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Dax aktuell Dax schließt unter 11.000 Punkten – Aktien von Wirecard und Leoni stürzen ab

Der Leitindex verliert auf Wochensicht 2,4 Prozent. Bei Wirecard kommt es zum nächsten Absturz, bei den Nebenwerten gerät Leoni unter die Räder.
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Wirecard-Aktie stürzt ab – Dax fällt unter 11.000 Punkte

DüsseldorfDie Börsen-Woche hat für den Dax unschön geendet. Am Freitag schloss das deutsche Börsenbarometer 1,1 Prozent im Minus bei 10.906 Punkten. Auf Wochensicht verlor der Dax 2,4 Prozent und fiel wieder unter die Marke von 11.000 Punkten.

Zu schaffen machte dem Dax unter anderem das erneute Kursbeben bei Wirecard. Die Aktien des Zahlungsdienstleisters gaben zeitweise um bis zu 20 Prozent nach, nachdem die Polizei in Singapur Büros des Unternehmens untersucht hatte. Die Spekulationen über angebliche kriminelle Kontomanipulationen und Dokumentfälschungen erhielten dadurch neue Nahrung.

Auch der weltweit stotternde Wirtschaftsmotor und enttäuschende Ausblicke von Unternehmen drückten auf die Kurse, zumal auch von den US-Börsen keine Unterstützung ausging.

Dabei hatte der Dax erst am Dienstag sein neues Jahreshoch markiert und bei 11.372 Punkten geschlossen. Gefühlt ist der Dienstag aber schon mehrere Monate her: Am Donnerstag brachen die Kurse ein, der Leitindex ging 2,7 Prozent tiefer bei 11.022 Zählern aus dem Handel.

Es war der schwächste Börsentag des Jahres – die Gewinne von zwei Wochen wurden innerhalb eines Handelstag ausradiert. Alle 30 Werte lagen in der Verlustzone. Ganz ähnlich sah es bei den Nebenwerten aus.

Als übergeordneten Grund führen Experten den seit Monaten anhaltenden Handelsstreit zwischen den USA und China an. Bekannt ist nun: US-Präsident Trump und der chinesische Staatschef Xi werden sich nicht vor dem am 1. März auslaufenden Ultimatum treffen. Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow erklärte Medienberichten zufolge, beide Länder seien von einer Beilegung ihres Handelsstreits noch immer ein gutes Stück weit entfernt.

„Die Hoffnung auf einen konstruktiven Ausgang der Gespräche beruhte zu einem nicht unerheblichen Teil auf der Annahme, dass der US-Präsident sich mal wieder als „Deal Maker“ präsentieren wolle und daher – ziemlich unabhängig vom handelspolitischen Inhalt der Übereinkunft – einen Handelsdeal mit China einzutüten gedenke“, urteilen die Analysten der Commerzbank. „Mit dieser Möglichkeit ist ein erheblicher Grund für Optimismus verschwunden.“

„Natürlich spielen die Unsicherheiten mit Blick auf den Brexit und den Handelsstreit zwischen den USA und China auch weiterhin eine Rolle“, erklärten die Experten der Landesbank Helaba.

Die weiteren Indizes

Der MDax, der Index für mittelgroße Unternehmen, büßte 1,1 Prozent auf 23.206 Punkte ein, der TecDax verlor 2,1 Prozent. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab 0,5 Prozent auf 3135 Zähler nach.

Einzelwerte im Überblick

Wirecard: Die Aktien des Zahlungsdienstleisters schlossen am Freitag 12,5 Prozent im Minus bei 96,86 Euro und brachen zeitweise um mehr als 20 Prozent ein, nachdem die Polizei in Singapur die Büros von Wirecard durchsucht hatte. Es war der vierte Einbruch binnen weniger Tage.

Leoni: Die im SDax notierten Aktien brachen um 32,1 Prozent auf 20,59 Euro ein. Der Autozulieferer verfehlte seine Jahresziele, strich die Dividende und dampfte die Mittelfristziele ein. Vorstandschef Aldo Kamper nannte das Ergebnis für 2018 „sehr enttäuschend und inakzeptabel“. Die Probleme seien gravierender als gedacht. Analyst Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe erklärte, der Ausblick sei ein „Desaster“.

Ceconomy: Das Schlussquartal bescherte der Elektronikhandelskette, getrieben durch das Weihnachtsgeschäft, erfreuliche Nachrichten. Ceconomy baute den Umsatz vor allem dank der Töchter Media Markt und Saturn um 1,7 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro aus. Analysten hatten mit geringeren Erlösen gerechnet. Die Aktie gewann 26,8 Prozent.

Deutsche Bank: Die Aktien von Deutschlands größtem Geldhaus verloren 2,5 Prozent. Bundesfinanzminister Olaf Scholz dämpfte Spekulationen über eine baldige Fusion mit der Commerzbank oder einer anderen Bank.

Devisen und Anleihen

Am Devisenmarkt hielten sich die Bewegungen in Grenzen. Der Euro notierte nahezu unverändert bei 1,13 Dollar. Das britische Pfund profitierte vom Zinsausblick der heimischen Notenbank, die die Normalisierung ihrer Geldpolitik zwar verlangsamte, aber nicht stoppte.

Dennoch warnen die Devisenanalysten der Commerzbank davor, dem Ausblick der Bank of England vollends zu vertrauen. Die konjunkturelle Entwicklung hänge maßgeblich von den Umständen des britischen EU-Austritts ab, betonen die Experten. Insofern sei eine mittelfristige Prognose schwierig.

Derweil geht die zehnjährige Bundesanleihe noch weiter in Richtung der Nullgrenze. Die Rendite beträgt nur noch 0,1 Prozent. So wenig warfen die zehnjährigen Titel seit zwei Jahren nicht ab. Am Vortag hatte die EU-Kommission Anleger mit ihrer vorsichtigen Konjunkturprognose verschreckt. Diese griffen dann verstärkt zur zehnjährigen Bundesanleihe, die als sicher gilt.

Das sagt die Charttechnik

Anlegern sollte klar sein: Die Hoffnungen auf ein Ende des Bärenmarktes sind vorläufig zerstört. Dazu hätte der Dax über 11.800 Punkte steigen müssen, was nach dem Handel am Donnerstag aber in weiter Ferne liegt.

Mit dem Rutsch des Dax unter die wichtige Marke bei 11.276 Zählern, beschleunigte sich gestern die Abwärtsbewegung. Nach Meinung der technischen Analysten der Helaba muss damit gerechnet werden,  dass der kurzfristige Verkaufsdruck weiter zunimmt.

Die entscheidende Marke für die kommenden Handelstage ist das bisherige Zwei-Jahres-Tief bei 10.279 Zählern von Ende Dezember 2018. Kurse darunter würden den mehrmonatigen Abwärtstrend bestätigen und vermutlich schnell für vierstellige Kurse beim Dax sorgen.

Doch zunächst gibt es nach Meinung der HSBC-Charttechniker eine ebenso breite wie solide Unterstützung zwischen etwa 10.935 und 11.000 Punkten. Dort verlaufen unter anderem die mittelfristig bedeutsame, inzwischen wieder steigende 38-Tage-Linie.

Analystencheck: Berenberg erhöht Kursziel für Alstom-Aktie deutlich

Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für die Alstom-Aktie deutlich von 28 auf 42 Euro angehoben und rät jetzt zum Kauf. Der Markt habe sich bei dem Technologieunternehmen zu sehr auf die Bahn-Fusion mit Siemens konzentriert, dabei aber die Wachstumsaussichten aus dem Blick verloren, erklärt Analyst Simon Toenessen. Das Ergebnis von Alstom könnte sich bis 2025 verdoppeln. Das spiegele die Bewertung der Aktie nicht wider.

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