhig verlaufen sollen. Aufgrund des US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli findet jenseits des Atlantiks nur ein verkürzter Handel statt. Mit entsprechend dünneren Umsätzen war in Frankfurt gerechnet worden.

Anders sah die Lage bei den sogenannten „sicheren Häfen“ aus. Die Nachfrage nach diesen Anlageklassen ist hoch. Die „Antikrisen-Währung“ Gold verteuerte sich zwischenzeitlich um bis zu 1,3 Prozent auf 1436 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Noch spannender ist die Situation am Anleihemarkt. Die Nachfrage nach Bundesanleihen drückt die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein weiteres Rekordtief von minus 0,398 Prozent. Das bedeutet, dass Anleger dafür zahlen, dem Bund Geld leihen zu dürfen. Technische Analysten hatten bereits vor mehreren Wochen ein Kurspotenzial von minus 0,4 Prozent bei dieser Anleihe ausgemacht. Die US-Bank Goldman Sachs, bekannt für ungewöhnliche Kursprognosen, erwartet zum Ende dieses Jahres ein Abrutschen der Rendite für zehnjährige deutsche Staatsanleihen auf minus 0,55 Prozent.

Die Erwartung der Investoren verfestigt sich offenbar weiter: Sie gehen davon aus, dass die Geldpolitik bei fehlenden Risiken für die Preisniveaustabilität und einer an Schwung verlierenden wirtschaftlichen Dynamik auf einen laxeren Kurs einschwenken werde.

Die Nominierung von Christine Lagarde als Nachfolgerin von Mario Draghi als EZB-Präsidentin befeuert diese Erwartungen zusätzlich. Schließlich hat sie sich als IWF-Chefin immer wieder dafür ausgesprochen, die Geldpolitik so locker wie möglich auszugestalten, und vor voreiligen geldpolitischen Straffungsmaßnahmen gewarnt.

Auch die Renditedifferenz zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen fiel auf den tiefsten Stand seit neun Monaten und betrug nur noch 207 Basispunkte. Italienische Staatsanleihen wiesen mit bis zu 1,693 Prozent die niedrigste Rendite seit mehr als einem Jahr auf. Der Grund: Die Regierung lenkt im Etatstreit mit der EU ein und senkt ihr Defizitziel. Details dazu dürfte es zu Beginn der kommenden Woche während des Treffens der europäischen Finanzminister geben.

Zudem sind viele Investoren, die in italienischen Staatsanleihen engagiert sind, untergewichtet. Die im Vergleich zu anderen Staatsanleihen hohe Rendite macht es schwer, diese Untergewichtung aufrechtzuerhalten – allen fiskalischen und politischen Risiken und Unwägbarkeiten zum Trotz.

Blick auf die Einzelwerte

Vonovia: Die Spekulationen auf eine Fortsetzung der EZB-Nullzinspolitik gab vor allem Immobilienwerten Auftrieb. Die Aktien von Vonovia gewannen 2,76 Prozent und waren Spitzenreiter im Dax.

Deutsche Bank: Die Aufsichtsratssitzung am Wochenende, bei der drastische Sparmaßnahmen beschlossen werden sollen, wirft ihre Schatten voraus. Nach den deutlichen Kurssteigerungen Ende vergangener Woche, als die Sparmaßnahmen durchsickerten, nahmen Anleger zunächst Gewinne mit. Zum Handelsschluss lag die Aktie aber 2,67 Prozent im Plus.

Nordex: Der Windturbinenbauer hat dank der Nachfrage aus den USA seinen Auftragseingang im zweiten Quartal verdoppelt. Kunden bestellten Turbinen mit einer Gesamtleistung von rund zwei Gigawatt, nach 1,1 Gigawatt im Vorjahresquartal. Die Nordex-Aktien stiegen um 15,8 Prozent und waren Spitzenreiter im SDax.

Siltronic: Im MDax rutschten die Siltronic-Papiere nach einer Kurszielsenkung der Deutschen Bank mit minus 5,36 Prozent auf den letzten Platz.

Bayer: Ein US-Richter will die Schadenssumme von 80 Millionen Dollar gegen Bayer in einem der Glyphosat-Fälle voraussichtlich reduzieren. Allerdings hat Österreich als erstes EU-Land ein komplettes Verbot des umstrittenen Unkrautbekämpfungsmittels beschlossen. Die Aktie lag zum Handelsschluss 0,79 Prozent im Plus.

Was die Charttechnik sagt

Das Jahreshoch von 12.631 Punkten an diesem Mittwoch ist eine ordentliche Leistung. Schließlich notierte der Index zum Jahresende 2018 bei 10.559 Zählern, das Dezember-Tief liegt bei 10.279 Punkten.

Entscheidend für den weiteren Kursverlauf ist die am Montag entstandene sogenannte Kurslücke (Fachbegriff Gap) – die Differenz zwischen dem Tageshoch am Freitag vergangener Woche (12.408 Punkte) und dem Tagestief des gestrigen Handelstags, das bei 12.484 Zählern liegt. Solche Kurslücken werden wenige Tage später oft geschlossen, die untere Marke gilt laut Charttechnik als Unterstützung und damit als Einstiegsmöglichkeit. Ein auch nur teilweises Offenlassen des Gaps wäre ein Zeichen von Stärke.

Die Marke von 12.408 harmoniert auch gut mit dem bisherigen Jahreshoch von 12.438 Zählern, eine weitere wichtige Unterstützung.

Wie schnell alles an der Börse gehen kann, zeigt ein Blick auf den Chart: Vor gut einem Monat rutschte der Dax auf 11.620 Punkten und testete damals die 200-Tage-Linie, die aktuell bei 11.609 Zählern liegt. Mittlerweile hat die Durchschnittslinie der vergangenen 200 Handelstage, die vor allem von langfristigen Investoren beachtet wird, gedreht und steigt wieder. Aktuell liegt sie bei 11.612 Zählern.

Eine steigende 200-Tage-Linie gilt als zuverlässiger Indikator für einen längeren Aufwärtstrend. Zuletzt drehte die Line Mitte 2016 nach oben. Damals notierte der Dax bei 10.514 Punkten und stieg anschließend auf das bisherige Rekordhoch von 13.596 Zählern.

Analystencheck: RBC empfiehlt Verkauf der Puma-Aktie

Das US-Analysehaus RBC hat die Einstufung für Puma SE vor Zahlen zum zweiten Quartal auf „underperform“ mit einem Kursziel von 42 Euro belassen. Analyst Piral Dadhania aktualisierte in seiner Studie das Bewertungsmodell für die Aktien des Sportartikelherstellers. Die vorgenommenen Änderungen seien lediglich geringfügig.

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