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Dax aktuell Dax schließt knapp über 12.500 Punkten – Schwaches Börsendebüt von Global Fashion

Der deutsche Leitindex setzt die Rally vom Montag nicht fort. Entscheidend für den weiteren Kursverlauf dürfte die Marke um 12.400 Punkte sein.
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Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve

Anleger hoffen auf ein Signal der US-Notenbank.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Dax hat am Dienstag die Marke von 12.500 Punkten verteidigt – allerdings mit Mühe. Das deutsche Börsenbarometer ging nahezu unverändert bei 12.527 Punkten aus dem Handel, das Tagestief hatte bei 12.491 Punkten gelegen. Am gestrigen Montag hatte der Index bei 12.531 Zählern geschlossen, nachdem er im Tagesverlauf mit 12.619 Punkten ein neues Jahreshoch erreicht hatte.

Folgt man der Anlegerstimmung an der Börse, war das nicht das letzte Jahreshoch. „Ich gehe davon aus, dass die positive Entwicklung zu einem langsamen, aber nachhaltigen Aufwärtstrend führen wird, der, unterbrochen durch zwischenzeitliche Rücksetzer, durch die Urlaubsheimkehrer bis in den September hinein reichen könnte“, lautet das Fazit von Stephan Heibel nach Auswertung der Handelsblattumfrage Dax-Sentiment unter mehr als 3500 Anlegern.

Denn viele Investoren sind nur gering investiert. Privatanleger haben vor dem G20-Gipfel am Wochenende in Osaka sogar auf fallende Kurse spekuliert und die Käufe von Put-Hebelprodukten, die bei fallenden Kursen an Wert gewinnen, nach dem gestrigen neuen Jahreshoch sogar noch ausgebaut. Dieses Verhalten, ablesbar am Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart, gilt als Kontraindikator.

Wirkungslos blieben Drohungen von US-Präsident Donald Trump, neue milliardenschwere Sonderzölle zu erheben. Nachdem Donald Trump einen „Waffenstillstand“ mit China ausgemacht hat, ist die EU an der Reihe. Es geht wieder um den Streit um illegale Hilfen beim Flugzeugbau.

Für etliche europäische Exporte – von Lebensmitteln wie Oliven, Fleisch und Käse über Whisky bis hin zu Gusseisenrohren – könnten die Einfuhrschranken erhöht werden. Diese Zölle kämen zu einer bereits veröffentlichten Liste mit EU-Produkten im Wert von 21 Milliarden Dollar hinzu. Das Volumen der Strafabgaben sei mit vier Milliarden Dollar vernachlässigbar, lautet die Einschätzung an der Börse.

Einige Investoren nahmen dennoch Kurs auf „sichere Häfen“. Die „Antikrisen-Währung“ Gold verteuerte sich um 1,3 Prozent auf 1402,15 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Die Nachfrage nach Bundesanleihen drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Rekordtief von minus 0,368 Prozent. Das bedeutet, dass Anleger dafür zahlen, dem Bund Geld leihen zu dürfen. Technische Analysten hatten bereits vor mehreren Wochen ein Kurspotenzial von minus 0,4 Prozent ausgemacht.

Auch die Renditedifferenz zwischen und deutschen und italienischen Staatsanleihen fiel auf den tiefsten Stand seit neun Monaten und betrugen nur noch 229 Basispunkte. Italienische Staatsanleihen wiesen mit bis zu 1,857 Prozent die niedrigste Rendite seit mehr als einem Jahr auf. Der Grund: Die Regierung lenkt im Etatstreit mit der EU ein und senkt ihr Defizit-Ziel.

Blick auf die Einzelwerte

Henkel: Mit einem Kursplus von 3,8 Prozent waren die Aktien von Henkel Spitzenreiter im Dax. Händlern zufolge äußerte sich das Management auf dem laufenden Kapitalmarkt-Tag positiv zu den Geschäftsaussichten.

Deutsche Bank: Die US-Investmentbank Bank of America (BofA) hat das Kursziel für Deutsche Bank von 6,00 auf 5,00 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Underperform“ belassen. Zur Umsetzung ihrer Pläne werde die Bank wohl rund fünf Milliarden Euro frisches Kapital benötigen, schrieb Analyst Andrew Stimpson. Seine Gewinnschätzungen kappte der Experte wegen erneut gesunkener Zinserwartungen. Die Aktie gab im Vormittagshandel 1,4 Prozent nach, schloss aber nur minimal im Minus.

Merck: Der Darmstädter Spezialchemiekonzern hat zur Finanzierung der Übernahme des US-Chipzulieferers Versum bereits am gestrigen Montag drei Anleihen in einem Gesamtvolumen von zwei Milliarde Euro begeben. Die Bonds mit Laufzeiten von viereinhalb, acht und zwölf Jahren seien deutlich überzeichnet gewesen, teilte Merck mit. Die gestrige Aktion kam an der Börse gut an, die Aktie stieg um 1,3 Prozent.

Global Fashion Group: Der Online-Modehändler kam bei den Anlegern gut an. Die Aktien der vor allem in Entwicklungsländern aktiven Global Fashion Group fielen beim Börsendebüt am Dienstag bis zu zehn Prozent auf 4,05 Euro. Der Ausgabepreis lag bei 4,50 Euro. Das Emissionsvolumen beläuft sich inklusive Platzierungsreserve auf knapp 200 Millionen Euro, nachdem GFG ursprünglich auf fast 400 Millionen gehofft hatte. Um den Börsengang zu retten, hatte der Online-Modehändler die Zeichnungsfrist verlängert und den Preis der Aktien auf je 4,50 Euro gesenkt. Ursprünglich hatte der Börsenaspirant einen Verkaufspreis für seine Anteilsscheine von sechs bis acht Euro angepeilt. Zudem stützten die beiden Großaktionäre, die Startup-Investoren Rocket Internet und Kinnevik, die Emission, indem sie GFG-Aktien für zusammen 110 Millionen Euro zeichneten. 

Anheuser-Busch: In Brüssel legten die Titel 2,1 Prozent zu. Der weltgrößte Bierbrauer will sein Asien-Geschäft in Hongkong an die Börse bringen und hofft auf Einnahmen von umgerechnet bis zu 8,7 Milliarden Euro. Anheuser-Busch schaffe durch die Emission die Grundlage für Übernahmen asiatischer Brauereien wie ThaiBev, schrieb Analyst Nico von Stackelberg von der Investmentbank Liberum.

Was die Charttechnik sagt

Der montägliche Handelstag war eine ordentliche Leistung, das neue Jahreshoch liegt nun bei 12.619 Punkten. Schließlich notierte der Index zum Jahresende 2018 bei 10.559 Zählern, das Dezember-Tief liegt bei 10.279 Punkt – ein Anstieg um plus 19,5 sowie 22,7 Prozent.

Entscheidend für den weiteren Kursverlauf ist die gestern entstandene sogenannte Kurslücke (Fachbegriff Gap) – die Differenz zwischen dem Tageshoch am Freitag vergangener Woche (12.408 Punkte) und dem Tagestief des gestrigen Handelstages, das bei 12.519 Zählern liegt. Solche Kurslücken werden wenige Tag später oft geschlossen, die untere Marke gilt als laut Charttechnik als Unterstützung und damit als Einstiegsmöglichkeit. Ein auch nur teilweises Offenlassen des Gaps wäre ein Zeichen von Stärke.

Die Marke von 12.408 harmoniert auch gut mit dem bisherigen Jahreshoch von 12.438 Zählern, eine weitere wichtige Unterstützung. Kurse unterhalb des gestrigen Tagestiefs von 12.519 wären ein erstes Zeichen für den Test dieser Marken.

Wie schnell alles an der Börse gehen kann, zeigt ein Blick auf den Chart: Vor gut einem Monate rutschte der Dax auf 11.620 Punkten und testete damals die 200-Tagelinie, die aktuell bei 11.609 Zählern liegt. Mittlerweile hat die Durchschnittslinie der vergangenen 200 Handelstage, die vor allem von langfristigen Investoren beachtet wird, gedreht und steigt wieder. Ein steigende 200 Tagelinie gilt als zuverlässiger Indikator für einen längeren Aufwärtstrend.

Analystencheck: Kaufempfehlung für BASF

Die Deutsche Bank hat das Kursziel für BASF vor Zahlen von 83 auf 80 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf „Buy“ belassen. Schwache Agrarmärkte wegen ungünstigen Wetters in den USA, ein träges Konjunkturumfeld und interne Gründen dürften den Chemiekonzern im zweiten Quartal belastet haben, schrieb Analyst Tim Jones in einer am Montag vorliegenden Studie. Das operative Ergebnis (Ebit) dürfte um 30 Prozent gefallen sein. Der Analyst rechnet mit einer Gewinnwarnung, sieht nach den jüngsten Kursverlusten aber ausreichend Kurspotenzial für eine Kaufempfehlung.

Laut Handelsblatt-Analystencheck gibt es von insgesamt 36 Studien elf Kaufempfehlungen und 25 Mal mal die Einschätzung „halten“. Es gibt keine Verkaufsempfehlung. Die Aktien wird bei rund 63 Euro gehandelt, das gewichtete Kursziel der Analysten, bei der jüngere Studien höher gewichtet werden, liegt bei 70,59 Euro.

Hier geht es zum Handelsblatt-Analystencheck

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