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Dax Aktuell Dax schließt im Minus – Deutsche-Bank-Aktie fällt nach Bericht über technische Probleme

Nach der Rekordhoch-Serie der vergangenen Woche legt der Dax eine gesunde Verschnaufpause ein. Von den Teamviewer-Zahlen sind die Börsianer allerdings begeistert.
Update: 11.11.2019 - 17:49 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve

Blick auf die Dax-Kurve im Frankfurter Handelssaal.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der deutsche Leitindex erlebte heute den zweiten Konsolidierungstag. Und zeigte sich in dieser Phase bisher erstaunlich robust. Der deutsche Leitindex schließt am Abend um 0,23 Prozent bei 13.198 Punkten. Das ist eine bislang noch sehr konstruktive Verschnaufpause nach den Gewinnen der Vortage. Allein in der vergangenen Woche stieg die Frankfurter Benchmark um rund zwei Prozent.

„Kann der Index die Marke von 13.200 Punkten im Tagesverlauf behaupten, könnte die Reise in den kommenden Tagen weiter nach oben gehen“, meint Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst des Online-Brokers CMC Markets.

Trotz der heutigen Verluste gibt es mehrere positive Meldungen. Zum Beispiel das Verhalten von den Topmanagern in Deutschlands börsennotierten Unternehmen. Sie haben in den vergangenen beiden Wochen wieder stärker Aktien der eigenen Unternehmen gekauft. Das zeigt das Insiderbarometer, bei dem alle Aktienkäufe und -verkäufe der Top-Manager ausgewertet werden.

Olaf Stotz, Professor für Asset Management an der Privatuniversität Frankfurt School of Finance & Management, findet die Reaktion der Vorstände und Aufsichtsräte überraschend: „Eigentlich neigen Unternehmensinsider antizyklisch dazu, bei hohen Kursen Aktien zu verkaufen.“  Dass dies zuletzt nicht mehr der Fall war, wertet Stotz als positives Zeichen für den Markt.

Euphorisch ist die Stimmung der Firmenlenker indes nicht. Denn es gab anders als noch Ende Oktober auch wieder mehr Führungskräfte, die Aktien verkauften. Als Folge stieg das Insiderbarometer, das Stotz gemeinsam mit Commerzbank Wealth Management regelmäßig für das Handelsblatt berechnet, um fünf auf 130 Punkte. Damit signalisiert es, dass sich Aktien auf Sicht von drei Monaten besser als andere Anlageklassen entwickeln sollten.

Wie sehr sich die Lage an den Börsen entspannt hat, zeigt auch ein Blick auf die globalen Anleihemärkte. Die Rezessionsrisiken sind nicht mehr vorhanden, die Renditen steigen nach den Rekordtiefständen seit September wieder an.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen legte von 1,5 Prozent um 0,3 Prozentpunkte zu, die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg von minus 0,7 Prozent um 0,4 Prozentpunkte an. Diese Entwicklung dürfte langsam auslaufen. Denn die anhaltend schwache Konjunktur und der Renditehunger der Investoren dürften den weiteren Anstieg begrenzen.

Die unklaren Mehrheitsverhältnisse nach der Parlamentswahl machen allerdings Spanien-Anleger vorsichtig. Dies trieb den Risikoaufschlag für zehnjährige Bonds zu vergleichbaren Bundesanleihen am Montag auf 65 von 62 Basispunkten.

Blick auf die Einzelwerte

Deutsche Bank: Nach einem Bericht der Financial Times gab es bei der Bank technische Mängel. Betroffen davon waren offenbar Tausende von Zahlungen. Die Meldung ließ den Aktienkurs zwischenzeitlich um mehr als zwei Prozent fallen. Zum Handelsschluss liegt das Minus bei 0,49 Prozent. In dem Fall geht es um Überweisungen in Großbritannien. Eine größere Zahl von Überweisungen für Kunden sei verspätet ausgeführt worden, sagte die mit der Angelegenheit vertraute Person am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Betroffen sei ein System für hochvolumige Zahlungen. Die IT der Deutschen Bank gilt als veraltet und anfällig für Fehler.

Talanx: Der Versicherer bleibt nach einem Gewinnsprung bei seiner Prognose für 2019. In den ersten neun Monaten stieg der Nettogewinn um 52 Prozent auf 742 Millionen Euro, für das Gesamtjahr peilt Talanx weiterhin mehr als 900 Millionen Euro an. Die Sanierung der Industrieversicherung trage erste Früchte. Für 2020 sagt das Unternehmen aus Hannover einen Nettogewinn zwischen 900 und 950 Millionen Euro voraus. Das Papier steigt 1,09 einen Prozent.

Deutsche Pfandbriefbank: Das Finanzinstitut hat im dritten Quartal einen Gewinnsprung verbucht. Das Vorsteuerergebnis schnellte auf 70 Millionen Euro nach 49 Millionen vor Jahresfrist. Obgleich wegen der konjunkturellen Unsicherheiten im vierten Quartal die Risikovorsorge erhöht werden soll, hob der Vorstand bereits vergangenen Woche sein Jahresziel an, das nun einen Vorsteuergewinn zwischen 205 und 215 Millionen Euro vorsieht. Zuvor hatte das im MDax gelistete Unternehmen das obere Ende der Spanne von 170 bis 190 Millionen Euro angepeilt. Der Titel legt 1,69 Prozent zu.

Teamviewer: Nach seinem milliardenschweren Börsengang hat der Software-Anbieter sein Quartalsergebnis nahezu verdoppelt. Teamviewer bekräftigte zudem seine Prognose für das Geschäftsjahr 2019. Bei den abgerechneten Umsätzen strebe das Unternehmen an, das obere Ende der Prognose von 310 bis 320 Millionen Euro zu erreichen. Solche Zahlen kommen an der Börse gut an, die Aktie steigt in einem schwachen Umfeld 3,59 Prozent.

Das Unternehmen aus Göppingen war mit einem Emissionserlös von 2,21 Milliarden Euro und einem Unternehmenswert von 5,25 Milliarden Euro Ende September der bislang größte Börsengang in Europa in diesem Jahr. Mit Teamviewer lassen sich Computer verbinden, etwa zur Fernwartung, zur Fernsteuerung von Maschinen oder für Online-Konferenzen. 

BVB: Die Titel von Borussia Dortmund rutschten um 1,64 Prozent ab. Der Fußball-Bundesligist hatte am Wochenende 0:4 gegen den Erzrivalen Bayern München verloren.

Rheinmetall: Aufgrund eines negativen Analystenkommentars trennen sich weitere Anleger von Rheinmetall. Die Aktien verlieren bis zwischenzeitlich 3,8 Prozent auf 100,80 Euro. Zum Handelsende notiert das Papier dann wieder um 0,38 Prozent im Minus. Wenige Tage, nachdem der Rüstungskonzern und Autozulieferer seine Umsatzziele gekappt hat stuften die Analysten der Berenberg Bank die Titel auf „Hold“ von „Buy“ herunter und senkten das Kursziel auf 110 von 112 Euro. 

Was die Charttechnik sagt

Auf dem Weg zum Allzeithoch von 13.597 Zählern hat der deutsche Leitindex auch den letzten wichtigen Widerstand bei rund 13.200 Punkten in der vergangenen Woche überwunden. In diesem Bereich lagen beispielsweise die Hochs der Monate Mai und Juni des Börsenjahres 2018. Im Mai des vergangenen Jahres war bei 13.204 Zählern Schluss, im Monat Juni setzten nach dem Erreichen von 13.170 Punkten deutliche Verkäufe ein.

Der Rutsch am vergangenen Freitag auf 13.195 Punkte und die wieder einsetzenden Käufe hatten diesen Bereich zunächst als Widerstand bestätigt. Die heutige Eröffnung zeigt: Der Bereich 13.200 ist kurzfristig hart umkämpft.

Der Index gilt nach dem rasanten Anstieg von mehr als zehn Prozent in nur gut vier Wochen als technisch „überkauft“. Er zu schnell zu hoch gestiegen. Aus Sicht der technischen Analyse ist eine Korrektur „gesund“ für die weitere Entwicklung.

Auf der Unterseite ist nun die Aufwärtskurslücke von Anfang der vergangenen Woche die nächste wichtige Rückzugsmarke. Solche Kurslücken (Fachjargon: Gap) entstehen, wenn der höchste Kurs eines Tages unter dem des Folgestages bleibt.

Konkret: Am vergangenen Freitag vor zehn Tagen stieg der Dax bis auf 12.992 Zähler, am Montag vergangener Woche lag der niedrigste Kurs bei 13.019 Punkten. Solche Kurslücken dienen anschließend als Widerstand. Wenn sie nicht geschlossen werden, ist das ein Zeichen von Stärke. Strategische Investoren können diesen Bereich als Absicherung nehmen.

Eine Etage tiefer liegt der nächste Widerstand bei 12.500 Zählern. Darunter folgt die 200-Tagelinie, Gradmesser für den langfristigen Aufwärtstrend. Diese Durchschnittslinie notiert aktuell bei 12.035 Zählern und steigt täglich um rund zehn Punkte.

„Bei der Vermögensplanung gilt: Nie ganz aussteigen!“

Blick auf die Börsen in USA und Asien

Die US-Börsen starteten gedrückt in die neue Woche. Sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 fielen zur Handelseröffnung um bis zu 0,4 Prozent. Der Dow Jones notierte bei 27.569 Punkten. Der S&P bei 3.082 Punkten.. Der technologielastige Nasdaq sank um 0,31 Prozent auf 8260 Punkte. Grund für den eher schwachen Handelsstart sind vor allem wieder aufkeimende Zweifel an einer Einigung im Handelskrieg.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,26 Prozent tiefer bei 23.331 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index blieb unverändert und lag bei 1704 Punkten. Die Börse in Shanghai lag ein Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,9 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,6 Prozent.

Nach erneuten gewaltsamen Protesten in Hongkong verlor der dortige Leitindex HSI 2,6 Prozent. „Das ist kein isoliertes Problem für die Wirtschaft Hongkongs“, warnte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Das ist ein Problem für ganz China.“

Analystencheck: Independent Research empfiehlt Verkauf der Commerzbank-Aktie

Das Analysehaus Independent Research hat die Einstufung für Commerzbank nach Zahlen für das dritte Quartal auf „Verkauf“ mit einem Kursziel von fünf Euro belassen. Während die Gesamterträge der Bank leicht unter den Erwartungen gelegen hätten, habe das Ergebnis positiv überrascht, schrieb Analyst Jan Lennertz in einer am Freitag vorliegenden Studie.

Indes wertet der Experte die im September vorgestellte Strategie negativ, da sich die Bank zu stark auf den deutschen Markt fokussiere. Zudem seien die Kosten im Verhältnis zu den Erträgen trotz der Sparmaßnahmen immer noch zu hoch, während die Dividendenrendite im Branchenvergleich unterdurchschnittlich sei. Daher seien die Papiere für Investoren unattraktiv.

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