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Dax aktuell Dax schließt mit leichten Verlusten – Investoren setzen auf sichere Anlagen

Rezessionsängste haben am Mittwoch erneut für Kursverluste gesorgt. Anleger zeigen sich vorsichtig und greifen zunehmend bei Anleihen und Edelmetallen zu.
Update: 28.08.2019 - 17:46 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve

Kursgewinne zum Wochenausklang.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Nach zwei erfolgreichen Tagen zum Wochenauftakt hielt es den Dax am Mittwoch in der Verlustzone. Angesichts mehrerer Risikofaktoren agierten Anleger sehr vorsichtig.

Im Späthandel ging der deutsche Leitindex noch mal in den Endspurt und konnte zumindest einige Tagesverluste wieder gutmachen – bei 11.701 Punkten schloss der Dax 0,25 Prozent schwächer.

Noch am Vortag war der Dax, unter anderem gestützt durch eine Verschnaufpause im Handelsstreit zwischen den USA und China, mit einem Plus von 0,6 Prozent aus dem Handel gegangen.

Neben einer möglichen Rezession in Deutschland tragen Handelsstreit und Brexit weiter zur Verunsicherung bei. „Kein Wunder, dass die Anleger bei Aktienkäufen vorsichtiger geworden sind“, sagt Christian Henke, Analyst beim Brokerhaus IG.

Die wichtigsten US-Indizes notieren nach einem schwachen Handelsstart im Plus – doch die Rezessionsangst bleibt auch in den USA akut. Bereits vor zwei Wochen war die Zinskurve in den USA invertiert – die Renditen der zweijährigen US-Staatsanleihen waren über die der zehnjährigen Papiere gestiegen.

Diese Inversion der Zinskurve gilt als starkes Rezessionssignal, da sie vor dem Einbruch der Konjunktur in den USA stets zu beobachten war. Der Renditeabstand zwischen den beiden Staatsanleihen war so groß wie seit 2007 nicht mehr.

Hierzulande kommt erschwerend hinzu, dass das Beschäftigungsbarometer des Münchner ifo-Instituts auf den schlechtesten Wert seit 2014 gefallen ist. Das heißt: Die Personalabteilungen in deutschen Unternehmen schreiben immer weniger neue Stellen aus. Die Bundesagentur für Arbeit bestätigt bei der Veröffentlichung des aktuellen Stellenindex, dass die Arbeitsnachfrage im August weiter gesunken ist.

Immerhin bleiben die deutschen Verbraucher trotz der abgekühlten Konjunktur weiter in Kauflaune. Laut der vom Marktforschungsinstitut GfK monatlich erstellten Konsumklimastudie sinkt zwar die Konjunkturerwartung der Bundesbürger auf den niedrigsten Stand seit mehr als sechs Jahren, die Entwicklung ihres eigenen Einkommens wird aber von den Konsumenten weiter positiv eingeschätzt. Der private Konsum ist eine zentrale Stütze der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage.

Investoren gehen daher lieber den sicheren Weg und greifen bei Edelmetallen zu: Der Silberpreis legte bis zu ein Prozent zu und war mit 18,34 Dollar so hoch wie seit April 2017 nicht mehr. Der Goldpreis behauptete sich über 1540 Dollar und liegt damit auf dem höchsten Niveau seit mehr als sechs Jahren.

Auch langfristige Anleihen sind nach wie vor gefragt. Im Gegenzug sinken aber die Renditen. So fiel die Rendite der 30-jährigen US-Anleihe am Mittwochmorgen auf ein Rekordtief von 1,909 Prozent. Auch zehnjährige Bundesbonds waren erneut gefragt, ihre Rendite sank auf minus 0,710 Prozent.

Üblicherweise verlangen Investoren einen Renditeaufschlag, wenn sie ihr Kapital langfristiger verleihen. Doch der Run auf langfristige Staatsanleihen, die insbesondere in Krisenzeiten gefragt sind, kehrt die bekannten Marktmechanismen um.

Diese paradoxe Entwicklung ist am ehesten in Italien zu beobachten. Politisch droht dem Land zwar das Chaos, doch die Renditen notieren auch dort auf Rekordtiefs. Erstmals ist die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen unter die Marke von einem Prozent gefallen.

Anleger reagieren damit auch auf Annäherungen zwischen der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und den Sozialdemokraten. Die sozialdemokratische PD akzeptierte am Mittwoch den weiter amtierenden Ministerpräsidenten Giuseppe Conte als Regierungschef und räumte damit ein wesentliches Hindernis beiseite.

Am Nachmittag sprach Staatspräsident Sergio Mattarella mit den beteiligten Parteien. Gegen Abend will er entscheiden, ob es eine neue Regierung aus Fünf-Sterne-Bewegung und PD geben kann, oder ob nur eine Neuwahl möglich ist. Letzteres würde Investoren stark verunsichern, da der Chef der rechten Lega, Matteo Salvini, in Umfragen vorne liegt.

In Großbritannien hat Premierminister Boris Johnson die Queen um die Suspendierung des Parlaments gebeten. Das bedeutet, dass das Parlament weniger Zeit hat, um Gesetze gegen einen ungeordneten Brexit auf den Weg zu bringen. Das Pfund gab daraufhin bis zu ein Prozent auf 1,2165 Dollar nach. Auf die Genehmigung der Queen für das Vorhaben Johnsons reagierte das Pfund dagegen zunächst kaum – zuletzt lag es sogar wieder bei 1,2238 Dollar nur noch bei 0,4 Prozent im Minus.

Die gekappte Prognose des US-Softwareunternehmens Autodesk drückte auch europäische Technologiewerte ins Minus. In Frankfurt gehörten Infineon, SAP und Wirecard mit einem Minus von 1,2 bis 1,6 Prozent zu den größten Verlieren. Im MDax waren Nemetschek-Titel mit minus 4,6 Prozent mit Abstand das Schlusslicht.

Einzelwerte im Überblick

MTU: Eine Herabstufung durch HSBC belastet die Aktien des Triebwerkherstellers – bis zu ein Prozent verloren die Titel am Mittwoch. Die Analysten der britischen Bank senkten ihre Empfehlung auf „hold“ von „buy“ und begründeten das damit, dass es zuletzt zwar gut gelaufen sei, bis auf weiteres aber möglicherweise keine neuen guten Nachrichten von dem Unternehmen kommen könnten. Auch sei die Aktie zuletzt stark gestiegen. MTU gilt als einer der Kandidaten, die Thyssen-Krupp aus dem Dax verdrängen könnten.

Thomas Cook: Der kriselnde Reisekonzern hat mit seinem chinesischen Großaktionär Fosun und Gläubigern ein Rettungspaket über umgerechnet fast eine Milliarde Euro ausgehandelt. Damit sei eine Reorganisation der Gruppe verbunden, die letztlich zu einem Rückzug von der Börse führen könne, erklärte das Unternehmen. Bei Anlegern sorgte das für Unmut – das Papier lag zuletzt über 16 Prozent im Minus.

Encavis: Encavis-Aktien knüpften mit einem Plus über zwei Prozent an ihren seit Jahresbeginn starken Lauf an. Der Solar- und Windparkbetreiber hatte zur Zahlenvorlage seine Ziele höher gesteckt, ein weiteres Mal nach der Anhebung zuletzt im Mai.

Analystencheck: Gesenkter Ausblick für LBBW

Die Prognosen für Nanogate hat die LBBW stark gesenkt. Die Analystenempfehlung von Analyst Ulle Wörner bleibt aber bei „kaufen“, und er nennt ein Kursziel von 28 Euro. Der Kunststoffspezialist wird von der konjunkturellen Abschwächung hart getroffen.

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