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Dax aktuell Dax schließt leicht im Plus – was Anleger zur Brexit-Abstimmung wissen sollten

Der Dax hat am Dienstag auf einem Jahreshoch eröffnet, doch verlor den Großteil der Gewinne im Laufe des Tages. Viele Anlageexperten sehen den richtigen Zeitpunkt für einen Einstieg noch nicht gekommen.
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„Die Anleger erwarten keinen May-Day“ – Dax gibt leicht nach

FrankfurtDer deutsche Leitindex ist am Dienstag über ein Prozent höher gestartet, als er am Vortag schloss. Die 10.995 Punkte waren der bislang höchste Stand in 2019. Lange halten konnte der Dax diesen Wert aber nicht. Er rutschte zeitweise ins Minus. Am Ende des Tages schloss er mit 10.891 Punkten 0,33 Prozent höher als am Vortag.

Ein Grund für das kurzzeitige Plus dürfte die Veröffentlichung des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) gewesen sein. Das BIP legte im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent zu, nach jeweils 2,2 Prozent in den beiden Vorjahren. Diese Zahl zeigt: Nach zwei Boomjahren in Folge wächst die deutsche Wirtschaft weiter, auch wenn sie einen Gang zurückgeschaltet hat.

Das wichtigste Thema für Anleger morgen ist die anstehende Brexit-Abstimmung. Ob die Aktien- und Devisen-Märkte überhaupt darauf reagieren werden, hängt davon ab, ob etwas Überraschendes eintritt. Erwartet wird eine Niederlage von Premierministerin May. Alles andere wäre eine große Überraschung, die die Märkte mit Kurssteigerungen honorieren dürften. Läuft alles wie gedacht, passiert an den Märkten vermutlich nicht viel.

„Vieles spricht dafür, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis Klarheit in Sachen Brexit herrschen wird“, schreiben Analysten der Helaba. So wurde als erster Schritt der Austrittsprozess bis Juli (derzeit 29. März) verlängert. Und da Unsicherheit noch nie ein guter Wegbegleiter für die Aktienmärkte war, dürften sich entsprechend viele Investoren noch mit Engagements am Aktienmarkt zurückhalten. Unabhängig von der anstehenden Entscheidung: Das Risiko eines ungeordneten Austritts Großbritanniens bleibt. Das sollte tendenziell Anlagen, die als sehr sicher gelten, stützen. Solche Anlagen sind zum Beispiel Gold oder Staatsanleihen mit guten Ratings.

Zwar hat der Dax sich seit Ende Dezember um 700 Punkte erholt. Der Großteil der Anlageexperten rät aus den genannten Gründen dennoch nicht zum Einstieg. „Konzerne überraschen ihre Aktionäre mit Hiobsbotschaften, und Konjunktur-Indikatoren fallen negativ aus. Daher ist es für einen Einstieg an der Börse noch zu früh“, sagt Handelsblatt-Börsenexperte Ulf Sommer. Die Risiken erscheinen ihm noch größer als die Chancen.

Einen weiteren Rücksetzer erwartet auch Stephan Heibel, der die wöchentliche Handelsblattumfrage Dax-Sentiment auswertet. „In der Regel gibt es nach einer ersten kräftigen Rally irgendwann nochmals einen kräftigen Rücksetzer“, erläutert der Inhaber des Analysehauses Animusx. Dieser könnte seiner Ansicht nach sogar sehr schnell kommen.

Heibel hält die kommenden Handelstage für entscheidend: Sollte bei einer Verschnaufpause Skepsis unter den Investoren aufkommen, würde dieses Verhalten eine anhaltende Kursrally ermöglichen.

Denn das wäre laut Sentiment-Analyse ein typisches Börsenszenario für einen längeren Aufschwung nach einem monatelangen Ausverkauf. Die Skepsis bedeutet, dass noch viele Investoren an der Seitenlinie stehen, weil sie nicht an steigende Kurse glauben, dann allmählich aber bei weiter steigenden Kursen einstiegen und damit Kursgewinne befeuern.

Das Szenario wäre anders, wenn in den nächsten Tagen oder Wochen Panik entstehen würde oder die Anleger plötzlich wieder eine euphorische Stimmung zeigen. „Wenngleich das Schlimmste der Korrektur vorerst überstanden sein mag, besteht noch aber kein Grund für übertriebene Hektik beim Aufbau neuer Langfristpositionen fürs Portfolio“, meint Heibel.

Blick auf die Einzelwerte

Nordex: Der deutlich gestiegene Auftragseingang im vierten Quartal haben den Aktien des Windturbinenbauers Rückenwind gegeben. Die Titel aus dem Kleinwerteindex SDax stiegen um zeitweise vier Prozent. Das Unternehmen erhielt nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr Neuaufträge über 4,75 Gigawatt nach 2,74 Gigawatt im Jahr 2017. Rund die Hälfte davon entfiel auf Europa.

Lufthansa: Der Streiks an den Flughäfen gingen nicht spurlos an der Aktie der Kranich-Airline vorüber. Sie war der zweitgrößte Verlierer im Dax mit einem Minus von 1,7 Prozent. Auch die Aktie des Flughafenbetreibers Fraport verlor über zwei Prozent.

Deutsche Post: Die Deutsche Post kann laut Bundesnetzagentur ein höheres Porto für Briefe einführen, allerdings frühestens ab Anfang April und nur um 4,8 Prozent. Das sieht der Konzern als zu gering an. Sollte die Bundesnetzagentur bei ihrer Haltung bleiben, müsse man in der Brief- und Paketsparte stärker einsparen als bisher geplant, meldete die Deutsche Post. Die Aktie des Konzerns verlor in der Folge rund zwei Prozent und ist damit Tagesverlierer im Dax.

Was die Charttechnik sagt

Der Dax schaffte es auch am Dienstag nicht, die Widerstandsmarke von rund 11.000 Punkten zu überwinden. Bei 11.009 und 11.051 Zählern liegen die Tiefs aus den Monaten Oktober und November des vergangenen Jahres, hinzu kommt noch die 38-Tagelinie bei rund 10.960 Zählern. Das Überwinden der Tiefpunkte bereits in dieser Handelswoche wäre aus charttechnischer Sicht eine Überraschung und würde ein Plus von weiteren 700 Punkten ermöglichen.

Doch Anleger sollten nicht den Blick nach unten vergessen. Die „Bären“ möchten natürlich neue Tiefs unter 10.279 Punkte sehen, dem Zwei-Jahres-Tief von Ende Dezember 2018. Sollte der Dax unter 10.279 Zählern fallen, wären alle Hoffnungen auf bessere Börsenzeiten erstmal zu den Akten gelegt.

Blick auf die Börsen in Asien und USA

In den USA gewann der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa 0,5 Prozent. Die technologielastigen Nasdaq-Börsen legten sogar um etwa 1,5 Prozent zu.

Die Tokioter Börse hat am Dienstag zugelegt. Ermutigt habe die Anleger, dass die Regierung in China weitere Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur in Aussicht gestellt habe, sagten Händler. Zudem habe ein schwächerer Yen Exportwerten Auftrieb verliehen. Nach dem Feiertag in Japan am Montag sei damit ein guter Start in die Woche gelungen.

Analystencheck: JP Morgan empfiehlt Heidelberg Cement zum Kauf

Die US-Bank JP Morgan hat die Einstufung für Heidelberg Cement vor einem Zwischenbericht des Baustoffkonzerns auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 73 Euro belassen. Nach der Gewinnwarnung im Oktober dürften die Geschäftszahlen zum vierten Quartal keine Überraschungen mehr liefern, schrieb Analyst Rajesh Patki in einer am Montag vorliegenden Studie. Vom ersten Quartal 2019 an könnte das operative Ergebnis (Ebitda) wieder zulegen.

Laut dem Handelsblatt-Analystencheck gibt es 23 Kaufempfehlungen für die Heidelberg Cement, 18 Mal die Empfehlung zum Halten der Aktie. Keine Studie rät zum Verkauf. Das gewichtete durchschnittliche Kursziel aller ausgewerteten 41 Analystenmeinungen, bei dem neuere Studien höher gewichtet werden, liegt bei 76,25 Euro. Die Aktie wird derzeit zum Kurs von rund 57 Euro gehandelt.

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