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Dax aktuell Dax schließt minimal schwächer – Thyssen-Krupp-Aktie verliert mehr als 13 Prozent

Der deutsche Leitindex schließt an diesem Donnerstag fast auf Vortagesniveau. Thyssen-Krupp stellt seine Aktionäre auf eine anhaltende Durststrecke ein.
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Der Dax entfernt sich weiter von seinem Jahreshoch. Quelle: dpa
Börsenbarometer im Frankfurter Handelssaal

Der Dax entfernt sich weiter von seinem Jahreshoch.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Auch am vorletzten Handelstag der Woche haben sich die Anleger an der Frankfurter Börse zurückgehalten: Von seinen Tagesverlusten erholt, schloss der deutsche Aktienindex bei 13.137 Punkten mit 0,2 Prozent im Minus nahezu unverändert

Schon am Vortag war das wichtigste deutsche Börsenbarometer in die Verlustzone gerutscht: Am Mittwoch war er mit bei 13.158 Punkten etwa 0,48 Prozent tiefer aus dem Handel gegangen. Der Index entfernt sich gerade also weiter von seinem erst kürzlich markierten Jahreshoch von 13.374 Zählern, das er vergangenen Dienstag erreicht hatte.

Die Börsen befanden sich unterdessen fest im Griff der internationalen Politik: Vor allem der Handelsstreit blieb eine dominierende Konstante am Handelstag. Wegen unterschiedlicher Signale im Konflikt zwischen den USA und China scheuten Anleger größere Engagements. Auch der Handel an den US-Börsen startete ohne große Verwerfungen. Dort blicken die Anleger vor allem auf das von der Federal Reserve Bank veröffentlichte Konjunkturbarometer sowie US-Frühindikatoren.

Für Anleger ist das ein wichtiger Termin, denn sie erhoffen sich weitere Hinweise auf die US-Geldpolitik. Insgesamt signalisiert die US-Notenbank zwar dauerhaft niedrige Zinsen und viel Liquidität. Für Unternehmenspapiere sind das gute Bedingungen – ebenso für weitere Kursgewinne und die Aussicht auf eine Jahresendrally.

Doch ein weiterer Dreh an der Zinsschraube steht zumindest vorerst nicht auf dem Plan der Geldpolitiker. Das geht aus den am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Fed-Protokollen hervor. Die US-Währungshüter wollen stillhallten, solange das Wirtschaftswachstum nicht einbricht.

Zudem bleibt das Dauerthema Handelsstreit im Fokus der Börsianer. China widersprach mittlerweile der Meldung, dass eine Lösung des Konflikts noch in diesem Jahr wegen unterschiedlicher Interessen so gut wie vom Tisch sei. Die zitierten Medienberichte enthielten Ungenauigkeiten.

Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, habe China die US-Unterhändler zu weiteren Gesprächen eingeladen. Zudem berichteten chinesische Medien, dass die für Mitte Dezember geplanten US-Zölle auf chinesische Waren so oder so verschoben werden könnten.

Der US-Präsident erwägt indes eine Verschärfung des Konflikts, sollte keine Lösung gefunden werden. Während einer Kabinettssitzung hatte Donald Trump gesagt: „Wenn wir keinen Deal mit China abschließen, werde ich die Zölle einfach noch höher ansetzen.“

Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners, verweist auf die Relevanz eines Handelsdeals: „Hier geht es nicht nur um politische oder wirtschaftliche Themen. Hier geht es um die Vormachtvorstellung in der Welt.“

Die schleppenden Verhandlungen im Handelskonflikt sind nicht die einzigen Negativimpulse, unter denen die US-Börsen in den vergangenen Tagen gelitten haben. Auch Verstimmungen zwischen den USA und China in der Hongkongfrage tragen zu Kursverlusten bei.

Sowohl der US-Senat als auch das Repräsentantenhaus haben sich dafür ausgesprochen, die Protestbewegung in der Sonderverwaltungszone zu unterstützen. Am Mittwoch sackten die drei wichtigsten US-Indizes ab: Der US-Leitindex verlor 0,4 Prozent auf 27.821 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gab 0,5 Prozent auf 8526 Punkte nach, und der breit gefasste S&P 500 büßte 0,4 Prozent auf 3108 Punkte ein.

Für Deutschlands Banken ist die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB ein Problem. Das erkennt auch die Ratingagentur Moody’s, die nun deutsche Banken herabgestuft hat. Die Minuszinsen würden die Profitabilität und Kreditwürdigkeit der Geldinstitute gefährden. Auf die Aktien großer Banken wie der Deutschen Bank und der Commerzbank hatte die Herabstufung allerdings keine negativen Auswirkungen.

Blick auf die Einzelwerte

Thyssen-Krupp: Die Verlustserie beim Mischkonzern setzt sich fort. Erst vor wenigen Monaten musste Thyssen-Krupp die oberste Börsenliga verlassen und in den MDax für mittelgroße Unternehmen absteigen. Am Donnerstagmorgen stimmte die neue Vorstandschefin Martina Merz die Aktionäre auf eine anhaltende Durststrecke ein. Der traditionsreiche Ruhrgebietskonzern rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit noch schlechteren Zahlen – und streicht die Dividende für das abgelaufene Jahr.

Grund für die schwache Prognose ist neben der stockenden Konjunktur vor allem der laufende Konzernumbau, dessen Kosten auf rund eine halbe Milliarde Euro beziffert werden. Die Märkte straften die verkündeten Verluste des Industriekonzerns prompt ab. Die Aktie verlor mehr als 13 Prozent an Wert.

Infineon: Im Dax ist der Chiphersteller Infineon abgeschlagen. Das Papier des Konzerns verzeichnete am Donnerstag ein Minus von knapp 1,4 Prozent. Gegenüber der Nachrichtenagentur begründete ein Händler den Kursverlust mit negativen Vorgaben aus den USA und Asien, die auch andere Chipaktien beträfen. „Außerdem sind die Entwicklungen in den Handelsgesprächen für die Münchener stets ein besonderes Thema“, sagte er.

Hella: Am Donnerstag thronte Hella auf dem Siegertreppchen im MDax. Mit einem Plus von 1,3 Prozent führten die Papiere des Automobilzulieferers zeitweise den Index für mittelgroße Unternehmen an. Die US-Bank Goldman Sachs blickt optimistisch auf den Konzern. Sie hat Hella auf „buy“ hochgestuft und das Kursziel von 39 auf 55 Euro angehoben.

Aurubis: Für die Kupferhütte ging es am Donnerstag bergab. Nach einer Abstufung und einer weiteren negativen Analysestudie sackte die Aktie des MDax-Konzerns um mehr als fünf Prozent ab.

Heideldruck: In der dritten Börsenreihe gehört der Druckmaschinenhersteller Heideldruck zu den Gewinnern. Anlegern scheint die Rückbesinnung des Konzerns auf das Kerngeschäft zu gefallen. Die Aktien legten zeitweise mehr als vier Prozent zu.

Handelsblatt-Analystencheck: Analysehaus Kepler hebt Kursziel für Rheinmetall an

Das Analysehaus Kepler Cheuvreux hat das Kursziel für Rheinmetall nach dem Kapitalmarkttag von 118 auf 106 Euro gesenkt und die Einstufung auf „hold“ belassen. Die Gewinnerwartungen an den Rüstungskonzern und Autozulieferer hätten durch die mittelfristigen Ziele einen Dämpfer erhalten, schrieb Analyst Michael Raab in einer am Donnerstag vorliegenden Studie.

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