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Dax aktuell Dax schließt leicht im Minus – Deutsche Bank mit höchstem Tagesgewinn

Nach der Entscheidung zur Indexzusammensetzung haben Anleger ihre Portfolios angepasst. Die Schaeffler-Aktie musste zwei Hiobsbotschaften verdauen.
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Auch am Aschermittwoch bleiben Bankaktien unter Beobachtung. Quelle: dpa
Dax-Tafel

Auch am Aschermittwoch bleiben Bankaktien unter Beobachtung.

(Foto: dpa)

FrankfurtAm Aschermittwoch haben es die Aktienanleger an der Frankfurter Börse langsam angehen lassen: Der deutsche Leitindex beendete den Handel 0,3 Prozent im Minus bei 11.588 Punkten. Am Dienstagabend hatte der Dax bei 11.621 Zählern und einem leichten Plus von 0,2 Prozent auf dem höchsten Stand seit viereinhalb Monaten geschlossen.

Das Jahreshoch erreichte der Dax während des Handelsverlaufs am vergangenen Freitag mit 11.677 Punkten. Seitdem zeigt er leichte Zeichen einer Ermüdung und rutschte zwischenzeitlich bis auf 11.550 Punkte ab. „Die Dax-Korrektur läuft bisher kontrolliert ab“, meint Andreas Büchler vom Börsenstatistik-Magazin „Index-Radar“. Bereits in den vergangenen Monaten hätten Korrekturen schon mehrfach in die falsche Richtung gewiesen.

Derzeit notiert der Index knapp unter der 200-Tage-Linie. An dieser Marke weise der Markt ohnehin eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Richtungswechseln auf. „Damit ist das aktuelle Chance-Risiko-Verhältnis alles andere als überzeugend für Neuinvestitionen, sogar erste Teilgewinnmitnahmen sind bereits empfehlenswert“, meint der Experte. „Erst wenn der Markt auch noch unter die 11.200er-Marke fällt, sind stärkere Verkäufe mit hinreichender Sicherheit die beste Strategie.“

Ein wichtiger Grund für einen weiteren Konsolidierungstag nach dem Jahreshoch: Die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Verhandlungslösung im Handelsstreit zwischen den USA und China bis Ende März bekamen am Dienstag einen Dämpfer. Chinas Handelsminister ließ sich mit der Aussage zitieren, es sei noch sehr viel zu tun, zudem seien die Verhandlungen beim zurückliegenden Washington-Besuch des chinesischen Chefunterhändlers Liu He „schwierig und anstrengend“ gewesen.

Für Anleger heißt es daher weiter abwarten: Einen echten Schub dürften die Märkte erst bekommen, wenn es tatsächlich zur Rücknahme von Strafzöllen kommt. Jedes Entspannungssignal im unfreundlichen Konjunkturumfeld dürfte von den Märkten umgehend bejubelt werden.

In Sachen Zölle ist an diesem Mittwoch auch EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström unterwegs. Sie will in Gesprächen mit der US-Regierung eine Ausweitung des Handelsstreits zwischen der EU und den Vereinigten Staaten abwenden. Aktienanleger in Deutschland, Europa und an der Wall Street dürften das Treffen daher mit Spannung verfolgen.

Von den großen Notenbanken indes droht Aktienanlegern derzeit kaum Gefahr: Aus Sicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) werden die Zentralbanken die Straffung ihrer Geldpolitik vorerst nicht weiterverfolgen. Mit Zinserhöhungen rechnen Investoren in diesem Jahr weder in den USA noch in der Euro-Zone.

Apropos Notenbanken: Am Donnerstag tagt der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB), und bereits im Vorfeld weckten führende Vertreter an den Märkten hohe Erwartungen. Sowohl Chefvolkswirt Peter Praet als auch sein Direktoriumskollege Benoît Coeuré signalisierten, dass der Rat sich bald mit weiteren Langfristkrediten für Banken beschäftigen könnte.

Beobachter erwarten, dass die EZB bereits im April weitere sogenannte TLTROs verkünden könnte, um damit eine unerwünschte Verschlechterung von Finanzierungsbedingungen zu vermeiden und der Wirtschaft neue Impulse zu geben. Mehrfach hatten EZB-Vertreter Sorgen wegen einer möglichen Konjunkturabkühlung im Euro-Raum geäußert.

Bei italienischen Anleihen griffen Investoren verstärkt zu. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Fünf-Wochen-Tief von 2,606 Prozent.

Am dritten Werktag im März eines jeden Jahres überprüft die Deutsche Börse planmäßig die Zusammensetzung von MDax und TecDax. So auch am gestrigen Dienstag. Aufsteiger in den MDax sind erwartungsgemäß Bremsenspezialist Knorr Bremse und der Chiphersteller Dialog Semiconductor.

Nach der Entscheidung zur Indexzusammensetzung haben Anleger am Mittwoch ihre Portfolios angepasst. Zu den Spitzenreitern am deutschen Aktienmarkt gehörte der MDax-Aufsteiger Dialog Semiconductor. Die Aktien gewannen bis zu neun Prozent auf 28,68 Euro und notierten damit so hoch wie seit Anfang Dezember 2017 nicht mehr. Zum Handelsschluss schmolz das Plus aber auf 2,2 Prozent zusammen.

Doppelt hart traf es Aktionäre von Schaeffler mit einem Abstieg in den Kleinwerteindex SDax und einer Gewinnwarnung des Autozulieferers. Die Aktien brachen um bis zu 11,5 Prozent ein, verloren letztendlich 7,2 Prozent.

Ebenfalls schwächer notierten die Aktien von Tele Columbus, die künftig nicht mehr im SDax vertreten sein werden. Die Papiere verloren 0,8 Prozent. Das Gleiche galt für Medigene, deren Titel 7,1 Prozent einbüßten.

Die Änderungen werden zum 18. März wirksam. An der Zusammensetzung des deutschen Leitindexes Dax ändert sich nach Angaben der Deutschen Börse nichts.

Blick auf weitere Einzelwerte

Lufthansa: Die Kranich-Aktien zählten mit einem Abschlag von 1,5 Prozent zu den großen Dax-Verlierern. Mit 22,11 Euro als zwischenzeitlichem Tagestief notierten sie auf einem niedrigen Niveau wie seit mehr als zwei Wochen nicht mehr. Nach Meinung von Kepler Cheuvreux ist Lufthansa sehr an einer Übernahme von Easyjet interessiert. Es wäre nicht verwunderlich, wenn in den kommenden Monaten eine Offerte käme, vor allem nicht, da der britische Konkurrent wegen des Brexits stärker unter Druck gerate. Die Aussicht auf eine Übernahme könnte den ein oder anderen Lufthansa-Anleger abschrecken, sagte ein Börsianer.

Automobilwerte: Die europäische Wettbewerbsbehörde will nach Handelsblatt-Informationen noch in diesem Frühjahr formelle Beschwerdemitteilungen an Audi, BMW, Daimler und VW wegen illegaler Absprachen bei Dieselmotoren verschicken. Damit dürfte an Bußgeldern kaum noch ein Weg vorbeiführen. Die meisten Autowerte lagen mehr als ein Prozent im Minus. Daimler führt die Verliererliste der Autowerte an und gibt um 1,3 Prozent nach.

Deutsche Bank: Der Kurs des Papiers stieg nach schwacher Eröffnung um 1,3 Prozent und führte zum Schluss die Dax-Gewinnerliste an. Anlass waren wachsende Hoffnungen auf neue Billigkredite der EZB, die Anleger zum Einstieg bei Geschäftsbanken aus der Euro-Zone ermunterten. Auch der Index für diese Institute stieg an.

Brenntag: Der weltgrößte Chemikalienhändler hat Anleger mit einem zuversichtlichen Ausblick erfreut. Die Aktien legten am Mittwoch 3,5 Prozent zu und erklommen zwischenzeitlich mit 46,74 Euro ein Vier-Monats-Hoch. Damit führten sie die Gewinnerliste im Nebenwerteindex MDax an. Die Firma habe eine solide operative Geschäftsentwicklung vorgewiesen, fassten die Analysten von Baader Helvea zusammen.

Cerved: Die Aussicht auf eine milliardenschwere Übernahmeofferte beschert dem Titel den größten Kurssprung der Firmengeschichte. Die Aktien der italienischen Inkassofirma stiegen am Mittwoch um 13,86 Prozent auf 9,45 Euro. Einem Insider zufolge denkt der Finanzinvestor Advent darüber nach, 1,8 Milliarden Euro für Cerved auf den Tisch zu legen. Cerved wollte sich zu diesem Thema nicht äußern. Für Advent wäre es nach der Übernahme des Plexiglasgeschäfts des deutschen Chemiekonzerns Evonik die zweite Multi-Milliarden-Akquisition des laufenden Jahres. 


Was die Charttechnik sagt

Der Dax zeigt weiterhin Zeichen der Stärke: Seit dem Mehrjahrestief von 10.279 Punkten Ende Dezember 2018 hat der Index mehr als 1.500 Punkte zugelegt. Und das ohne größere Korrekturen. Derzeit kämpft die Frankfurter Benchmark mit der 200-Tage-Durchschnittslinie, die aktuell bei 11.660 Zählern liegt. Dieser Widerstand wird von vielen langfristigen Investoren beachtet. Dass diese Linie noch nicht überwunden wurde, darf angesichts des schnellen Anstiegs nicht verwundern.

Sollte sich der Index weiterhin oberhalb von 11.546 Punkten halten können, wäre das aus charttechnischer Sicht ein weiteres Signal der Stärke. Alle Kurse über 11.347 Punkten sind eindeutig „bullish“ zu werten.

Analystencheck: DZ Bank empfiehlt Vonovia zum Kauf

Analysten des genossenschaftlichen Spitzeninstituts haben den im Dax notierten größten deutschen Wohnungskonzern Vonovia von „halten“ auf „kaufen“ hochgestuft. Zudem hoben sie den fairen Wert der Aktie von 45,50 auf 50,00 Euro an. Das Wohnimmobilien-Segment in Deutschland sollte 2019 weiter boomen und von niedrigen Zinsen sowie dem Bevölkerungszuwachs in Großstädten und Ballungsräumen mit nach wie vor zu geringer Bautätigkeit profitieren, schrieb Analyst Karsten Oblinger in seiner Branchenstudie. Seine aktuellen „Top-Picks“ seien Vonovia und Adler Real Estate. Für Vonovia spreche die überzeugende langfristige Wachstumsstrategie.

Mit seiner Kaufempfehlung folgt Oblinger der mehrheitlichen Meinung seiner Kollegen. Von 26 Experten im Handelsblatt-Analystencheck empfehlen 21 die Aktie zum Kauf, vier empfehlen, sie zu halten, und nur einer rät zum Verkauf. Das vom DZ-Bank-Analysten angepeilte Kursziel allerdings bleibt unter der gewichteten Kursprognose von 50,81 Euro, bei der aktuelle Empfehlungen höher gewichtet werden als weiter zurückliegende. Aktuell notiert die Vonovia-Aktie bei gut 43 Euro.

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