Dax aktuell Dax schließt vor Fed-Entscheid 0,4 Prozent höher

Der deutsche Leitindex steht am Ende des Handelstages leicht im Plus. Am Abend wird die US-Notenbank Fed bekanntgeben, ob sie den Leitzins erhöht.
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Börsen warten auf Zinsentscheidung – „Es gibt noch mehr Zahlen“

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FrankfurtDer Dax ist am Mittwoch zwischen moderaten Gewinnen und Verlusten gependelt und hat schließlich rund 0,4 Prozent im Plus bei 12.890 Punkten geschlossen. Unterstützung kam unter anderem durch Kursgewinne des Schwergewichts Siemens. Mit den Notenbank-Sitzungen von der US-Notenbank Fed an diesem Abend und der EZB am Donnerstag stehen die Höhepunkte der Börsenwoche erst noch bevor.

Bei den Nebenwerte-Indizes rückte der MDax der mittelgroßen Unternehmen um 0,26 Prozent vor auf 26.848 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax kletterte mit plus 1,3 Prozent auf 2903 Zähler auf den höchsten Stand seit Anfang 2001. Der SDax der kleineren Werte erreichte erneut ein Rekordhoch.

Unter Investoren galt als sicher, dass die Fed am Abend (20.00 Uhr MESZ) die Anhebung des Leitzinses um einen Viertel Prozentpunkt auf 1,75 bis zwei Prozent verkünden wird. „Die Märkte warten deshalb mit Spannung darauf, ob es Hinweise auf weitere Zinserhöhungen geben wird“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. „Der jüngste Anstieg der Inflationsrate dürfte den Druck auf die Fed erhöht haben.“

Aus Sicht der Commerzbank-Analystin Esther Reichelt müssen die Ausführungen von Fed-Chef Jerome Powell auch aus anderen Gründen unter die Lupe genommen werden. „Denn es gibt durchaus Entwicklungen, die den Zinserhöhungszyklus aus dem derzeitigen Autopilotenmodus reißen könnten, wie zum Beispiel der drohende Handelskrieg oder die Folgen der Steuerreform. Für den Dollar ist entscheidend, wie die Fed die sich daraus ergebenden Risiken bewertet.“

Investoren warten nun vor allem auf die Zwischentöne. Für sie dreht sich alles um etwaige Andeutungen zum Tempo und Ausmaß der weiteren geldpolitischen Straffung in den USA. Mit Blick auf die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) hingegen sind sich die Experten uneins, ob es eine klare Ansage über den Fortgang der Wertpapierkäufe im Herbst geben wird.

Daneben richtete sich die Aufmerksamkeit auf Italien. Dort reagierten Investoren erleichtert auf die Äußerung des italienischen EU-Ministers Paolo Savona, dass der Euro „unverzichtbar“ sei. Von anderen Mitgliedern der Regierung wären solche Aussagen wenig überraschend, von Savona seien sie dagegen bemerkenswert, sagte Commerzbank-Anlagestratege Christoph Rieger. Der 81-Jährige ehemalige Professor Savona hatte die Gemeinschaftswährung einst einen „historischen Fehler“ genannt.

Anleger griffen bei italienischen Staatsanleihen zu. Dies drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf bis zu 2,765 von zuvor 2,874 Prozent. Der Leitindex der Mailänder Aktienbörse stieg um überdurchschnittliche 0,6 Prozent. Der Euro notierte kaum verändert bei 1,1770 Dollar.

Unter den Einzelwerten rückten die Aktien von Siemens im Handelsverlauf in den Fokus und legten um 2,4 Prozent zu. Die Hoffnung auf einen Verkauf des zuletzt schwierigen Geschäfts mit großen Gasturbinen verlieh Rückenwind. Die Anteile von Thyssenkrupp stiegen um 1,9 Prozent. Wie das Handelsblatt berichtete, verlangt der Industriekonzern im Zuge der Verhandlungen über eine Stahlfusion mit Konkurrentin Tata Steel einen Nachschlag.

Fulminante Börsendebüt für Wirecard-Rivalen Adyen

Außerdem sorgte das Börsendebüt von Adyen für Furore. Die Papiere des niederländischen Zahlungsdienstleisters kosten in Amsterdam zeitweise 480 Euro – ein Plus von 100 Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis.

Börsianern zufolge könnte die 7,1 Milliarden Euro schwere Emission des Wirecard-Rivalen, der Facebook, Netflix und Ebay zu seinen Kunden zählt, ein gutes Omen für Home24 sein. Der Ausgabepreis für den deutschen Möbelversender wurde im Tagesverlauf erwartet. Im Windschatten von Ayden legten die Titel von Wirecard 3,66 Prozent zu.

Ein kräftiges Passagierwachstum beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport sorgt an der Börse für gute Stimmung. Die Fraport-Aktien kletterten am Mittwoch um bis zu 4,4 Prozent auf ein Fünf-Wochen-Hoch von 85,36 Euro. Auch die Papiere von Lufthansa, die den Frankfurter Flughafen als Drehkreuz nutzt, sprangen um 3,25 Prozent an.

„Die Lufthansa profitiert von den starken Passagier-Zahlen von Fraport“, betonte ein Händler. Im Mai transportierte Fraport rund 9,5 Prozent mehr Fluggäste als im Vorjahreszeitraum.

An der französischen Börse waren die Papiere von Aeroports de Paris (ADP) mit 196,50 Euro zeitweise so teuer wie noch nie. Die Regierung in Paris bereitet ein Gesetz vor, um die Staatsbeteiligungen am Flughafenbetreiber ADP und anderen Firmen wie dem Versorger Engie und der Lotteriegesellschaft FDJ reduzieren zu können. Die Aktien des deutschen Flughafenbetreibers Fraport gewannen 3,9 Prozent.

Der Ölpreis hat am Mittwoch angesichts überraschend stark geschrumpfter US-Lagerbestände zugelegt. Die Nordseesorte Brent kletterte um 0,9 Prozent auf 76,60 Dollar, US-Leichtöl der Sorte WTI gewann 0,7 Prozent auf 66,85 Dollar. Nachfolgend die vom US-Energieministerium (EIA) ermittelten US-Öllagerbestände vom Mittwoch.

An der Wall Street hatten sich die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland kaum bewegt. Der Dow Jones beendete die Sitzung fast unverändert, während der Nasdaq 0,6 Prozent gewann. Der S&P500 stieg um 0,2 Prozent.

In Tokio zog der Nikkei-Index am Mittwoch um 0,4 Prozent auf 22.970 Zähler an. Der chinesische Shanghai Composite fiel um 0,8 Prozent auf 3055 Punkte.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,32 Prozent am Vortag auf 0,29 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,14 Prozent auf 140,46 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,07 Prozent auf 159,96 Zähler. Der Euro wurde am Nachmittag zu 1,1760 US-Dollar gehandelt. Die EZB hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,1788 Dollar festgesetzt.

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