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Dax aktuell Dax schließt nahezu unverändert – Anleger warten Ende der Fed-Sitzung ab

Das Kaufinteresse der Anleger ist extrem niedrig, trotzdem erreichen die Börsen ständig neue Rekordstände. Das könnte auch ein Warnzeichen sein.
16.06.2021 - 18:11 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der deutsche Leitindex hat am heutigen Mittwoch in der Nähe seines Rekordhochs geschlossen: Zum Börsenschluss notierte der Dax bei 15.711 Punkten und damit 0,1 Prozent unter dem Vortagesschluss.

Die gültige Bestmarke erreichte die Frankfurter Benchmark am Montag dieser Woche mit 15.803 Zählern. Laut Martin Utschneider, technischer Analyst bei der Privatbank Donner & Reuschel, stellt das jüngste Rekordhoch „wohl nur eine Durchgangsstation dar“.

Denn die Dynamik des Kursaufschwungs lässt zwar nach, aber die Börsen erreichen ständig neue Rekordstände. Der Dax hat innerhalb von vier Wochen vier neue Bestmarken erreicht. Trotz der Rekordstände gibt es aber auch einige Warnzeichen an den Börsen. Die beiden Rekordhochs vom 4. und 7. Juni wurden mit extrem geringen Börsenumsätzen erzielt. Diese beiden Börsentage gehören zu den vier umsatzschwächsten Tagen in diesem Kalenderjahr. Offensichtlich sind immer weniger Anlegerinnen und Anleger bereit, auf diesem Kursniveau einzusteigen.

„Dies legt ein deutlich nachlassendes Kaufinteresse nahe“, meint Thomas Altmann, Leiter Portfolio-Management bei QC Partners. Was die Frage nahelegt: Können sich die Kurse also nur oben halten, solange dem geringen Kaufinteresse ein noch geringeres Verkaufsinteresse gegenübersteht?

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    Altmanns Fazit: „Für den Dax wird die Luft dünner. Man muss angesichts der aktuellen Faktenlage sicherlich nicht gleich einen Crash prophezeien. Aber auf einen unruhigeren Markt mit stärkeren Schwankungen, die auch mal nach unten gerichtet sein können, sollte jeder vorbereitet sein.“ Was wohl eine jahresübliche Sommerkorrektur bedeuten dürfte, die in den Vor-Corona-Jahren den Dax um rund zwölf Prozent abrutschen ließ.

    Interessant ist in dem Zusammenhang dabei die Sicht der Anlageprofis. Denn mit einer solchen Korrektur, die formal ab einem Rückgang von zehn Prozent beginnt, rechnen die meisten Anlageprofis zumindest am US-Markt nicht.

    Laut der monatlichen Umfrage der Bank of Amerika unter 207 internationalen Portfoliomanagern geht mehr als die Hälfte davon aus, dass es in den kommenden sechs Monaten eine Aktienkorrektur nur zwischen fünf und zehn Prozent geben wird. 29 Prozent rechnen mit Rückschlägen von bis zu 15 Prozent. Eine noch deutlichere Abwärtsbewegung haben nur wenige Investoren auf der Agenda. Die Zahlen zeigen auch, dass sehr hoher Optimismus herrscht.

    Entscheidung der US-Notenbank steht an

    Eine wichtige Frage lautet noch: Wie reagiert der Dax auf die Entscheidung der US-Notenbank, die am heutigen Mittwoch hierzulande nach Börsenschluss veröffentlicht wird, aber eigentlich schon feststeht? Alle Experten sind sich einig, dass die US-Notenbank Fed ihren geldpolitischen Kurs beibehalten wird.

    Interessanterweise hat in dem Zusammenhang der US-Anleihemarkt bisher die Tendenz exakt vorgegeben. Die steigenden Renditen in den Monaten Februar und März, als der Wert für eine zehnjährige US-Staatsanleihe auf bis zu 1,74 Prozent kletterte, haben die höhere Inflationstendenz vorweggenommen.

    Die jüngste Entspannung bestätigt somit die Einschätzungen der Notenbanken, dass die Inflation nur vorübergehender Natur ist und sie mit ihrer geldpolitischen Linie richtig liegen. Aktuell notiert die Rendite für eine zehnjährige Staatsanleihe bei 1,49 Prozent.

    Erfolgreicher Börsengang von About You

    Der Online-Modehändler About You ist bei seinem Börsendebüt in Frankfurt mit Gewinnen gestartet. Die Aktien gingen am Mittwoch mit 25,60 Euro in den Handel. Der Ausgabepreis hatte bei 23,00 Euro gelegen. Zum Zuteilungspreis wurde das Hamburger Unternehmen mit rund 3,9 Milliarden Euro bewertet.

    An der Frankfurter Börse herrscht gerade Hochkonjunktur. In diesem Jahr haben schon der Linux-Softwareanbieter Suse, der Funkmastenbetreiber Vantage Towers und der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 Milliardensummen bei Anlegern eingesammelt. Noch in diesem Monat wollen der Online-Fahrradhändler Bike24 und Cherry, der Hersteller von Computermäusen, Schaltern und Tastaturen, folgen. Erst am Montag kündigte der Onlineoptiker Mister Spex seinen Gang aufs Parkett an. In den Startlöchern soll zudem der Frühstücksflocken-Anbieter Mymuesli stehen.

    Blick auf die Einzelwerte

    SAP: Die Aktie zählt nach einem trüben Ausblick des US-Konkurrenten Oracle zu den Dax-Verlierern. Die Aktien gaben 1,2 Prozent nach. Oracle kündigte an, die Investitionen in sein Cloud-Computing-Geschäft zu erhöhen, weswegen die Gewinnprognose des Unternehmenssoftware-Herstellers für das Quartal unter den Erwartungen der Börsianer lag. Allerdings dürfte es sich dabei auch Gewinnmitnahmen gehandelt haben. Denn das Papier, das für einen längeren Zeitraum der Dax-Entwicklung hinterherhinkte, stieg in den vergangenen drei Monaten um mehr als 17 Prozent.

    Deutsche Bank: Ein trüberer Kapitalmarktausblick der US-Bank Citigroup machte Anleger vorsichtiger. Die Aktien der deutschen Bank gaben 2,31 Prozent auf 11,32 Euro nach und waren damit der größte Verlierer im Dax. Händler führten die Verluste auf Aussagen von Citi-Finanzchef Mark Mason zurück. Er warnte bei einer Branchenkonferenz vor Ertragseinbußen im Investmentbanking. Die Einnahmen im zweiten Quartal würden voraussichtlich im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich unter denen des Vorjahres liegen.

    Aareal Bank: Das Papier profitierte von einer Hochstufung. Die Aktien des Instituts legten 0,77 Prozent zu und notieren bei 20,70 Euro. Die Bank HSBC setzte die Titel auf „buy“ von zuvor „hold“ und hob das Kursziel von 26 Euro auf 28 Euro an. Am Dienstag hatte die Aareal Bank mitgeteilt, dass der ehemalige Commerzbank-Vorstand Jochen Klösges den Chefposten übernehmen werde.

    Eckert & Ziegler: Die Aktien des Medizintechnik-Anbieters sackten am Mittwoch um 6,53 Prozent ab. Die Papiere fielen auf 88,05 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit fast drei Wochen. Händler verwiesen auf einen negativen Analystenkommentar. Die DZ Bank hatte ihre Bewertung nach der jüngsten Rally auf „verkaufen“ von „halten“ gesenkt. Die aktuelle Börsenbewertung reflektiere die potenziellen Risiken im Hinblick auf das Radiopharmaziegeschäft nicht mehr ausreichend, hieß es zur Begründung. Seit Jahresbeginn haben die Titel 110 Prozent zugelegt.

    Goldpreis ist vor der Fed-Sitzung gefallen

    Die Ergebnisse der Fed-Sitzung dürften den Goldpreis beeinflussen. Der Rückgang um rund 50 Dollar seit vergangenem Freitag lässt die Vermutung zu, dass eine Mehrheit der Marktteilnehmer damit rechnet, dass die US-Notenbank Signale sendet, dass das Volumen der Anleihekäufe gesenkt werden könnte. Weil das offenbar eine Mehrheit erwartet, liegt das Potenzial auf der Oberseite: Sollte alles unverändert bleiben, dürfte der Goldpreis wieder Richtung 1900 Dollar steigen. Derzeit notiert der Preis bei rund 1860 Dollar.

    Was die Dax-Charttechnik sagt

    Seit dem Ausbruch aus der gut zweimonatigen Seitwärtsphase mit 14.800 Punkten auf der Unter- und 15.500 Zählern auf der Oberseite hat sich das charttechnische Bild gewandelt. Aus dem ehemaligen Widerstand bei 15.500 Zählern ist nun eine Unterstützungsmarke geworden. Dazu passt das Korrekturtief seit diesem Ausbruch, das bei 15.477 Zählern erreicht wurde. Dieser Bereich bietet sich für tradingorientierte Anleger als Stop-Loss-Marke an. Kurse unterhalb wären auch das Signal für den Startschuss der Sommerkorrektur.

    Solange der Dax oberhalb dieser Marke bleibt, ist der Rallymodus intakt, und es gilt das Kursziel von 16.200 Punkten. Zur Berechnung wird die ehemalige Seitwärtsspanne von 700 Punkten zur Oberseite addiert.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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