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Dax aktuell Dax schließt mit größtem Tagesgewinn seit eineinhalb Jahren

Die erste Handelswoche im neuen Jahr kommt zu einem positiven Schluss. Doch wie nachhaltig ist die Erholung am deutschen Aktienmarkt?
Update: 04.01.2019 - 17:48 Uhr Kommentieren

„Knackt der Dax die 10.600 Punkte, ist der Weg nach oben frei“

Frankfurt Anleger können zunächst aufatmen: Der deutsche Leitindex schließt mit 10.756 Punkten und einem Plus von 3,37 Prozent, dem größten Tagesgewinn seit eineinhalb Jahren. Noch am gestrigen Donnerstag schloss die Frankfurter Benchmark mit einem Minus von 1,55 Prozent und 10.459 Punkten.

Ausgerechnet die starken US-Arbeitsmarktdaten halfen dem Index auf die Sprünge – obwohl die Zahlen eher weitere Zinserhöhungen in den USA signalisieren. Denn die US-Wirtschaft wächst demnach ungebremst weiter. Im Dezember 2018 sind weit mehr Jobs entstanden als erwartet. Die Regierung in Washington meldete am Freitag 312.000 neue Stellen. Das ist das größte Plus seit Februar 2018. Gerechnet wurde mit nur 177.000. Zugleich wurde der Wert für November um 21.000 auf 176.000 nach oben korrigiert. Die getrennt ermittelte Erwerbslosenquote stieg auf 3,9 von 3,7 Prozent. Dies entspricht dennoch de facto der von der Notenbank Federal Reserve angestrebten Vollbeschäftigung.

Die Fed hebt angesichts des Wirtschaftsbooms in den USA derzeit ihren Leitzins stufenweise an. Zuletzt wurde er im Dezember auf die Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent erhöht. Dieses Jahr könnten die Währungshüter zwei Erhöhungen folgen lassen.

Mit den aktuellen Zahlen stieg auch die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen und der US-Dollar gegenüber anderen Währungen. Gestern war das zehnjährige US-Zinspapier mit 2,55 Prozent auf den tiefsten Stand seit Anfang 2018 gefallen. Mittlerweile handelt die Anleiherendite wieder auf 2,62 Prozent. Der Euro verbilligte sich im Gegenzug auf 1,1361 von 1,1402 Dollar.

Doch wie nachhaltig ist die Erholung am deutschen Aktienmarkt? Der gestrige Handelstag hat auch deutlich gemacht, dass es wohl noch verfrüht erscheint, auf ein Ende des Abwärtstrends zu setzen. Obwohl die Anleger drei Tage in Folge jeweils bei rund 10.400 Punkten reges Kaufinteresse zeigten. Dadurch konnte sich der Index auch oberhalb dieser Marke etablieren.

Doch das kann sich schnell wieder ändern. Viele der „Big Boys“, die institutionellen Investoren, sind noch gar wieder aktiv. Vermutlich dürfte es wohl erst nächste Woche eine Entscheidung über die künftige, kurzfristige Dax-Entwicklung geben.

Zuversicht löste unter Börsianern die Nachricht aus, dass Vertreter aus China und den USA Anfang nächster Woche zu neuen Gesprächen zusammenkommen wollen, um über den Handelskonflikt zu sprechen. Auch diese Freude kann nach einem Tweet von US-Präsident Donald Trump schnell vorbei sein.

„Wirtschaftlich wird immer deutlicher, dass beide Seiten den Deal brauchen“, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager vom Vermögensverwalter QC Partners. „Eine tragfähige Lösung dieses Konflikts würde die Börsen erst mal aufatmen lassen.“ Das ist spätestens seit der Prognosesenkung von Apple klar.

Eher schlechte Nachrichten kommen vom Anleihemarkt: Alte und bereits seit langem bekannte Probleme wie die Schwierigkeiten im Bankensektor oder Rezessionssorgen scheinen Italien wieder einzuholen. Die Renditedifferenz zwischen zehnjährigen Staatsanleihen aus Italien und Deutschland ist gestern zwischenzeitlich auf mehr als 270 Basispunkte angezogen. Investoren fragen sich, was nach der Einigung mit der EU-Komission im Haushaltsstreit noch an wichtigen Nachrichten kommen könnte. Denn in den nächsten Wochen und Monaten stehen umfangreiche Refinanzierungen des südeuropäischen Landes an.

Einen Ausblick auf das Börsenjahr 2019 wagte auch Allianz-Chefberater Mohamed El-Erian. Sein Tenor: Es wird schwierig, 2019 werden die Stockpicker ihr Comeback haben, die ihren Fokus auf Einzelwerte legen.

Interessant ist seine Risikobetrachtung: An den Märkten könnte es – neben möglichen politischen Fehlern – Unfälle geben, also Liquiditätsprobleme. Investoren wollen verkaufen, finden aber keinen Käufer. Also verkaufen sie, was immer sie können. Als Beispiel führt El-Erian das sogenannte Taper Tantrum 2013 an, als der damalige Fed-Chef Ben Bernanke ankündigte, die Anleihekäufe der Notenbank zu reduzieren, und damit eine Schockwelle an den Finanzmärkten auslöste.

Blick auf die Einzelwerte

Bayer: Vor einem US-Gericht hat sich der Konzern in einem wichtigen Verfahrenspunkt im Streit um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat durchgesetzt. Deswegen notiert Bayer-Aktie in der ersten Handelsstunde vier Prozent im Plus. 

ProSieben: Von der freundlichen Stimmung am Aktienmarkt kann die Medienaktie nicht profitieren. Im Gegenteil: Die Aktien rauschten am Freitag im frühen Handel um bis zu 7,4 Prozent auf ein Sieben-Jahres-Tief von 13,95 Euro in die Tiefe und ist mit Abstand größter Verlierer im MDax. Ein negativer Analystenkommentar hat die Investoren verschreckt. Experten der US-Bank Morgan Stanley bestätigten in einem Aktienkommentar ihre Einschätzung für ProSieben mit „Underweight“ und senkten ihr Kursziel auf 11,20 Euro von 15,60 Euro. Die heutigen Verluste bestätigen letztendlich den Trend. In den vergangenen drei Monaten hat ProSieben fast 40 Prozent an Wert verloren.

Was die Charttechnik sagt

Für die kurzfristige Börsenentwicklung sind sich die technischen Analysten nicht einig. Während einige eher eine Erholung für die kommenden Handelstage erwarten, besteht beispielsweise für die Helaba-Charttechniker die Gefahr, dass bereits in Kürze ein neues, prozyklisches Verlaufstief markiert werden könnte. Das würde den Abwärtstrend verschärfen, schreiben sie in ihrem Morgenkommentar vom Freitag. Die Verkaufssignale seien sowohl auf Tages- als auch auf Wochenbasis intakt.

Die wichtige Marke liegt derzeit bei 10.279 Punkten, dem Dezember-Tief aus dem vergangenen Jahr. Ein Rutsch darunter dürfte weitere Verkäufe und möglicherweise sogar eine neue Verkaufsdynamik nach sich ziehen.

Der mittelfristige Abwärtstrend wäre nach Meinung vieler Experten erst mit einem Sprung über die Marke von 11.800 Punkten beendet. Ohne diesen Befreiungsschlag gilt unverändert das im letzten Jahr immer wieder angeführte Kursziel von rund 10.000 Punkten. Spätestens dort sollte eine Trendwende erfolgen, hoffen die technischen Analysten.

Analystencheck: JP Morgan senkt Kursziel für Tesla

Die US-Bank JP Morgan hat das Kursziel für Tesla von 225 auf 220 US-Dollar gesenkt und die Einstufung auf „Underweight“ belassen. Die Fahrzeug-Auslieferungen des Elektroauto-Herstellers seien im vierten Quartal schwächer als vom Markt erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Ryan Brinkman in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Deshalb habe er seine Gewinnprognosen (EPS) für 2019 und 2020 reduziert.

Laut dem Handelsblatt-Analystencheck stehen bei der Tesla-Aktie fünf Kaufempfehlungen vier Mal eine neutrale Einschätzung gegenüber. Sieben Studien empfehlen einen Verkauf des Titels. Das gewichtete Durchschnitts-Kursziel aller Studien, bei dem neuere Studien höher gewichtet werden, liegt bei 267 Dollar. Die Aktie wird derzeit bei rund 265 Dollar gehandelt.

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