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Dax aktuell Dax schließt im Minus – Auto-Aktien leiden unter Handelsstreit

Trumps Drohung in Richtung China hat am Montag die deutschen Anleger bedrückt. Besonders schwer trifft es die Automobilhersteller und -zulieferer.
Update: 06.05.2019 - 17:46 Uhr Kommentieren
Der Handelsstreit zwischen China und den USA wirkt sich auch auf die Deutsche Börse aus. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Der Handelsstreit zwischen China und den USA wirkt sich auch auf die Deutsche Börse aus.

(Foto: dpa)

Frankfurt Aller Optimismus könnte umsonst gewesen sein: Noch vor etwas mehr als einer Woche hieß es aus Washington, die Handelsgespräche mit China befänden sich in der Endphase. Doch mit einem Tweet am Sonntag hat US-Präsident Donald Trump eine Einigung in den Gesprächen wohl massiv erschwert: Er will schon am kommenden Freitag die Sonderzölle auf Einfuhren aus China von zehn auf 25 Prozent anheben. Das sorgte für Unruhe an den asiatischen Börsen, und auch hierzulande könnten Aktionäre vermehrt zu Verkäufen tendieren.

Nachdem der Dax am vergangenen Freitag die Woche mit 12.412 Punkten und einem Plus von 0,5 Prozent beendet hatte, rutschte er am Montag zwischenzeitlich bis auf 12.135 Punkte ab, erholte sich zu Handelsschluss aber wieder auf 12.287 Punkte. Der Leitindex beendete den Handel mit einem Minus von 1,01 Prozent.

Auch der MDax verlor etwa 1,2 Prozent und schloss bei 25.658 Punkten. Ähnlich stark waren mit 1,2 Prozent beim TecDax und 1,0 Prozent beim Euro Stoxx die Verluste bei den weiteren wichtigen Indizes.

Für Bewegung sorgten zudem Zahlen zum Einzelhandel in der Euro-Zone. Dieser trat im Monat März auf der Stelle. Die Unternehmen konnten ihre Einnahmen von Februar auf März nicht steigern, wie die Statistikbehörde Eurostat am Montag mitteilte. Ein schlechteres Ergebnis hatte es zuletzt im Dezember gegeben.

Ökonomen hatten sogar einen leichten Rückgang von 0,1 Prozent für März erwartet. Während der Handel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren um 0,6 Prozent zulegte, sank der Umsatz im übrigen Geschäft um 0,4 Prozent.

Einzelwerte im Fokus

Continental: Europaweit leiden wegen Trumps Zollankündigung vor allem die konjunktursensiblen Aktien aus der Automobilbranche. Unter den Dax-notierten Konzernen trifft es Zulieferer Continental am schwersten. Die Titel der Hannoveraner drehten 2,5 Prozent ins Minus und schlossen bei 143,20 Euro.

BASF: Auf den Kurs des Chemieriesen drückt vor allem der Dividendenabschlag. Die Anteilseigner des Ludwigshafener Konzerns erhalten nach der Hauptversammlung am Freitag eine Dividende in Höhe von 3,20 Euro je Aktie. Es ist bereits die siebte Anhebung über zehn Cent in Folge. Gut möglich, dass BASF auch in den kommenden Jahren die Ausschüttungen weiter anhebt. Das verschreckt die Anleger, der Kurs ging um 5,3 Prozent auf 69 Euro zurück.

Lufthansa: Die Bilanz von Europas größter Fluggesellschaft zeigt sich grundsätzlich solide. Dennoch befinden sich die Erträge unter Druck – das Geschäft der Lufthansa reagiert sehr volatil auf externe Einflüsse. Vor der Hauptversammlung am Dienstag notierte die Aktie bei minus 1,2 Prozent.

Thyssen-Krupp: Spekulationen über ein Aus der Pläne von Thyssen-Krupp, das Stahlgeschäft mit Tata Steel zusammenzulegen, haben die Aktien des Essener Konzerns auf den tiefsten Stand seit sieben Jahren fallen lassen. Die im Dax notierten Titel rutschten um 3,5 Prozent auf 11,83 Euro ab. Aktien von Tata Steel büßten 2,2 Prozent ein.

Ein Händler sagte, Bedenken der EU-Kommission seien nichts Neues, jedoch sei nach wie vor unklar, wie es weitergehe. Die Zeitung „Financial Times“ hatte unter Berufung auf Insider berichtet, dass eine Untersagung der Pläne zunehmend wahrscheinlich sei – es sei denn, die Konzerne würden bei ihren Zugeständnissen nachlegen.

Carl Zeiss Meditec: Der Medizintechnikhersteller profitiert von der weiterhin hohen Nachfrage nach Lasersystemen zur Sehschärfenkorrektur. Nach einem deutlichen Umsatz- und Ergebnisplus im ersten Geschäftshalbjahr 2018/19 peilt das Unternehmen für das Gesamtjahr nun einen Umsatz zwischen 1,35 und 1,42 Milliarden Euro an. In den ersten sechs Monaten legte der Umsatz um 8,7 Prozent auf 667,2 Millionen Euro zu. Die im April angehobene Prognose, im Gesamtjahr eine Marge des Betriebsergebnisses (Ebit) in einer Bandbreite von 15,0 bis 17,5 Prozent erzielen zu wollen, wurde bestätigt. Die Aktie stand zuletzt bei 89,05 Euro mit 2,1 Prozent im Plus.

Stabilus: Die schwächelnde Autoindustrie zwingt den Zulieferer erneut zu einer Prognosesenkung. Der Gasfedernspezialist gibt seine Hoffnung auf ein Umsatzplus im Geschäftsjahr 2018/19 auf und rechnet nur noch mit Erlösen auf dem Vorjahresniveau von rund 960 Millionen Euro.

Schon im Februar hatte Stabilus die Umsatzprognose auf plus zwei von bis dahin plus fünf Prozent gesenkt. Doch auch in dem Ende März abgelaufenen zweiten Quartal litt das Unternehmen unter der Marktschwäche: Die Erlöse gingen um 4,7 Prozent auf 239,1 Millionen Euro zurück, der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) sank um 9,2 Prozent auf 35,7 Millionen Euro. Die Aktie fiel tief, um minus 5,7 Prozent auf 45,34 Euro.

Handelsgeschehen in Übersee

Die Zollankündigung des US-Präsidenten sorgt an der Wall Street für fallende Kurse. Der Dow Jones öffnete zu Handelsbeginn bei 26.160 Punkten mit einem Minus von etwa 1,5 Prozent im Vergleich zum Schlusskurs des Vortags, hat sich mittlerweile bei minus 0,9 Prozent aber einigermaßen normalisiert.

Der breiter angelegte S&P 500 verliert 0,8 Prozent, der Index Nasdaq-100 der gleichnamigen Technologiebörse sinkt um 1,0 Prozent. Der Angstmesser der Wall Street, der CBOE Volatility Index (VIX), hatte schon vor Handelsbeginn den höchsten Stand seit fast zwei Monaten erreicht.

Analystencheck: Credit Suisse hält BASF auf „outperform“

Die Schweizer Bank Credit Suisse hat die Einstufung für BASF nach Zahlen auf „outperform“ mit einem Kursziel von 78 Euro belassen. Er habe nach den Zahlen zum ersten Quartal nur geringfügige Änderungen vorgenommen, schrieb Analyst Chris Counihan in einer am Freitag vorgelegten Studie. Der Spielraum in der Bilanz des Chemiekonzerns dürfte sich über die kommenden zwölf bis 24 Monate infolge des Verkaufs von Geschäftsbereichen sowie der Erwirtschaftung freier Barmittel verbessern.

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