Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dax aktuell Dax schließt im Plus – Wirecard-Titel größte Gewinner

Vor dem Zinsentscheid der EZB agieren Dax-Anleger vorsichtig optimistisch. Wirecard-Titel sind gefragt, Munich-Re-Aktionäre nehmen Gewinne mit.
Update: 22.07.2019 - 17:48 Uhr Kommentieren
Investoren achten in dieser Woche besonders auf Hinweise zur Geldpolitik der EZB. Quelle: dpa
Aktienhändlerin an der Frankfurter Börse

Investoren achten in dieser Woche besonders auf Hinweise zur Geldpolitik der EZB.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der deutsche Leitindex hat sich nach einem schwachen Start in die neue Handelswoche im Tagesverlauf stabilisiert und geht mit einem Plus von 0,24 Prozent und 12.289 Punkten aus dem Handel.

Börsianer hoffen darauf, dass die Währungshüter um Mario Draghi bei ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag die Geldschleusen öffnen. Selten sei vor einer Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) so unklar gewesen, wo die Zinsen nach der Sitzung stehen würden, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Genau so spannend wird die Frage, ob Notenbank-Chef Mario Draghi eine Wiederaufnahme der Anleihekäufe ankündigt oder zumindest in Aussicht stellt.“

Analyst Rupert Thompson vom Vermögensverwalter Kingswood sagte, er rechne damit, dass die EZB ihr Pulver diesmal noch trocken halte, aber sehr deutlich mache, dass sie im September aktiv werde. „Damit würde Draghi Zeit gewinnen, eine Mehrheit zu finden, wie genau der Geldhahn weiter aufgedreht wird.“

Während die EZB und die US-Notenbank noch über eine Lockerung redeten, seien andere Notenbanken schon weiter: In den vergangenen Wochen hätten die Zentralbanken in Australien, Indien, Südkorea, Indonesien und Südafrika die Zinsen bereits gekappt.

Anleger beschäftigt weiterhin die politische Großwetterlage. So treibt Aktienanleger die Sorge vor einer Eskalation der angespannten Lage am Persischen Golf um. Am Freitag hatten die Iranischen Revolutionsgarden in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus einen britischen Tanker gestoppt und beschlagnahmt. Der Anstieg der Ölpreise setzte sich am Montag fort. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich deswegen um 1,3 Prozent auf 63,28 Dollar je Barrel (159 Liter).

Sollte Iran die wichtige Tanker-Route durch die Straße von Hormus blockieren, müsse mit weiteren Preisaufschlägen gerechnet werden, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Spekulativ orientierte Anleger hätten sich bereits entsprechend positioniert. Parallel dazu verteuerte sich auch die Gold. Das Edelmetall kostete mit 1429,43 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) zeitweise 0,3 Prozent mehr als am Freitag.

Am Devisenmarkt steuerte das Pfund Sterling wieder auf sein Zweieinhalb-Jahres-Tief aus der Vorwoche zu und verbilligte sich zwischenzeitlich auf 1,2455 Dollar. Die wahrscheinliche Inthronisierung des ehemaligen Außenministers Boris Johnsons als Nachfolger von Premierministerin Theresa May mache Anleger nervös, sagte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. „Die Sorge wächst, 'BoJo' könne im Oktober das Parlament suspendieren, um über das Parlament hinweg einen No-Deal-Brexit durchzuziehen.“

Pessimismus signalisiert auch das im Handelsblatt veröffentlichte Insiderbarometer. Es bildet die Verkäufe und Käufe von Aktien des jeweils eigenen Unternehmens ab, die deutsche Firmenlenker in den vergangenen Wochen tätigten. Aktuell ist es deutlich um neun Punkte auf 142 Zähler gesunken. Kein gutes Zeichen: Wenn sich Unternehmenslenker verstärkt von Aktien der eigenen Firma trennen, ist dies erfahrungsgemäß ein schlechtes Zeichen für das deutsche Börsenbarometer.

Einzelwerte im Fokus

BASF: Wegen der sich eintrübenden Weltkonjunktur und andauernder Handelskonflikte hatte der Chemieriese für das laufende Geschäftsjahr bereits eine pessimistischere Prognose veröffentlicht. Die vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal lägen „deutlich“ unter den Erwartungen zu Jahresanfang. Am Dienstag erfahren Aktionäre die genauen Zahlen. Bekannt ist bereits, dass sich das Unternehmen von zwei Sparten trennen will. Anleger griffen wieder zu, die Aktie legte am Montag um 0,8 Prozent zu.

Bayer: Am Freitag hatten positive Nachrichten über die abgesenkte US-Strafzahlung im Glyphosat-Prozess der Aktie Auftrieb gegeben. Ein Bericht des Handelsblatts über Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit Kritik am Magen-Medikaments Iberogast sorgte bei Anlegern für Verunsicherung. Die Aktie verlor bis zu 0,3 Prozent, lag zum Handelsende 0,1 Prozent im Plus.

Munich Re: Beim Rückversicherungsriesen nehmen Anleger Gewinne mit. Am Freitag war die Aktie nach der Vorlage positiver Quartalszahlen deutlich gestiegen, am Montag notierten die Papiere nach Veröffentlichung einer kritischen Analystenstudie rund ein Prozent im Minus und führten damit die Liste der Dax-Verlierer an.

Wirecard: Der Zahlungsdienstleister aus Aschheim hat schwere Anschuldigungen gegen die britische Wirtschaftszeitung „Financial Times“ erhoben. Der Dax-Konzern wirft der Zeitung vor, durch unwahre Behauptungen über Bilanzunregelmäßigkeiten und Verletzung von Compliance-Regeln Aktienkursspekulationen Tür und Tor zu öffnen. Die Aktie liegt am Montag 2,5 Prozent im Plus und führte damit die Dax-Gewinnerliste an.

Was die Charttechnik sagt

Nach zwei schwachen Handelstagen besteht die Hoffnung, dass sich der Dax im Bereich des Monatstiefs, das der Index am Donnerstag mit 12.172 Punkten markiert hatte, wieder stabilisiert. Denn in dem Bereich liegen noch wichtige Unterstützungen, bei rund 12.200 notiert beispielsweise derzeit die 55-Tageslinie.

Auf der Oberseite sorgen der zweiwöchige Abwärtstrend, der seit dem Jahreshoch mit 12.656 Punkten von Anfang Juli aktiv ist, für einen wichtigen Widerstand. Diese fallende Linie, gebildet vom Jahreshoch und weiteren Zwischenhochs innerhalb der anschließenden Konsolidierung, liegt derzeit bei rund 12.400 Zählern.  

Analystencheck: UBS überzeugt das Quartalsergebnis von Munich Re nicht

Die Schweizer Großbank hat die Einstufung für Munich Re nach der Bekanntgabe des vorläufigen Quartalsgewinns auf „Sell“ mit einem Kursziel von 192 Euro belassen. Der Rückversicherer habe zwar positiv überrascht, dabei aber von Sondereffekten profitiert, schrieb Analyst Jonny Urwin in einer am Freitag vorliegenden Studie. Der Experte hob seine Gewinnschätzungen für 2019 an, beließ sie aber für die kommenden Jahre weitgehend unverändert. Er sieht weiterhin Kursrisiken.

Damit gehört der Analyst zur Minderheit von 25 Experten, die das Papier des Rückversicherers regelmäßig beobachten. Nur drei raten zum Verkauf, 16 bewerten die Aktie neutral, sechs empfehlen sie zum Kauf. Das gewichtete Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten, bei dem jüngere Analysen höher gewichtet werden, liegt bei 217,88 Euro. Aktuell notieren Munich-Re-Titel bei 224,50 Euro.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax. Aktuelle Leerverkäufe von Investoren finden Sie in unserer Datenbank zu Leerverkäufen.

Beobachten Sie die Profis - und seien Sie vor Leerverkäufen gewarnt

Finance Briefing
Startseite

Mehr zu: Dax aktuell - Dax schließt im Plus – Wirecard-Titel größte Gewinner

0 Kommentare zu "Dax aktuell: Dax schließt im Plus – Wirecard-Titel größte Gewinner"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote