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Dax aktuell Dax schließt etwas stärker – 1&1 Drillisch und Wirecard unter den Gewinnern

Der Dax schließt im Plus – aller Sorgen um Handelskonflikte und Konjunkturschwächen zum Trotz. Anleger hoffen auf niedrigere Zinsen in den USA.
Update: 13.06.2019 - 17:38 Uhr Kommentieren
Unter den Anlegern herrscht derzeit eine neutrale Stimmung. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Unter den Anlegern herrscht derzeit eine neutrale Stimmung.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Dax hat an diesem Donnerstag den jüngsten Konjunktursorgen getrotzt. Bei Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex 0,4 Prozent fester bei 12.164 Punkten, obwohl das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) in seiner aktuellen Studie die deutsche Konjunktur im Sinkflug sieht. „In den vergangenen Monaten hat sich die konjunkturelle Dynamik weiter verlangsamt, und die Unternehmen blicken deutlich pessimistischer in die Zukunft“, betonten die Forscher.

Am Mittwoch war der deutsche Leitindex noch 0,3 Prozent schwächer bei 12.116 Zählern aus dem Handel gegangen – unter anderem, weil Anleger nach dem bislang positiv verlaufenen Juni Gewinne gemacht haben. Dass die Gewinnmitnahmen über der Marke von 12.000 Punkten endeten, war dabei ein gutes Signal. Aus charttechnischer Sicht wäre auch ein weiteres Absinken bis zu 11.850 Zählern unkritisch. Stärkere Verluste dagegen wären allerdings ein Warnzeichen.

Sentimentexperte Joachim Goldberg hat aktuell eine neutrale Stimmung bei den Marktteilnehmern ausgemacht. „Viele Investoren scheinen – trotz aller Handelserfolge – nicht noch einmal auf einen Rückgang des Dax wetten zu wollen. Genauso wenig besteht allerdings die Neigung, noch auf weitere Aufwärtsbewegungen des Dax zu setzen“, meint der Verhaltensökonom nach Auswertung der Umfrage der Börse Frankfurt.

Bei den Anlegern, die derzeit an der Seitenlinie warten, könnte die Zurückhaltung enden, sobald der Dax wieder günstig erscheine. Möglicherweise wäre das zwischen 11.900 und 11.950 Zählern der Fall.

Für Verunsicherung sorgt derzeit vor allem der Handelsstreit zwischen den USA und China. „Der dominierende Handelsstreit lässt im Investorenlager kaum strategische Zuversicht aufkommen“, schrieben die Experten der LBBW. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump damit gedroht, gegebenenfalls Zölle von 25 Prozent auf weitere Warenimporte im Wert von 300 Milliarden Dollar zu erlassen.

Damit wären dann alle Einfuhren aus China in die USA von Sonderzöllen betroffen. Trump zeigte sich aber zuversichtlich, dass es eine Einigung gebe. Einen Zeitplan für die neuen Zölle habe er nicht.

Abgefedert wird diese Entwicklung durch die Hoffnungen auf sinkende US-Zinsen, weshalb Anleger an diesem Donnerstag in Europa und den USA bei Aktien zugriffen. Analyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader verwies auf die zuletzt gesunkene Inflation in den Vereinigten Staaten.

Damit habe die US-Notenbank Fed ein weiteres Argument, um die Zinsen zu senken. Trumps Druck mache „den Notenbankern das Leben aber nicht einfacher“, sagte Analyst Cutkovic. „Schließlich sollte es nicht so aussehen, als würde die Fed die Zinsen auf Wunsch des Präsidenten senken.“

Einzelwerte im Fokus

1&1 Drillisch: Mit Erleichterung nahmen Anleger das Ergebnis der 5G-Mobilfunkauktion auf. Die Aktien von 1&1 Drillisch schnellten zu Handelsbeginn bis zu 15 Prozent nach oben, die Papiere der Muttergesellschaft United Internet gewannen bis zu 9,2 Prozent. Am Mittwoch endete die 5G-Auktion nach 52 Tagen. Letztlich gaben die vier Teilnehmer Deutsche Telekom, Vodafone, Telefonica Deutschland und Drillisch mit mehr als 6,5 Milliarden Euro deutlich mehr aus als erwartet. Bei Handelsschluss lag die 1&1-Drillisch-Aktie nur noch knapp im Plus.

Wirecard: Die Aktien des Zahlungsdienstleisters waren bei Anlegern gefragt: Wirecard-Titel legten rund zwei Prozent zu. Laut einer Analystin der Privatbank Berenberg überwögen die gute Geschäftsdynamik und das hohe Wachstumspotenzial die negativen Presseberichte und regulatorischen Ermittlungen.

Aurubis: Der Metallkonzern hat seinen Chef kurz vor dem geplanten Weggang freigestellt. Außerdem hat das MDax-Unternehmen ein großes Investitionsprojekt abgeblasen. Aurubis-Papiere sackten zeitweise um mehr als 10 Prozent auf den tiefsten Stand seit Herbst 2014 ab. Die Papiere des Großaktionärs Salzgitter gaben um mehr als ein Prozent nach.

Varta: Um mehr als fünf Prozent aufwärts ging es indes für Varta-Papiere. Der Batteriehersteller hat seine angekündigte Kapitalerhöhung zur Erweiterung seiner Produktionskapazitäten erfolgreich abgeschlossen.

Ferguson: Der Einstieg des aktivistischen Investors Trian lässt den Aktienkurs steigen. Mit einem Plus von mehr als sechs Prozent gehörten sie zu den Spitzenreitern im Londoner Leitindex. Ferguson sei im Vergleich zu Konkurrenten in den USA günstig bewertet, erklärte der Fonds, der dem US-Milliardär Nelson Peltz gehört. Er ist mit einen Anteil von sechs Prozent nach eigenen Angaben der zweitgrößte Anteilseigner. Trian ist bekannt dafür, Einfluss auf die von ihm gehaltenen Unternehmen auszuüben und auf größere Veränderungen zu dringen.

Analystencheck: RBC Capital Markets hält an Inditex fest

Der Umsatz des spanischen Bekleidungskonzerns Inditex ist im ersten Quartal schwächer ausgefallen als erwartet, dennoch bleibt die Inditex-Aktie für Richard Chamberlain von RBC Capital Markets ein „Top Pick“. Im laufenden zweiten Quartal erhole sich der Umsatz der Zara-Mutter, außerdem sei seit Januar die Bruttomarge überraschend deutlich gestiegen. Am Donnerstag hatte der Analyst das Inditex-Kursziel leicht von 31 auf 30 Euro gesenkt.

Mit Agenturmaterial.

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