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Dax aktuell Dax schließt unter 12.400 Punkten – Deutsche Bank ist Tagesverlierer

Besonders die Pleite des Reisekonzerns Thomas Cook hat die Märkte an diesem Montag bewegt. Ein Verkauf drückt die Papiere des größten deutschen Geldhauses.
Update: 23.09.2019 - 13:31 Uhr Kommentieren

„Die Gewinnschätzungen für 2020 sind deutlich zu hoch“

Düsseldorf Konjunkturdaten haben an diesem Montag den deutschen Leitindex beeinflusst. Der Dax hat seine Verluste vom Morgen zwar wieder teils wettgemacht, notierte zum Handelsschluss aber rund einen Prozent im Minus bei 12.342 Punkten. Auch der andere Indizes verzeichneten Verluste: Für den MDax ging es rund 1,2 Prozent abwärts auf 25.592 Punkte, der EuroStoxx 50 verlor 0,96 Prozent auf 3537 Punkte.

Grund für den Abwärtstrend sind Sorgen vor einer Rezession: Die Geschäfte der deutschen Industrie laufen so schlecht wie seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Mitte 2009 nicht mehr. Verschiedene Einkaufsmanagerindizes zeigen einen Abwärtstrend.

Der Markit-Einkaufsmanagerindex ist im September überraschend um 2,1 auf 41,4 Punkte gesunken, wie aus der am Montag veröffentlichten monatlichen Umfrage des Instituts IHS Markit unter rund 800 Firmen hervorgeht. Der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, fiel um 2,6 auf 49,1 Punkte. Das ist der schlechteste Wert seit fast sieben Jahren.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist bereits im zweiten Quartal vor allem wegen schwächelnder Exporte um 0,1 Prozent gesunken. Die Bundesbank hält im zu Ende gehenden Sommerquartal einen weiteren Rückgang für möglich. Damit würde Europas größte Volkswirtschaft erstmals seit dem Jahreswechsel 2012/13 in eine Rezession rutschen. Auch der Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft im Euroraum fiel um 1,5 auf 50,4 Punkte. Der Euro fiel gegenüber dem Dollar um 0,27 Prozent und wurde am Mittag bei 1,099 US-Dollar gehandelt.

EZB-Chef Mario Draghi appellierte am Montag in seiner Rede vor dem EU-Parlament an die Politik, sich stärker gegen den Konjunkturabschwung zu stemmen. „Je länger die Schwäche im verarbeitenden Gewerbe anhält, desto mehr steigt das Risiko, dass andere Wirtschaftsbereiche von der Abkühlung betroffen sind“, warnte der Notenbank-Chef. Die Europäische Zentralbank erwartet für die Euro-Zone eine anhaltende konjunkturelle Schwächephase.

Außerdem beschäftigt Anleger die Nachricht aus der Nacht, dass der britische Reisekonzern Thomas Cook die Insolvenz beantragt hat. Das könnte die gesamte Reisebranche beeinflussen. Die Papiere des Konzerns sind vom Handel ausgesetzt. Die Aktien einiger Konkurrenz-Fluglinien legten nach der Nachricht dagegen zeitweise kräftig zu.

An diesem Montag ist außerdem der Token-Marktplatz der Stuttgarter Börse gestartet. Die Handelsplattform BSDEX („Börse Stuttgart Digital Exchange“) soll „Deutschlands erster regulierter Handelsplatz für digitale Vermögenswerte“ werden.

Regulierte Handelsplattformen für Kryptowährungen gibt es bereits, beispielsweise Bitcoin.de aus Herford oder die hauseigene „Bison“-App, mit der die Börse Stuttgart Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Ripple verkauft.

Die Konjunktursorgen lassen Anleger zu Edelmetall greifen: Silber verteuerte sich um fast drei Prozent. Eine Feinunze kostete zum Handelsschluss etwas mehr als 18,50 Euro. Auch Gold legte um rund 0,3 Prozent zu. Silber und Gold gelten als sichere Anlagen in Krisenzeiten.

Für weiteren Gesprächsstoff sorgen dürfte weiterhin der Handelskonflikt zwischen den USA und China: Beide Seiten sind am Freitag in Washington zusammen gekommen, es habe sich um „produktive Diskussionen“ gehandelt, teilte das Büro des US-Handelsvertreters mit. Die Verhandlungen sollen im Oktober fortgesetzt werden.

Blick auf die Einzelwerte

Thomas Cook: Der Versuch, den Reisekonzern Thomas Cook vor der Pleite zu retten, ist gescheitert. Die Konzerntochter Condor beantragt einen Überbrückungskredit bei der Bundesregierung. Das Management hatte zuvor klar gemacht, dass man weitere 200 Millionen Pfund, umgerechnet 227 Millionen Euro, benötige, um über den reiseschwächeren Winter zu kommen.

Damit erhöhte sich das geplante Rettungspaket von 900 Millionen auf 1,1 Milliarden Pfund. Für die Banken – allen voran die Royal Bank of Scotland und die Lloyds Bank – offensichtlich zu viel. Die Aktie kostete am Freitag nur noch vier Cent.

Lufthansa und TUI: Die Nachricht vom Zusammenbruch des Reiseanbieters Thomas Cook sorgte für Kursgewinne bei Rivalen. Die Aktien von TUI legten zeitweise um mehr als zehn Prozent zu und notierten damit auf dem höchsten Stand seit sieben Monaten. Auch Lufthansa profitierte von den aktuellen Entwicklungen und notierte zum Handelsschluss rund ein Prozent im Plus und gehört damit zu den Gewinnern im Dax. Auch andere Airlines legten zu: Air-France-KLM, Ryanair und Easyjet gewannen dazu.

Vonovia: Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia übernimmt knapp 70 Prozent der Stimmrechte und knapp 62 Prozent des Grundkapitals des schwedischen Wohnungsunternehmens Hembla. Das geht aus einer Pflichtmitteilung des Bochumer Unternehmens vom Montag hervor. Das Gesamtvolumen des Deals umfasst 1,14 Milliarden Euro. Verkäufer ist der US-Finanzinvestor Blackstone. Hembla besitzt nach Vonovia-Angaben mehr als 21.400 Wohnungen, insbesondere im Großraum Stockholm.

Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigten ihre Kaufempfehlung für die Vonovia-Aktien. Der Zukauf in Schweden unterstützt ihnen zufolge das Wachstums des Konzerns. Der Zukauf wird sich laut Vorstandschef Buch erst im kommenden Jahr in den Ergebnissen des Konzerns niederschlagen. Die Papiere des Wohnungskonzerns notieren zum Handelsschluss auf dem Stand des Vortages.

Deutsche Bank: Die Papiere der Deutschen Bank sind die größten Verlierer im Dax. Die deutsche Bank teilte am Montag mit, man habe sich mit der französischen Rivalin BNP Paribas endgültig auf den Verkauf des Geschäfts mit Hedgefonds und dem elektronischen Aktienhandel geeinigt. Die Deutsche Bank überträgt damit Technologie und Mitarbeiter an BNP. Der Transfer muss noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden. Die Papiere der Deutschen Bank verloren am Montag 3,5 Prozent.

Commerzbank: Deutschlands zweitgrößte Privatbank will ihre Mehrheitsbeteiligung an der M-Bank verkaufen und im Gegenzug ihre deutsche Onlinetochter Comdirect komplett schlucken. Zudem sollen 200 Filialen geschlossen und rund 4300 Vollzeitstellen abgebaut werden. Die Papiere der Bank notieren derzeit bei minus 7,5 Prozent.

Deutz: Die Insolvenz eines wichtigen Zulieferers setzt dem Motorenhersteller Deutz schwer zu. Das Unternehmen kappte seine Prognose und schickte damit die Aktien am Montag auf Talfahrt. Die Papiere brachen zwischenzeitlich um bis zu 18 Prozent ein und fielen auf den tiefsten Stand seit November 2016.

Zum Handelsschluss lagen die Papiere 8,6 Prozent im Minus. Deutz erklärte, die Pleite des Zulieferers werde den Gewinn negativ beeinträchtigen und kappte seine Prognose für die Gewinnmarge auf vier bis fünf Prozent von mehr als fünf Prozent.

Die Gewinnwarnung sei eine negative Überraschung, schrieb Frederik Bitter, Analyst bei Hauck & Aufhäuser. Grund für die gesenkte Prognose sei vermutlich, dass Deutz einen Kredit an den Lieferanten abschreiben müsse. Sie ändere aber nichts an den grundsätzlich guten Aussichten für Deutz.

Handelsblatt-Analystencheck: Credit Suisse belässt Apple auf „neutral“

Die Schweizer Bank Credit Suisse hat Apple mit Blick auf den Verkaufsstart der neuen iPhone-Modelle auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 209 US-Dollar belassen. Wie schon in der Vergangenheit griffen die Anhänger der teuersten Modelle nun wohl auch am schnellsten zu, schrieb Analyst Matthew Cabral in einer am Freitag vorliegenden Studie. Die Wartezeit sei aber nur einer von mehreren Parametern für die Nachfrage.

Hier geht es zum Handelsblatt-Analystencheck.

Mit Agenturmaterial.

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