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Dax aktuell Dax schließt genau auf der Marke von 11.200 Punkten – Wirecard mit dem größten Minus

Der Dax gibt erneut nach und verliert 135 Punkte. Börsendaten zeigen: Vor allem Profianleger haben derzeit Kasse gemacht.
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„Der Dax kann sich dank Auto-Aktien leicht erholen“

Frankfurt/DüsseldorfDie US-Anlegerflucht am Vortag sowie negative Nachrichten rund um die Brexit-Entscheidung haben deutsche Aktien am Mittwoch unter Druck gesetzt. Der Dax beendet den Handel mit einem Minus von 1,2 Prozent auf 11.200 Punkte. Der MDax, der die Aktien mittelgroßer Unternehmen beinhaltet, verlor 0,9 Prozent auf 23.176 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 büßte rund 1,2 Prozent ein. Das einzig Positive an diesem Minus: Der Dax konnte sich bislang über dem Tief der Vorwoche halten, für technische Analysten zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Vor Beginn der fünftägigen Debatte über den EU-Austritt Großbritanniens hatte das britische Parlament der Regierung eine empfindliche Niederlage bereitet. Die Abgeordneten entschieden, dass die Regierung die Rechte des Parlaments missachtet hat. Für Premierministerin Theresa May ist dies ein weiterer Rückschlag. Ohnehin werden ihr nur geringe Chancen zugestanden, eine Mehrheit für ihr Abkommen bei der geplanten Abstimmung am 11. Dezember im Parlament zu erreichen.

An der Wall Street hatten am Vorabend Konjunktursorgen und Zweifel an der Nachhaltigkeit des jüngsten Handelsdeals der USA mit China Verluste ausgelöst. Der Dow-Jones-Index knickte um über drei Prozent ein, der Technologieindex Nasdaq 100 sackte sogar um fast vier Prozent ab. Zwar habe US-Präsident Donald Trump einen Burgfrieden verkündet, eine Bestätigung durch die chinesische Regierung stehe aber noch aus. Außerdem sei fraglich, ob die beiden Parteien eine langfristige Lösung für den Konflikt finden können.

„Cash is King“, stellte Barclays-Marktstratege Emmanuel Cau fest. Im eigentlich guten Aktienmonat Dezember scheine niemand wirklich an eine Jahresendrally zu glauben. Die anhaltende „Flucht in Sicherheit“ und entsprechend niedrige Aktienquote biete mit Blick auf die kommenden Monate jedoch besonders gute Chancen.

Auf Impulse von der Wall Street dürften Anleger am heutigen Mittwoch vergeblich hoffen: Die Börse hat wegen der Trauerfeier für den ehemaligen US-Präsidenten George H. W. Bush geschlossen.

Hintergründe des jüngsten Ausverkaufs

An dem gestrigen Ausverkauf waren vor allem institutionelle Anleger beteiligt. Diese hatten verstärkt auf steigende Kurse gesetzt, ablesbar an den Daten der Frankfurter Terminbörse Eurex. Dort lag das Put-Call-Verhältnis auf einen Niveau wie seit einem Jahr nicht mehr. Die Zahl der Long-Optionen, die von steigenden Kursen profitieren, war gegenüber den Put-Terminkontrakte extrem angestiegen.

Die Profianleger werden Kasse machen, wenn der Dax Richtung 11.600 Punkte steigen sollte, warnte Verhaltensökonom Joachim Goldberg bereits am vergangenen Mittwoch. Er hat Recht behalten: Das Dax-Hoch der vergangenen Handelstage lag bei 11.568 Zählern.

Aktuell haben die Profianleger einen großen Teil ihrer Call-Optionen verkauft, der Wert ist aber immer noch vom dem langjährigen Durchschnittswert deutlich entfernt. In den Depots der Institutionellen liegen also noch viel Calls, die verkauft werden können oder bei weiter fallenden Kursen sogar müssen. Ein Indiz, dass es so schnell nicht zu einer Rally kommen dürfte.

Die Privatanleger hingegen waren eher neutral positioniert. Der entsprechende Indikator der Stuttgarter Börse Euwax zeigt einen leichten Überhang von Long-Hebelprodukten, die bei steigenden Kursen an Wert gewinne. Seit gestern Nachmittag und dem heutigen Morgen gehen die Privaten wieder mehr ins Risiko und setzen verstärkt auf einem steigenden Dax. Das Euwax-Sentiment, das anhand realer Trades mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet wird, zeigt aber nur eine moderat „bullishe“ Stimmung der privaten Anleger.

Blick auf die Einzelwerte

Deutsche Bank: Die Papiere des größten deutschen Geldhauses sind am Mittwoch auf ein neues Rekordtief gefallen. Am Morgen notierten sie bei 7,87 Euro und damit noch einmal unter dem bisherigen Tiefststand von 7,98 Euro. Zum Handelsschluss lagen die Titel bei 8,05 Euro.

Daimler, BMW, Volkswagen: Anleger hofften nach dem Treffen deutscher Autochefs im Weißen Haus auf gute Geschäfte der Branche in den USA. Alle Automobilaktien stemmten sich zunächst gegen den Trend, gaben aber ihre Gewinne wieder. BMW, Daimler und Volkswagen verloren zwischen 0,4 und 0,9 Prozent. VW stellte beim Gespräch in den USA eine Partnerschaft mit dem US-Autobauer Ford in Aussicht. „Für die Stimmung ist das positiv, auch wenn die Verhandlungen zwischen der EU und den USA entscheidend sein werden“, sagte ein Aktienhändler.

Bayer: Der Pharma- und Agrarchemiekonzern will nach der Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto das Wachstum beschleunigen. Der Konzernumsatz soll vor Wechselkursveränderungen im Jahr 2019 um etwa vier Prozent zulegen und danach bis 2022 um durchschnittlich vier bis fünf Prozent pro Jahr, wie das Unternehmen am Mittwoch im Zuge eines Kapitalmarkttages in London mitteilte. Im Jahr 2017 - also vor dem Monsanto-Kauf - war der Umsatz wechselkursbereinigt um 1,5 Prozent gestiegen. An der Börse kam das gut an: Die Aktie legte um 0,4 Prozent zu und lag zum Schluss auf Rang zwei der Dax-Gewinnerliste.

Infineon, SAP, ST Microelectronics: Wachstumssorgen haben europäische Technologiewerte am Mittwoch ins Wanken gebracht. Infineon verlor 2,4 Prozent, SAP gab 1,8 Prozent ab. Papiere von STMicroelectronics verloren 2,8 Prozent. Händlern zufolge folgten die Anleger den Kursverlusten an den amerikanischen Börsen. Dort waren konjunktursensible Technologiewerte unter die Räder gekommen, da sich Investoren um das weltweite Wirtschaftswachstum sorgten. Der US-Halbleiter-Index Sox war um fünf Prozent eingebrochen.

Was die Charttechnik sagt

Die Dax-Bullen haben nach den deutlichen Gewinnen am Montag endgültig kapituliert. Nach dem Anstieg auf maximal 11.568 Zählern vor zwei Tagen hat nun die Unterstützung bei rund 11.400 Zählern nicht gehalten. Für die technischen Analysten geht es jetzt um die Marke von rund 11.200 Zählern, dort liegt das Tief aus der Vorwoche mit 11.209 Punkten. Fällt der Dax darunter, könnte es ein schnelles Wiedersehen mit dem bisherigen Jahrestief von 11.051 Zählern geben. Danach droht ein Abrutschen bis zur Haltelinie bei 10.815 und schließlich bis 10.403. Darunter gibt die Marke bei 10.100 Punkten Halt.

Die positive Variante wäre: Das deutsche Börsenbarometer verteidigt am Ende des Tages die 11.200er-Marke und steuert Richtung 11.400 Zähler.

Eine richtige Trendwende dürfte erst geben, wenn der Dax auf über 11.690 Punkte steigt. „Ein Ausbruch über dieses Niveau dürfte einen Doppelboden auslösen, welcher eine Aufwärtswelle in Richtung der 12.104-Punkte-Marke nach sich ziehen könnte“, meinen die technischen Analysten der UBS.

Analystencheck: Morgan Stanley erneuert Kaufempfehlung für Siemens

Die US-Investmentbank Morgan Stanley hat die Einstufung für Siemens auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 127 Euro belassen. Die Aktie des Konzerns gehöre zu den aussichtsreicheren zyklischen Werten im kommenden Jahr, schrieb Analyst Ben Uglow in einer am Mittwoch vorliegenden Branchenstudie. Im Rahmen der Studie empfiehlt der Analyst, die Positionierung bei hoch bewerteten Qualitätswerten zu reduzieren und günstig bewertete Zykliker wieder stärker zu gewichten. Zudem seien bei Siemens die Erwartungen für 2019 bereits zurückgekommen.

Laut dem Handelsblatt-Analystencheck stehen bei der Siemens-Aktie 23 Kaufempfehlungen 20 Mal die Einschätzung "Neutral" gegenüber. Vier Analysen raten, den Titel zu verkaufen. Das gewichtete Kursziel, bei dem neuere Studien höher gewichtet werden, liegt bei 125,64. Die Siemens-Aktie notiert derzeit bei gut 101,50 Euro.

Weitere Analysen finden Sie im Handelsblatt-Analystencheck.

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Mit Agenturmaterial.

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