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Dax Aktuell Dax schließt trotz US-Rekordhoch im Minus – Anleger kaufen lieber Anleihen und Gold

US-Präsident Trump sorgt mit dem „Hongkong-Gesetz“ für eine neue Wende im Handelsstreit. Es könnte eine Steilvorlage für Anleger sein, die auf fallende Kurse setzen.
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Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve

Blick auf die Dax-Kurve im Frankfurter Handelssaal.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Dax schließt am Donnerstag im Minus – trotz der neuen Rekordhochs, die die US-Märkte drei Tage in Folge markiert haben. Der deutsche Leitindex ging 0,3 Prozent tiefer bei 13.245 Punkten aus dem Handel.

Am Mittwoch hatte der Dax zwar mit 12.314 Punkten ein ambitioniertes Tageshoch erreicht, doch letztendlich reichte es nur zu einem Plus von 0,4 Prozent. Der Schlussstand lag bei 13.287 Zählern.

Die Frage ist natürlich: Was passiert mit einem aktuell relativ schwachen Dax, wenn es an den US-Börsen zu einem Rücksetzer kommt? An diesem Donnerstag bleiben sie aufgrund des Feiertags Thanksgiving geschlossen, am morgigen Freitag findet nur ein verkürzter Handel statt.

Im Handelsstreit zwischen den USA und China gab eine bemerkenswerte Meldung: US-Präsident Donald Trump hat den Gesetzentwurf zur Unterstützung der „Menschenrechte und Demokratie“ in Hongkong (Human Rights and Democracy Act) unterzeichnet. Allerdings mit der Einschränkung, Teile des Gesetzes differenziert zu behandeln.

Offenbar ein starkes Argument. Denn das Teilabkommen, der sogenannte „Phase eins“ Handelsdeal mit China, steht kurz vor der Vollendung. Durch die Auslegung des verabschiedeten Gesetzes erhält Trump ein zusätzliches Druckmittel. Da kann die chinesische Regierung so viel protestieren wie sie will. Die Verabschiedung des Gesetzes hat bereits zu fallenden Kursen an den asiatischen Börsen geführt.

Die Reaktion am deutschen Aktienmarkt auf das neue Gesetz: Automobilwerte zählten zu großen Verlierern. Daimler, VW und BMW verloren zwischen 0,9 bis 1,5 Prozent.

„Alles, worauf die Märkte jetzt noch hoffen können, ist eine Art Schein-Abkommen, das öffentlichkeitswirksam den kleinsten noch möglichen gemeinsamen Nenner als großen Durchbruch darstellt“, meint Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. „Die Zweifel an der Wirksamkeit eines solchen Abkommens aber sind durch das neue Hongkong-Gesetz in jedem Fall gestiegen.“ Für ihn ist das Hongkong-Gesetz eine Steilvorlage für die Bären.

Das alles hat auch Auswirkungen auf andere Märkte. Bundesanleihen sind gefragt, was im Gegenzug die Renditen der zehnjährigen Papiere um fünf Basispunkte auf ein Vier-Wochen-Tief von minus 0,363 Prozent drückte. Gold verteuerte sich um 0,2 Prozent auf 1457 Dollar die Feinunze. Am Devisenmarkt legten der Yen und der Schweizer Franken zu.

Für die Ölpreise geht es den zweiten Tag in Folge abwärts. Die wöchentlichen US-Rohölbestände sind Daten der Energiebehörde zufolge um 1,6 Millionen Barrel angeschwollen, Analysten hatten einen Rückgang um 418.000 Barrel erwartet. Das schürte Händlern zufolge die Sorge vor einer schwächeren Nachfrage. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 63,68 Dollar je Fass, der Preis für US-Leichtöl WTI fiel um 0,23 Prozent auf 57,88 Dollar.

In gut drei Handelswochen ist Weihnachten, danach handeln fast nur noch Zocker oder diejenigen, die aus beruflichen Gründen eher müssen als wollen. „Manchem Investor könnte sogar etwas die Zeit davonlaufen, so dass möglicherweise auch noch ein paar Kapitulationskäufer aktiv werden könnten“, meint auch Joachim Goldberg nach Auswertung der Umfrage der Börse Frankfurt.

Für ihn stellt laut den aktuellen Daten die Stimmungslage der Investoren für den Dax keine ernsthafte Bedrohung dar. Diese würde nur bei größeren ausländischen Kapitalabflüssen entstehen. Seiner Ansicht nach herrscht bereits knapp unter 13.000 Zählern hohes Kaufinteresse, das den Leitindex im Falle von größeren Korrekturen stützen dürfte.

Damit kommt Goldberg zu einer eher anderen Einschätzung als Stephan Heibel nach Auswertung der Handelsblattumfrage Dax-Sentiment. Für ihn bilden die gedämpften Zukunftserwartungen und gleichzeitig deutlich optimistischen Positionierungen der Anleger eine gefährliche Mischung.

Selbst wenn die Kurse weiter steigen sollten: Aufgrund der zunehmend pessimistischeren Erwartungen wären es keine Überzeugungskäufer, sondern nur spekulative Käufer, die sich auch wieder schnell von ihren Investments trennen, meint er. 

Blick auf die Einzelwerte

Eon/Innogy: Für den Energiekonzern Eon wird nach der Übernahme des Konkurrenten Innogy das britische Vertriebsgeschäft immer mehr zum Problem. Innogy senkte die Prognose für das Gesamtjahr und erwartet nun nur noch ein bereinigtes Ebit von etwa 1,6 Milliarden Euro nach bislang angepeilten 2,2 Milliarden. Innogy-Papiere gaben zwischenzeitlich 0,3 Prozent nach, ebenso wie die Eon-Titel. Eon legt am morgigen Freitag Zahlen vor.

BVB: Nach der Niederlage in der Champions League gegen den FC Barcelona sind Anleger kein Fan von Aktien von Borussia Dortmund. Die Titel verlieren 3,9 Prozent. Die Schwarz-Gelben hatten gegen die Spanier 1:3 verloren. Auch die Aktien setzen ihre Talfahrt fort.

Nach einem Minus von 2,5 Prozent am gestrigen Mittwoch folgte ein Verlust von 3,4 Prozent an diesem Donnerstag. Grund ist eine geplante Kapitalerhöhung. Die neuen Papiere der 300 Millionen Euro schweren Emission werden den Angaben zufolge 29 Prozent unter dem Kurs der bestehenden Anteilsscheine abzüglich der Bezugsrechte ausgegeben. 

Lufthansa: Im Tarifstreit sind die Parteien von einer Einigung weit entfernt. Die Kranich-Airline hat der Gewerkschaft Ufo eine „große“ Schlichtung auch ohne Friedenspflicht bei Tochter-Airlines angeboten. Die Gewerkschaft reagierte zurückhaltend und kritisierte, dass die Lufthansa sich nun „statt weiter mit uns zu verhandeln, wieder einseitig an die Öffentlichkeit und die Mitarbeiter“ wende. Das Angebot verschweige relevante Fallstricke. Die Aktie verlor bis Handelsende 0,5 Prozent.

Was die Charttechnik sagt

Das Aktienbarometer steckt weiterhin in einer Konsolidierungsphase: Seit Anfang November befindet sich der Dax in einer Seitwärtsbewegung in einer Spanne zwischen 13.100 Punkten auf der Unter- und 13.300 Punkten auf der Oberseite. Zwei Ausbruchsversuche (13.374 am 19. November und 13.043 Zähler am 21. November) brachten keine Entscheidung, der Leitindex fiel in die Spanne wieder zurück.

Sollte der Dax in den kommenden Tagen oberhalb des Korrekturtiefs von 13.043 Zählern bleiben, ist im Monat Dezember ein neues Jahreshoch wahrscheinlich und das Börsenbarometer dürfte das Rekordhoch von 13.596 Punkten ins Visier nehmen.

Sollte der Dax abrutschen, könnten folgende drei Bereiche Unterstützung bieten, damit der Index anschließend seine Rally seit Jahresanfang wieder fortsetzen kann. 

Die sogenannte Aufwärtskurslücke von Anfang November bei 13.000 Punkte ist die erste wichtige Rückzugsmarke. Solche Kurslücken (Fachjargon: Gap) entstehen, wenn der höchste Kurs eines Tages unter dem des Folgetages bleibt.

Der konkrete Fall: Am 1. November stieg der Dax bis auf 12.992 Zähler, am Montag (4. November) lag der niedrigste Kurs bei 13.019 Punkten. Solche Kurslücken dienen anschließend als Unterstützung. Strategische Investoren können diesen Bereich als Absicherung nehmen.

Die zweite Rückzugsmarke: Mehrere Wochen lang im September versuchte der Dax, den Bereich von 12.500 Punkten zu überwinden – ohne Erfolg. Erst nach einem Rutsch auf 11.878 Zählern sammelte die Frankfurter Benchmark wieder Kraft, um die Marke Mitte Oktober zu überwinden.

Das bedeutet: Mehrere Wochen war der Bereich ein Widerstand. Anleger waren offenbar nicht bereit, auf solch einem Kursniveau weiter zu kaufen. Nach dem Überwinden ist aus diesem Widerstand eine Unterstützung geworden, die allein angesichts der Dauer wichtig ist. Sollte der Dax unter diese Marke fallen: Spätestens dann steht die Börsenampel auf Gelb.

Der dritte Haltepunkt, damit die Rally seit Jahresanfang weiter laufen kann, ist die 200-Tagelinie. Zur Erinnerung: Der Dax hat seit dem 1. Januar 2019 mehr als 25 Prozent zugelegt. Die 200-Tagelinie ist Gradmesser für den langfristigen Aufwärtstrend und hatte eine noch größere Bedeutung, als es noch keinen Computerhandel gab. Es ist quasi der Durchschnittswert der vergangenen zwölf Monate.
Diese Durchschnittslinie notiert aktuell bei 12.167 Zählern und steigt täglich um rund zehn Punkte.

Es wäre kein ungewöhnlicher Vorgang, wenn der Dax in den kommenden Wochen diese Linie testen würde. Bei all diesen charttechnischen Betrachtungen gilt: Die Marken sind lediglich eine Orientierung und können beispielsweise im Handelsverlauf eines Tages deutlich unterschritten werden. Denn viele Trader orientieren sich an solchen Marken.

Handelsblatt-Analystencheck: Kaufempfehlung für die Zalando-Aktie

Analyst Volker Bosse von der Baader Bank hat die Papiere von Zalando auf die „Baader Helvea Top Pick“ Liste gesetzt. Die auf einem interessanten Kursniveau befindlichen Papiere des Onlinehändlers seien eine besonders gute Wahl, um von der „Cyber-Shopping Saison“ zu profitieren, so der Experte in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Sein Kursziel liegt bei 56 Euro.

Im Handelsblatt-Analystencheck gibt es 32 Studien, davon 14 Kaufempfehlungen. Ebenfalls 14 Mal lautet die Einschätzung „Neutral“, hinzu kommen vier Verkaufsempfehlungen.

Das gewichtete Durchschnitts-Kursziel aller 32 Analysen liegt bei 44,21 Euro. Bei einem gewichteten Kursziel werden jüngere Studien höher gewichtet.

Hier geht es zum Handelsblatt-Analystencheck

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