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Dax aktuell Dax schließt nahe 11.600 Punkten – Handelsstreit drückt Märkte ins Minus

Trumps Ankündigung, noch heute auf Chinas neue Strafzölle zu reagieren, lässt den Dax sinken. In der Rede von Fed-Chef Powell vermissen Anleger deutliche Signale.
Update: 23.08.2019 - 18:10 Uhr 1 Kommentar
Das Interesse der Anleger gilt am Freitag dem Handelsstreit und der Rede von Jerome Powell. Quelle: dpa
Blick in den Handelssaal

Das Interesse der Anleger gilt am Freitag dem Handelsstreit und der Rede von Jerome Powell.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die neue Runde im Handelsstreit zwischen den USA und China hat am Freitag die Märkte belastet. Die Ankündigung von US-Präsident Trump, noch heute auf Chinas neue Zölle zu reagieren, schickte den Dax auf Talfahrt. Der Leitindex ging 1,2 Prozent tiefer aus dem Handel bei 11.612 Punkten. Auch MDax und EuroStoxx notierten mit 0,8 beziehungsweise mit einem Prozent im Minus.

China hatte am Freitagnachmittag angekündigt, weitere Zölle im Umfang von rund 75 Milliarden Dollar zu verhängen, die ab dem 1. September beziehungsweise ab dem 15. Dezember gelten sollen. An den Börsen hatte das umgehend für Kursverluste gesorgt: Der Dax verlor binnen einer Viertelstunde mehr als 120 Punkte.

Besonders exportabhängige Autowerte wie Daimler, BMW und Volkswagen gingen auf Talfahrt und verbuchten zum Teil Verluste von bis zu drei Prozent. Sie leiden besonders unter dem Handelsstreit. Auch die Technologie-Branche geriet unter die Räder: So notierten beispielsweise die Papiere des Halbleiterherstellers Infineon rund 2,8 Prozent im Minus.

Mit Spannung haben Anleger am Freitag auch auf die Rede des US-Notenbank-Chefs Powell auf dem Treffen der Währungshüter in Jackson Hole gewartet. Sie gab jedoch kaum Hinweise darauf, ob die Fed auf ihrer nächsten Sitzung im September ihre Zinsen erneut senken wird.

Powell benannte in seiner Rede zwar eine Reihe von Risiken für die US-Konjunktur. Viele davon hingen mit den US-Handelskonflikten mit China und anderen Ländern zusammen. Insgesamt sieht er die US-Wirtschaft aber in einer „günstigen Lage“.

Er sei bereit, „angemessen zu reagieren, um die US-Wirtschaft zu stützen“, sagte er in seiner Rede. Ob dazu weitere Zinssenkungen nötig seien, ließ er jedoch offen. Einen solchen Schritt hatte die Fed Ende Juli gewagt – das erste Mal seit zehn Jahren.

US-Präsident Donald Trump pocht seit Monaten auf Zinssenkungen, um die angeschlagene US-Wirtschaft zu stimulieren. Zuletzt forderte er öffentlich eine Reduktion des Leitzinses um einen ganzen Prozentpunkt. Anleger hatten auf konkretere Hinweise gehofft.

Von einigen Marktbeobachtern kamen schon vor der Rede Einschätzungen, die verhalten ausfielen. Sie sagten, die Märkte sollten ihre Erwartungen nicht zu hoch ansetzen – und warnten vor der Fallhöhe des Marktes, sollte der Fed-Chef in seinen Äußerungen nur vage bleiben.

„Investoren wollen nicht akzeptieren, dass es keine weiteren Zinssenkungen gibt, und haben für dieses Jahr mindestens zwei weitere schon eingepreist“, sagte Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda gegenüber der Nachrichtenagentur „Reuters“. Es bestünde die Gefahr, dass nach einer möglichen Enttäuschung weitere Sorgen um eine Rezession auftreten und die Märkte die Fed „abstrafen“ könnten, schätzt er die Lage ein.

Nach Trumps Ankündigung, auf Chinas neue Zölle noch heute reagieren zu wollen, brach auch der Dow Jones-Index der Standardwerte ein, ebenso wie der S&P 500 und die Technologiebörse Nasdaq.

Aus Furcht vor einem durch den eskalierenden Handelsstreit verursachten weltweiten Wirtschaftsabschwung stürzten auch die Ölpreise ab: Binnen weniger Minuten ging es für die US-Sorte WTI mehr als drei Prozent ins Minus, die Nordseesorte Brent verlor mehr als zwei Prozent.

Für Kursgewinne sorgte die Ankündigung dagegen bei Gold, das in Krisenzeiten als sicherer Hafen gilt. Eine Feinunze wurde am Abend bei 1527,96 US-Dollar gehandelt – und verteuerte sich damit um fast zwei Prozent. Auch die Kurse von Staatsanleihen legten zu, im Gegenzug dazu fielen die Rendite der Papiere. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte zuletzt bei bei minus 0,676 Prozent.

Einzelwerte im Fokus

Stahlaktien rücken am Freitag erneut in den Fokus der Anleger. Das Handelsblatt hatte berichtet, dass der Industriekonzern Thyssen-Krupp die Übernahme des Stahlhändlers Klöckner plant. Zwischen beiden Unternehmen haben bereits konkrete Gespräche stattgefunden. Auch eine Fusion zwischen Thyssen-Krupp und dem Stahlkonzern Salzgitter gilt als denkbar.

Thyssen-Krupp: Bei den Anlegern sorgt dies zunächst für Begeisterung – die Aktie von Thyssen-Krupp gewann zeitweise über vier Prozent auf fast elf Euro. Papiere des Ruhrkonzerns hatten am Donnerstag deutlich an der Dax-Spitze gestanden. Nach Trumps Ankündigung notierten die Papiere zum Handelsschluss jedoch 0,72 Prozent im Minus. Klöckner-Aktien legten dagegen um mehr als sieben Prozent zu. Die Titel von Salzgitter verloren am Nachmittag ebenfalls und notierten zum Handelsschluss 0,5 Prozent im Minus.

Daimler: Die Aktien des Autokonzerns reagierten stark auf die neue Runde im Handelsstreit: Die Papiere des Konzerns fielen um drei Prozent und notierten zum Handelsschluss bei 40,71 Euro.

Bechtle: Im MDax klettern die Papiere des IT-Systemhauses Bechtel an die Spitze des Indizes. Bechtle profitierte von der Hochstufung der Baader Bank. Sie hat ihre Bewertung von „Hold“ auf „Buy“ aufgewertet. Das Kursziel liegt weiter bei 112 Euro. Die Papiere schlossen 1,6 Prozent im Plus.

Hella: Am Ende des MDax versackten dagegen die Papiere von Hella. Die Verkaufsempfehlung der Bank von America belastete den Lippstädter Automobilhersteller an der Börse und schickte die Aktie um 3,5 Prozent ins Minus.

Analystencheck: JP Morgan widmet sich Rolls-Royce

Die US-Bank JP Morgan hat die Einstufung für Rolls-Royce auf „Underweight“ mit einem Kursziel von 600 Pence belassen. Die Ratingagentur S&P habe die Kreditwürdigkeit des britischen Treibwerkbauers nun bereits zum dritten Mal abgestuft, schrieb Analyst David Perry in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Zudem schloss Perry aus Gesprächen mit Investoren, dass einige Anleger wohl die möglichen Vorteile aus Währungsabsicherungsgeschäften überschätzt hätten.

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  • Det macht einfach keenen Spaß mehr... :)

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