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Deutsche Bank

Die Deutsche Bank legt die detaillierten Zahlen für das zweite Quartal vor.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Dax aktuell Dax schließt im Minus – Aktie der Deutschen Bank verliert mehr als fünf Prozent

Das deutsche Börsenbarometer gibt den zweiten Handelstag in Folge nach. Die Aktie der Deutschen Bank erlebt eine rasante Berg- und Talfahrt.
Update: 08.07.2019 - 17:46 Uhr Kommentieren

Frankfurt Es war ein fulminanter Start in den Monat Juli: Der Dax gewann auf Wochensicht 1,4 Prozent und markierte gleich mehrere neue Jahreshöchststände, bevor er am Freitag unter die 12.600-Punkte-Marke rutschte und 0,5 Prozent im Minus bei 12.569 Punkten schloss. Auch in der aktuellen Woche bleibt das Umfeld herausfordernd.

Am heutigen Montag gab es weitere Verluste: Zum Handelsschluss notierte das Börsenbarometer bei 12.543 Punkten, minus 0,2 Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag.

Dabei gab es einige durchaus positive Nachrichten: So legten die deutschen Exporte im Mai stärker zu als erwartet. Sie stiegen um 1,1 Prozent zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Morgen mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet, nachdem es im April noch einen Rückgang um 3,4 Prozent gegeben hatte. Die Importe verringerten sich im Mai um 0,5 Prozent.

Zugleich steigerten die Unternehmen ihre Produktion. Industrie, Baubranche und Versorger stellten im Mai 0,3 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Ökonomen hatten hier mit allerdings mit einem Plus von 0,4 Prozent gerechnet.

Eine Berg- und Talfahrt gab es bei der Aktie der Deutschen Bank. Nach dem am Sonntag angekündigten Radikalumbau griffen Anleger zunächst beherzt zu und katapultierten den Kurs um 3,5 Prozent nach oben – nur um kurz darauf die kurzfristigen Gewinne mitzunehmen. Zum Handelsschluss notierten die Papiere 5,4 Prozent im Minus bei 6,78 Euro. Eoin Mullany von der Berenberg Bank begründete dies so: „Wir würden jeden Kursanstieg zum Verkauf der Aktie nutzen, weil es bei der Strategie erhebliche Umsetzungsrisiken gibt und beim Kapital wenig Spielraum für Fehler.“

Der Aufsichtsrat des größten deutschen Geldhauses hatte entschieden, die Investmentbank zu verkleinern, das weltweite Aktiengeschäft aufzugeben und sich künftig auf das Geschäft mit großen Unternehmenskunden zu konzentrieren. Bis 2022 werden weltweit 18.000 Stellen abgebaut, um die Kosten drastisch zu senken.

Das aber kostet erst einmal: Kurzfristig sind rund drei Milliarden Euro kalkuliert, bis 2022 rechnet die Deutsche Bank mit Belastungen von insgesamt 7,4 Milliarden Euro. Bereits für das zweite Quartal 2019 wird ein Verlust von etwa 500 Millionen Euro vor Steuern und 2,8 Milliarden Euro nach Steuern erwartet, auch im gesamten Jahr dürfte die Bank in die roten Zahlen rutschen.

Regierungswechsel in Griechenland

Der Sieg der oppositionellen Konservativen bei der griechischen Parlamentswahl hievte den Athener Leitindex zunächst auf ein Viereinhalb-Jahres-Hoch von 900,31 Punkten. Er rutschte zum Schluss aber 1,8 Prozent ins Minus. Damit notierte er jedoch immer noch rund 20 Prozent über dem Niveau vor Ankündigung der vorgezogenen Neuwahlen Ende Mai. Die EU könnte Griechenland als Gegenleistung für Reformen kurzfristig Schuldenerleichterungen anbieten, sagte Holger Schmieding, Chef-Volkswirt der Berenberg Bank. „Für Griechenland und die Euro-Zone insgesamt wäre das eine Win-Win-Situation.“

Blick auf die Einzelwerte

BMW: Der Automobilkonzern will einen Nachfolger für Konzernchef Harald Krüger schnell ins Amt heben. Schon auf der Branchenmesse IAA im September solle ein neuer Chef auf der Bühne stehen, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen. Die Aktie drehte ins Minus und lag zuletzt bei 66,70 Euro, 0,5 Prozent unter dem Schlussstand von Freitag.

Commerzbank: Das im MDax notierte Geldhaus will am Donnerstag einen neuen Firmenkundenvorstand präsentieren. Der Aufsichtsrat werde sich an dem Tag auf einer außerordentlichen Sitzung auch mit der Nachfolge von Michael Reuther befassen. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Die Aktie verlor kräftig um 3,6 Prozent auf 6,28 Euro.

Osram: Das Management des Unternehmens hat das Übernahmeangebot der Finanzinvestoren Bain und Carlyle positiv bewertet. Das hat Anleger zum Einstieg animiert. Die Aktien gewannen am Freitag gut zwei Prozent auf 33,21 Euro, blieben aber deutlich unter dem Übernahmepreis von 35 Euro je Aktie. Die Mindestannahmeschwelle für die Offerte liegt bei 70 Prozent – ob sie erreicht wird, bezweifeln wohl manche Anleger. Sollte der Deal platzen, muss mit Kursrückschlägen gerechnet werden. Anleger bleiben vorsichtig, am Montag liegt die Aktie mit 33,50 Euro weiter unter dem Übernahmepreis.

Thyssen-Krupp: Ein Medienbericht zu bevorstehenden Verhandlungen über einen Verkauf der Aufzugssparte beflügelt Börsianern zufolge Thyssen-Krupp. Die Aktien des Industriekonzerns stiegen am Montag um bis zu 5,5 Prozent auf 12,85 Euro. Doch im weiteren Handelsverlauf gab die Aktie sämtliche Kursgewinne wieder ab und notierte praktisch unverändert gegenüber Freitag.

Der Grund für den zwischenzeitlich Anstieg: Konkurrent Kone hat bereits ein Auge auf die lukrative Thyssen-Sparte geworfen. Ein Thyssenkrupp-Sprecher wollte das nicht kommentieren. Er verwies auf die Ankündigung von Mai, wonach der Konzern einen Teil der Aufzugssparte an die Börse bringen will.

Fuchs Petrolub: Papiere des im MDax notierten Schmierstoffherstellers dämmten ihre deutlichen Anfangsverluste zwar ein, landeten mit einem Minus von 4,7 Prozent aber immer noch am Indexende. Fuchs Petrolub kassierte seine Jahresprognose wegen der schlechten Wirtschaftslage in der Autoindustrie ein.

Zalando: Aktien des Onlinehändlers profitierten mit einem Plus von 1,7 Prozent von einem erhöhten Kursziel der Schweizer Bank Credit Suisse.

Immobilienwerte: Eine Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies verhalf Deutsche-Wohnen-Aktien zu einem Plus von 1,3 Prozent. Mit dem möglichen Mietendeckel in Berlin sei das schlimmstmögliche Szenario mittlerweile in den stark gefallenen Aktienkurs eingepreist, begründete Analyst Thomas Rothäusler sein neues Anlagevotum. Entsprechend empfahl er auch die Papiere von Ado Properties zum Kauf, die sich in der Folge mit einem Plus von bis zu 4,4 Prozent zeitweise an die Spitze des SDax setzten.

Washtec: Bei den Anlegern des Autowaschanlagen-Bauers machte sich nach der deutlichen Korrektur der Umsatz- und Gewinnprognosen Enttäuschung breit. Das Augsburger Unternehmen erwartet für das laufende Jahr nun nur noch einen stagnierenden Umsatz und ein sinkendes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), da das Geschäft mit Großkunden nicht wie erhofft anzieht. Die im Kleinwerteindex SDax notierten Aktien fielen am Montag um bis zu 17 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 47,35 Euro und hatten den größten Tagesverlust seit 14 Jahren zu verkraften.

Blick auf die Charttechnik

Drei neue Jahreshochs in einer Woche zeigen die Stärke der Frankfurter Benchmark, mittlerweile liegt diese Marke bei 12.656 Punkten. Zur Erinnerung: Noch zum Jahresende notierte der Dax bei 10.559 Zählern, das Dezember-Tief lag bei 10.279 Punkten.

Kurzfristig könnte es heute oder in den folgenden Handelstagen zu einer Korrektur kommen, sogar ein Rutsch auf die Marke von 12.408 Zählern wäre laut Charttechnik schnell möglich, aber nicht negativ zu werten.

Denn dort ist das untere Ende einer sogenannten Kurslücke (Fachbegriff Gap) – die Differenz zwischen dem Tageshoch vom Freitag vergangener Woche (12.408 Punkte) und dem Tagestief vom Dienstag dieser Woche. Solche Kurslücken werden später oft geschlossen, die untere Marke gilt laut Charttechnik als Unterstützung und damit als Einstiegsmöglichkeit. Ein auch nur teilweises Offenlassen des Gaps wäre ein Zeichen von Stärke.

Die Marke von 12.408 harmoniert auch gut mit dem bisherigen Jahreshoch von 12.438 Zählern, eine weitere wichtige Unterstützung.

Positiv zu werten ist die steigende 200-Tagelinie, die aktuell bei 11.614 Punkten notiert. Die Durchschnittslinie der vergangenen 200 Handelstage, die vor allem von langfristigen Investoren beachtet wird, gilt als zuverlässiger Indikator für einen längeren Aufwärtstrend. Zuletzt drehte die Line Mitte 2016 nach oben. Damals notierte der Dax bei 10.514 Punkten und stieg anschließend auf das bisherige Rekordhoch von 13.596 Zählern.

Analystencheck: Deutsche Bank rät, Siemens-Aktien zu halten

Die Deutsche Bank hat Siemens vor Quartalszahlen auf „Hold“ mit einem Kursziel von 116 Euro belassen. Nach etlichen Veranstaltungen rechne er zwar nicht damit, dass die Investitionsgüterunternehmen die Gewinnerwartungen deutlich verfehlten, schrieb Analyst Gael de-Bray in einer am Freitag vorliegenden Branchenstudie. Allerdings gebe es viele Risiken, weshalb er seine Gewinnschätzungen gesenkt habe. Bei Siemens dürfte das Quartal vor allem für das Flaggschiff Digital Industries schwierig gewesen sein.

Laut Handelsblatt-Analystencheck empfehlen 26 Analysten die Siemens-Aktie zum Kauf, nur elf raten, sie zu halten. Keiner empfiehlt einen Verkauf. Das gewichtete Kursziel, bei der jüngere Studien höher gewichtet werden, aller Analysten für die Siemens-Aktie liegt bei 121,36 Euro. Und damit deutlich über dem aktuellen Kurs von 102,27 Euro.

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