Börse in Frankfurt

Der transatlantische Handelsstreit verunsichert Anleger.

(Foto: dpa)

Dax aktuell Dax schließt nur knapp im Plus

Aktien von Technologiefirmen waren bei Anlegern besonders gefragt. Sie gaben dem Dax Rückenwind.
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FrankfurtTech-Aktien schoben den deutschen Aktienindex an. Der zum Börsenstart noch im Minus liegende Dax zog spürbar an, notierte am Mittag um ein Prozent höher 12.899 Punkten und schloss mit 12.787 Punkten nur knapp im Plus. Am Montag war der Dax beim Stand von 12.770 Punkten aus dem Handel gegangen.

Der MDax der 50 mittelgroßen Werte gewann am Dienstag 0,2 Prozent auf 26.688 Zähler. Das Technologiewerte-Barometer TecDax stieg auf 2.832 Punkte. Das ist der höchste Stand seit 2001. Auch der europäische Branchenindex Stoxx 600 Technology erreichte ein 17-Jahres-Hoch und lag zuletzt rund 1,7 Prozent über dem Vortagesschluss.

Die Aufnahme von Twitter in den Aktienindex S&P 500 – er umfasst die Aktien der 500 größten börsennotierten US-amerikanischen Unternehmen – und der Rekordlauf des US-Technologiewerteindex Nasdaq-Composite am Montag machen auch hierzulande Technologie-Aktien interessant: Die in Amsterdam gelisteten ASML schossen zwischenzeitlich um 3,4 Prozent in die Höhe auf ein Rekordhoch von 179,10 Euro, womit sie im EuroStoxx50 die Favoritenliste anführten. Der Nasdaq-Future signalisiert ein weiteres Plus für die Markteröffnung am Dienstag.

Aktien des Halbleiterherstellers Infineon gewannen zeitweise gut drei Prozent und setzten sich an die Spitze der Dax-Gewinnerliste. Auch SAP-Titel waren gefragt und legten überdurchschnittlich um gut 1,6 Prozent zu.

Auf der Gewinnerseite erneut auch die Deutsche Bank. Für Aktien des größten hiesigen Geldhauses ging es auch am Montag weiter nach oben. Den dritten Tag in Folge stieg der Kurs. Am Mittag lag er 1,5 Prozent im Plus bei 9,68 Euro.

Von konjunktureller Seite gab es am Dienstag hingegen einen leichten Dämpfer: In der Euro-Zone hat sich die Unternehmensstimmung im Mai den vierten Monat in Folge eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex fiel auf den niedrigsten Wert seit November 2016. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor trübte sich die Stimmung ein. Die Einzelhändler im Euro-Raum haben ihre Umsätze im April geringer als erwartet gesteigert.

Zudem beunruhigt Anleger weiter die politische instabile Situation in Spanien, die europafeindliche Fiskalpolitik in Italien, ein möglicher Handelskrieg mit den USA sowie der bevorstehende G7-Gipfel sorgten für Verunsicherung, hieß es am Markt.

Anlegern bereitet vor allem die nächste Runde im eskalierenden Handelsstreit mit den USA Unbehagen. Am kommenden Freitag und Samstag treffen sich die Regierungschefs der G7-Industrieländer zu ihrem Gipfel in Kanada.

Dort, so die Befürchtung, könnten die Differenzen zwischen US-Präsident Donald Trump und den sechs weiteren westlichen Staaten – Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und Kanada – weiter aufbrechen. Am Montag hatte Trump China und Kanada Handelsbarrieren auf Agrarprodukte vorgeworfen.

Covestro-Papiere konnten sich nach anfänglichen Verlusten stabilisieren. Zuvor hatte die US-Investmentbank Goldman Sachs in einer Ersteinschätzung die Anteilsscheine zum Verkauf empfohlen und ein Kursziel von 69 Euro genannt. Die Konsensschätzungen für die Gewinne des Kunststoffkonzerns dürften 2019/20 deutlich sinken, schrieb Analystin Georgina Iwamoto.

Aktien des Spezialchemiekonzerns Evonik profitierten von der Nachricht, dass sich das Unternehmen rasch von seinem Methacrylat-Geschäft trennen will. Bis Jahresende solle ein Käufer für dieses Segment mit einem Jahresumsatz von 1,5 Milliarden Euro gefunden werden, sagte Evonik-Vizechef Harald Schwager der Nachrichtenagentur Bloomberg. Ein Händler brachte am Morgen den Kunststoffhersteller Covestro als möglichen Kaufinteressenten ins Spiel.

Zudem stehen am Dienstag die Aktienkurse der Dax-Schwergewichte Daimler und Bayer im Fokus. Wie das Handelsblatt berichtet, verzögere sich der Markteintritt der Mercedes-Elektromarke EQ, und auch die S-Klasse mit Elektroantrieb brauche länger als gedacht. „Wir sind im Plan, es gibt keine Verzögerungen bei EQC und S-Klasse“, versuchte ein Daimler Sprecher die Märkte zu beruhigen. Offenbar mit Erfolg: Der Aktienkurs behauptete sich.

Anders bei Bayer: Nach der Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto stufte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit des Agrarchemie- und Pharmariesen Bayer auf „BAA1“ herab – und versah auch den Ausblick mit der Note „Negativ“. Das spiegelte sich am Dienstag auch im Aktienkurs wider. Er gab leicht nach. Damit gehörte der Leverkusener Konzern zunächst zu den Verlierern im Dax.

Positive Nachrichten verbreitet Siemens-Gamesa-Chef Markus Tacke. Der Chef eines der weltweit größten Herstellers von Onshore- und Offshore-Windenergieanlagen hält ein Ende der Preiserosion in der Branche für gekommen. Die Preise seien seit drei Quartalen nicht mehr gesunken. Wachstumschancen sehe er vor allem in Taiwan, China und den USA. Anleger honorierten die Ankündigung, der Kurs stieg um 0,5 Prozent.

Der im Index für mittelgroße Unternehmen notierte Internethandelsunternehmen Rocket Internet ist beim Börsengang seiner Tochterfirma Home24 Online-Möbelhändlers offenbar ein gutes Stück vorangekommen. Die Orderbücher für Aktien des Online-Möbelhändlern sind nach Informationen aus den Konsortialbanken vollständig gefüllt, einschließlich der Mehrzuteilungsoption (Greenshoe). Der Gang aufs Börsenparkett ist für Mitte Juni geplant. Die Preisspanne für die Papiere lag zwischen 19,50 und 24,50 Euro. Rocket-Internet-Titel profitierten, sie stiegen zeitweise um gut ein Prozent.

Auch an den asiatischen Börsen blieben Anleger am Dienstag zunächst zurückhaltend: In Tokio stieg der 225 Werte umfassende Nikkei-Index bis Mittag nur leicht auf 22.529 Punkte. Ähnlich der breiter gefasste Topix-Index, der weniger als 0,1 Prozent auf 1.775 Zähler zulegte. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans gab leicht nach.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte am Montag 0,7 Prozent höher auf 24.813 Punkten geschlossen. Der breiter gefasste S&P 500 verbesserte sich um 0,4 Prozent auf 2.746 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,7 Prozent auf 7.606 Punkte.

Der Kurs des Euros ist am Dienstag zunächst leicht gefallen. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1688 US-Dollar gehandelt und damit etwas tiefer als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Montagnachmittag auf 1,1737 Dollar festgesetzt.

Mit Material von Reuters und dpa.

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