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Dax aktuell Dax schließt über Marke von 11.500 Punkten – Wirecard-Aktie stürzt erneut ab

Das erneute Scheitern eines Brexit-Deals sorgt beim Dax für moderate Abschläge. In der Türkei halten indes die Turbulenzen an den Börsen an.
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FrankfurtDer Dax hat am Freitag die Marke von 11.500 Punkten zurückerobert und 0,9 Prozent fester bei 11.526 Punkten geschlossen. Die erneute Ablehnung des Brexit-Vertrags hatte nur geringe Auswirkungen auf den deutsche Leitindex. Dieser beendete somit das erste Börsenquartal mit einem Gewinn von gut neun Prozent.

Nur kurzfristig hatte am Freitag das Brexit-Chaos den Dax unter die charttechnisch wichtige Marke drücken können. Nachdem das britische Parlament auch bei der dritten Abstimmung den Brexit-Deal von Premierministerin Theresa May abgelehnt hatte, verlor der Dax zwar 0,5 Prozentpunkte, zum Handelsschluss fehlten aber nur noch 23 Punkte zur Tageshöchstmarke.

Das hing unter anderem mit einem Tweet des US-Finanzministers Steven Mnuchin zusammen. Dieser schrieb am Freitag, er und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer hätten „konstruktive“ Gespräche in Peking geführt. Er freue sich auf weitere Diskussionen in der nächsten Woche in Washington mit dem stellvertretendem chinesischen Ministerpräsidenten Liu He. Zu Details äußerte sich Mnuchin zwar nicht, bei den Börsianern kam das aber gut an.

Insgesamt signalisiert die Börsenstimmung allerdings, dass sich die Chancen für das deutsche Börsenbarometer auf weitere Kursgewinne verschlechtert haben. „Sollte sich der Dax wieder in die Regionen der bisherigen Jahreshochs fortentwickeln, würden die jüngsten Kaufpositionen alsbald wieder aufgelöst werden“, glaubt Verhaltensökonom Joachim Goldberg nach Auswertung der Stimmungsumfrage der Börse Frankfurt. „Unter dem Strich hat sich damit die Situation des Dax verschlechtert, zumal die Erholung des Börsenbarometers trotz der besagten Käufe bislang spärlich ausgefallen ist“, schrieb er am Mittwochabend dieser Woche.

In der Türkei wiederholt sich indes offenbar die Geschichte. Beobachter sehen beim Blick auf die derzeitigen Marktturbulenzen eine gefährliche Parallele zur großen Bankenkrise der Türkei im Jahr 2001. Damals taumelte erst die Währung, anschließend stiegen die Zinssätze in unermessliche Höhen. In der Folge stürzte die Türkei in eine Krise, der Internationale Währungsfonds musste mit Milliardenkrediten einspringen.

In der Fußballersprache würde man die aktuelle Polemik von Präsident Erdogan gegenüber ausländischen Investoren als Eigentor bezeichnen. Schließlich ist die Türkei ist immer noch in großem Umfang von ausländischem Kapital abhängig, auch wenn ihr Außenhandelsdefizit im Februar im Jahresvergleich um 63,1 Prozent auf 2,13 Milliarden Dollar gesunken ist. Die Exporte der Türkei stiegen um 3,4 Prozent und die Importe sanken um 16,9 Prozent im Vergleich zum Februar 2018.

Doch immer noch importieren die Türken mehr als sie exportieren, und die Lücke muss über Kapitalzuflüsse geschlossen werden. Zudem muss die Regierung innerhalb der kommenden zwölf Monate rund 177 Milliarden Dollar an Auslandsschulden refinanzieren. Auch dafür braucht sie die ausländischen Investoren.

Und es fiel noch ein zweites Eigentor: Bei einer Wahlkampfkundgebung kritisierte Erdogan erneut US-Präsident Donald Trump, weil der die israelische Souveränität über die besetzten Golanhöhen anerkannt hatte. Entsprechend rutschte die Lira igegenüber dem Euro um 1,5 Prozent ab. Ein Euro kostete 6,36 Lira. Die Anti-USA-Rhetorik des türkischen Präsidenten löste bereits 2018 einen Währungskollaps aus, der sein Land in die Rezession stürzte.

Die Lira dürfte auch in den nächsten Tagen anfällig bleiben. Am Sonntag finden wichtige Lokalwahlen statt. Würde die AKP schlecht abschneiden, könnte die Währung erneut nachgeben. „Die Marktverhältnisse der vergangenen Tage könnten deutliche dauerhafte Spuren bei den Lira-Wechselkursen hinterlassen“, meinen die Devisenanalysten der Commerzbank.

Blick auf die Einzelwerte

Wirecard: Nach den Kursrutschen der vergangenen Wochen hat der Dax-Konzern Wirecard nach eigenen Angaben Klage gegen die britische Zeitung „Financial Times“ (FT) eingereicht. Ziel ist die Unterlassung der Berichterstattung sowie eine Entschädigung der Aktionäre. Der britische Zeitung veröffentlichte allerdings bereits einen neuen Bericht über den Dax-Konzern. Die Aktie war mit einem Minus von 8,7 Prozent der größte Verlierer im Dax.

Deutsche Telekom: Auf Platz zwei der Verliererliste im Dax folgte die Aktie der Telekom. Diese verlor am Tag nach der Hauptversammlung und der Dividendenausschüttung 4,7 Prozent. Der Chef der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, hatte mit Blick auf die geplante Übernahme des US-Wettbewerbers Sprint eine Entscheidung im zweiten Quartal in Aussicht gestellt. Derzeit scheint allerdings die Sorge vorzuherrschen, dass der Zusammenschluss von den Wettbewerbsbehörden abgelehnt werden könnte.

Tui: Die Flugverbote für Boeings Mittelstreckenjet 737 Max durchkreuzen die bereits gekappten Gewinnpläne des weltgrößten Reisekonzerns. Weil das Unternehmen Ersatzflugzeuge mieten muss, rechnet Tui-Chef Fritz Joussen für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September mit deutlichen Gewinneinbußen. Sollten die Max-Jets bis Mitte Juli wieder fliegen dürfen, werde dies den operativen Gewinn (bereinigtes Ebita) voraussichtlich mit rund 200 Millionen Euro belasten, teilte das Unternehmen am Freitag in Hannover mit. Sollten die Flugverbote länger gelten, kämen weitere 100 Millionen Euro an Kosten hinzu. Die Tui-Aktien brachen daraufhin fast zehn Prozent ein und verloren letztendlich 4,4 Prozent.

Thyssen-Krupp: Im Dax verschaffte ein Großauftrag für die Marinesparte aus Brasilien dem Papier Auftrieb. Die Aktie war mit plus 3,7 Prozent der größte Tagesgewinner im Index – allerdings kommen die Papiere auch vom tiefsten Stand seit Juni 2012.

Drillisch: Die Aktie war am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit 2015 gefallen. Für die Talfahrt an der Börse sorgte die drohende Mini-Dividende. Wenn Drillisch bei der 5G-Auktion zum Zug kommt, wird die Ausschüttung drastisch von 1,60 Euro auf 5 Cent je Aktie reduziert. Mit einem Schlag würde die Dividendenperle – aktuell beträgt die Rendite knapp fünf Prozent – eines der wichtigsten Kaufargumente verlieren. Die Talfahrt ging daraufhin am Freitag weiter, die Aktie verlor weitere 1,1 Prozent.

Was die Charttechnik sagt

Der Dax hat in dieser Woche mehrmals versucht, den Widerstand bei 11.458/11.500 zu überwinden, am Freitag notierte er auch zum Handelsschluss über dieser Marke. Schlusskurse oberhalb dieser charttechnische Lage sorgen für Entspannung, Kurse darunter wären nur eine sogenannte technische Reaktion nach den deutlichen Verlusten am vergangenen Freitag.

Sollte der Index künftig wieder nach unten tendieren, kommt als Widerstand die Marke von rund 11.233 Zählern infrage, darunter zählen 11.051 Punkte als weitere Haltemarke. Die richtig große Unterstützungsmarke ist aber das bisherige Mehrjahrestief, das der Dax Ende Dezember mit 10.279 Zählern verzeichnete.

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