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Dax aktuell Dax schließt über 12.400-Punkte-Marke – verliert jedoch seine Tagesgewinne

Der deutsche Leitindex knüpft nach einer Schwächephase an den freundlichen Wochenauftakt an. Die starken Tagesgewinne kann er allerdings nicht halten.
Update: 16.07.2019 - 18:01 Uhr Kommentieren
Am Dienstag schließt der Dax bei 12.430 Punkten. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Am Dienstag schließt der Dax bei 12.430 Punkten.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der deutsche Leitindex rang an diesem Dienstag mit der 12.400-Punkte-Marke. Nachdem er sie am Morgen knapp erreicht hatte, bewegte sich der Dax den Rest des Tages immer wieder um die Marke herum. Letztlich schloss der Index bei 12.430 Punkten und damit knapp 0,4 Prozent fester als am Vortag.

Auf der Agenda standen am Dienstag wichtige Quartalszahlen: Gleich drei US-amerikanische Großbanken ließen Einblick in ihre Bücher gewähren. Als erstes veröffentlichte JP Morgan seine Zahlen fürs zweite Quartal. Das Geldhaus meldete einen Gewinnanstieg um 16 Prozent auf 9,65 Milliarden US-Dollar – und erreichte damit einen neuen Rekordwert.

„Wir hatten ein gutes zweites Quartal und erstes Halbjahr“, bilanzierte Konzernchef Jamie Dimon. Das ist vor allem auf Zuwächse im Privatkundengeschäft und Steuergutschriften im zweiten Quartal zurückzuführen. Die Erträge legten um vier Prozent auf 29,57 Milliarden Dollar zu. Im Bereich Investmentbanking ging der Gewinn allerdings zurück. Auch im Aktien- und Anleihehandel musste das größte US-Kreditinstitut – ebenso wie bereits die Citigroup – Einbußen einstecken.

Auch Wells Fargo, die viertgrößte Bank der USA, blickt auf ein starkes zweites Quartal zurück. Der Gewinn – bedingt durch Einsparungen des Geldhauses – schoss um 22 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar nach oben. Die Erträge dagegen stagnierten bei 21,6 Milliarden Dollar.

Anders als die Konkurrenz blickt Goldman Sachs pessimistisch auf die vergangenen Monate zurück. Im zweiten Quartal schrumpfte der Überschuss um sechs Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar. Sie kann – anders als JP Morgan und die Citigroup – ihre Schwäche im Investmentbanking nicht durch ein starkes Privatkundengeschäft kompensieren.

Der Konsumgüterriese Johnson & Johnson übertrifft derweil die Erwartungen. Im zweiten Quartal ging der Umsatz zwar um 1,3 Prozent auf 20,56 Milliarden Dollar zurück, liegt damit aber noch immer über den Schätzungen von 20,29 Milliarden Dollar. Fürs Gesamtjahr hob der Konzern sein operatives Umsatzziel nun von 82 bis 82,8 Milliarden auf die Spanne von 82,4 bis 83,2 Milliarden Dollar an. Marktbeobachter schätzen, dass sich die Nachricht die Aktienkurse der Branchenkollegen Beiersdorf und Henkel beeinflussen könnte. Am Nachmittag legten sie mit 0,2 beziehungsweise 1,6 Prozent zu.

Immobilienkonzerne als große Verlierer

Angesichts der anstehenden Berichtssaison aber seien Investoren besonders vorsichtig, so Salah-Eddine Bouhmidi, Marktexperte beim Analysehaus DailxFX Research gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters: „Viele Marktteilnehmer sind vorsichtig, weil sie nicht die Auswirkungen des bestehenden Handelskonflikts auf die Realwirtschaft einschätzen können.“

Der Kursrally an der Wall Street kann der Dax nicht folgen. Obgleich sich auch die Händler in den USA wegen der anstehenden Firmenbilanzen zurückhaltend zeigten, legten die US-Börsen zum Wochenstart zu. Am Dienstag treten Dow Jones und Co. jedoch auf der Stelle.

Zu den größten Verlierern an den Märkten gehörten deutsche und europäische Immobilienkonzerne. Ihre Aktien verloren an Wert. Händler machen die Meldung dafür verantwortlich, dass das Land Berlin mit dem Kauf Hunderter Wohnungen dem Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen den Deal abspenstig gemacht hat. Die Papiere des Konzerns verloren im MDax knapp anderthalb Prozent ein.

Insgesamt verhält sich der Index für mittelgroße Unternehmen äußerst stabil. Mit 26.059 Punkten beendet er im Dienstagshandel. Auch der EuroStoxx50 gewann 0,5 Prozent auf 3521 Punkte.

Das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) veröffentlichte am Vormittag seine Konjunkturerwartungen für die Eurozone – und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis. Der ZEW-Indikator fällt auf den tiefsten Stand seit Oktober 2018. Der Saldo der Konjunkturerwartungen beläuft sich im Juli auf minus 24,5, die Konsensschätzung lag bei minus 22,0. Der Saldo der Lageeinschätzungen steht bei minus 1,1, die Erwartung betrugt 5,0 Punkte.

„Eine nachhaltige Eindämmung der Unsicherheitsfaktoren für die exportorientierten Branchen der deutschen Wirtschaft ist derzeit nicht in Sicht,“ so ZEW-Präsident Achim Wambach. Die Konflikte der USA mit dem Iran und China blieben ein zusätzlicher Unsicherheitsfaktor. Laut den Experten der Helaba werden durch die neuen ZEW-Daten die Spekulationen auf eine EZB-Zinssenkung Ende dieses Monats tendenziell verstärkt.

Der Dax und der Euro reagierten auf die negativen Zahlen kaum. Allerdings rutschte die Rendite für Bundesanleihen tiefer ins Minus. Aktuell liegt dieser Wert bei minus 0,312 Prozent, am Vormittag waren es noch minus 0,288 Prozent.

Einzelwerte im Fokus

Bayer: Die Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto brachte dem Pharmakonzern Bayer schon viel Ärger ein. Der Unkrautvernichter Glyphosat ist Gegenstand etlicher Gerichtsprozesse. Ein US-Gericht kam dem Leverkusener Konzern nun entgegen und senkte die Strafzahlung. Bayer kündigt trotzdem Berufung an. Die Aktie legte um 0,8 Prozent auf 59,08 Euro zu.

Osram: Der Münchner Lichtkonzern sucht nach einem Investor. Nachdem der österreichische Halbleiterkonzern AMS am Montag zunächst ein Übernahmeangebot gemacht hatte, zog er es nur wenige Stunden später wieder zurück. An der Börse macht sich diese Unsicherheit bemerkbar. Im Vormittagshandel mussten die Papiere 5,6 Prozent einbüßen und kosteten noch 33,09 Euro – zum Handelsschluss konnten sie sogar wieder 0,2 Prozent zulegen.

Deutsche Bank: Das deutsche Geldinstitut will mit einem großangelegten Sanierungsprogramm wieder auf Kurs kommen. Im Dax sind sie mit einem Plus von 4,3 Prozent führend.

Comdirect: Der Verkauf der Tochter eBase an die britische FNZ Group ist perfekt. Der Kaufpreis betrage rund 154 Millionen Euro - etwa drei Millionen mehr als bei der Ankündigung des Verkaufs vor einem Jahr in Aussicht gestellt, wie Comdirect mitteilte. Unter dem Strich spült der Verkauf 110 Millionen Euro in die Kassen der Commerzbank-Tochter. Entsprechend stieg der Aktienkurs um 2,4 Prozent. eBase bietet Finanzvertrieben, Versicherungen, Banken und Vermögensverwaltern Depot- und Kontolösungen an. Damit passte die Tochter nicht mehr zu der Comdirect, die sich auf das Kerngeschäft mit Privatkunden konzentrieren will. Die Direktbank hatte eBase im Jahr 2009 für 24,9 Millionen Euro erworben.

Burberry: Überraschend starke Quartalsergebnisse beflügeln die Aktie des Modekonzerns. Am Dienstag legte das Papier um fast 15 Prozent auf ein Zehn-Monats-Hoch zu. Dank des Erfolgs der neuen Kollektionen von Chef-Designer Riccardo Tisci stieg der Umsatz auf vergleichbarer Basis den Angaben zufolge um vier Prozent.

Mit Agenturmaterial.

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