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Dax aktuell Dax schließt leicht im Plus – startet nun die Oster-Rally?

Heute herrschte freundliche Stimmung am deutschen Aktienmarkt. Doch sowohl Privatanleger als auch Topmanager trauen dem Aufwärtstrend nicht mehr.
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Cornelia Frey: „Die Daimler-Aktie konnte sich etwas erholen“

FrankfurtDer Dax hat seit Januar knapp 14 Prozent zugelegt und zum Start in die verkürzte Handelswoche mit zeitweise 12.034 Zählern ein neues Jahreshoch erreicht. Es liegt allerdings gerade einmal zwei Punkte über der bisherigen Rekordmarke. Zum Handelsende schloss der Dax rund 0,2 Prozent fester bei 12.020 Punkten.

Bereits am vergangenen Freitag hatte der Index Freitag mit in der Spitze 12.032 Punkten den bis dahin höchsten Stand seit über einem halben Jahr markiert.

Ein Grund für die positive Stimmung: Die US-Banken JP Morgan und Wells Fargo haben am Freitag erstaunlich gute Quartalszahlen vorgelegt. Auch die schwächeren Zahlen von Goldman Sachs am Montag belasteten die Stimmung nicht.

Goldman Sachs verbuchte einen Gewinnrückgang um ein Fünftel. Aber: Trotz der starken Rückgänge übertrafen die Ergebnisse die Erwartungen der Wall Street deutlich. Die US-Großbank Citigroup verbuchte im ersten Quartal ein höheres Ergebnis. Die Einnahmen sanken insbesondere wegen eines schwächelnden Aktienhandels um zwei Prozent auf 18,58 Milliarden Dollar, wie das Institut am Montag mitteilte.

Worüber in der guten Stimmung jetzt keiner mehr redet: die inverse Zinskurve, bei der die langfristigen Zinsen niedriger sind als die kurzfristigen. Das war vor einigen Wochen der Fall und ist historisch gesehen ein sicherer Indikator für eine anstehende Rezession. Doch nach den Zahlen der Banken ist von einer Rezession aktuell keine Rede mehr.

Die Zinsstruktur hat sich bereits wieder normalisiert. Reicht also eine für nur wenige Tage inverse Zinsstrukturkurve aus, um eine anstehende Rezession sicher vorherzusagen? Nach diesen hauptsächlich positiven Geschäftszahlen der US-Banken eher nicht.

Und auch ein weiteres Thema hat die Börse mittlerweile abgehakt: den Brexit. Denn die Verschiebung des Austritts um mehrere Monate hat bei den Anlegern keine Spuren hinterlassen. Der Dax notierte in der vergangenen Woche seitwärts, obwohl die Verschiebung Unsicherheit bedeutet. Aber vermutlich haben sie sich mittlerweile auf alle möglichen Szenarien eingerichtet. Ein No-Deal-Brexit, der immer noch möglich ist, ist mittlerweile kein Schreckensszenario mehr.

Die Privatanleger aber scheinen dem Aufwärtstrend nicht zu trauen. Denn das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart zeigt, dass viele von ihnen mehr Put- als Call-Hebelprodukte in ihren Depots haben. Nach dem rasanten Anstieg von 10.279 Punkten Ende Dezember bis auf 12.000 Zähler ist das kein Wunder: Viele wollen einen Großteil ihrer Gewinne nicht abgeben und sichern sich mit Put-Produkten ab, die bei fallenden Kursen steigen.

Sollte der Dax aber in Richtung 12.500 Punkte steigen, wären viel Privatanleger falsch positioniert und müssten steigenden Kursen hinterherlaufen. Und würden damit die Rally unterstützen.

Ein ähnliches Szenario gibt es auch bei Deutschlands Topmanagern. In den vergangenen zwei Wochen meldeten Führungskräfte und Aufsichtsräte mehr Verkäufe von Aktien der eigenen Unternehmen an die Finanzaufsicht Bafin.

Die Folge: Das Insiderbarometer ist in den vergangenen beiden Wochen um sechs Zähler auf rund 145 Punkte gefallen. Dieses Niveau von 145 Punkten ist zwar immer noch sehr hoch und bedeutet, dass es mehr Aktienkäufe als -verkäufe gibt. Doch ein fallendes Insiderbarometer war in der Vergangenheit unabhängig vom Stand meist ein Zeichen für kurzfristig fallende oder bestenfalls stagnierende Kurse.

Damit signalisiert das Insiderbarometer: Anleger, die breit am Aktienmarkt investieren wollten, sollten auf günstigere Einstiegskurse warten.

Blick auf die Einzelwerte

Daimler: Das Kraftfahrt-Bundesamt verdächtigt den deutschen Autobauer, eine weitere unzulässige Abschalteinrichtung genutzt zu haben. Es droht ein Massenrückruf von 60.000 SUVs. Die Daimler-Aktie verlor am Montag rund 0,3 Prozent.

Merck: Der deutsche Konzern hat mit dem amerikanischen Spezialchemiehersteller einen Übernahmevertrag unterzeichnet. Merck wird danach 53 Dollar je Versum-Aktie zahlen. Der Gesamtpreis inklusive der mit zu erwerbenden Finanzschulden von Versum addiert sich auf 5,8 Milliarden Euro. An der Börse kommt die Übernahme nicht gut an: Nach einem Minus von 2,1 Prozent am Freitag verlor die Aktie an diesem Montag ein weiteres halbes Prozent.

Covestro: Die Aktie des Spezialchemiekonzerns ist derzeit sehr volatil: Noch am vergangenen Freitag konnten sich Anleger über ein Kursplus von fast drei Prozent und einen der vorderen Plätze im Leitindex freuen. Das Unternehmen hatte seine Jahresprognosen auf der Hauptversammlung bestätigt. Doch an diesem Montag sieht die Welt für Covestro-Aktionäre anders aus. Die Aktie verlor rund 4,2 Prozent.

Rocket Internet: Dagegen holten sich Investoren die im MDax notierten Titel von Rocket Internet in ihre Depots, der Kurs stieg um 3,7 Prozent. Das Börsendebüt der Beteiligung Jumia war am Freitag in den USA überraschend gut gelaufen. Die Aktien der afrikanischen Onlineplattform hatten 75 Prozent höher als ihr Ausgabepreis geschlossen.

Boeing: Das Flugverbot für den 737 Max 8 schmälert den Markenwert des US-Flugzeugbauers Boeing einer Studie zufolge um zwölf Milliarden Dollar. Auf diese Summe kam die britische Beratungsfirma Brand Finance am Montag. Der Wertverlust ist damit höher als bislang angenommen. Nach dem Absturz der Maschine dieses Typs der Ethiopian Airlines hatte Brand Finance noch von 7,5 Milliarden Dollar gesprochen. An der Börse kam das nicht gut an: Die Aktien verloren rund ein Prozent an Wert.

Spotify: Ein Bericht über einen neuen kostenlosen Musikdienst von Amazon hat die Aktien des Streamingdienstes Spotify unter Druck gesetzt. Sie verloren am Montag mehr als vier Prozent. Das Magazin „Billboard“ hatte am Freitag über Pläne berichtet, Musik kostenlos über die Echo-Lautsprecher anzubieten. Das Angebot könne schon in dieser Woche starten, hieß es. Amazon und Spotify antworteten zunächst nicht auf die Bitte um eine Stellungnahme.

Was die Charttechnik sagt

Die Kaufsignale (neues Jahreshoch und 200-Tage-Linie überwunden) sind immer noch intakt. Ein Blick auf den langfristigen Chart zeigt: Fast immer stieg der Dax für eine längere Zeit weiter, wenn er die 200-Tage-Linie überwunden hatte.

Kurzfristig gilt: Bleibt der Leitindex oberhalb der Marke von 11.938 Zählern, die Anfang April erstmalig überwunden wurde, sollten Anleger für die kommenden Handelstage in Richtung 12.329 Zähler sowie 12.458 Punkte denken. Warum 11.938 Punkte so wichtig sind? Die Marke ist die 50-prozentige Korrekturmarke des Abwärtstrends seit dem Allzeithoch von 13.596 Zählern bis hin zum mehrjährigen Allzeittief von 10.279 Punkten Ende Dezember 2018.

Kurse oberhalb des heutigen Jahreshochs von 12.034 Zählern definieren die Charttechniker der Düsseldorfer Bank HSBC als Katalysator für eine Fortsetzung des jüngsten Aufwärtsimpulses. „Besonders unter saisonalen Gesichtspunkten – Stichwort: Osterrally – dürfte eine solche Weichenstellung auf fruchtbaren Boden fallen. Dann rücke auch das Septemberhoch bei 12.458 Punkten wieder ins Blickfeld.

Ähnlich wie während der sehr viel bekannteren Jahresend- oder Weihnachtsrally neigen die Aktienmärkte auch in der Woche vor Ostern zur Stärke. Begründen lässt sich der saisonale Rückenwind, im Sinne des Börsenaltmeisters André Kostolanys, mit der guten Stimmung aufgrund der Feiertage, die sich wiederum in steigenden Börsennotierungen niederschlägt. Allerdings hatte der Dax in den vergangenen beiden Jahren an Ostern eine Pause eingelegt. 

Beobachten Sie die Profis - und seien Sie vor Leerverkäufen gewarnt

So dürften die Kurse über 12.329 oder 12.458 Punkte nur Träume von extremen Optimisten sein. Andererseits: Aber wer hat an 12.000 Punkte geglaubt, als der Dax Ende Dezember 2018 bei 10.279 Zählern notierte?

Blick auf die Börsen in USA und Asien

Die US-Börsen haben sich am Montag unbeeindruckt von den Bilanzen der großen US-Banken gezeigt. „Die Leute suchen nach einer Richtung“, sagte Scott Brown, Chefvolkswirt bei der Investmentbank Raymond James. Sie erhofften sich aus den Firmenergebnissen Anzeichen dafür, wie sich die Wirtschaft insgesamt entwickelt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete unverändert bei 26.365 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 lag ebenfalls auf dem Niveau vom Freitag bei 2908 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte leicht zu auf 7989 Punkte.

Die Tokioter Börse ist zum Wochenbeginn mit einem Plus in den Handel gestartet. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 1,4 Prozent höher bei 22.178 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,5 Prozent und lag bei 1629 Punkten. Die Börse in Schanghai lag zwei Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Schanghai und Shenzhen gewann 2,4 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,5 Prozent.

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