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Dax aktuell Dax schließt nach Rekord im Minus – Siemens Energy größter Gewinner des Tages

Von einer üblichen Sommerkorrektur ist noch nichts zu erkennen. Doch Anleger sollten in solch einer Dax-Rally vorsichtig agieren.
14.06.2021 - 18:03 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Am deutschen Aktienmarkt durften sich Anleger zum Wochenauftakt über ein neues Rekordhoch freuen. Die neue Bestmarke liegt bei 15.803 Zählern. Doch zum Handelsschluss war von den Kursgewinnen nichts mehr übrig. Der Dax schloss 0,1 Prozent leichter bei 15.674 Punkten.

Auch der MDax der mittelgroßen Werte sowie der Nebenwerteindex SDax erreichten am Montag neue Bestmarken. Der SDax kletterte auf bis zu 16.531 Punkte, der MDax erreichte mit 34.263 Zählern ein neues Rekordhoch.

Ein Grund für die steigenden Kurse: Eine kleine Zahl von Anlegern will wieder investieren, wie die aktuelle Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment zeigt. Nach zehn Wochen Enthaltsamkeit am Aktienmarkt in Sachen Neuengagements ist das eine positive Nachricht.

Laut technischer Analyse liegt die nächste Anlaufstelle für den deutschen Leitindex bei 16.200 Punkten. Neben komplizierteren Methoden ist sie auch einfach zu berechnen: Die Differenz zwischen dem Dax-Stand zu Beginn des Ausbruchsversuchs nach oben lag in der vergangenen Seitwärtsphase von Anfang April bis Ende Mai bei 700 Punkten. Charttechniker addieren diese 700 Stellen zur oberen Begrenzung hinzu – konkret auf den Stand von 15.500 Zählern, was das nächste Ziel von 16.200 Punkten erklärt.

Es gibt keine Garantie, dass diese 16.200 Punkte in den kommenden Handelstagen erreicht werden. Zwar ist von einer üblichen Sommerkorrektur noch nichts zu erkennen, doch Anleger sollten in solch einer Rallyphase vorsichtig sein. Zumindest die Stop-Loss-Marken sollten nachgezogen werden. Und bei größeren Kurssprüngen nach oben bieten sich je nach Depotstruktur auch Gewinnmitnahmen an. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass es in diesem Sommer noch deutlich tiefere Kurse gibt.

Neue Trends an den Märkten

An den Märkten gibt es derzeit viele neue Trends. Einer der wichtigen ist: Trotz hoher Inflationsraten fallen die Anleiherenditen. So gab es bei den Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen mit einem Minus von fast elf Basispunkten, den größten Wochenverlust seit einem Jahr. Und dies, obwohl die Konsumentenpreisinflation im Mai weiter angezogen hat und die Kernrate – Teuerung ohne Berücksichtigung von Energie- und Lebensmittelpreisen – mit einem Plus von 3,8 Prozent im Jahresvergleich den Konsens der Ökonomen um rund 0,4 Prozent übertraf. Aktuell liegt die Rendite bei dieser US-Benchmarkanleihe bei 1,489 Prozent. Noch Ende März lag dieser Wert bei 1,744 Prozent.

Diesen Widerspruch zwischen hoher Inflation und sinkenden Anleiherenditen lässt den Schluss zu: Offenbar behält die US-Notenbank mit ihrer Einschätzung recht, dass die Inflation nur vorübergehend ist. Die Angst vor einem Tapering, einem frühzeitigen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik, schwindet dahin.

Die fallenden Renditen haben in den vergangenen Wochen entsprechend die Kurse der Wachstumsaktien beflügelt. So stiegen die Notierungen klassischer Corona-Gewinner-Papiere wie etwa des Fitnessgeräteherstellers Peloton und Zoom Video in den vergangenen fünf Handelstagen um jeweils mehr als neun Prozent. Im Dax kletterte die SAP-Aktie in der vergangenen Handelswoche um mehr drei Prozent. Am Montag ging es um weitere 1,3 Prozent aufwärts.

Gefragt waren zu Wochenbeginn auch Aktien aus dem Umfeld der erneuerbaren Energien. So gewannen die Papiere von Siemens Energy an der Dax-Spitze 4,2 Prozent. Die Anteilsscheine des Windkraftanlagenhersteller Nordex zogen im MDax um 7,6 Prozent an. Die führenden westlichen Industriestaaten hatten bei ihrem G7-Gipfel am Wochenende unter anderem bei den gemeinsamen Klimazielen neue Einigkeit demonstriert.

Bitcoin steigt über 40.000 Dollar

Tesla -Chef Elon Musk sorgte mit einer Äußerung auf Twitter erneut für Bewegung bei den Kryptowährungen. Der Bitcoin legte am Montagnachmittag um gut zwölf Prozent auf rund 40.650 Dollar zu. Die wichtigste und älteste Cyberdevise ist damit seit dem Jahrestief von 27.734 Dollar am 4. Januar um mehr als 40,7 Prozent gestiegen. Die Digitalwährung Ether kletterte um acht Prozent auf 2555 Dollar. Musk hatte zuvor angekündigt, Bitcoin als Zahlungsmittel unter Bedingungen wieder zu akzeptieren.

„Von einer nachhaltigen Trendwende kann weiter noch lange nicht die Rede sein“, meint Timo Emden vom gleichnamigen Researchhaus. „Neben den jüngsten Regulierungssorgen aus dem Reich der Mitte und den Vereinigten Staaten ist es Elon Musk, welcher als Unsicherheitsfaktor anzuführen ist.“

Die Stimmungslage bei der Kryptowährung Bitcoin hingegen sieht konstruktiv aus. Um es mit einem Begriff aus der Kryptoszene zu beschreiben: hodl. Gemeint damit ist die „Buy-and-hold-Strategie“, also kaufen und halten.

Zum einen zeigt der sogenannte „Fear-and-Greed“-Index für Kryptowährungen extreme Angst unter den Anlegern an. Dieses Verhalten gilt als Kontraindikator und damit als Zeichen, dass die Kurse nicht weiter abstürzen dürften. Bei der Index-Berechnung, die sich am US-Aktienmarkt bereits etabliert hat, fließen verschiedene technische Marktdaten wie Volumen oder Volatilität ein.

Auch die Handelsblattumfrage und die Erhebung des Analysehauses Animusx zum Bitcoin zeigen: An der Zukunftsfähigkeit zweifelt kaum ein Anleger. Die aktuelle Stimmung ist nah dem Kursrutsch vom Spitzenwert bei rund 64.000 Dollar Mitte April auf zwischenzeitlich knapp 30.000 Dollar immer noch schlecht, doch der Zukunftsoptimismus ist deutlich angestiegen.

Das ist konstruktiv, weil offenbar Anleger auf den Einstieg warten. Allerdings haben diese beiden Umfrage keine große Historie, die Aussagekraft ist also eingeschränkt.

Woran können sich Anleger orientieren, zu welchem Zeitpunkt sie Bitcoins kaufen oder verkaufen wollen? Lesen Sie hier, welche drei Indikatoren Anlegern Orientierung bieten.

Blick auf die Einzelwerte

Teamviewer: Eine Partnerschaft mit SAP beflügelte die Aktien von Teamviewer. Die Titel Aktien des Spezialisten für Fernzugriff und -wartung per Computer stiegen um 5,9 Prozent. Das ist der größte Kurssprung des Jahres. Im Rahmen der Zusammenarbeit soll den Angaben zufolge unter anderem Teamviewer-Software in SAP-Produkte integriert werden. Außerdem sei eine Vermarktungspartnerschaft geplant.

Philips: Ein Rückruf von Schlaf-Apnoe-Geräten belastet die Papiere von Philips. Die Aktien der Medizintechnik-Firma verloren in Amsterdam 4,2 Prozent. Das sei ein Schlag für die Reputation des Managements, kommentieren die Analysten der Berenberg Bank. Schließlich habe es schon öfter Qualitätsprobleme gegeben.

Traton: Die Aktien der Volkswagen-Nutzfahrzeugtochter Traton legten nach einem Reuters-Bericht über eine mögliche Kapitalerhöhung etwas zu. Die im Kleinwerte-Index SDax notierten Titel schlossen 0,4 Prozent fester. Traton wolle vergleichsweise wenig frisches Geld einsammeln, sagte ein Börsianer. Außerdem werteten Investoren positiv, dass die zusätzlichen Mittel zur Finanzierung der Übernahme des US-Rivalen Navistar genutzt werden solle. Insidern zufolge zieht Traton in Erwägung, neue Aktien im Volumen von mehr als einer Milliarde Euro auszugeben, das entspricht rund zehn Prozent der Anteile.

Heidelberg Cement: Ein positiver Analystenkommentar ermuntert Anleger zum Einstieg. Die Aktien des Bauindustrie-Zulieferers verloren 0,4 Prozent. Dabei haben die Experten von Morgan Stanley ihr Kursziel für die Titel auf 93 von 84 Euro hochgesetzt. Aktuell notiert sie bei knapp 75 Euro.

Fraport: Der Flughafenbetreiber spürt erste Erholungstendenzen nach den Reisebeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Im Mai verbuchte der Konzern mit 1,25 Millionen Passagieren knapp 360 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Damals war der Flugverkehr allerdings wegen Corona fast zum Erliegen gekommen. Auch bei der Luftfracht erzielte Fraport im Mai ein Plus von 27,2 Prozent auf 204.233 Tonnen; gegenüber Mai 2019 immerhin ein Anstieg um zehn Prozent. Die Aktie schloss 1,4 Prozent fester.

Gold-Rally dürfte Verschnaufpause einlegen

Seit knapp drei Wochen versucht der Goldpreis pro Feinunze (31,1 Gramm) vergeblich, die Marke von 1900 Dollar nachhaltig zu überwinden. Genauer gesagt geht es um die Marke von 1912 Dollar, das ehemalige Rekordhoch aus dem Jahr 2011, das bis 2020 Bestand hatte.

Aus technischer Sicht dürfte die Rally, die mit dem Sprung über die Marke von 1800 Dollar eröffnet wurde, erst dann weitergehen, wenn diese Marke von 1912 Dollar nachhaltig überwunden wird.

Doch die Fortsetzung dürfte noch einige Zeit dauern. Mittlerweile schwelgen die Goldanleger laut den Daten des Analysehauses Animusx in Euphorie, daran hat auch die Seitwärtsbewegung der vergangenen drei Wochen nichts geändert. Euphorie ist ein Kontraindikator, weil es – vereinfacht formuliert – nur noch wenige Käufer gibt.

Abwarten heißt nun die Devise, die laufende Gold-Rally dürfte vermutlich zunächst eine Verschnaufpause einlegen. Kein Wunder, dass der Goldpreis bereits am heutigen Montag auf rund 1860 Dollar abrutscht.

Was die Dax-Charttechnik sagt

Seit dem Ausbruch aus der gut zweimonatigen Seitwärtsphase mit 14.800 Punkten auf der Unter- und 15.500 Zählern auf der Oberseite hat sich das charttechnische Bild gewandelt. Aus dem ehemaligen Widerstand bei 15.500 Zählern ist nun eine Unterstützungsmarke geworden. Dazu passt das Korrekturtief seit diesem Ausbruch, das bei 15.477 Zählern am vergangenen Donnerstag erreicht wurde. Dieser Bereich bietet sich für tradingorientierte Anleger als Stop-Loss-Marke an. Kurse unterhalb wären auch das Signal für den Startschuss der Sommerkorrektur.

Solange der Dax oberhalb dieser Marke bleibt, ist der Rallymodus intakt und es gilt das Kursziel von 16.200 Punkten. Zur Berechnung wird die ehemalige Seitwärtsspanne von 700 Punkten zur Oberseite addiert. Auf dem Weg dahin sind für die technischen Analysten der Bank HSBC die Marken 15.764 und 15.925 Punkte die nächsten Etappenziele.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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