Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Dax aktuell Dax schließt nach schwacher Ifo-Umfrage deutlich im Minus – Weitere Gewinnmitnahmen möglich

Der miserable Auftakt der Corona-Impfungen hinterlässt seine Spuren am deutschen Aktienmarkt. Anleger handeln wie zu Hochzeiten der Corona-Pandemie.
25.01.2021 - 17:57 Uhr 1 Kommentar
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Dem Dax ist der Start in die neue Handelswoche missglückt: Der deutsche Leitindex schloss 1,7 Prozent im Minus bei 13.644 Punkten.

Auslöser für die Verluste war der schwache Ifo-Index: Die zweite Corona-Welle und der langsame Impfstart bereiten auch den deutschen Top-Managern Sorgen. Die Stimmung der Unternehmen in Deutschland hat sich zum Jahresauftakt verschlechtert. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Januar auf 90,1 Punkte von 92,2 Zählern im Vormonat.

Damit weitete der Dax seine Korrektur aus, die nach dem Rekordhoch am 8. Januar begann. Das neue Korrekturtief liegt nun bei 13.600 Punkten, dem Tagestief vom heutigen Nachmittag. Am vergangenen Freitag beendete der deutsche Leitindex den Handel mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 13.874 Zählern.

Offenbar realisieren Anleger am deutschen Aktienmarkt, dass der miserable Auftakt zur Impfung gegen das Coronavirus die wirtschaftlich Erholung verzögern dürfte. Denn am Markt herrscht ein Handel wie zu Hochzeiten der Corona-Pandemie: Der deutsche Leitindex verliert deutlich, der technologielastige TecDax hingegen steigt um 0,3 Prozent. Auch der technologielastige US-Auswahlindex Nasdaq kletterte parallel auf ein neues Rekordhoch.

Was vor allem für eine Verzögerung der wirtschaftlichen Erholung spricht: Im deutschen Leitindex verlieren gerade die zyklischen Werte. Der Verliererliste führen Triebwerk-Hersteller MTU mit einem Minus von 5,1 Prozent und Heidelberg Cement mit einem Verlust von 4,8 Prozent. Dahinter folgen mit Continental, Daimler und VW drei Autowerte. Der Immobilienwert Vonovia und Essenslieferant Delivery, die als Profiteure der Pandemie gelten, waren auch am heutigen Montag unter den Gewinnern.

Der langsame Impfstart hinterlässt vor allem bei den Touristikaktien Spuren. Das Tui-Wertpapier verlor bereits am vergangenen Freitag mehr als 17 Prozent. Auch der europäische Branchenindex rutscht weiter um zwei Prozent und fällt auf ein neues Monatstief. Zu den deutlichen Verlierern zählen am Montag auch die Papiere von Lufthansa und Fraport. Die Aktie der Kranich-Airline verliert 3,3 Prozent, die des Flughafenbetreibers gibt 1,3 Prozent nach.

Weitere Gewinnmitnahmen möglich

Rund 20 Prozent konnte der Dax seit dem 1. November 2020 zulegen. Kein Wunder, dass Anleger seit einiger Zeit Gewinne mitnehmen, der Dax also seit dem Rekordhoch vom 8. Januar mit 14.132 Punkten korrigiert. Diese Phase könnte angesichts der hohen Gewinne in den vergangenen Monaten auch noch etwas länger andauern. Bislang verlief die Korrektur keineswegs deutlich, der Dax rutschte nur weniger als vier Prozent ab.

Dass der deutsche Leitindex nach der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden am vergangenen Donnerstag auf 13.750 Punkte abrutschte, ist daher auch kaum überraschend. „Sell on good news“, lautet die dazu passende Börsenregel. Die Amtseinführung verlief trotz gegenteiliger Erwartungen problemlos. Anleger machten anschließend zunächst Kasse. Dennoch konnte der Dax in der vergangenen Handelswoche insgesamt um 0,6 Prozent zulegen.

Widerstand bei 14.030 Punkten

Laut Anlegerstimmung dürfte sich dieser Aufwärtstrend der vergangenen Monate auch weiter fortsetzen. Denn für Sentimentexperte Stephan Heibel stellt sich nach der Auswertung der aktuellen Handelsblattumfrage Dax-Sentiment nur die Frage, „wann die Rally wieder aufgenommen wird – nicht ob“.

Diese Schlussfolgerung gleicht sich mit der kurzfristigen Einstellung am Montagmorgen. Laut der täglichen Handelsblattumfrage „Wird der Dax heute fallen oder steigen?“ glauben 59 Prozent an eine positive Entwicklung am heutigen Montag. Nur 27 Prozent erwarten fallende Kurse. Diese Frage wird täglich auf der Handelsblatt-Startseite gestellt.

Aus technischer Sicht muss das deutsche Börsenbarometer aber zunächst die Marke von 14.030 Zählern überwinden, an der der Index in den vergangenen Handelstagen bereits zwei Mal gescheitert ist. Solch ein Anstieg dürfte anschließend zu einem neuen Rekordhoch oberhalb von 14.132 Punkten führen.

Ein nicht ganz einfaches Unterfangen: Denn für den Verhaltensökonomen Joachim Goldberg ist laut den Daten der Anlegerumfrage der Börse Frankfurt derzeit der „Deckel drauf“. Spätestens im Bereich von 14.150 bis 14.200 Zählern rechnet er wieder mit Gewinnmitnahmen.

Blick auf die Aktien von Philips, Siltronic und BVB

Philips: Der niederländische Medizintechnikkonzern hat das Jahr etwas besser beendet als von Analysten erwartet. Der Umsatz stieg im vierten Quartal auf vergleichbarer Basis um rund sieben Prozent auf 6,0 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg von 730 Millionen Euro auf 795 Millionen. Der Konzern hat nach eigenen Angaben sowohl von der Corona-Pandemie als auch von seinem herkömmlichen Geschäft profitiert. Die Aktie legte in einem schwachen Marktumfeld 2,3 Prozent zu.

Siltronic: Spannend verläuft die geplante Übernahme des Münchener Chip-Zulieferers Siltronic durch die taiwanische Firma Globalwafers. Der größere Konkurrent will sich nun mit mindestens 50 Prozent der Siltronic-Aktien begnügen. Knapp 37 Prozent hat er bereits sicher. Bisher hatte Globalwafers einen Anteil von 65 Prozent zur Bedingung für die 4,35 Milliarden Euro schwere Übernahme gemacht, sich eine Senkung aber ausdrücklich vorbehalten. Mit der neuen Annahmeschwelle verlängert sich die Frist bis zum 10. Februar.

Globalwafers hatte das Angebot für Siltronic zweimal nach oben geschraubt, von ursprünglich 125 auf 145 Euro je Aktie. Das sei aber das „endgültige“ Angebot, mehr werde man nicht zahlen, hatte Vorstandschefin Doris Hsu betont. Die Aktionäre glauben das, die Aktie notierte nach einem Zwischenhoch von 147 Euro am vergangenen Freitag nun wieder bei rund 141 Euro.

BVB: Die 2:4-Pleite bei Borussia Mönchengladbach macht Borussia Dortmund (BVB) zu schaffen. Die BVB-Aktien fielen um 2,6 Prozent. Bereits in der vergangenen Handelswoche hat das Papier um rund acht Prozent nachgegeben.

Siemens Energy: Die Aktie legte knapp drei Prozent zu. Der Energietechnik-Konzern hat im ersten Quartal schwarze Zahlen geschrieben und seine Jahresziele bekräftigt.

Gold und Staatsanleihen waren gefragt

Vor diesem Hintergrund griffen einige Investoren zu Gold. Der Preis verteuerte sich um 0,1 Prozent auf 1855 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Zusätzlichen Rückenwind erhalte das Edelmetall von der Aussicht auf weitere staatliche und geldpolitische Hilfen zur Abfederung der Pandemie-Folgen, sagte der unabhängige Analyst Ross Norman. Dies schüre Inflationssorgen und mache dadurch Gold als Schutz dagegen attraktiv.

Mit Staatsanleihen deckten sich Investoren ebenfalls ein. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf minus 0,552 Prozent. Gefragt waren auch ihre italienischen Pendants, die bei plus 0,664 Prozent rentierten. Medienberichten zufolge plant Ministerpräsident Giuseppe Conte einen Rücktritt, um eine neue Koalition zu schmieden und Neuwahlen zu verhindern.

„Offenbar räumen Investoren einem solchen Schachzug gute Erfolgschancen ein“, sagte Anlagestratege Antoine Bouvet von der ING Bank. Einem Insider zufolge kommt ein Rücktritt für Conte allerdings nicht infrage. Was die Alternative sein könnte, ließ er aber offen.

Club Talk mit Jürgen Röder


Was die Dax-Charttechnik sagt

Die derzeitigen Leitplanken für den deutschen Leitindex sind fest umrissen: Auf der Unterseite steht die Marke von 13.500 Punkten im Fokus. Mittelfristig agierende Anleger können je nach Strategie und Risikobereitschaft ihre Stop-Loss-Marke in diesem Bereich einziehen.

Auf der Oberseite ist das Rekordhoch von 14.132 Zählern der erste Widerstand. Darüber dient für die technischen Analysten der Bank HSBC die Marke von 14.228 Punkten als nächste Anlaufstelle. Aus charttechnischer Sicht lässt sich in den kommenden Tagen und Wochen aber auch ein Kursziel von zunächst 14.700 Zählern ableiten.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

Startseite
Mehr zu: Dax aktuell - Dax schließt nach schwacher Ifo-Umfrage deutlich im Minus – Weitere Gewinnmitnahmen möglich
1 Kommentar zu "Dax aktuell: Dax schließt nach schwacher Ifo-Umfrage deutlich im Minus – Weitere Gewinnmitnahmen möglich"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • So lesen wir es: "Anleger handeln wie zur Hochzeiten der Corona-Pandemie." und "Damit weiter der Dax seine Korrektur aus, die nach dem Rekordhoch am 8. Januar begann." Im ersten Satz ist ein R zu viel, im zweiten Satz - dem mit der Korrektur - fehlt ein T. Mein Vorschlag: Jemand sollte Korrektur lesen.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%