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Dax Aktuell Dax schließt rund 350 Punkte höher – SAP-Aktie legt mehr als neun Prozent zu

Selbst die geringste Bewegung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat am Freitag ausgereicht, um den deutschen Aktienmarkt deutlich nach oben zu treiben.
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Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve

Kursgewinne zum Wochenausklang.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Hoffnungen auf ein versöhnliches Ende im Handelsstreit haben an diesem Freitag ausgereicht, um den Dax die Hürde von 12.500 Punkten überwinden zu lassen. Der deutsche Leitindex schloss damit 2,86 Prozent höher bei 12.511 Punkten und 347 Zähler über dem Vortagsniveau. Auch für den Euro Stoxx 50 ging es um 2,17 Prozent bergauf – das beste Tagesergebnis seit zwei Monaten.

Ein Grund für die Euphorie unter den Anlegern waren positive Äußerungen von Donald Trump über den Verlauf der neuen Handelsgespräche zwischen den USA und China. Kurz bevor er sich mit dem chinesischen Vize-Ministerpräsidenten Liu He im Weißen Haus traf, verkündete der US-Präsident auf Twitter, dass „etwas gutes“ passieren werde. Die Atmosphäre der Gespräche sei freundlich und alle würden versuchen, „etwas Signifikantes“ möglich zu machen.

Eine Reihe von Elementen könnte dem „Wall Street Journal“ zufolge die Grundlage für ein temporäres Abkommen bilden, darunter die Aussetzung der geplanten US-Zollerhöhung am Dienstag, eine Lockerung des US-Boykotts von Huawei und weitere chinesische Käufe von Agrarprodukten. Auch eine Form der Verpflichtung Chinas, die eigene Währung nicht abzuwerten, wurde zur Sprache gebracht, dürfte aber am Ende nicht umsetzbar sein, sagen Analysten.

„Mir ist ehrlicherweise schleierhaft, warum oder wie dies als Erfolg gewertet werden kann“, sagte Commerzbank-Devisenanalyst Thu Lan Nguyen. Offenbar verhindere ein solches Teil-Abkommen – so inhaltslos es nach Ansicht von Nguyen auch sein mag – eine weitere Runde von Zollerhöhungen. Das wiederum dürfte die Rezessionsängste an den Märkten zurückzudrängen.

Eine Reaktion war an diesem Freitagabend bereits anhand des Goldpreises zu erkennen: In der Hoffnung auf einen Durchbruch im Handelsstreit zogen Investoren ihr Geld aus sicheren Häfen ab. Der Goldpreis fiel um 1,3 Prozent auf 1475,30 Dollar je Feinunze (31 Gramm) und damit auf den niedrigsten Stand seit Anfang Oktober.

Zudem besteht wieder Hoffnung auf einen Brexit-Deal. Irland und Großbritannien haben „konstruktive Gespräche“ geführt. Ein Vokabular, das man zuletzt selten gehört hat. Bekanntermaßen stirbt die Hoffnung zuletzt. „Das ändert alles“, sagte Analyst Malcolm Barr von der Bank JPMorgan. „Wir rechnen jetzt mit einem Deal.“ Offenbar habe man den Schlüssel für die Lösung des Problems gefunden.

Doch allein diese Hoffnung hat gestern einen Ausverkauf britischer Anleihen ausgelöst. Die Rendite der zehnjährigen Titel stieg am Donnerstag um mehr als zwölf Basispunkte auf ein Zwei-Wochen-Hoch von 0,595 Prozent. Das war der größte Anstieg seit fast vier Jahren. Am heutigen Freitag steigt der Markt weiter, die Rendite der zehnjährigen Anleihe liegt bei 0,657 Prozent. Das Tageshoch lag sogar bei 0,69 Prozent.

Das Pfund Sterling verteuerte sich deutlich auf bis zu 1,26 Dollar und 1,1413 Euro. Damit summiert sich die Aufwertung zum Dollar binnen zwei Tagen auf knapp vier Prozent. Das ist die größte Rally seit fast elf Jahren. Zum Euro ist es mit einem Plus von gut drei Prozent der größte Kurssprung seit viereinhalb Jahren. 

Britische Firmen, die ihr Hauptgeschäft auf dem Heimatmarkt machen, erfreuten sich großer Beliebtheit. So stiegen die Aktien der Eigenheimbauer Barratt, Berkeley, Persimmon und Taylor Wimpey um bis zu zehn Prozent. Die Baumarkt-Kette Kingfisher und die Royal Bank of Scotland (RBS) gewannen ähnlich stark. An der Börse in Dublin gehörten die Kreditinstitute AIB und Bank of Ireland mit Kursgewinnen im teils zweistelligen Prozentbereich zu den Profiteuren.

Medienberichte über eine Explosion auf einem iranischen Öltanker machen Rohstoff-Anleger nervös. Beide Öl-Sorten stiegen zunächst um mehr als zwei Prozent, doch im Laufe des Handels beruhigte sich der Markt wieder. Im Nachtmittagshandel notiert die Nordseesorte Brent noch rund ein Prozent im Plus.

Blick auf die Einzelwerte

SAP: Eine Kursentwicklung wie die der SAP-Aktie an diesem Freitag ist eher selten an der Börse zu finden. SAP -Chef Bill McDermott trat nach zehnjähriger Amtszeit überraschend zurück und dennoch ist das Papier deutlich gestiegen. Die Aktie ging bei einem Kurs von 115,06 Euro und somit mehr als 9 Prozent im Plus aus dem Handel. Der Grund: Parallel zum Abschied legte McDermott sehr gute Quartalszahlen vor. Der Umsatz wächst kräftig, die Profitabilität ebenfalls.

Hugo Boss: Der Modekonzern hat im dritten Quartal weniger Gewinn gemacht als erwartet und seine Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Insbesondere in Nordamerika habe sich das Marktumfeld im Verlauf des dritten Quartals weiter eingetrübt und so die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns belastet. Zusätzlich wird das Geschäft in Hongkong seit Beginn der politischen Unruhen und Demonstrationen erheblich beeinträchtigt. Die Aktie verlor bis zum Handelsschluss mehr als 13 Prozent auf 38,75 Euro, der tiefste Stand seit neun Jahren.

Zudem hatte Die US-Bank JP Morgan hat das Kursziel für Hugo Boss nach vorläufigen Zahlen sowie einer Senkung der Jahresziele von 65 auf 56 Euro gesenkt, aber die Einstufung auf „Neutral“ belassen.

Thyssen-Krupp: Ist der einst so stolze Industriekonzern noch zu retten? Wenn man die Aktivitäten der Hedgefonds betrachtet, lautet die Antwort wohl eher nein. Denn die Fonds spekulieren beim Essener Konzern massiv auf fallende Kurse. Mittlerweile beträgt die Leerverkaufsquote rund 7,5 Prozent aller frei verfügbaren Aktien. Das ist ein vergleichsweise sehr hoher Wert. Allein die US-Investmentfirma AQR Capital Management hat eine Quote in Höhe von 3,5 Prozent.

Bei Leerverkäufen leihen sich zumeist Hedgefonds gegen eine Gebühr Aktien bei Großinvestoren wie Banken oder Versicherungen. Dann verkaufen sie die Papiere und hoffen, sie später zu günstigeren Kursen wieder zurückkaufen zu können. Dann geben sie die geliehenen Papiere wieder an den eigentlichen Eigentümer zurück.

Die Thyssen-Krupp-Aktie hat in den vergangenen zwölf Monaten rund 40 Prozent an Werte verloren, steigt aber am heutigen Freitag um rund ein Prozent.

Rational: Bei dem jüngst in den MDax aufgestiegenen Großküchenausstatter Rational nimmt Finanzchef Axel Kaufmann Ende 2019 seinen Hut. Vorstandschef Peter Stadelmann soll die Aufgaben zunächst übernehmen. Die Aktie reagierte darauf mit einem Kursabschlag von 0,8 Prozent, stieg aber bis Handelsschluss wieder auf ihren Vortageskurs.

Analystencheck: Bank of America empfiehlt Verkauf der Kion-Aktie

Die US-Investmentbank Bank of America (BofA) hat die Einstufung für Kion vor Zahlen zum dritten Quartal auf „Buy“ mit einem Kursziel von 69 Euro belassen. Der Abschwung am Gabelstaplermarkt dürfte sich zwar fortgesetzt haben, schrieb Analyst Alexander Virgo in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Allerdings sei das Geschäftsmodell von Kion relativ robust.

30 Studien beschäftigen sich im Handelsblatt-Analystencheck mit der Kion-Aktie. Den 18 Kaufempfehlungen steht acht Mal der Rat „Halten“ gegenüber. Vier Analysten geben eine Verkaufsempfehlung.

Hier geht es zum Handelsblatt-Analystencheck.

„Bei der Vermögensplanung gilt: Nie ganz aussteigen!“

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  • Das ist einfach nur noch der nackte Wahnsinn: da bricht die Realwirtschaft gerade zusammen, und selbst DAX-Konzerne streichen massiv Stellen, und der DAX steigt fröhlich weiter. ;-)
    Unter "normalen" Umständen steigen Aktienkurse, wenn Marktteilnehmer zukünftig höhere Unternehmensgewinne antizipieren. Aktuell steigen jedoch nur die Gewinn-WARNUNGEN der Unternehmen.
    Daran ist klar ersichtlich, dass der Grund für die Kurssteigerungen einzig und alleine die Entwertungsflucht der Anleger ist.
    Es wird kolportiert (ob es stimmt, weiß ich nicht), dass die Bank, die für die "Kalamitäten" am US-Repo-Markt gesorgt hatte, JPM war. Ein Fall von JPM (als eine der Systembanken schlechthin) musste daher unter allen Umständen verhindert werden. Und vor einigen Tagen hat dann ein Bekannter seinen JPM-Aktienbestand erhöht. Es kann ja nix passieren. Der "Lender of Last Resort", die Zentralbank, steht ja allzeit bereit. Moral Hazard von seiner "schönsten" Seite. ;-)
    Die Notenbanken werden dieses Mal jedoch keinen neuen künstlichen (Kredit-)Boom mehr einleiten können. Sie können nur noch massiv inflationieren / drucken, um ansonsten bankrotte Staaten und Systembanken zu "retten", während die Realwirtschaft kaum noch wächst oder sogar schrumpft. Das nennt man dann STAGFLATION, und das ist wohlgemerkt das "optimistische" Szenario...

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