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Dax Aktuell Dax schließt leicht im Minus – Ölpreise sinken wieder

Die fragile Lage am Persischen Golf und die Erwartung der US-Zinsentscheidung drücken die Kauflaune am deutschen Aktienmarkt. Der Dax schließt im Minus.
Update: 17.09.2019 - 18:14 Uhr Kommentieren
An den Märkten ist Zurückhaltung angesagt. Quelle: dpa
Dax-Kurve

An den Märkten ist Zurückhaltung angesagt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die angespannte Lage am Persischen Golf, der größte Ölpreisanstieg seit Jahrzehnten und die Erwartung eines Zinsentscheids in den USA haben am Dienstag die Kauflaune der Anleger gedämpft. Der Dax schloss am Dienstag bei 12.372 Punkten – ein Minus von 0,06 Prozent. Der EuroStoxx50 schloss 0,1 Prozent im Plus bei 3521 Zählern. An der Wall Street eröffneten die wichtigsten US-Indizes ebenfalls schwächer, weil Investoren auch dort die Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch abwarteten.

Nach den Drohnenangriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien am Samstag hatte sich Öl am Montag stark verteuert und kostet derzeit mit etwa 68 Dollar je Barrel acht Dollar mehr als vergangene Woche. Am Dienstag nahmen Anleger am Rohölmarkt Gewinne mit: Die Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich um 5,3 Prozent auf 65,37 Dollar je Barrel (159 Liter). Grund für den Ausverkauf waren Informationen der Nachrichtenagentur Reuters von Insidern, wonach sich die Ölproduktion binnen weniger Wochen wieder normalisieren solle.

Auch treibt der saudische Öl-Konzern Saudi-Aramco treibt Insidern zufolge nach dem Drohnenangriff auf seine Anlagen seine Pläne für einen Börsengang weiter voran. Das Unternehmen will sich dafür in dieser Woche mit saudischen Banken treffen, sagten drei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Hauptaugenmerk der Anleger lag aber auf der Entscheidung der US-Notenbank am Mittwoch. Eine weitere Zinssenkung der Federal Reserve gilt zwar als sicher, Börsianer erhoffen sich jedoch vor allem Hinweise auf die Geldpolitik in den kommenden Monaten. Die Erwartungen der Anleger an die Fed seien hoch, sagte Jochen Stanzl, Chefanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Am Markt wird fest mit einer Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent gerechnet.

Zudem wird erwartet, dass die Hüter des Dollar weitere Schritte nach unten in den kommenden Monaten ankündigen. Viele Aktienanleger haben dies allerdings bereits in den Kursen eingepreist. „Potenzial für Enttäuschungen und Raum für Verkäufe am Aktienmarkt ist damit auf jeden Fall vorhanden“, sagte der Experte.

An den asiatischen Börsen erreichte der Nikkei-Index in Tokio mit 22.001 Punkten den höchsten Stand seit vier Monaten. Gestützt wurde der japanische Markt auch durch Meldungen zu einem Handelsabkommen zwischen Japan und den USA: Nach monatelangen Verhandlungen kündigte US-Präsident Donald Trump an, dass Abkommen zu Zollfragen und zum digitalen Handel „in den nächsten Wochen“ unterzeichnet werden sollten. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. Die USA tragen auch mit der Europäischen Union einen Handelskonflikt aus, in dem noch kein Durchbruch erreicht wurde.

Für etwas Beruhigung an den Finanzmärkten sorgte die Nachricht, dass die stellvertretenden Unterhändler der USA und Chinas ihre Gespräche zum Handelskonflikt wieder aufnehmen wollen. Das erklärte das Büro des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer am Montag. Auch hier wurden weitere Details zunächst nicht genannt.

Anfang Oktober sollen die festgefahrenen Handelsgespräche mit einem Treffen von US-Finanzminister Steven Mnuchin und dem stellvertretenden chinesischen Ministerpräsidenten Liu He dann auf eine höhere Ebene gehoben werden.

Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt haben seit Ende Juli keine Verhandlungen zur Lösung des 14-monatigen Handelskriegs geführt. Die USA werfen China unfaire Handelspraktiken vor und haben deshalb Zölle auf chinesische Importe erhöht. China hat mit Gegenzöllen reagiert. Der Handelsstreit dämpft bereits die globale Wirtschaft.

Der Blick der Anleger richtete sich zudem auf Konjunkturdaten: In Deutschland fiel der Index des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nicht so schlecht aus wie befürchtet. Das Barometer für ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr stieg im September um 21,6 auf minus 22,5 Punkte, wie das ZEW zu seiner monatlichen Umfrage unter 193 Analysten und Anlegern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf minus 37,0 Zähler gerechnet Die Konjunkturlage bewerteten die Börsianer allerdings so schlecht wie seit Mai 2010 nicht mehr.

„Die Zunahme der ZEW-Konjunkturerwartungen bedeutet keine Entwarnung bezüglich der Entwicklung der deutschen Wirtschaft im kommenden halben Jahr“, sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. „Die Aussichten bleiben weiterhin negativ.

Gefragt bei Investoren blieben sichere Häfen: Die Rendite der deutschen Bundesanleihe sank im Gegenzug auf minus 0,495 Prozent, die der zehnjährigen US-Papiere auf 1,819 Prozent. Auch der Schweizer Franken legte zu. Der Handelsblatt-Umfrage Dax Sentiment zufolge hält die Euphorie der Anleger am Aktienmarkt aber trotz des jüngsten Kursrückgangs noch an.

Einzelwerte

RWE und Eon: Die Energieriesen haben für die Zerschlagung von Innogy grünes Licht aus Brüssel erhalten. Die EU-Kommission erteilte Eon unter Auflagen die Freigabe zur Übernahme von Innogy. Damit hat Eon-Chef Johannes Teyssen die letzte Hürde für seinen großen Deal genommen und wird künftig einen der größten europäischen Energiekonzerne führen, der rund 50 Millionen Kunden versorgt. Und auch der RWE-Konzern, der mit Eon milliardenschwere Aktiva tauscht, kann sich wie geplant neu ausrichten: RWE wird neben Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken auch wieder erneuerbare Energien betreiben. Die Aktien von RWE legten 1,7 Prozent zu, die von Eon gaben ihre anfänglichen Gewinne ab (+ 0,2 Prozent).

Instone: Eine kräftig angehobene Prognose beim Immobilienentwickler Instone beflügelte die Aktien. Sie legten im SDax zwischenzeitlich mehr als zehn Prozent zu und gingen mit einem Plus von 5,9 Prozent aus dem Handel. Das Unternehmen rechnet mit 200 Millionen Euro mehr Umsatz und 25 Millionen Euro mehr Gewinn. Grund sei, dass wahrscheinlich ein Kaufvertrag über ein Großgrundstück in einer deutschen Metropolregion wirksam werde, teilt das Unternehmen mit.

Zalando: Nach dem Verkauf eines Aktienpakets für 558 Millionen Euro gaben die Zalando-Papiere 9,8 Prozent auf 41,00 Euro nach. Der schwedische Großaktionär Kinnevik hat 13,13 Millionen Papiere mit Hilfe der Investmentbanken Goldman Sachs und Credit Suisse bei institutionellen Investoren platziert.

Softbank: Am japanischen Aktienmarkt entwickelten sich die Papiere des Nikkei-Schwergewichtlers und WeWork-Großinvestors Softbank Group gegen den Trend: Die Aktien fielen um rund 3 Prozent, nachdem der WeWork-Eigentümer The We Company angekündigt hatte, den für September geplanten Börsengang zu verschieben.

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