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Dax aktuell Dax schließt im Plus – das Börsenjahr 2019 dürfte aber turbulent werden

Was bringt das neue Börsenjahr 2019? Vermutlich höhere Kursschwankungen. Der Auftakt war lange Zeit misslungen.
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Dax startet mit Verlust ins Jahr 2019 – „Die politischen Unsicherheiten machen Sorgenfalten“

Frankfurt Der deutsche Leitindex knüpfte zum Handelsstart nahtlos an das miserable Börsenjahr 2018 an. Am ersten Handelstag 2019 rutschte der Dax zunächst um mehr als 170 Punkte auf 10.386 Zähler ab, ehe es wieder große Kaufaufträge gab. Im Nachmittagshandel notierte der Index um 17:20 Uhr ein Tageshoch von 10.612 Punkten. Danach viel der Dax wieder etwas und schloss mit 10.587 Punkten und einem Plus von 0,2 Prozent.

Was dürfte das neue Börsenjahr bringen? Sicher scheint zu sein: Eine erheblich höhere Volatilität, in diesem Punkt sind sich die meisten Experten einig. Aber das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein. „Kursschwankungen bieten Chancen, denn der Gewinn liegt bekanntlich im Einkauf“, meint Bert Flossbach, Vorstand des gleichnamigen Vermögensverwalters. „Insofern hat die aktuelle Korrektur auch etwas Positives.“

Die Banken sind mal wieder optimistisch. Im Durchschnitt erwarten die 30 Volkswirte und Analysten, die vom Handelsblatt befragt wurden, für 2019 für den Aktienleitindex Dax einen Anstieg auf 12.053 Punkte, das wäre ein Plus von mehr als 14 Prozent gegenüber dem Schlussstand 2018.

Die Spanne der Schätzungen reicht von 13.400 Punkte (Bankhaus Santander) auf der Ober- und 10.000 Punkte (Société Générale) auf der Unterseite. Allerdings lagen die Experten für das Jahr 2018 mit ihren Vorhersagen so stark daneben wie selten zuvor. Das durchschnittliche Kursziel (12.053 Punkte) ist oft ein Wert, an dem sich Anleger etwas orientieren können.

„Die Probleme zu Jahresbeginn sind die gleichen wie zum Jahresende“, konstatierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Denn die Wachstumsdynamik in China lässt deutlich nach. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hat sich die Stimmung bei kleinen und mittelgroßen, meist privaten Industriebetrieben deutlich eingetrübt. Die Entwicklung zeigt Altmann zufolge, wie nötig eine Einigung im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten ist.

Zu einer Belastung für die Märkte könnte in den nächsten Tagen vor allem der sogenannte „Government Shutdown“ in den USA werden – die bereits fast zweiwöchige Haushaltssperre in den USA. Bislang war das Szenario stets kalkulierbar: Nach ein paar Tagen einigten sich die Beteiligten und alles war wieder gut. „Man mag das je nach Geschmack als unsinniges Polit-Spektakel oder als gelebten demokratischen Diskurs ansehen“, meinen die Devisenanalysten der Commerzbank.

Doch unter US-Präsident Donald Trump ist alles anders. Er ist stolz auf den „Shutdown“, als Kampf gegen das Establishment. „Es gibt ein Verunfallungsrisiko“, meinen die Commerzbank-Experten. „Wenn der US-Präsident überdreht und es den Demokraten unmöglich macht, einem Kompromiss zuzustimmen, geht’s schief. Das ist nicht wahrscheinlich, aber auch nicht unmöglich.“

Aktuell ist Italien wohl das größte Thema: Mit Erleichterung reagierten Investoren auf die Verabschiedung des nachgebesserten italienischen Haushalts durch das Parlament in Rom am Wochenende. Sie griffen bei den Anleihen des Landes zu und drückten die Rendite der zehnjährigen Papiere auf ein Dreieinhalb-Monats-Tief von 2,702 Prozent.

Doch die Krisenbank Carige trübte die Freude. Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte das italienische Institut unter Zwangsverwaltung. Vor diesem Hintergrund rutschten der italienische Bankenindex und der Index für die Banken der Euro-Zone um jeweils knapp drei Prozent ab. Carige-Titel blieben vom Handel ausgesetzt.

Einige Anleger nahmen daraufhin Kurs auf „sichere Häfen“. Die „Antikrisen-Währung“ Gold verteuerte sich um bis zu 0,5 Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch von 1288,58 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Die Nachfrage nach Bundesanleihen drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 0,173 Prozent.

Die Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft belastet den Ölpreis. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 1,9 Prozent auf 52,80 Dollar je Barrel (159 Liter). Auch die Aktien konjunkturabhängiger Unternehmen gerieten unter die Räder.

Blick auf die Einzelwerte

Daimler/BMW/Volkswagen: Schwächere Konjunkturdaten aus China belasten natürlich die deutschen Autobauer, die hohe Stückzahlen ins Reich der Mitte exportieren. Daimler und Volkswagen verlieren rund zwei und 1,4 Prozent, BMW rund 1,3 Prozent.

Eon/RWE: Die Energiekonzerne führen die Gewinnerliste mit einem Plus von jeweils 3,16 bzw. 1,77 Prozent an. Denn der Versorger Eon treibt die Übernahme des Konkurrenten Innogy voran. „Derzeit erledigen wir bei Eon unsere Hausaufgaben für die notwendige Prüfung der Wettbewerbsbehörden“, sagte Eon-Chef Johannes Teyssen der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) vom Samstag. „Wir planen, die Unterlagen für das Verfahren in Kürze bei der europäischen Kartellbehörde einzureichen.“

Was die Charttechnik sagt

Die vergangenen Wochen waren beim Dax von einer massiven Verkaufswelle geprägt, die den Index in die Tiefe riss. Insbesondere im Dezember beschleunigte sich der Abverkauf und sorgte mit dem Bruch der Unterstützungen bei 11.051 und 11.009 Punkten (Tiefpunkte der Monate Oktober und November 2018) für starke Verkaufssignale. In der Spitze fiel der Dax in dieser Phase bis 10.279 Punkte zurück – dieses neue Monatstief ist nun eine wichtige Orientierung und die Marke, die der Leitindex verteidigen muss.

Das Szenario der UBS-Analysten: Oberhalb von 10.550 Punkten hätte der Dax jetzt zunächst die Gelegenheit, die kurzfristige Erholung bis 10.686 Punkte fortzusetzen. Sollte der Dax aber unter die Marke von 10.400 Punkte fallen, käme es bereits zu einem weiteren Test der Unterstützungszone von 10.279 bis 10.300 Punkten. Hier könnte es nach einer Bodenbildungsphase zu einem weiteren Anstieg kommen. Abgaben unter 10.279 Punkte dürften dagegen zu einem Einbruch bis 10.174 Punkte führen.

Blick auf die Märkte in den USA und Asien

Enttäuschende Konjunkturdaten aus China haben den asiatischen Börsen am ersten Handelstag im neuen Jahr einen Dämpfer verpasst. Die Industrie der Volksrepublik muss dem Handelsstreit mit den USA Tribut zollen und schrumpfte im Dezember erstmals seit 19 Monaten.

Der Index der Aktien im asiatisch-pazifischen Raum außerhalb Japans büßte mehr als ein Prozent ein, der Index der Bluechip-Werte an der Börse in Shanghai ebenfalls. Der südkoreanische Aktienindex fiel knapp ein Prozent. Japans Börsen blieben wegen eines Feiertags geschlossen.

Die Wall Street hat zum Ausklang eines turbulenten Börsenjahres versöhnlichere Töne gefunden. Anzeichen von Fortschritten im Handelskonflikt der USA mit China versetzten Anleger in Kauflaune.

Der Dow-Jones-Index stieg um 1,2 Prozent auf 23.327 Punkte. Der breiter gefasste S&P legte um 0,9 Prozent auf 2507 Stellen zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,8 Prozent auf 6635 Zähler. Der Handel war angesichts von Silvester jedoch dünn.

Analystencheck: DZ Bank senkt Kursziel für die Deutsche Bank

Die DZ Bank hat den fairen Wert für die Deutsche Bank von 9,80 auf 7,20 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf „Halten“ belassen. Die Marktturbulenzen der letzten Monate dürften die Ertragsentwicklung des Finanzinstituts auch im Jahr 2019 belasten, schrieb Analyst Christian Koch. Koch reduzierte daher seine Schätzungen für das Segment der Corporate & Investment Bank und passte zudem infolge höherer unterstellter Eigenkapitalkosten den fairen Wert nach unten an.

Laut dem Handelsblatt-Analystencheck stehen bei der Deutschen Bank einer Kaufempfehlung 23 Mal eine neutrale Einschätzung gegenüber. 15 Studien empfehlen einen Verkauf des Titels. Das gewichtete Durchschnitts-Kursziel aller Studien, bei dem neuere Studien höher gewichtet werden, liegt bei 9,50 Euro. Die Aktie wird derzeit bei rund sieben Euro gehandelt.

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