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Dax Aktuell Dax schließt unter 13.200 Punkten – Qiagen gewinnt 14 Prozent

Die deutschen Automobilwerte zählen zu den größten Verlierern an der Frankfurter Börse. Der Grund ist ein neues Risiko im Handelsstreit zwischen USA und China.
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Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve

Blick auf die Dax-Kurve im Frankfurter Handelssaal.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der deutsche Leitindex hat am Donnerstag seine Korrekturphase verlängert: Der Dax schloss 0,4 Prozent im Minus bei 13.180 Zählern. Bereits am Mittwoch hatte US-Präsident Donald Trump mit widersprüchlichen Aussagen zur Handelspolitik die Börsenrally ausgebremst, nachdem der Dax noch am Dienstag mit 13.308 Zählern ein neues Jahreshoch erreicht hatte.

Laut Anlegerstimmung bleibt der Dax aber in einer günstigen Lage. Denn die aktuelle Umfrage der Börse Frankfurt zeigt: Institutionelle Investoren in Deutschland haben sich der guten Stimmung am Markt noch nicht angeschlossen. Viele von ihnen warten auf einen deutlichen Rücksetzer, um möglicherweise noch einigermaßen günstig die verpassten Käufe nachzuholen. Bereits vor einer Woche hatten die heimischen Anlageprofis bei Kurse von rund 12.900 Zählern Kaufinteresse signalisiert. Doch so tief fiel der Dax nicht, das Kaufinteresse bleibt aber.

International sieht das anders aus. Denn die Umfrage der US-Bank BofA Merrill Lynch unter internationalen Fondsmanager offenbart nicht nur einen starken Wachstums-Optimismus. Netto 13 Prozent (Vormonat ein Prozent) der befragten Fondsmanager gaben an, in Aktien der Eurozone übergewichtet zu sein.

Die deutschen Privatanleger, die bereits in der vergangenen Woche laut der Frankfurter Erhebung ausgesprochen optimistisch auftraten, haben sich durch den Dax-Anstieg nicht zu Gewinnmitnahmen verleiten lassen. „Sie wollen offensichtlich noch mehr“, schlussfolgert der Verhaltensökonom Joachim Goldberg, der die wöchentliche Umfrage auswertet.

Die größte Gefahr droht dem Börsenbarometer nach wie vor eher aus dem Ausland: Wenn der Handelskonflikt zwischen den USA und China eskalieren sollte und die Risikofreude der internationalen Investoren in Risikoaversion umschlägt.

Ein Blick auf die Devisenkurs-Entwicklung vom Mittwoch gibt darauf allerdings erste Hinweise. Nach den Trump-Äußerungen zum Handelsstreit legten die sogenannten sicheren Häfen wie US-Dollar, Franken und Yen besonders stark zu, während risikoreichere Währungen – darunter zahlreiche aus den Emerging Markets – es schwer hatten.

Die Marktreaktion zeigt: Bislang sind Investoren nur von zwei Szenarien ausgegangen. Entweder die USA und China einigen sich auf ein Phase-1-Abkommen oder nicht. Im zweiten Fall bliebe der Status Quo erhalten. „Dass ein Scheitern der Verhandlungen in einer weiteren Eskalation des Konflikts enden könnte, dass die Strafzölle nochmals erhöht werden könnten, hatten aber offenbar wenige auf dem Schirm“, meint Commerzbank-Devisenanalyst Thu Lan Nguyen.

Denn der US-Präsident drohte, dass die USA die China-Zölle „erheblich“ erhöhen werden, wenn keine Einigung erzielt wird. „Und das wird auch für andere Länder gelten, die uns schlecht behandeln“, sagte Trump. Die US-Indizes an der Wall Street gaben nach der Rede ihre Gewinne schnell wieder ab.

Diese Bedrohung wird nun auch offenbar stärker am deutschen Markt wahrgenommen. So zählten am Donnerstag die Automobilwerte, die vom Geschäft mit China deutlich profitieren, zu den größten Verlierern. Daimler verlor rund 4,5 Prozent, auch weil der Stuttgarter Konzern seine mittelfristigen Ziele kassiert hat. Ein Resultat dieses Kursrutsches: Die Dividendenrendite bei Daimler liegt bei über sechs Prozent, der mit Abstand höchste Wert alle Dax30-Aktien. Doch auch die Aktien von Continental, BMW und VW schlossen im Minus.

Profitieren von der Entwicklung im Handelsstreit konnte der Goldpreis, der am heutigen Donnerstag um weitere 0,7 Prozent auf 1473 Dollar stieg. „Wir gehen davon aus, dass Gold zumindest kurzfristig stärker gefragt sein sollte“, meint Commerzbank-Rohstoffanalyst Daniel Briesemann. 

Die deutsche Wirtschaft ist knapp einer Rezession entronnen. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von Juli bis September überraschend um 0,1 Prozent zum Vorquartal. Im zweiten Quartal war es noch um revidiert 0,2 Prozent geschrumpft. Erst bei zwei Minus-Quartalen in Folge sprechen Ökonomen von einer Rezession.

Blick auf die Einzelwerte

Merck KGaA: Der deutsche Spezialchemie- und Pharmakonzern setzt sich angesichts gut laufender Geschäfte im dritten Quartal höhere Umsatz- und Ergebnisziele für das laufende Jahr. Die Erlöse sollen 2019 nun auf 15,7 bis 16,3 Milliarden Euro steigen, wie der im Dax notierte Konzern an diesem Donnerstag in Darmstadt mitteilte. Zuvor wurden 15,3 bis 15,9 Milliarden Euro angepeilt. Die Reaktion der Anleger war negativ, die Aktie fiel 3,3 Prozent.

RWE: Jahrelang musste das Energieunternehmen über sinkende Gewinne berichten. Jetzt konnte der Konzern schon zum zweiten Mal die Jahresprognose für 2019 erhöhen. Das reicht den Anlegern aber nicht: Die Aktie verlor 2,5 Prozent. Damit markierten sie den niedrigsten Stand seit mehr als zweieinhalb Monaten. Den Analysten der US-Investmentbank Goldman Sachs zufolge dürfte der Ausblick des Energiekonzerns für den Geschäftsbereich Erneuerbare Energien enttäuscht haben.

Henkel: Der Konsumgüterkonzern Henkel hat kurz vor dem anstehenden Chefwechsel weniger verdient. Beim Umsatz verzeichneten die Düsseldorfer im dritten Quartal nur ein geringes Wachstum, bereinigt um Währungseffekte und Zukäufe gingen die Erlöse sogar leicht zurück. Vor allem im Geschäft mit Kosmetika und Klebstoffen läuft es nicht rund. Die erst im August gesenkte Prognose bestätigte aber der Konzern. Nach einem deutlichen Plus zum Handelsauftakt rutschte die Aktie bis zu einem Prozent ins Minus, schloss dann aber 0,4 Prozent im Plus.

Qiagen: Übernahmespekulationen treiben die Aktien auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Monaten. Die Papiere schossen um bis zu 15,4 Prozent auf 34 Euro nach oben und schloss 14 Prozent im Plus. Der US-Technologiekonzern Thermo Fisher Scientific habe den Biotechkonzern wegen einer möglichen Übernahme angesprochen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Qiagen wollte das nicht kommentieren.

CTS Eventim: Der Großaktionär des Ticketvermarkters will einen Teil seiner Anteile am Markt platzieren. Die KPS-Stiftung will bis zu 7.874.000 Aktien oder 8,2 Prozent der Stimmrechte im beschleunigten Bookbuilding-Verfahren platzieren. Der Verkauf soll in erster Linie der Steigerung des Streubesitzes und des Handelsvolumens der CTS-Aktien dienen. Darüber hinaus beabsichtige die Stiftung derzeit nicht, ihre Position als Hauptanteilseigner von CTS Eventim weiter zu reduzieren. Den Aktionären gefällt das nicht, der Kurs fiel um 5,9 Prozent.

Zalando: Die Aktien profitieren von einer Analystenbewertung der Bank of America/Merrill Lynch. Demnach nahmen die Experten die Bewertung mit „Buy“ wieder auf und setzten ein Kursziel von 50 Euro. Das Papier stieg um 2,2 Prozent.

Was die Charttechnik sagt

Um 1430 Punkte ist der Dax seit Anfang Oktober gestiegen, von 11878 Zählern bis 13.308 Punkten als neues Jahreshoch. Da hat sich der Leitindex eine Verschnaufpause verdient, die bislang erstaunlich ruhig verläuft. Vom Jahreshoch aus betrachtet liegt das bisherige Korrekturtief bei 11.139 Zählern.

Bislang hat die Frankfurter Benchmark den Kampf um die Marke um 13.200 Punkte nicht aufgegeben. Drei Mal rutschte der Index im Tagesverlauf unter diese Unterstützung, doch zum Handelsschluss lag der Dax jedes Mal wieder darüber. Das zeigt: Der Bereich ist kurzfristig hart umkämpft.

In diesem Bereich liegen beispielsweise die Hochs der Monate Mai und Juni des Börsenjahres 2018, für Charttechniker relevante Marken. Im Mai des vergangenen Jahres war bei 13.204 Zählern Schluss, im Monat Juni setzten nach dem Erreichen von 13.170 Punkten deutliche Verkäufe ein.

Auf der oberen Seite ist der nächste nennenswerte Widerstand gleich das bisherige Rekordhoch von 13.596 Punkten. Auf der Unterseite ist nun die Aufwärtskurslücke von Anfang November die nächste wichtige Rückzugsmarke. Solche Kurslücken (Fachjargon: Gap) entstehen, wenn der höchste Kurs eines Tages unter dem des Folgetages bleibt.

Konkret: Am 1. November stieg der Dax bis auf 12.992 Zähler, am Montag (4. November) lag der niedrigste Kurs bei 13.019 Punkten. Solche Kurslücken dienen anschließend als Unterstützung. Wenn sie nicht geschlossen werden, ist das ein Zeichen von Stärke. Strategische Investoren können diesen Bereich als Absicherung nehmen.

Eine Etage tiefer liegt der nächste Widerstand bei 12.500 Zählern. Darunter folgt die 200-Tage-Linie, Gradmesser für den langfristigen Aufwärtstrend. Diese Durchschnittslinie notiert aktuell bei 12.065 Zählern und steigt täglich um rund zehn Punkte.

Wenn Anleger in die jüngste Kursentwicklung reinzoomen, dann fallen die fast identischen Hochs bei 13.301/13.308 Punkten sowie die jüngsten beiden Korrekturtiefs bei 13.144/13.139 Punkten auf. Mit anderen Worten: „Auf Stundenbasis hat das Aktienbarometer zuletzt eine kleine Schiebezone etabliert“, lautet das Fazit der HSBC-Bank für sehr kurzfristig orientierte Anleger. „Ein Ausbruch aus dem beschriebenen Rechteck dürfte also für den nächsten Bewegungsimpuls sorgen“.

„Bei der Vermögensplanung gilt: Nie ganz aussteigen!“

Handelsblatt-Analystencheck: UBS hebt Kursziel für Siemens-Aktie an

Die schweizerische Großbank UBS hat das Kursziel für Siemens von 120 auf 127 Euro angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen. Das Geschäftsjahr sei für den Industriekonzern solide zu Ende gegangen, schrieb Analyst Guillermo Peigneux Lojo in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Nun stehe Siemens vor einem neuen Geschäftsjahr voller potenziell positiver Kurstreiber. Er nahm positive Anpassungen an seinen Erwartungen vor und verschob außerdem den Bewertungszeitraum in die Zukunft.

Insgesamt 35 Studien haben sich laut dem Handelsblatt-Analystencheck in den vergangenen Monaten mit der Siemens-Aktie beschäftigt. Es gibt keine Verkaufsempfehlung. Den 31 Kaufempfehlungen steht vier Mal die Einschätzung „Halten“ gegenüber.

Hier geht es zum Handelsblatt-Analystencheck.

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