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Dax Aktuell Dax schließt im Plus – Anleger nach Fed-Entscheidung optimistisch

Die Hoffnung auf ein weiteres Wirtschaftswachstum in den USA hat den Aktienmarkt am Donnerstag gestützt. Die VW-Aktie profitiert von einem Gerichtsurteil.
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Aktienkurve im Handelsraum der Frankfurter Wertpapierboerse der Deutsche Boerse AG in Frankfurt. Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
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Aktienkurve im Handelsraum der Frankfurter Wertpapierboerse der Deutsche Boerse AG in Frankfurt.

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

Düsseldorf Der deutsche Leitindex Dax schließt am Donnerstag im Plus. Er geht 0,55 Prozent höher bei 12.457 Punkten aus dem Handel. Nach einem schwachen Auftakt hatte der Dax am Donnerstagnachmittag gestützt von einem freundlichen Handelsstart an der Wall Street Gewinne verzeichnet. Der Euro Stoxx 50 schloss 0,7 Prozent höher bei 3552 Zählern.

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve hatte am Mittwoch zum zweiten Mal binnen weniger Wochen den Leitzins um einen Viertelpunkt gesenkt – auf die neue Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent. Die Entscheidung war jedoch umstritten: Drei Währungshüter stimmten gegen die Senkung.

Spekulationen, dass die Fed damit auf weitere Zinsschritte in diesem Jahr verzichten könnte, halfen an den europäischen Märkten vor allem Bankaktien. Niedrige Zinsen erschweren den Geldhäusern das Geschäft. Die Papiere der Deutschen Bank gewannen im Dax rund zwei Prozent, im Euro Stoxx 50 legten die Titel der Großbanken Societe Generale, Santander und ING jeweils über zwei Prozent zu.

Zuletzt hatte die Fed Ende Juli den Leitzins gesenkt – erstmals seit der Finanzkrise 2008/2009. Sieben von 17 Währungshütern signalisierten nun zugleich, dass sie dieses Jahr noch einmal nachlegen wollen.

Fed-Chef Jerome Powell hatte die Märkte auf den Schritt vorbereitet, der in Zeiten erhöhter Nervosität an den Finanzmärkten gegangen wird: Neue Spannungen im Verhältnis der USA mit dem Iran und der schwelende Handelskrieg mit China trüben derzeit ebenso die Stimmung an den Börsen wie Rezessionssignale vom Kapitalmarkt.

Die Fed musste diese Woche erstmals seit der Finanzkrise am Geldmarkt intervenieren, um Liquiditätsengpässe zu lindern. Zudem senkte sie nun die Zinsen auf Überschussreserven der Banken, damit das Parken von nicht benötigtem Geld weniger attraktiv wird. Powell ist seit Monaten harscher Kritik von US-Präsident Donald Trump ausgesetzt, der noch deutlich niedrigere Zinsen verlangt. Feuern will Trump Powell nach eigener Aussage aber nicht.

„Wir gehen weiterhin davon aus, dass sich auf der Sitzung im Oktober letztlich erneut eine Mehrheit für eine Reduzierung finden wird“, urteilten die Analysten von HSBC.

Allerdings mache das Fed-Gremium einen ähnlichen Eindruck wie vorige Woche der EZB-Rat, beobachten die Experten der Commerzbank: „Dass die Zweifler, die ein stures Mehr an expansiver Politik nicht mehr mitmachen wollen, innerhalb der Zentralbanken eine wachsende Fraktion darstellen.“

Angesichts der unklaren Gemengelage bei der Fed richteten die Anleger ihr Augenmerk auf US-Konjunkturdaten, die Aufschluss über den weiteren Kurs der Notenbank geben könnten. Der Philly-Fed-Konjunkturindex gab zwar nach, Analysten hatten aber mit einem deutlicheren Rückgang gerechnet. Auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen in der Vorwoche weniger stark als erwartet.

In den Reigen der Zinsentscheidungen reihte sich am Donnerstag auch die Schweizerische Nationalbank ein. Die SNB hält trotz der nachlassenden Konjunkturdynamik und der Zinssenkungen im Euro-Raum und den USA an ihren Negativzinsen fest. Die Währungshüter entlasten allerdings die Banken von den Negativzinsen. Eine neue Berechnung führe dazu, dass der Freibetrag, ab dem Banken auf Sichtguthaben bei der Notenbank einen Strafzins zahlen müssen, steigt.

Den SNB-Leitzins beließen die Währungshüter bei minus 0,75 Prozent.

Die Bank of England ließ den Leitzins wenige Wochen vor dem geplanten Austritt Großbritanniens aus der EU unangetastet. Auch die Bank of Japan hielt ihr Pulver trocken, hat aber eine mögliche Zinssenkung im Blick. Die brasilianische Notenbank senkte am Mittwoch bereits ihren Leitzins um einen halben Punkt auf ein Rekordtief von 5,5 Prozent.

Furcht vor Eskalation am Golf

Am Rohölmarkt verteuerte sich die Sorte Brent aus der Nordsee um 1,6 Prozent auf 64,64 Dollar je Barrel (159 Liter). Den Experten der Beratungsfirma Energy Aspects zufolge sind dies die Nachwehen der Angriffe auf saudiarabische Ölförder-Anlagen vom Wochenende.

Das Königreich habe mindestens für die nächsten zweieinhalb Monate keine Reserve-Kapazitäten, um weitere Angebotsausfälle auszugleichen. Gleichzeitig steigen die Spannungen in der Golf-Region, weil Saudi-Arabien und die USA Iran für die Attacken verantwortlich machen.

Einzelwerte:

Lufthansa: Mit einem Minus von knapp 3 Prozent auf 13,995 Euro gehören die Aktien der Lufthansa zu den größten Dax-Verlierern. Die Experten der US-Bank Morgan Stanley stufen die Papiere als „underweight“ ein und setzen ein Preisziel von zwölf Euro an. Die gesamte europäische Luftfahrtbranche habe mit einem harten Wettbewerb, mauer Konjunktur, Arbeitskämpfen und steigenden Umweltkosten zu tun, schreibt Morgan-Stanley-Expertin Carolina Dores.

Volkswagen: Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Weitergabe von Ersatzteilinformationen legt die VW-Aktie 1,9 Prozent zu. Der EuGH lehnt eine Ausweitung des Zugriffs auf elektronische Ersatzteilinformationen von Autoherstellern durch freie Werkstätten ab. Automobilkonzerne seien nicht dazu verpflichtet, unabhängigen Werkstätten Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen für Fahrzeuge in elektronisch weiterzuverarbeitender Form zu gewähren, teilte das höchste europäische Gericht mit.

Rocket Internet: Der Startup-Investor hat im ersten Halbjahr einen Konzerngewinn von 548 Millionen Euro nach 296,6 Millionen vor Jahresfrist verzeichnet. Spekulationen über einen Abschied vom Börsenparkett erteilt der Konzern aber eine Absage. Die Aktie von Rocket Internet legte zunächst zu, verlor dann aber knapp zwei Prozent.

Hello Fresh: Anleger griffen bei den Aktien des Essenslieferdienstes HelloFresh zu. Die Papiere legten im SDax 5,6 Prozent auf 12,82 Euro zu. Die Experten von JPMorgan haben die Papiere mit „overweight“ bestätigt und ihr Kursziel auf 18 von 14 Euro angehoben. HelloFresh liefere gute Ergebnisse ab, schreibt JPMorgan-Experte Marcus Diebel. „Und wir glauben, dass da noch mehr kommt.“

Handelsblatt-Analystencheck:

Die US-Bank JPMorgan hat Siemens Healthineers von „Neutral“ auf „Underweight“ abgestuft und das Kursziel von 34,90 auf 32,30 Euro gesenkt. Die Probleme im Diagnostikbereich seien nicht von heute auf morgen zu lösen, schrieb Analyst David Adlington in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Das Geschäft im Bereich Medizinische Bildgebung laufe zwar gut, habe aber seinen Höhepunkt wohl erreicht.

Von den 27 Studien im Handelsblatt-Analystencheck zu dieser Medizinspartenaktie empfehlen zwei das Papier zum Kauf, 24 Mal gibt es eine neutrale Einstufung. JP Morgan ist die einzige Bank, die den Titel zum Verkauf empfohlen hat.

Das gewichtete durchschnittliche Kursziel aller Analysen liegt bei 36,09 Euro, die Aktie wird bei 35,47 Euro gehandelt. Bei einem gewichteten Kursziel werden jüngere Studien höher gewichtet.

Hier geht es zum Handelsblatt-Analystencheck.

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