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Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Dax aktuell Dax schließt nach Gewinnmitnahmen im Minus – Rally bei Euro und Pfund

An den Aktienmärkten ist Experten zufolge im Moment die Luft raus. Insgesamt schneiden kleinere Werte zuletzt deutlich besser ab als größere.
03.12.2020 - 18:00 Uhr Kommentieren

Düsseldorf Anlegern hat an diesem Donnerstag der Mut zu neuen Investitionen gefehlt: Der deutsche Leitindex Dax schloss 0,4 Prozent im Minus bei 13.253 Punkten. Nachdem sich Bund und Länder am Mittwochabend darauf verständigt hatten, den aktuellen Teil-Lockdown bis zum 10. Januar weiterlaufen zu lassen, realisierten Anleger Gewinne aus der jüngsten Rally.

Damit setzte der Dax seine Seitwärtsbewegung der vergangenen Tage fort. Seit zweieinhalb Wochen bewegt er sich zwischen 13.005 Punkten auf der Unterseite und 13.455 Zählern auf der Oberseite. Nach Ansicht der Analysten der Helaba sind derzeit einfach schon viele positive Erwartungen eingepreist. Den Aktienmärkten gehe allmählich die Luft aus.

Dafür spricht auch, dass die Aussichten auf ein absehbares Ende der Pandemie die Stimmung nicht heben: Am Mittwoch beispielsweise hatte Großbritannien als weltweit erstes Land den neuen Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer zugelassen. Dennoch ging der Dax 0,5 Prozent niedriger bei 13.310 Zählern aus dem Handel.

Zwar ist der Dax im November rund 15 Prozent gestiegen, aber dieser fulminante Anstieg sollte laut den Helaba-Experten vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass der Leitindex zwischen Mitte und Ende Oktober ähnlich stark eingebrochen war. Tatsächlich liegt der Schlusskurs von Mittwoch lediglich 1,3 Prozent über dem Schlusskurs vom 12. Oktober bei 13.138 Zählern.

Deutlich besser entwickelten sich indes der Index der mittelgroßen deutschen Werte MDax und der Index der kleineren Werte SDax. Zwar brachen beide ebenfalls in der zweiten Oktoberhälfte ein. Doch der MDax notiert mittlerweile knapp vier Prozent über seinem Schlusskurs vom 12. Oktober, der SDax sogar mehr als sechs Prozent.

Auf Jahressicht sind die Unterschiede noch deutlicher: Seit dem 1. Januar hat der SDax zehn Prozent zugelegt, der Dax nur 0,5. Das unterstreicht das große Potenzial der kleineren Werte.

Der Dax ist von dieser Entwicklung aber abgeschnitten. Denn die zehn Unternehmen, die im kommenden September in den Dax aufsteigen und ihn so auf 40 Werte vergrößern, dürften die Gesamtperformance des Leitindex wegen ihrer geringeren Marktkapitalisierung wenig beeinflussen.

Blick auf Devisen

Ein Grund für die aktuelle Erholungspause ist der starke Euro. Der stieg zuletzt aufgrund der schwachen US-Währung über die Marke von 1,21 US-Dollar und markierte den höchsten Stand seit 2018.

Für die europäische Wirtschaft bringt dies Probleme mit sich. Durch einen starken Euro werden Güter aus Europa auf dem Weltmarkt teurer, und die Inflation im Währungsraum sinkt. Indes stieg am Donnerstag das langfristige Euro-Inflationsbarometer, das die Inflationserwartungen der Anleger beschreibt, auf 1,2559 Prozent und somit auf den höchsten Stand seit Februar. Dies bedeutet, dass Anleger zwischen 2025 und 2030 eine Teuerung von durchschnittlich rund 1,26 Prozent erwarten.

Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus Axi, vermutet, dass der starke Euro für Gesprächsstoff bei der Europäischen Zentralbank (EZB) sorgen dürfte. Diese dürfte vor einem zu starken Anstieg warnen. „Konkrete Maßnahmen oder eine überzeugende verbale Intervention dürften aber ausbleiben und den Kursanstieg daher nur temporär bremsen.“

Auch das britische Pfund legte am Donnerstag deutlich zu. Die britische Währung verteuerte sich um ein Prozent auf 1,3499 Dollar. Das ist der höchste Stand des Jahres.

Allerdings wetten Investoren an den Terminmärkten auf ein Scheitern der Brexit-Gespräche zwischen der EU und Großbritannien. So zeigte der auf Sicht von einem Monat basierende Risikoindikator eine Zunahme von Wetten auf einen Pfund-Kursrückgang an.

Einzelwerte im Fokus

Merck: Der Darmstädter Merck-Konzern hat mit dem britischen Biotechunternehmen Artios Pharma eine milliardenschwere Partnerschaft vereinbart. Zusammen wollen die beiden Firmen neue Therapien für Krebspatienten entwickeln, wie Merck am Donnerstag mitteilte. Merck erhält im Zuge der Kooperation, die zunächst auf drei Jahre angelegt ist, die Option auf die exklusive Entwicklung und Vermarktung von Substanzen für bis zu acht Zielmoleküle aus der gemeinsamen Forschung. Artios winken aus der Zusammenarbeit Zahlungen in Milliardenhöhe. Die Merck-Aktie schloss 1,6 Prozent im Plus.

Fresenius: Die Aktie des Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmens gehörte zu den Verlierern im Dax und verlor 1,3 Prozent. Die Bank of America konnte keinen Kurstreiber für die Papiere mehr ausmachen und strich daher die Kaufempfehlung.

Adidas: Der Sportartikelhersteller gehörte zu den stärksten Dax-Werten. Die Aktie gewann 2,2 Prozent. Der Kurs hatte zuletzt deutlich nachgegeben, auf dem tieferen Kursniveau griffen Anleger nun wieder zu.

Siemens Healthineers: Die Aktien von Siemens Healthineers legten 3,5 Prozent zu. Sie profitierten von Kaufempfehlungen der Commerzbank und der Bank of America.

Ceconomy: Der SDax-Kontern kletterte um 4,9 Prozent nach oben auf den höchsten Stand seit Februar. Anleger setzen laut Händlern darauf, dass der Betreiber von Saturn und Mediamarkt vom Weihnachtsgeschäft profitiert, zumal beide Elektronikmärkte das Online-Geschäft forciert hätten.

Orange Belgium: Angesichts der angepeilten Anteilsaufstockung durch den französischen Mutterkonzern Orange gingen Papiere der belgischen Tochter durch die Decke. Orange Belgium, an dem die Franzosen bereits 52,9 Prozent halten, stiegen um 35,3 Prozent auf 21,95 Euro. Der Telekomkonzern will 22 Euro je Aktie in bar zahlen.

Rolls-Royce: Spekulationen auf eine Erweiterung der Produktpalette hievten Rolls-Royce mit einem Plus von 15,5 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als drei Monaten. Der britische Triebwerkshersteller erwägt einem Bericht von Bloomberg zufolge den Wiedereinstieg in den Markt für kleinere Düsenflugzeuge (Jetliner) mit nur einem Kabinengang. Momentan ist der Konzern auf Motore für Großraumflugzeuge spezialisiert.

Was die Charttechnik sagt

Auf der Oberseite ist für den Dax weiterhin das bisherige Corona-Hoch mit 13.460 Punkten aus dem Monat September relevant. Das ist die höchste Notierung seit dem Corona-Crash Mitte März, als der Dax auf 8255 Punkte abrutschte.

Für strategische Investoren bietet sich eine Aufwärtskurslücke von Anfang des Monats November als Stop-Loss-Marke an. Solche Lücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt.

Konkret: 12.596 Punkte war der höchste Stand am Freitag (6. November), 12.671 Zähler der tiefste Kurs am Montag (9. November). Solange der Dax oberhalb von 12.671 Zählern bleibt, gibt es aus technischer Sicht keine Zweifel an der aktuellen Aufwärtsbewegung seit Ende Oktober, als der Dax bei 11.450 Punkten stand.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

Mit Agenturmaterial.

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