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Dax aktuell Dax schließt unter neuem Rekordhoch – Neue „Generation Börse“ beflügelt den Markt

Der Blick auf vergangene Höchststände zeigt, wie wichtig der neue Rekord von diesem Montag für die Märkte ist. Laut technischer Analyse dürfte der Dax weiter steigen.
28.12.2020 - 18:17 Uhr 4 Kommentare
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Anleger haben an diesem Montag mit Käufen am deutschen Aktienmarkt auf den Brexit-Deal reagiert. Der Dax ging 1,5 Prozent höher bei 13.790 Punkten aus dem Handel. Zwischenzeitlich erreichte der Index mit 13.819 Zählern ein neues Rekordhoch. Seit Jahresanfang hat der Leitindex trotz der Coronakrise und eines zwischenzeitlichen Rückschlags auf 8255 Punkte rund vier Prozent an Wert gewonnen.

Auch die anderen Indizes am deutschen Aktienmarkt markierten am heutigen Montag neue Bestmarken: Der MDax erreichte mit 30.803 Zählern ein neues Rekordniveau, der SDax mit 14.736 Punkten.

Das bisherige Dax-Rekordhoch wurde im Februar dieses Jahres mit 13.795 Zählern erreicht. Mitte Dezember (18.12.) scheiterte der Leitindex nur um rund 20 Punkte an dieser Marke.

Doch die Situation ist nun komplett anders: Mitte Dezember waren es vor allem Profianleger, die den deutschen Index auf 13.774 Punkte getrieben hatten. Damals war „Hexensabbat“.

An diesem Tag werden für Optionen, Futures und andere Produkte auf dem Terminmarkt – sowohl für Indizes wie auch für Einzelaktien – die Abrechnungspreise ermittelt, sodass Investoren die Positionen in ihren Portfolios glattstellen können.

Entsprechend lag das Handelsvolumen an diesem Tag mit mehr als 156 Millionen gehandelten Papieren deutlich über dem Durchschnitt. In den vergangenen drei Monaten wurden durchschnittlich rund 74 Millionen Papiere ge- und verkauft.

Anlageprofis haben sich verabschiedet

Doch die meisten institutionellen Investoren haben sich längst vom Markt verabschiedet. Nun sind es in erster Linie die Privatanleger, die die Kurse nach oben treiben. Das spiegelt sich auch im niedrigen Volumen wider, das am vergangenen Mittwoch nur rund 40 Millionen Papiere betrug.

Doch die verbleibenden Handelstage in diesem Jahr dürften genauso spannend wie am Hexensabbat verlaufen: Denn nun ist der Markt – etwas vereinfacht formuliert – in der Hand der neuen „Generation Börse“.

Das sind die jungen Trader, die im Zuge der deutlichen Kursgewinne nach dem Corona-Crash neu am Markt sind, angelockt durch kostengünstige Plattformen wie Trade Republic in Deutschland sowie Robinhood oder E-Trade in den USA.

Diese jungen, unerfahrenen Anleger laufen verrückten Trends und Wertpapieren mit einem starken Momentum hinterher. Die Bewertung spielt dabei offenbar keine Rolle. Das dürfte diesmal den Dax bis zum Jahresende weiter nach oben treiben.

Extreme Kursbewegungen werden 2021 wieder ausgeglichen

Dass die jungen Trader den Markt beherrschen, ließ sich an diesem Montag auch an den Top- und Flop-Listen ablesen. Es waren vor allem die beliebten Gewinnerpapiere der Coronakrise, die die Gewinnerliste anführten.

Im Dax lag Delivery Hero vorn, im MDax zeitweise Hellofresh. Im deutschen Leitindex befand sich bei Handelsschluss nur ein Wert in der Verlustzone. Die zyklischen Papiere, die zu Beginn der Pandemie deutlich verloren hatten, bildeten das Schlusslicht der Gewinnerliste. Der Triebwerkshersteller MTU verzeichnete ein kleines Minus, Heidelberg Cement lag trotz des freundlichen Marktumfelds nur leicht im Plus.

Klar ist aber auch: Wenn die Anlageprofis Anfang 2021 wieder dabei sind, dürfte sich der Handel wieder normalisieren. Extreme Kursbewegungen einzelner Aktien werden dann ausgeglichen, sofern kein fundamentaler Grund dahintersteckt. Das sollten Anleger im Hinterkopf behalten.

Blick auf den langfristigen Dax-Chart

Der langfristige Blick auf die Dax-Notierungen der vergangenen Jahre lässt laut technischer Analyse vermuten: Sollte der Leitindex das bisherige Rekordhoch nachhaltig überwinden, steht ein dynamischer Kursanstieg bevor.

Denn die höchsten Notierungen der vergangenen drei Jahre lagen auf einem ähnlichen Level: 2017 betrug dieser Wert 13.525 Punkte, 2018 lag er bei 13.596 Zählern, und 2019 erreichte der Index einen Höchststand von 13.425 Zählern.

Bereits in diesem Jahr schien dieser Widerstandsbereich zwischen 13.425 und 13.596 Punkten überwunden worden zu ein, doch die Corona-Pandemie machte dem ein Ende. „Wir erwarten bei einem neuen Allzeithoch einen nachhaltigen Ausbruch“, prognostizieren die technischen Analysten der Bank HSBC. Deren Dax-Kursziel für das kommende Jahr liegt bei rund 15.500 Punkten.

Auch Nachrichten aus den USA gaben dem deutschen Börsenbarometer zuletzt Rückenwind. Denn US-Präsident Donald Trump hat seine Blockadehaltung gegenüber den neuen Corona-Hilfen in Höhe von rund 900 Milliarden Dollar aufgegeben. Er unterschreibe die Gesetzesvorlage mit „einer starken Botschaft, die dem Kongress klarmacht, dass verschwenderische Teile entfernt werden müssen“, sagte Trump in der Nacht zum Montag.

Kommt es zu einer Aufholjagd britischer Aktien, wie es viele Analysten nun nach dem Ende der Brexit-Verhandlungen erwarten? Die Frage ist leider nicht einfach zu beantworten, weil die Börsen in Großbritannien aufgrund eines Feiertags geschlossen bleiben.

In Frankfurt stieg der Pharmakonzern Glaxo-Smithkline am Montag zeitweise um knapp drei Prozent, ging aber mit einem leichten Minus aus dem Handel. Die Rüstungsfirma BAE System legte an der Frankfurter Börse mehr als fünf Prozent zu, die Großbank Natwest verzeichnete zeitweise einen Anstieg von knapp 17 Prozent, ging aber lediglich drei Prozent höher aus dem Handel.

Die Aktie der Supermarktkette Sainsbury’s kletterte am Vormittag sogar um mehr als 19 Prozent und schloss fünf Prozent höher. Das Unternehmen ist ausschließlich auf dem britischen Markt tätig und profitiert deswegen erheblich von dem Brexit-Deal.

Blick auf die Einzelwerte

Delivery Hero: Der Essenslieferdienst muss nach Ansicht der koreanischen Wettbewerbshüter sein Tochterunternehmen Yogiyo für die Genehmigung der milliardenschweren Übernahme des größten südkoreanischen Essenslieferanten Woowa Brothers veräußern. Ohne den Verkauf würde sich Delivery Hero nach der Übernahme mit einem Marktanteil von 97 Prozent eine nahezu monopolistische Stellung sichern, erklärte die koreanische Handelskommission KFTC am Montag in ihrer Entscheidung den Schritt.

Die Aktie profitierte von dieser Meldung offenbar und führte bei Handelsschluss mit einem Plus von mehr als neun Prozent die Dax-Gewinnerliste an. Mit 132,10 Euro hat die Aktie des diesjährigen Dax-Aufsteigers am heutigen Montag zwischenzeitlich auch ein neues Rekordhoch erreicht.

Deutsche Post: Investoren griffen am Montag bei den Aktien der Deutschen Post zu, die sich um mehr als 2,5 Prozent verteuern. Firmenchef Frank Appel stellte dank des Booms im Paketgeschäft in den vergangenen Monaten für 2020 einen Rekordgewinn in Aussicht.

Kryptowährung Bitcoin weiter auf Rekordjagd

Der Bitcoin nahm am Montag wenige Tage nach dem Sprung über die Marke von 20.000 Dollar die nächste Schwelle ins Visier. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise stieg um bis zu zwölf Prozent auf 27.329 Dollar, nachdem sie am Wochenende ein Rekordhoch von 28.382,45 Dollar markiert hatte. „Befeuert wird die Rally derzeit von Privatinvestoren, welche sich über die Weihnachtsfeiertage mit digitalen Talern eingedeckt haben, da die traditionellen Märkte ihre Börsenpforten geschlossen hatten“, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Was die Dax-Charttechnik sagt

Die Dynamik des aktuellen Aufwärtstrends lässt sich auch an den zwei Aufwärtskurslücken in Folge ablesen. Solche Lücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt. Sie sind quasi eine Neubewertung des Markts, weil es zwischen der Lücke keinen Handel gab.

Konkret heißt das: Am Dienstag vergangener Woche lag der höchste Dax-Kurs bei 13.441 Zählern, die niedrigste Notierung einen Tag später bei 13.456 Punkten. Ein ähnliches Bild zeigt bislang auch der heutige Handelstag. Am Montagabend liegt der Dax deutlich über dem höchsten Kurs vom vergangenen Mittwoch, der 13.601 Punkte betrug.

Auch die 200-Tage-Linie, die vor allem im Fokus von vielen langfristig agierenden Investoren steht, dreht mit großer Dynamik nach oben. Derzeit notiert diese Durchschnittslinie bei 12.199 Punkten – gegenüber dem Vortag ein Plus von rund 27 Punkten.

Der Grund für diese Dynamik: Aus der Berechnung dieser Kurve werden derzeit und in den kommenden Tagen die stark rückläufigen Notierungen von Februar bis März herausgenommen. Ein solcher Anstieg der 200er-Linie dürfte auch von ausländischen Investoren als Zeichen für einen stabilen Aufwärtstrend interpretiert werden.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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4 Kommentare zu "Dax aktuell: Dax schließt unter neuem Rekordhoch – Neue „Generation Börse“ beflügelt den Markt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ Eva Würstle
    "Den Zentralbanken kommt eine Rolle zu, welche immer mehr politischer Hoheit zu gehorchen hat. Das kann man gutheißen - muß es jedoch nicht."

    Selbstverständlich ist die Rolle von Zentralbanken nicht gutzuheißen - weil Zentralbanken VOLLSOZIALISTISCH sind. Sie sind de facto die 1:1-Umsetzung einer "zentralen" (natürlich im doppelten Sinne) Forderung aus dem Kommunistischen Manifest(!!!) von Marx / Engels:

    >>"5) Centralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol."<<
    https://de.wikisource.org/wiki/Manifest_der_Kommunistischen_Partei_(1848)

    Und was haben wir nun "dank" Zentralbanken?? Staatsmonopolistisches Zwangsgeld und zentralplanwirtschaftliches Zinsdiktat!! Auch Sie werden (auf unschöne Weise) lernen müssen, dass, -wo Marx draufsteht - letztendlich immer Murks herauskommt, bzw. noch genauer: Not und Elend.

  • Lieber Herr Metz, sie machen es sich zu einfach. Die Komplexität des Finanzwesens ist halt nicht nur abhängig von einigen Zentralbanken und Einzelstaaten. Vielmehr ist es ein Spiegelbild der Veränderungen innerhalb der Weltmärkte und Staaten.
    Den Zentralbanken kommt eine Rolle zu, welche immer mehr politischer Hoheit zu gehorchen hat. Das kann man gutheißen - muß es jedoch nicht.
    Immerhin puffert die Geldvermehrung die gegenüber den führenden Weltmächten und Sozialversicherungssystemen divergierenden Lebensstandards ab. Das hilft unseren Bürgern sehr wohl - hat aber auch seinen Preis. Ein westlicher Arbeitnehmer kann halt nicht mit einem chinesischen konkurrieren. Da muß der Staat halt eingreifen und wenn es über die Währung und die Verzinsung geht. Der Schaden ist geringer.

  • - Fortsetzung -

    In welche Vermögenswerte (abgesehen von Aktien) wird aber noch geflüchtet, wenn die Kaufkraft der Fiat-Währungen ruiniert wird? In ERSATZGELD - und das vor allem dann, wenn es KNAPP ist. Mich erstaunt daher, dass Sie heute noch nichts darüber geschrieben haben, dass sich über Weihnachten BITCOIN auf den Weg zum Mond gemacht hat und gestern sogar kurzzeitig über 23.000 EUR stieg.
    Was ist nämlich der entscheidende Vorteil von Bitcoin gegenüber den Fiat-Währungen?? Dazu nochmal mein Kommentar vom 30.11.:
    "Sieg des ökonomischen Jahrtausendgenies Carl Menger: ein wirtschaftliches Gut hat nämlich niemals einen objektiv messbaren Wert, und somit etwa auch keinen "Arbeitswert" (womit Menger die hirnrissige Arbeitswertlehre von Karl Marx bereits Ende des 19. Jahrhunderts restlos zerlegte), sondern einen GRENZNUTZEN. Entscheidend für die (subjektive) Wertbeimessung ist der Nutzenzuwachs der zuletzt hinzugekommenen Einheit des wirtschaftlichen = knappen Gutes, und hier gilt das Gesetz des abnehmenden Grenznutzens.
    Der Grenznutzen als Tauschmittel von beliebig vermehrbaren Computernullen (unsere heutigen "Fiat-Währungen" und selbstverständlich auch das geplante digitale Zentralbankgeld) nimmt stärker ab als der Grenznutzen von nicht beliebig vermehrbaren Computernullen, deren maximale Menge auf 21 Millionen Coins algorithmisch begrenzt ist, d.h. deren Geldmenge also nicht ausgeweitet / inflationiert werden kann.
    Und deshalb werten die Fiat-Währungen gegenüber Bitcoin eben ab."
    https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/kryptowaehrung-bitcoin-steigt-auf-rekordhoch/26673148.html

  • Als ich bereits Mitte des Jahres davon schrieb, dass wir infolge der Lockdown-Krise sehr wahrscheinlich eine üble STAGFLATION sehen werden, haben das die allermeisten für unrealistisch gehalten. Nun sieht sie (fast) jeder und zwar (zunächst) als Asset-Preisinflation (Teuerung bei dern Vermögenspreisen).
    Die Aktienmärkte haben sich vollständig von der Realwirtschaft entkoppelt: während diese am Boden liegt, die Lockdown-Politiker sie auch noch mutwillig mit Füßen treten, und es Massenentlassungen gibt, erreichen die Börsen ATH´s. Das ist natürlich pervers, aber direkte Folge durchgeknallter Zentralbankpolitik.
    Wenn die Zentralbanken ihre Währungen ruinieren, flüchtet zuerst das Smart Money aus den Fiat-Währungen, irgendwann folgt das Big Money, während das Dumb Money (wie nahezu immer) gegrillt wird.
    Wieso haben wir jetzt schon eine massive Teuerung bei den Vermögenspreisen, aber (noch) so gut wie keine Teuerung bei den Konsumgüter- und Dienstleistungspreisen??
    Weil sich der größte Anteil der Weltliquidität in den Händen des Finanzsektors und nicht in den Händen des Bürgertums befindet. Und der Finanzsektor sucht eben nach Veranlagung der Liquidität. Aus diesem Grunde kommt es zunächst zu Teuerung bei den Vermögenspreisen, während die Teuerung bei den Konsumgüter- und Dienstleistungspreisen verzögert einsetzt. Diese Umverteilung der Liquidität ist eine direkte Folge der Inflationierung der Geldmenge (Cantillon-Effekt).
    Und in welche Assets wird nun einmal geflüchtet, wenn die Kaufkraft der Währung ruiniert wird? In KNAPPE Assets; daher erreichen heute z.B. auch Gemälde bekannter Künstler oder Schweizer Präzisionsnsuhren immmer höhere Phantasiepreise. Nicht knapp sind dagegen etwa Staatsanleihen, da immer mehr von ihnen emittiert werden. Diese nicht knappen Staatsanleihen dürfen dann die Zentralbanken alleine aufkaufen, was zur Aufblähung ihrer Bilanz führt und die Zentralbank zu einer Bad Bank macht. Diese "Assets" bekommt sie nämlich niemals wieder los.

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