Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dax aktuell Dax schließt im Minus – Anleger gehen nicht ins Risiko

Am deutschen Aktienmarkt fehlt der Schwung. Denn die Anleger haben ihre Spekulationen aufgelöst. Was das für die kommenden Handelstage bedeutet.
05.01.2021 Update: 05.01.2021 - 17:50 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Anleger am deutschen Aktienmarkt treten am Dienstag nach der jüngsten Rekordrally auf die Bremse. Der deutsche Leitindex der Dax verliert 0,6 Prozent und schließt bei 13.651 Zählern. Am gestrigen Montag ist dem Leitindex nach der anfänglichen Rekordjagd bereits die Luft ausgegangen. Der Leitindex schloss bei 13.727 Punkten. Am Vormittag hatte die Frankfurter Benchmark mit 13.907 Punkten noch einen Rekord markiert.

Ein Blick auf den Chart der vergangenen Handelstage zeigt: Im Bereich von 13.600 Punkten herrscht derzeit reges Kaufinteresse, aktuell formiert sich dort ein ernst zu nehmender Widerstand. Doch auf dem Weg nach oben fehlt mittlerweile die Dynamik. Das neue Rekordhoch vom gestrigen Montag lag nur vier Zähler über der vorherigen Bestmarke, und es setzten schnell Gewinnmitnahmen ein.

Der Grund für die fehlende Dynamik: Es gibt nur noch wenige Anleger, die bei steigenden Kursen falsch liegen würden. Das lässt sich aus der Handelsblattumfrage Dax-Sentiment und von weiteren Indikatoren ablesen.

Investoren haben Spekulationen aufgelöst

Sowohl die Privatanleger als auch die institutionellen Investoren spekulieren kaum noch mit risikoreicheren Hebelprodukten auf steigende Kurse oder sichern sich mit diesen Instrumenten gegen fallende Notierungen ab. Die entsprechenden Indikatoren wie das Euwax-Sentiment an der Börse Stuttgart und auch das Put-Call-Verhältnis an der Frankfurter Terminbörse Eurex liegen im neutralen Bereich.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Da kein Investor sein Verhalten bei steigenden Kursen ändern muss, dürfte der Aufwärtstrend auch weiterhin nicht dynamisch ausfallen. Denn die Investitionsquote aller Anleger ist derzeit bereits sehr hoch.

    Die hohe Investitionsquote sorgt natürlich für ein höheres Risiko fallender Kurse, weil nur noch wenige Anleger nachkaufen können. „Eine Korrektur ist jederzeit möglich und würde schnell zu stärkeren Kursverlusten führen, die anschließend jedoch ebenso schnell auch wieder ausgeglichen würden“, meint Sentimentexperte Stephan Heibel nach Auswertung der Handelsblattumfrage Dax-Sentiment.

    Denn die Stimmung der Anleger ist weiterhin positiv. Und bei fallenden Kursen müssten auch keine gehebelten Spekulationen auf steigende Notierungen verkauft werden, was in vielen Fällen den Abwärtstrend beschleunigt.

    Saisonale Faktoren sprechen für freundlichen Börsenmonat Januar

    An den Märkten gibt es immer wieder interessante saisonale Analysen. So hat Fondsmanager Sven Lehmann von HQ Trust den „Mehrertrag eines Monats in Abhängigkeit der Rendite des Vormonats“ errechnet. Also: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse nach einem guten Monat auch im kommenden Monat zulegen – und umgekehrt. Basis war der US-Auswahlindex S&P 500.

    Das Ergebnis: In den vergangenen knapp 150 Jahren folgte auf einen überdurchschnittlichen Dezember im Mittel auch ein überdurchschnittlicher Januar. Nach einem Plus von 3,8 Prozent beim S&P 500 im vergangenen Monat lässt das für diesen Monat hoffen.

    Das für Investoren wichtigste Thema ist derzeit die Nachwahl für den US-Senat im Bundesstaat Georgia. Das dürfte auch den Dollar-Kurs und den Goldpreis beeinflussen. „Zuletzt ist die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die Demokraten beide Sitze gewinnen, womit sie nach dem Repräsentantenhaus auch die Mehrheit im Senat hätten“, sagte Commerzbank-Analyst Daniel Briesemann. „Dies würde die geplante expansive Fiskalpolitik des
    neu gewählten US-Präsidenten Joe Biden erleichtern.“

    Sollten die Demokraten beide Sitze gewinnen, spricht vieles für einen weiter steigenden Goldpreis. Der liegt aktuell bei 1949 Dollar und damit in der Nähe eines Zwei-Monats-Hochs.

    Für den Dollar gegenüber dem Euro hingegen wäre nach Expertenmeinung der Erfolg der Demokraten eine zusätzliche Belastung. Denn der Greenback ist in den vergangenen sechs Monaten bereits um rund acht Prozent gegenüber der Gemeinschaftswährung gefallen. Aktuell notiert der Euro bei 1,2268 Dollar. Für die Analysten der Commerzbank ist die heutige Stichwahl für den Devisenmarkt „keine Wahl zwischen Dollar-Stärke und -Schwäche, sondern zwischen langsamerer und schnellerer Dollar-Abwertung“.

    Blick auf Einzelwerte

    Hochtief: Der Baukonzern hat den Auftrag zum Bau des 2,2 Kilometer langen Tunnels in Hamburg-Altona erhalten. Das Auftragsvolumen liegt bei 580 Millionen Euro netto. Als Konsortialführer entfallen 65 Prozent auf Hochtief. Start der Arbeiten für den Lärmschutztunnel inklusive Zu- und Abfahrten soll im April 2021 sein. Die Fertigstellung ist für 2028 vorgesehen. Die Aktie legt 1,6 Prozent zu.

    Continental: Ein positiver Analystenkommentar ermunterte Anleger am Morgen zunächst zum Einstieg. Die Aktien des Autozulieferers klettern zunächst um 2,3 Prozent auf 120,55 Euro. Ab Mittag wurden Gewinne mitgenommen, die Aktie rutschte ins Minus und schloss 1,2 Prozent niedriger als am Montag. Die Analysten von JP Morgan haben die Papiere auf „overweight“ von „neutral“ hochgestuft und das Kursziel auf 140 von 90 Euro angehoben.

    Dialog Semiconductor: Die Aussicht auf einen Quartalsumsatz über Markterwartungen gibt der Aktie Auftrieb. Die Aktien des Chip-Designers steigen zeitweise um gut sechs Prozent und schlossen 2,7 Prozent im Plus. Vorläufigen Berechnungen zufolge lagen die Erlöse im abgelaufenen Quartal bei 436 bis 441 Millionen Dollar. Ursprünglich hatte das Unternehmen 380 bis 430 Millionen Dollar angepeilt. Dialog verdanke dies wohl vor allem der Nachfrage seines wichtigen Kunden Apple, kommentierte Analyst Matthew Ramsay vom Vermögensverwalter Cowen.

    Grenke: Die Corona-Pandemie geht an dem Leasingkonzern nicht spurlos vorbei. 2020 fiel das Neugeschäft in der Leasingsparte um 29 Prozent auf 2,03 Milliarden Euro. Im vierten Quartal machte sich der erneute Lockdown deutlich bemerkbar. Das Volumen der neu abgeschlossenen Leasingverträge fiel von Oktober bis Dezember um fast die Hälfte auf 427 Millionen Euro.

    Angaben zu den derzeit laufenden Bilanzuntersuchungen wegen Betrugsvorwürfen durch einen britischen Investor machte Grenke nicht. Von diesen Vorwürfen hat sich der Aktienkurse nicht erholt. Noch Mitte August lag der Kurs bei 73 Euro, am heutigen Dienstag sind es 36,06 Euro, ein Minus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vortag.

    Was die Dax-Charttechnik sagt

    Für die technische Analyse ist derzeit die Spanne zwischen 14.700 Punkten auf der Ober- und 13.500 Punkten (konkret 13.460 Punkte) auf der Unterseite wichtig. Durchaus möglich, dass der deutsche Leitindex in den kommenden Handelstagen die untere Unterstützung bei 13.500/13.460 Punkten testet.

    Immer noch offen ist eine Aufwärtskurslücken aus dem Monat Dezember 2020. Solche Lücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt. Sie sind quasi eine Neubewertung des Markts, weil es zwischen der Lücke keinen Handel gab.

    Diese Lücke in Zahlen: Am 22. Dezember lag der höchste Dax-Kurs bei 13.441 Zählern, die niedrigste Notierung einen Tag später bei 13.456 Punkten. Diese Lücke deckt sich mit dem monatelang gültigen Corona-Hoch von 13.460 Zählern, welches der Leitindex Anfang September erreichte. Das unterstreicht die Bedeutung dieser Unterstützungsmarke.

    Die 200-Tage-Linie, die vor allem im Fokus von vielen langfristig agierenden Investoren steht, dreht weiter mit großer Dynamik nach oben. Derzeit notiert diese Durchschnittslinie bei 12.300 Punkten – gegenüber dem vergangenen Mittwoch ein Plus von rund 25 Zählern. Ein solcher Anstieg der 200er-Linie dürfte auch von ausländischen Investoren als Zeichen für einen stabilen Aufwärtstrend interpretiert werden.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

    Startseite
    Mehr zu: Dax aktuell - Dax schließt im Minus – Anleger gehen nicht ins Risiko
    0 Kommentare zu "Dax aktuell: Dax schließt im Minus – Anleger gehen nicht ins Risiko"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%