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Dax aktuell Dax schließt kaum verändert – EZB setzt Bank-Aktien unter Druck

Langfristig spricht viel für steigende Kurse, doch aktuell fehlen neue Impulse. Warum sich Anleger jetzt mehr auf Einzelwerte konzentrieren sollten.
25.11.2020 Update: 25.11.2020 - 17:53 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Dax konnte am Mittwoch nicht von der Rekordjagd an den US-Börsen profitieren. Der deutsche Leitindex schloss lediglich 0,02 Prozent tiefer bei 13.289 Punkten.

Damit setzte das Frankfurter Börsenbarometer die jüngste Seitwärtsbewegung fort. Die vergangenen elf Handelstage bewegte sich der Index in einer Spanne zwischen 13.004 und 13.312 Punkten. Zwar brach der Dax zum Handelsstart am Mittwoch aus dieser Range aus und eröffnete leicht im Plus bei 13.347 Zählern, konnte das Niveau aber nicht nachhaltig halten.

Nachdem am Vortag der US-Leitindex Dow Jones zum ersten Mal die Marke von 30.000 Zählern geknackt hatte, fehlten am Mittwoch frische Impulse für den deutschen Aktienmarkt. Zwar berät sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den 16 Ministerpräsidenten der Bundesländer über weitere Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie, an den Märkten hatte sich zuletzt allerdings ein Gewöhnungseffekt bei neuen Lockdown-Maßnahmen eingestellt.

Unter den Verlierern am deutschen Aktienmarkt sind diesmal viele zyklische Titel wie Auto-, Industrie- und Luftfahrtwerte, die bislang die jüngste Rally maßgeblich getragen hatten. So verloren die Papiere des Touristikkonzerns Tui am Mittwoch bis zu sieben Prozent, nachdem sie im November in der Spitze 82 Prozent zugelegt hatten.

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    Ebenfalls unter Druck standen Bank-Aktien nach ihrer jüngsten Erholungsrally. Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt in ihrem aktuellen Finanzstabilitätsbericht, die europäischen Banken würden frühestens im Jahr 2022 wieder Gewinne auf dem Niveau vor der Pandemie erzielen. Deutsche-Bank-Papiere verloren bis zu zwei Prozent, nachdem sie im November bis zu 20 Prozent im Plus gelegen hatten. Titel der Commerzbank gaben bis zu vier Prozent nach, nachdem sie im November zeitweise sogar mehr als 30 Prozent zugelegt hatten.

    Trotz der aktuellen Gewinnmitnahmen spricht am Aktienmarkt langfristig weiterhin viel für steigende Kurse. „Die Marktteilnehmer preisen im Augenblick ein Ende der Pandemie und somit eine baldige Rückkehr zur Normalität ein“, kommentiert Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG die Entwicklung.

    Durch die Corona-Impfstoffe können Investoren jetzt ein Ende der Belastungen durch die Pandemie besser abschätzen. Die Weltwirtschaft dürfte dadurch wieder anspringen und auch die Unternehmensgewinne wieder steigen. Unterstützt wird diese Entwicklung durch die expansive Politik der weltweiten Notenbanken.

    Von der Entwicklung profitieren vor allem zyklische Werte, die von den Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders betroffen waren. Neben den zuvor erwähnten Aktien von Tui erreichte zuletzt Wacker Chemie den höchsten Stand seit dem vierten Quartal 2018, während der bayerische Küchenausrüster Rational sogar ein Allzeithoch erklimmen konnte.

    Warum Anleger jetzt mehr auf Einzelwerte schauen sollten

    Matt Orton vom US-Vermögensverwalter Carillon Tower Advisers empfiehlt Anlegern allerdings, vorsichtig zu sein. Die Bewegungen nach den Handelsaktivitäten dieses Monats könnten überzogen sein und zu „Wertfallen“ führen, sagte Orton gegenüber dem Finanznachrichtendienst Bloomberg. Seiner Ansicht nach sind Energie- und Finanzunternehmen die größten Wertfallen, da beide Sektoren vor „strukturellen Herausforderungen“ stehen.

    Mohamed El-Erian, der ökonomische Chefberater der Allianz, rät im Handelsblatt-Interview zudem dazu, künftig genauer auf einzelne Werte zu schauen. Dabei verweist er auf das Beispiel der Airlines. „Die Aussicht auf einen baldigen Impfstoff ist zweifelsfrei positiv für die Branche. Doch die kommenden Monate werden sehr hart werden. Es kommt also auf die einzelne Airline an und auf widerstandsfähige Bilanzen.“

    Auffällig ist auch die unterschiedliche Entwicklung bei Auto-Werten. So notierte Daimler heute über der Marke von 57 Euro – das ist der höchste Stand seit Mai 2019. Auf Jahressicht liegt die Aktie 17 Prozent im Plus – obwohl sie im März auf rund 21 Euro abgestürzt war. Eine ähnliche Erholung legten zwar auch VW und BMW hin, auf Jahressicht fällt die Bilanz aber schwächer aus. BMW liegt rund vier Prozent im Plus, VW rund elf Prozent im Minus.

    Blick auf die Einzelwerte

    Deutsche Telekom: Die Aktien des Telekommunikationskonzerns legten nach einem positiven Analystenkommentar um 1,6 Prozent zu. Die Schweizer Bank Credit Suisse hat Deutsche Telekom von „Neutral“ auf „Outperform“ hochgestuft und das Kursziel von 18 auf 20 Euro angehoben.

    Thyssen-Krupp: Die Aktien des Industriekonzerns waren nach einer Hochstufung gefragt und gewannen um 2,9 Prozent an Wert. Die Deutsche Bank setzte ihre Empfehlung auf „Buy“ von zuvor „Hold“ herauf und hob das Kursziel von sechs auf acht Euro an. Aktuell notieren die Titel bei knapp sechs Euro – zu Jahresbeginn standen sie noch bei über zwölf Euro.

    Aareal Bank: Die Aktie des Immobilienfinanziers schlossen 1,3 Prozent im Plus. Der Hedgefonds Petrus Advisers verschärft im Streit mit dem Bankmanagement um die Ausrichtung des Instituts den Ton. Petrus-Gründer Klaus Umek sowie sein Partner Till Hufnagel halten die Aareal Bank für zu unprofitabel und machen in einem Brief sechs Verbesserungsvorschläge.

    Andere Assetklassen

    Bitcoin: Die älteste und wichtigste Cyber-Devise bleibt auf Rekordkurs. Nachdem der Bitcoin am Vortag das erste Mal seit fast drei Jahren die 19.000er Grenze geknackt hatte, blieb er auch am Mittwoch mit 19.033 Dollar über dieser Marke. Ende 2017 war die Devise nach einer rund 2000-prozentigen Kursexplosion an der Schwelle von 20.000 Dollar knapp gescheitert.

    Gold: Das Edelmetall hielt sich am Mittwoch knapp über der Marke von 1800 Dollar, nachdem es am Dienstag auf den tiefsten Stand seit vier Monaten gefallen ist. Anfang November lag der Goldpreis noch bei rund 1950 Dollar, im August sogar bei über 2000 Dollar. Doch durch die positiven Impfstoffnachrichten in der Corona-Pandemie und überraschend robuste Konjunkturnachrichten aus den USA ist Gold als sicherer Hafen jetzt weniger gefragt.

    Insbesondere in den USA haben Anleger daher ihre Anteile an Gold-ETFs zurückgefahren. Die börsengehandelten Goldprodukte waren ein entscheidender Faktor, als der Goldpreis in diesem Jahr ein Rekordhoch erreichte. Doch in den vergangenen Tagen wurden zwei Millionen der insgesamt 26,6 Millionen Feinunzen verkauft, die in diesem Jahr in Gold-ETFs neu angelegt wurden.

    Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank für Privat- und Firmenkunden, sieht bis Anfang des neuen Jahres noch Potenzial für weitere Verkäufe: „Da die physische Nachfrage erst im Vorfeld des chinesischen Neujahrsfestes Anfang Februar zunehmen dürfte, sollte es Sinn ergeben, mit Käufen noch etwas zu warten.“

    Was die Charttechnik sagt

    Der Dax bewegt sich aktuell in einer engen Handelsrange, deren obere Begrenzung bei 13.313 Zählern liegt. Diese Marke konnte er in den vergangenen Tagen nicht nachhaltig überwinden. „Entsprechend muss in Betracht gezogen werden, dass die Seitwärtsphase noch eine Zeit lang anhält“, schreiben die Charttechniker der Helaba. Wichtig ist zudem das Hoch aus dem Monat September mit 13.460 Zählern. Dort liegt das sogenannte Corona-Hoch, der höchste Stand seit dem Crash Mitte März, als der Dax auf 8255 Punkte abrutschte.

    Sollte es dennoch zu einem Ausbruch auf der Oberseite kommen, wären den Helaba-Experten zufolge die nächsten Widerstände bei 13.411 und 13.460 Zählern zu finden. Auf der Unterseite geht von den Marken bei 13.130 und 13.045 Punkten Unterstützung aus.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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