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Aktienhändlerin an der Frankfurter Börse

Der Mai verlief für Aktienanleger mehr als schlecht – auch der Juni beginnt trübe.

(Foto: dpa)

Dax aktuell Dax schließt unter 12.000 Punkten – Deutsche Bank verliert mehr als zwei Prozent

Die Angst vor einem Technologiekrieg hat den Aktienmarkt am Donnerstag belastet. Die Aktien der Deutschen Bank fielen zwischenzeitlich auf ein Rekordtief.
1 Kommentar

DüsseldorfDie Konsolidierung am deutschen Aktienmarkt hat sich ausgeweitet: Der Dax verlor am Donnerstag rund 1,8 Prozent auf 11.952 Punkte. Damit notiert er wieder unter der psychologisch wichtigen 12.000-Punkte-Marke. Das Tagestief lag gar bei 11.927 Zählern.

Am Mittwoch hatte der Leitindex noch bei 12.168 Punkten geschlossen. Das passt zu den Trends der letzten Tage: Zuletzt wurden im Dax sowohl Ausbruchversuche nach oben als auch nach unten sofort gekontert. Das Resultat: Der deutsche Leitindex bewegt sich seitwärts innerhalb der Hoch- und Tiefpunkte des vergangenen Handelstages.

Gegenüber dem Jahreshoch bei 12.436 Punkten Anfang Mai notiert die Frankfurter Benchmark derzeit nun 400 Punkte tiefer. Und es gibt einige Anzeichen, dass dieses Minus noch nicht das Ende der Kursrückgänge bedeutet. „Viel spricht für eine weitere Konsolidierung des Börsenbarometers“, meint auch Joachim Goldberg, der für die Börse Frankfurt eine wöchentliche Umfrage zur Anlegerstimmung auswertet.

Laut seiner aktuellen Analyse vom Mittwochabend liegt das Verkaufsinteresse der Optimisten zwischen 12.350 und 12.400 Punkten. Wenn diese Kurse erreicht werden, dürften die Kurse wieder fallen. Größere Nachfrage sei erst unterhalb des Tiefs der jüngsten Korrektur seit Anfang Mai (ca. 11.800 bis 11.850 Zählern) vorhanden.

Neue Konjunkturdaten zeigen, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China und die Brexit-Diskussion in der Realwirtschaft immer deutlichere Spuren hinterlassen: So verschlechterte sich die mit dem Ifo-Index gemessene Stimmung in den deutschen Chefetagen im Mai stärker als von Analysten erwartet. Der heute veröffentlichte Geschäftsklimaindex für den Mai notiert bei 97,9 Punkten, nach 99,2 im Vormonat. Die Erwartungen hatten bei 99,1 gelegen.

„Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft verschlechtert sich“, kommentieren die Helaba-Analysten. Positiv zu werten sei allerdings, dass die Erwartungskomponente stabil geblieben ist. Eine deutliche Belebung der konjunkturellen Dynamik zeichne sich zunächst nicht ab. Mittelfristig rechnen die Experten jedoch mit einer Erholung der gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten.

Schwach fielen die vorläufigen deutschen Einkaufsmanagerindizes des laufenden Monats aus. Der Indikator für die Industrie verschlechtert sich auf 44,3 Punkte, nach 44,4 im Monat zuvor, derjenige für die Servicebranche fällt von 55,7 auf 55,0. „Dies ist in Anbetracht der globalen Krisenherde und Unsicherheiten wenig überraschend“, bewerten die Analysten der Helaba.

Als Reaktion auf die schwachen Einkaufsmanagerindizes fiel die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihen auf minus 0,121 Prozent und lag damit in der Nähe des jüngsten Zweieinhalbjahrestiefs von minus 0,132 Prozent.

Im Zollstreit sorgte das Vorgehen der USA gegen Technologiefirmen aus China für Nervosität. So erwägt die US-Regierung Sanktionen gegen die chinesische Videoüberwachungsfirma Hikvision, zusätzlich zu dem Vorgehen gegen den Telekomausrüster Huawei. Am europäischen Aktienmarkt gerieten vor allem exportabhängige Werte unter die Räder: Der europäische Automobilsektor-Index verlor drei Prozent und rutschte auf den tiefsten Stand seit Dezember. Der Index europäischer Technologieaktien büßte zwei Prozent ein.

Der Ölpreis in New York fiel zum ersten Mal seit März unter 60 Dollar pro Barrel. Ein überraschender Anstieg der amerikanischen Rohöllagerbestände zerstreute die Besorgnis über eine Angebotskrise, während die Befürchtungen eines ausgewachsenen Handelskriegs zwischen den USA und China die Nachfrageaussichten belasteten. Auch die Nordseesorte Brent fiel um 3,8 Prozent von 70,50 Dollar auf zwischenzeitlich 67,50 Dollar.

Einzelwerte im Überblick:

Daimler: Die Aktien des Autobauers gaben 6,9 Prozent nach und waren der größte Verlierer im Dax. Das Minus ist zum größten Teil mit dem Dividendenabschlag nach der Hauptversammlung zu erklären. Der scheidende Vorstandschef Dieter Zetsche hatte zu seinem Abschied erneut einen klaren Sparkurs vorgegeben.

Covestro: Die Aktie zählte mit einem Minus von 5,1 Prozent ebenfalls zu den großen Verlierern. Bereits am Mittwoch hatte die Baader Bank die Einstufung des Covestro-Papiers auf „sell“ mit einem Kursziel von 48 Euro belassen. Bei dem Kunststoffkonzern sei die jüngste Erholung der Polyurethane- und der Polycarbonate-Preise bereits wieder zum Erliegen gekommen, schrieb Analyst Markus Mayer. Dies könnte die Aktien weiter unter Druck setzen.

Deutsche Bank: Turbulent verlief die Hauptversammlung der Deutschen Bank – die Aktie fiel zwischenzeitlich auf ein neues Rekordtief bei 6,35 Euro. Zu Handelsschluss war eine Aktie noch 6,46 Euro wert und somit 2,4 Prozent weniger als am Vortag. Zur Erinnerung: Das Rekordhoch des Papiers aus dem Jahr 2007 liegt bei 91,90 Euro.

Pfeiffer Vacuum: Im SDax ging es für die Anteile des Vakuumpumpenherstellers fast fünf Prozent abwärts. Der Konzern schließt inzwischen nicht mehr aus, 2019 schlechter als im Vorjahr abzuschneiden. „Die präzisierten Jahresziele enttäuschen vor allem ergebnisseitig“, sagte ein Händler. Es sollte aber auch nicht vergessen werden, dass Großaktionär Busch Kursrückschläge durchaus für weitere Aktienkäufe nutzen könnte.

Was die Charttechnik sagt

Auf der Unterseite entscheidend dürften die Marken von 11.870 beziehungsweise 11.860 Punkten sein. Das sind die Monatstiefs vom September 2018 und August 2017. „Ein Abgleiten unter diese Bastion dürfte die Aufwärtsreaktion der letzten Monate mit einem dicken Fragezeichen versehen“, meinen die technischen Analysten der Düsseldorfer Bank HSBC. Dann würde die Börsenampel wohl wieder auf Dunkelgelb springen.

Auf der oberen Seite würde erst ein Sprung über die vergangenen beiden Wochenhochs von 12.310 beziehungsweise 12.319 Punkten den Weg für ein neues Jahreshoch frei machen. Das bisherige Jahreshoch liegt bei 12.445 Zählern.

Analystencheck: Lampe senkt Kursziel für Indus-Holding

Die Experten des Bankhauses Lampe haben das Kursziel für die Indus-Holding-Aktie gesenkt, ihre Kaufempfehlung aber dennoch beibehalten. Die Firmendaten für das erste Quartal seien wegen der Eintrübung im Automobilsektor schlechter als erwartet ausgefallen. Die anderen Standbeine der Beteiligungsgesellschaft entwickelten sich jedoch weiterhin gut. Das SDax-Mitglied investiert langfristig in mittelständische Unternehmen.

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1 Kommentar zu "Dax aktuell: Dax schließt unter 12.000 Punkten – Deutsche Bank verliert mehr als zwei Prozent"

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  • Da wollten einige "Spezialisten" wohl die "Gunst der Stunde" nutzen und haben den EUR kräftig geshortet. "Todsicher", nicht wahr? An einem Tag wie heute konnte da ja gar nix schief gehen.
    Pech gehabt, die sind böse ins Messer gerannt:
    https://www.tradingview.com/x/ik3St0Ty/
    Man muss warten können. Kommt Zeit, kommt auch der Euro bei USD 1,05 oder noch tiefer...

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