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Dax aktuell Dax schließt trotz Impfzulassung im Minus – Kursturbulenzen bei den Aktien der Impfstoffhersteller

Der Dax scheitert erneut daran, das Corona-Hoch von 13.460 Punkten zu überwinden. Kurse über dieser Marke wären ein starkes Kaufsignal.
02.12.2020 - 18:00 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch in Wartestellung geblieben: Der Dax gab 0,5 Prozent nach und schloss bei 13.313 Zählern. Damit scheiterte der deutsche Leitindex erneut daran, das Corona-Hoch von 13.460 Punkten aus dem Monat September zu überwinden.

Das Corona-Hoch bezeichnet den höchsten Dax-Stand seit dem Crash Mitte März. Notierungen über dieser Marke wären ein starkes technisches Kaufsignal in Richtung Rekordhoch mit 13.795 Zählern. Am gestrigen Dienstag war der deutsche Leitindex noch bei 13.382 Zählern aus dem Handel gegangen – der höchste Schlusskurs seit fast zehn Monaten.

Schlechte Nachrichten kamen am Mittwoch von der US-Konjunkturseite: Die Daten des ADP-Forschungsinstituts zeigten, dass die Zahl der Beschäftigten im Laufe des vergangenen Monats nur um 307.000 gestiegen ist, der geringste Anstieg seit Juli. Analysten hatten Werte über 400.000 erwartet.

Dagegen konnte selbst die weltweit erste Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer in Großbritannien die Investoren nicht aus der Reserve locken. Hier zeigte sich erneut ein Gewöhnungseffekt des Gesamtmarktes an Impfstoff-Meldungen.

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    Bei den Einzelwerten sorgen die jüngsten Nachrichten aber sehr wohl für heftige Kursbewegungen. Die an der Wall Street notierten Papiere von Biontech und Moderna erreichten am Montag mit Kurssprüngen zwischen 13 und 22 Prozent zunächst Rekordstände, bis massive Gewinnmitnahmen einsetzten. Moderna verloren am Ende an den US-Börsen 7,7 Prozent und Biontech 8,2 Prozent.

    Bei Biontech, die sich seit März mehr als vervierfacht hatten, wirkte es sich nach dem starken Lauf belastend aus, dass die Experten der Bank of America ihre bisherige Kaufempfehlung aufgaben. Wie Analyst Tazeen Ahmad schrieb, sind hochklassige Studiendaten und der Pionier-Status im Rennen um einen Impfstoff längst in der Aktie eingepreist.

    Auf dem deutschen Aktienmarkt konnte sich Mittbewerber Curevac am Dienstag mit einem Anstieg von 6,3 Prozent zum Handelsschluss im Plus halten. Das Rekordhoch für den Titel des Tübinger Pharmaunternehmens, der im vergangenen Monat um mehr als 90 Prozent gestiegen ist, liegt bei 89,99 Euro.

    Am Mittwoch wurde die Lage nach der Zulassung des Impfstoffes von Biontech und Pfizer neu bewertet. Die Biontech-Aktie verlor auf der Xetra-Handelsplattform 1,7 Prozent und ist mit einem Kurs von 99,06 unter die Marke von 100 Euro gerutscht. Das Rekordhoch liegt bei 108,90 Euro.

    Das Curevac-Papier gewannen 2,1 Prozent auf 83,73 Euro. Die Titel des US-Konzerns Moderna gaben am deutschen Aktienmarkt auf Xetra neun Prozent nach.

    Blick auf die Einzelwerte

    Nordex: Der Hamburger Windanlagenbauer hat den Höhenflug seiner Aktien für eine gut 200 Millionen Euro schwere Kapitalerhöhung genutzt. Binnen weniger Stunden brachte Nordex 10,67 Millionen Aktien zum Preis von je 18,90 Euro bei großen Investoren unter. Das frische Geld – genau 201,6 Millionen Euro – solle der „weiteren Unterstützung des zukünftigen Wachstums“ und zur Stärkung der Bilanz dienen.

    Die Nordex-Aktie ist im vergangenen Börsenmonat um mehr als 60 Prozent gestiegen. Am heutigen Handelstag rutschte das Papier um 5,7 Prozent ab und schloss bei 18,78 Euro gehandelt.

    Corestate: Die Immobilienfirma bekommt nach dem Einstieg eines neuen Großaktionärs einen neuen Chef. Der am Wochenende komplett ausgetauschte Aufsichtsrat berief den langjährigen Chef der Wertpapierhandels- und Investmentbank Oddo Seydler, Rene Parmantier, zum Vorstandsvorsitzenden. Der bisherige Firmenleiter Lars Schnidrig soll als Finanzvorstand an Bord bleiben. Den Posten hatte er bereits bis 2018 ausgeübt. Die Aktie hat turbulente Handelstage hinter sich und rutschte seit dem Wochenanfang mehr als 20 Prozent ab. Am Mittwoch stieg Papier zwischenzeitlich um mehr als drei Prozent, schloss aber 0,6 im Minus.

    Tui: Der Tui-Konzern bekommt weitere Staatshilfen gegen einen möglichen finanziellen Absturz in der Coronakrise. Wie der weltgrößte Reiseanbieter aus Hannover am Mittwoch mitteilte, einigte sich Tui mit privaten Investoren, Banken und dem Bund auf ein Finanzierungspaket im Volumen von 1,8 Milliarden Euro. Als Reaktion verlor die Aktie 6,3 Prozent. In den vergangenen vier Woche stieg das Papier um knapp 70 Prozent.

    Der in der Coronakrise etablierte Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes (WSF) hat angeblich am Mittwochvormittag über ein drittes Paket staatlicher Hilfen für Tui beraten. Auf dem Tisch liegen demnach mehrere Instrumente. Größter Baustein sei eine staatliche Beteiligung über eine sogenannte Stille Einlage.

    Der Staat stützt den Hannoveraner Konzern bereits mit drei Milliarden Euro. Tui-Chef Fritz Joussen hat jüngst in einem Interview gesagt, er schließe weitere Staatshilfen nicht aus. Deshalb verhandelt Tui Insidern zufolge derzeit über einen Kapitalbedarf von weiteren 1,5 bis 1,8 Milliarden Euro.

    Dr. Hönle: Der UV-Technik-Spezialist hat die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren und bekommen und im Bilanzjahr 2019/20 einen Gewinneinbruch verbucht. Nach ersten Berechnungen sank das Betriebsergebnis um mehr als die Hälfte auf 8,1 Millionen Euro. Wegen der Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie wagte der Vorstand keine Prognose für das Geschäftsjahr 2020/21. Die Aktie verlor 6,4 Prozent.

    Blick auf andere Assetklassen

    Am Goldmarkt läuft die Gegenbewegung nach deutlichen Kursrutsch im November. Aktuell kostet eine Feinunze das gelben Edelmetalls 1826 Dollar, plus 0,6 Prozent gegenüber dem Vortag.

    Zum Wochenanfang war der Goldpreis auf den niedrigsten Stand seit fünf Monaten gefallen. Mit einem Minus von 5,4 Prozent verzeichnete das Edelmetall die schlechteste Preisentwicklung seit November 2016.

    US-Börsenexperte Koch: „Die Euphorie an der Wall Street erreicht ein beängstigendes Niveau“

    Doch nun hat sich charttechnische Bild wieder aufgehellt: Der Goldpreis ist mittlerweile sowohl über den relevanten Widerstands-/Unterstützungsbereich von 1800 Dollar als auch über die für langfristig orientierten Investoren relevante 200-Tage-Linie gestiegen.

    Für eine Trendwende beim Goldpreis müssen aber vor allem Anleger wieder börsengehandelte Indexfonds (ETFs) auf Gold kaufen. Am vergangenen Montag gab es noch Verkäufe in Höhe von neun Tonnen.

    Was für Gold spricht: In den USA kommt offenbar Bewegung in den festgefahrenen Streit um weitere Konjunkturhilfen. Die designierte Finanzministerin Yellen warnte vor einem sich selbst verstärkenden Abschwung. Zudem muss sich der Kongress bis Ende nächster Woche auf ein Haushaltsgesetz einigen, um die Schließung von Bundesbehörden zu verhindern. Die Unsicherheit darüber könnte weiter auf dem Dollar lasten und den Preisen von Gold und Silber weiteren Auftrieb geben.

    Der Euro ist am gestrigen Dienstag über die Marke von 1,20 Dollar geklettert und verteidigt diese Kursgewinne. Aktuell liegt die Gemeinschaftswährung bei 1,2093 Dollar, ein Plus von 0,2 Prozent.

    Zuletzt notiert der Euro vor rund drei Monaten über dieser runden Marke, damals dauerte es aber nicht lange, bis die Gemeinschaftswährung wieder nachgab. Doch dieses Mal könnte diese Kursgewinne nachhaltiger sein. Das technische Kurspotenzial für den Euro liegt derzeit bei 1,2180 Dollar.

    Vor rund drei Monaten beendete Chefvolkswirt Philip Lane mit Bemerkungen über die Bedeutung der Wechselkurses Euro/Dollar für die EZB-Politik den Euro-Höhenflug. Doch das dürfte der Chefvolkswirt nicht wiederholen, denn er steht in der Kritik aufgrund der vielen Kontakte zu Vermögensverwaltern und Banken.

    „Falls die EZB jetzt nicht erneut die Euro-Stärke zum Thema ihrer Kommunikation macht (beispielsweise auf der Pressekonferenz nächste Woche), kann dieser Prozess weitergehen und den Euro-Dollar-Kurs noch weiter beflügeln“, meint auch Commerzbank-Devisenexperte Ulrich Leuchtmann.

    Was die Charttechnik sagt

    Auf der Oberseite ist immer noch das bisherige Corona-Hoch mit 13.460 Punkten aus dem Monat September relevant. Das ist die höchste Notierung seit dem Corona-Crash Mitte März, als der Dax auf 8255 Punkte abrutschte.

    Für strategische Investoren bietet sich eine Aufwärtskurslücke vom Anfang des Monats November als Stop-Loss-Marke an. Solche Lücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt.

    Konkret: 12.596 Punkte war der höchste Stand am Freitag (6. November), 12.671 Zähler der tiefste Kurs am Montag (9. November). Solange der Dax oberhalb von 12.671 Zählern bleibt, gibt es aus technischer Sicht keine Zweifel an der aktuellen Aufwärtsbewegung seit Ende Oktober, als der Dax bei 11.450 Punkte stand.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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