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Dax aktuell Dax schließt nach erneuter Achterbahnfahrt im Plus – Siemens-Aktie legt kräftig zu

Nach dem Kursrutsch vom Vortag hat der deutsche Leitindex am Mittwoch ein Comeback geschafft. Treiber waren vor allem zahlreiche Firmenbilanzen.
Update: 08.05.2019 - 17:38 Uhr Kommentieren
Das Auf und Ab im Handelsstreit zwischen den USA und China wirkt sich auf die Märkte aus. Quelle: dpa
Dax

Das Auf und Ab im Handelsstreit zwischen den USA und China wirkt sich auf die Märkte aus.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Dax hat erneut einen volatilen Handelstag erlebt: Nach einem schwungvollen Auftakt stieg der deutsche Leitindex vormittags auf 12.182 Punkte, um anschließend schnell 119 Punkte zu verlieren. Doch wie bereits am gestrigen Dienstag kam im Bereich von rund 12.060 Punkten Kaufinteresse auf.

Zum Handelsschluss ging es wieder deutlich aufwärts, die Frankfurter Benchmark ging mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 12.180 Zählern aus dem Handel. Das Tageshoch lag bei 12.208 Zählern.

Bereits das Handelsgeschehen am Dienstag hatte sich sehr sprunghaft gezeigt: Das Tageshoch lag bei 12.319 Zählern und damit mehr als 250 Punkte über dem Tagestief. Zum Schluss lag der Dax 1,6 Prozent mit Minus bei 12.092 Zählern.

Im Fokus der Anleger lag unter anderem auf frischen Konjunkturdaten: Der Handelsstreit mit den USA traf China erneut stark. Die chinesischen Exporte gingen im April stark zurück. Wie der Zoll am Mittwoch in Peking berichtete, sanken die Ausfuhren um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump für eine erneute Eskalation gesorgt, als er eine Erhöhung der Einfuhrzölle auf chinesische Waren ab dem kommenden Freitag ankündigte.

„Ob die Trump-Administration taktische Finten anwendet, um kurz vor einem Deal die Details zu verbessern, oder ob sich eine mehrjährige Eiszeit in den internationalen Handels-Beziehungen ankündigt, ist weiterhin offen“, sagte Ulrich Stephan, Anlagestratege bei Deutsche Bank. Die zunehmende Unsicherheit könnte den Dax in dieser Woche die Marke von 12.000 Punkten kosten, prognostizierte Stratege Jochen Stanzl vom Handelshaus CMC Markets.

Ein Blick auf die Börsenentwicklung an den vergangenen Tagen zeigt mal wieder deutlich: China ist von den Auswirkungen des Handelsstreits deutlich mehr betroffen als die USA. Der Shanghai Composite verlor seit einer Woche knapp fünf Prozent, der S&P 500 hingegen nur 1,6 Prozent. Besonders deutlich war die Differenz, als US-Präsident Trump per Tweet höhere Strafzölle ankündigte: Der Shanghai A-Aktienindex verlor 5,9 Prozent, die US-Indizes nur wenig.

Die Hausse an den Aktienmärkten seit Jahresanfang bringt aber die Kapitalmarktexperten der Banken ins Grübeln. Der Index hat seit Jahresbeginn rund 14,5 Prozent zugelegt und sogar Ende vergangener Woche mit über 12..400 Punkten den höchsten Stand seit acht Monaten erreicht.

Nun halten von den 15 Banken, die das Handelsblatt nach ihren aktuellen Kurszielen für den Dax befragt hat, sechs an ihren ursprünglichen Prognosen für das Jahresende fest. Drei haben ihre Kursziele sogar gesenkt. Die Kursziele zum Jahresende liegen zwischen 10.500 Punkte von Société Générale und 13.200 Zählern der Helaba.

Heißt dies nun für Anleger, dass sie sich auf schwierigere Zeiten einstellen müssen und dass die besten Zeiten in diesem Jahr wohl vorbei sind? Einen Vorgeschmack darauf gab es zumindest seit Anfang dieser Woche mit deutlichen Kursverlusten. Die bisherigen Erfahrungen mit den Dax-Kurszielen der Banken zeigen aber auch, dass sie nicht immer richtig liegen.

Treiber der Aufwärtsbewegung am Mittwochvormittag waren vor allem zahlreiche Firmenbilanzen. Einblick in ihre Bücher gewährten unter anderem die Commerzbank, Siemens, die Münchener Rück und Wirecard. Den Fragen der Aktionäre stellten sich die Deutsche Börse und die Allianz.

Auch die am Mittwochmorgen veröffentlichten Daten zur deutschen Industrie bewegten die Märkte. Die Industrieproduktion war im März um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Die Produktion von Vorleistungsgütern nahm um 0,4 Prozent und die von Konsumgütern um 1,1 Prozent zu. Die Produktion von Investitionsgütern blieb auf dem Niveau des Vormonats.

Einzelwerte im Fokus

Siemens: Florierende Geschäfte und die weitere Aufspaltung des Konzerns kommen bei den Anlegern der Münchener gut an. Die Aktien stiegen zwischenzeitlich über fünf Prozent auf ein Wochenhoch von 107,78 Euro und bleiben nach wie vor über der 107-Euro-Marke. Mit einem Plus von exakt fünf Prozent gehörte Siemens zum Handelsschluss zu den größten Gewinnern im deutschen Leitindex.

Im Industriegeschäft habe Siemens die durchschnittlichen Analystenerwartungen um neun Prozent übertroffen, rechneten die Experten der Investmentbank Jefferies vor. JP Morgan hob heraus, dass der Konzern überraschenderweise noch einigermaßen zuversichtlich auf das Geschäft blicke, obwohl die Auftragseingänge schwach seien. Alles in allem seien die vorgelegten Zahlen „solide“, urteilte das US-Finanzinstitut.

Sehr gut kam auch die geplante Abspaltung der Energiesparte an, die im kommenden Jahr eigenständig an der Börse gelistet werden soll. Das sei ein großer Schritt in die richtige Richtung, hieß es bei Jefferies. „Wir betonen seit einiger Zeit, dass Siemens einfacher werden sollte und werden wird.“

Wirecard: Wegen des boomenden Online-Handels erwartet der Zahlungsabwickler Wirecard in diesem Jahr einen noch stärkeren Gewinnanstieg als bisher. Der Betriebsgewinn (Ebitda) werde zwischen 760 und 810 Millionen Euro erreichen, kündigte das Dax-Unternehmen aus Aschheim am Mittwoch an. Das wären mindestens 36 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

„Der Vorstand erwartet für das verbleibende Geschäftsjahr 2019 eine anhaltend sehr gute Geschäftsentwicklung“, erklärte die Konzernführung um Firmenchef Markus Braun. Das quittierten auch die Aktionäre, die Wirecard-Aktie schloss mehr als 4,8 Prozent im Plus.

Deutsche Bank: Der Spitze des Instituts droht ein peinliches Abstimmungsergebnis: Der mächtige Aktionärsberater Institutional Shareholder Services (ISS) rät Investoren davon ab, den Vorstand und den Aufsichtsrat der Deutschen Bank zu entlasten. Am 23. Mai steht die Hauptversammlung an. Auf den Aktienkurs der Bank schlägt sich das nur leicht nieder: Der Titel lag zunächst im Minus, ging zum Schluss aber mit einem Plus von 0,33 Prozent aus dem Handel.

Commerzbank: Das Geldhaus sieht sich zum Jahresauftakt auf Kurs in eine zunächst weiterhin eigenständige Zukunft. „Durch Wachstum stärken wir unsere Ertragsbasis und wirken den niedrigen Zinsen und dem Margenverfall entgegen“, ließ Konzernchef Martin Zielke am Mittwoch mitteilen.

Die am Mittwoch vorgelegten Zahlen für das erste Quartal spiegelten diese Zuversicht kaum wieder. Die sinkenden Erträge und eine höhere Steuerlast brockten der Commerzbank einen Gewinneinbruch ein. Unter dem Strich verdiente das Institut im ersten Quartal 120 Millionen Euro und über die Hälfte weniger als ein Jahr zuvor (262 Millionen Euro). Die Anleger reagieren darauf zunächst mit einem Minus von einem Prozent bei den Commerzbank-Titeln, die aber zum Schluss bei 0,9 Prozent im Plus lagen.

Munich Re: Höhere Katastrophenschäden haben dem weltgrößten Rückversicherer zum Jahresstart einen deutlichen Gewinnrückgang eingebrockt. Unter dem Strich verdiente der Dax-Konzern im ersten Quartal 632 Millionen Euro und damit fast ein Viertel weniger als ein Jahr zuvor. Den Aktienkurs des Versicherers drückte das ein Prozent ins Minus.

Lufthansa: Seit dem 29. April befinden sich die Papiere von Europas größter Fluggesellschaft in einem Abwärtstrend – ohne Unterbrechung. Auch am Mittwoch geriet der Aktienkurs unter Druck und schloss mehr als 4,4 Prozent tiefer bei 19,47 Euro. Seit dem Allzeithoch von 31,26 Euro Anfang 2018 hat die Lufthansa-Aktie mehr als 30 Prozent verloren.

Bei der Hauptversammlung am Dienstag nahmen die Aktionäre besonders die Strategie mit der Billigtochter ins Kreuzfeuer: Eurowings flog im abgelaufenen Geschäftsjahr einen bereinigten operativen Verlust von 231 Millionen Euro ein. Für die Anteilseigner ist das Thema Eurowings auch deshalb so frustrierend, weil die Verluste dort die Profitabilität im Premiumsegment mit den Marken Lufthansa, Swiss und Aua aufzehren.

Borussia Dortmund: Aufgrund geringerer Transfererlöse hat der aktuelle Bundesliga-Zweite nach neun Monaten einen Gewinnrückgang verbucht. Nach internationaler Rechungslegung ging der Überschuss im Zeitraum Juli bis März auf 46,1 (Vorjahr: 61,6) Millionen Euro zurück. Die Transfererlöse sanken um 10,1 Prozent auf 409,2 Millionen Euro. Dennoch freuen sich die Aktionär, der Kurs steigt um 3,4 Prozent.

Was die Charttechnik sagt

Seit dem Jahreshoch am vergangenen Freitag mit 12.436 Punkten ist der Dax im kurzfristigen Korrekturmodus. Das bisherige Korrekturtief liegt bei 12.057 Zählern, das der Leitindex am gestrigen Dienstag erreichte.

Zudem rutschte der Index am gestrigen Handelstag erstmals seit sechs Wochen wieder unter seine 21-Tage-Linie. Diese gilt als Indikator für den kurzfristigen Trend.

Aus Sicht der Charttechnik gilt neben dem bisherigen Korrekturtief auch die Marke von 12.029 Zählern als wichtige Unterstützung. Dieser Punktestand wurde am 4. April erreicht, danach erfolgte die vorherige Korrektur, die mit einem Minus von rund 200 Zählern eher klein ausfiel.

„Optimal wäre es, wenn er in den nächsten Wochen bei möglichen Korrekturen über dem Niveau von 12.000 Punkten bliebe. Die aktuell stabile Verfassung spricht dafür, dass dem Dax dieser Kraftakt gelingt“, meinte Börsenexperte Anton Riedl am vergangenen Freitag. 

Darunter geht es um rund 11.800 Zähler, ein Widerstand aus dem vergangenen Monat. Sollte der Leitindex sogar unter das April-Tief von rund 11.600 Zählern rutschen, stünde der gesamte Aufwärtstrend seit Anfang 2019 zur Disposition.

Der nächste wichtige Widerstand, der den deutschen Leitindex in seiner Aufwärtsentwicklung bremsen könnte, liegt erst bei 12.344 Zählern. Darüber würde wieder das bisherige Jahreshoch (12.436 Punkte) in den Fokus rücken.

Analystencheck: Goldman Sachs empfiehlt Vonovia zum Kauf

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die Vonovia-Aktien nach der Telefonkonferenz zu den Erstquartalszahlen mit einem Kursziel von 52,60 Euro auf der „Conviction Buy List“ belassen. Eine diskutierte Enteignung von Berliner Immobilienbesitzern habe das Management wegen des dafür erforderlichen Finanzbedarfs als unwahrscheinlich erklärt, schrieb Analyst Jonathan Kownator in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Als einzige Lösung zur Deckung der Angebotslücke sei der vermehrte Bau von Wohnungen bezeichnet.

Die überwiegende Mehrheit der 30 Analysten, die im Handelsblatt-Analystencheck die Vonovia-Aktie beobachten, sind der gleichen Ansicht wie Kownator. 24 von ihnen empfehlen das Papier zum Kauf, sechs raten, es zu halten. Mit seinem Kursziel liegt der Goldman-Sachs-Analysten etwas über der gewichteten Empfehlung aller Analysten, wobei jüngere Analysen höher gewichtet werden als ältere. Sie liegt bei 51,23 Euro. Der aktuelle Kurs der Vonovia-Aktie liegt bei 52,60 Euro.

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