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Dax aktuell Dax schließt mit größtem Tagesplus seit fast zwei Monaten

Der Dax hat sich am Donnerstag weiter erholt und mit einem deutlichen Plus geschlossen. Größter Gewinner ist Bayer, die Aktie schoss um sieben Prozent in die Höhe.
Update: 08.08.2019 - 18:11 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve

Trotz des starken Wochenstarts bleibt die Situation an den Börsen angespannt.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der deutsche Leitindex hat am Donnerstag seine Erholungstendenz fortgesetzt. Bei Handelsschluss notierte der Dax 1,68 Prozent höher bei 11.845 Zählern. Bereits am Mittwoch hatte die Frankfurter Benchmark ihre jüngste Talfahrt gestoppt, nachdem er zwischenzeitlich minimal ins Minus gerutscht war.

Doch die Börsenstimmung signalisiert noch keine Entspannung. Nachdem der Sentimentexperte Stephan Heibel nach Auswertung der Handelsblattumfrage Dax-Sentiment am Montag dieser Woche vor riskanten Nachkäufen am Aktienmarkt warnte, ist auch Verhaltensökonom Joachim Goldberg von der aktuellen Lage nicht überzeugt.

Der hohe Optimismus der institutionellen Anleger bedeutet eine nicht zu unterschätzende Belastung für den Markt, lautet seine Schlussfolgerung aus der Umfrage der Börse Frankfurt. Die neuen Optimisten dürften dem Dax nicht lange die Treue halten. Denn die Schnäppchenjäger hoffen auf schnelle Gewinne, die wahrscheinlich noch vor der 12.000er Marke (im Mittel circa bei 11.900 Dax-Zählern) realisiert werden dürften.

Die höheren Kurse an den Aktienmärkten zeigen aber auch: Der Wechselkurs zwischen dem Dollar und dem chinesischen Yuan ist nicht mehr so bedeutend. Nachdem der Dollar bereits bei über sieben Yuan gehandelt wird, spielt das Fixing der chinesischen Notenbank (PBoC) keine große Rolle mehr. So legte die PBoC den Dollar/Yuan-Kurs auf über sieben fest. Dies deutet an, dass die chinesischen Entscheidungsträger gegenwärtig auch kaum noch Sinn darin sehen, ein bestimmtes Niveau zu verteidigen.

Laut dem Commerzbank-Devisenanalysten Hao Zhou geht China von länger dauernden Handelsspannungen aus. „Das Land spart daher Munition, um auf das schlimmste Szenario vorbereitet zu sein“, lautet seine Schlussfolgerung.

Zumal US-Präsident Donald Trump ein neues Opfer gefunden hat: nicht mehr China, sondern die US-Notenbank Fed. Man könne denken, er sei froh über den starken Dollar, twitterte Trump am Donnerstagnachmittag. Aber: „Das bin ich nicht!“ Der hohe Leitzins der Fed halte den Dollar stark und mache es für US-Produzenten schwieriger, im Wettbewerb mitzuhalten.

Bereits am gestrigen Mittwoch hatte Trump auf Twitter erneut gefordert, die Fed müsse ihre Zinsen „stärker und schneller“ senken. „Unser Problem ist nicht China“, ergänzte er. Zumal die Zentralbanken aus Indien, Neuseeland und Thailand ihre Zinsen am Mittwoch deutlich gesenkt haben. Eine Folge aus den Zinssenkungen und den Trump-Tweets: Der Crash der globalen Anleiherenditen setzte sich am Mittwoch ungebremst fort.

Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen kollabierte mit 1,6098 Prozent auf den tiefsten Stand seit Oktober 2016. Auch die Renditedifferenz (Spread) zwischen den dreimonatigen und den zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg auf den höchsten Stand seit der großen Finanzkrise 2008. Der Trend der inversen Zinskurve zwischen diesen beiden Anleihen setzt sich also unaufhaltsam fort und erhöht die Sorgen über eine Rezession in den USA.

Auch die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen fiel gestern mit minus 0,599 Prozent auf ein neues Rekordtief.

Im Handel am heutigen Donnerstag konnte sich der Anleihemarkt aber beruhigen. Die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen liegt wieder bei 1,729. Der Wert für deutsche Bonds mit gleicher Laufzeit liegt bei minus 0,574.

Blick auf die Einzelwerte

Thyssen-Krupp: Der Industriekonzern senkt nach einem schwachen dritten Quartal und schlechten Geschäften in der Stahlsparte die Prognose für das Geschäftsjahr 2018/19 deutlich. Unter dem Strich dürfte das Unternehmen rote Zahlen schreiben, bekräftigte der Konzern frühere Aussagen.

Der Industriekonzern stellt auch mehrere Geschäfte auf den Prüfstand, die er aktuell für nicht wettbewerbsfähig hält. Dabei geht es etwa um das Geschäft mit Federn und Stabilisatoren für die Automobilindustrie sowie mit Grobblechen. Ebenfalls auf der Liste steht der Bau von Produktionsanlagen für die Automobilindustrie. Die Restrukturierungsmaßnahmen stoßen auf Beifall, die Aktie legte bis zum Handelsschluss 4,33 Prozent zu.

Bayer: Bayer übernimmt zur Stärkung seines Pharmageschäfts die restlichen Anteile an dem US-Biotechunternehmen BlueRock Therapeutics. Der Leverkusener Konzern legt dafür zunächst 240 Millionen Dollar auf den Tisch, weitere 360 Millionen Dollar werden beim Erreichen bestimmter Meilensteine fällig. Die Bayer-Aktie notierte bei Handelsschluss 7 Prozent im Plus.

Deutsche Telekom: Der Konzern sieht sich nach einem Umsatz- und Gewinnplus in den ersten sechs Monaten auf Kurs für das Gesamtjahr. Zugpferd bleibt die amerikanische Mobilfunk-Tochter T-Mobile US, die für 26 Milliarden Dollar den kleineren Rivalen Sprint übernehmen will. Im Heimatmarkt Deutschland wuchs die Telekom ebenfalls, allerdings weniger stark. Die Aktie verlor zuletzt 0,53 Prozent.

Adidas: Der weltweit zweitgrößte Sportartikelkonzern ist wegen Engpässen bei der Beschaffung von Textilien in Asien wie befürchtet langsamer gewachsen. Die Aktie notierte im Nachmittagshandel zeitweise mehr als 6 Prozent schwächer, nachdem Adidas verkündet hatte, die Profitabilität werde in der zweiten Jahreshälfte durch höhere Beschaffungskosten und Preissenkungen schrumpfen. Letztere sollen dazu dienen, das Geschäft in Europa anzukurbeln. Bei Handelsschluss notierte die Aktie noch 2,23 Prozent im Minus.

Analystencheck: NordLB reduziert Kursziel für Deutsche Post

Die Experten der NordLB haben das Anlageurteil „kaufen“ für die Aktie der Deutschen Post bestätigt. Gleichzeitig wurde das Kursziel von 35 auf 33 Euro reduziert. Trotz der gestiegenen geopolitischen und konjunkturellen Risiken dürfte das Geschäftsmodell weiterhin intakt sein, heißt es in der Analyse. Jedoch sei mit stärkeren Kursschwankungen bei der Aktie „Gelb“ zu rechnen.

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