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Dax aktuell Dax schließt erneut leicht im Minus – Covestro und Linde steigen gegen den Trend

Der Dax verliert an diesem Montag – und könnte weiter fallen. Denn ein Blick zurück zeigt: In der zweiten Handelswoche im Dezember gab es oft eine Delle.
07.12.2020 - 17:54 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag nachgegeben, bleibt aber in seinem wochenlangen Seitwärtstrend: Der Dax schloss 0,2 Prozent im Minus bei 13.271 Punkten gehandelt.

Seit dem 10. November beträgt die Handelsspanne nur rund 440 Punkte – 13.445 Zähler auf der Ober-, 13.005 Punkte auf der Unterseite. Das ist eine extrem geringe Konsolidierung auf hohem Niveau. In den neun Tagen zuvor war der deutsche Leitindex um rund 16 Prozent geklettert.

Damit hat sich der Dax im Vergleich mit den anderen Börsen deutlich schwächer entwickelt. Seit dem Corona-Hoch am 3. September mit 13.460 Punkten ist die Frankfurter Benchmark leicht gefallen, die US-Indizes wie S&P 500 hingegen konnten rund fünf Prozent zulegen und erreichten am Freitag neue Rekordstände.

Der europäische Auswahlindex Euro Stoxx 50 stieg in diesem Zeitraum sogar mehr als sieben Prozent und erreichte am vergangenen Freitag mit 3450 Zählern ein neues Corona-Hoch, einen neuen Höchststand seit dem Crash Mitte März. Auf solch eine neue Rekordmarke warten Dax-Anleger seit Anfang September vergeblich.

Was lässt sich daraus ableiten? Der Dax hat noch Potenzial für steigende Kurse, solange die US-Indizes nicht nachgeben. Sollte es aber am US-Markt, der als überhitzt gilt, zu einer Korrektur kommen, dürfte der Dax ebenfalls nachgeben.

Vieles spricht für eine Korrektur in dieser Handelswoche

Aus kurzfristiger Sicht mehren sich die Stimmen, dass es in dieser Handelswoche zu einem Rücksetzer kommt. Für die Analysten der Helaba scheint das „Potenzial auf der Oberseite weitestgehend ausgereizt zu sein“. Auch laut der Umfrage des Analyseinstitutes Sentix setzen zu viele Anleger aktuell auf die scheinbar sicheren Jahresendgewinne. Ein Indiz für eine Korrektur: Denn wer bereits gekauft hat, der fällt als weiterer Käufer aus.

Für eine Korrektur in den kommenden Handelstagen spricht auch die Saisonalität: Laut den Sentix-Experten hat diese Handelswoche oft die Jahresend-Hoffnungen gestört. „Ohne eine solche kurzfristige Bereinigung dürfte es den Aktien schwerfallen, noch spürbare Kursgewinne zu erzeugen“, heißt es in deren aktuellen Analyse.

Das sehen die technischen Analysten der Bank HSBC genauso: „Gerade in der zweiten Dezemberwoche kommt es oftmals zu einer temporären Delle im Verlauf der Jahresendrally.“

Ein Blick zurück auf die jeweils zweite Handelswoche im Dezember zeigt: Im Börsenjahr 2019 rutschte der Dax innerhalb von vier Tagen um knapp 300 Punkte ab. Auch 2017 gab er innerhalb von sechs Handelstagen mehr als 200 Punkte nach. Das Jahr 2018 kann man nicht vergleichen, weil es keine Jahresendrally gab: Damals verlor die Frankfurter Benchmark rund zehn Prozent, es war einer der schwächsten Dezember der gesamten Dax-Historie.

Wunschziel zum Einstieg liegt bei 12.700 Punkten

Auch die Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment gibt erste Warnhinweise: Demnach sei es nun zu spät für beherzte, langfristige Überzeugungskäufe im breiten Markt. „Günstige Titel können weiterhin eingesammelt werden. Die High Flyer hingegen sollten zumindest mit einem engen Stopp Loss abgesichert werden“, meint Sentimentexperte Stephan Heibel nach Auswertung der Umfrage.

Eine Korrektur wäre auch der Wunsch vieler Anleger, die auf günstigere Einstiegskurse warten. Speziell der Bereich um 12.700 Punkte ist das Ziel derjenigen, die noch nicht voll investiert sind. Wird dieser Wunsch erfüllt?

Blick auf die Einzelwerte

Covestro: Die Papiere des Kunststoff-Spezialisten profitierten mit einem Plus von 2,9 Prozent von einem frischen Kaufvotum der Bank of America.

Linde: Analysten der britischen Barclays-Bank empfehlen den Industriekonzern zum Kauf. Die Linde-Aktien legten daraufhin um 2,3 Prozent zu.

Siemens Gamesa und Siemens Energy: Beide Aktien profitierten mit Gewinnen von 4,4 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent von Übernahmefantasie. So berichtete die spanische Zeitung Expansion vage über ein Interesse chinesischer Investoren am Windkraftanlagenbauer Siemens Gamesa.

Jungheinrich: Nach einem positiven Analystenkommentar stiegen Anleger ein. Die Aktien des Gabelstapler-Herstellers legten 1,6 Prozent auf rund 36,60 Euro zu. Die Analysten von Morgan Stanley hatten bei einer Einstufung als „Equal-Weight“ ihr Kursziel für die Papiere auf 31,70 von 29 Euro angehoben.

Bilfinger: Beim Industriedienstleister Bilfinger nahmen Anleger nach einem anfänglichen Kurssprung um knapp acht Prozent Gewinne mit. Die Papiere schlossen 0,4 Prozent leichter. Auslöser für die Kursbewegungen war der Verkauft des Gebäudeverwalters Apleona durch die Investmentgesellschaft EQT an PAI Partners. Apleona war 2016 aus einer Bilfinger-Sparte hervorgegangen und an EQT verkauft worden, wobei sich Bilfinger für den Fall eines Weiterverkaufs einen Teil der Erlöse vertraglich gesichert hatte. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Buchgewinn von mehr als 200 Millionen Euro.

Brexit-Sorgen belasten das britische Pfund

Schwindende Hoffnungen auf einen Durchbruch bei den Brexit-Verhandlungen schickten das Pfund Sterling auf Talfahrt. Es fiel um mehr als 0,7 Prozent auf 1,3347 Dollar beziehungsweise um 0,8 Prozent auf 1,0996 Euro . Einem EU-Diplomaten zufolge ist EU-Chefunterhändler Michel Barnier pessimistisch, dass eine Einigung über die künftigen Beziehungen zu Großbritannien gefunden wird.

Was die Charttechnik sagt

Die aus saisonalen Gründen bevorstehende Korrektur dürfte mit Kursen unterhalb von 13.005 Punkten eingeleitet werden.

Für strategische Investoren bietet sich eine Aufwärtskurslücke vom Anfang des Monats November als Stop-Loss-Marke an. Solche Lücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt.

Konkret: 12.596 Punkte war der höchste Stand am Freitag (6. November), 12.671 Zähler der tiefste Kurs am Montag (9. November). Solange der Dax oberhalb von 12.671 Zählern bleibt, gibt es aus technischer Sicht keine Zweifel an der aktuellen Aufwärtsbewegung seit Ende Oktober, als der Dax bei 11.450 Punkten stand.

Auf der Oberseite ist immer noch das bisherige Corona-Hoch mit 13.460 Punkten aus dem Monat September relevant. Das ist die höchste Notierung seit dem Corona-Crash Mitte März, als der Dax auf 8255 Punkte abrutschte.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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