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Dax aktuell Dax schließt wieder über 12.000 Punkten – Wirecard führt die Gewinnerliste an

Der Brexit-Chaos sorgt für steigende Kurse auf der britischen Insel. Zudem bewegte der Handelsblatt-Bankengipfel am Mittwoch die deutschen Märkte.
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Der Dax reagiert auf die Impulse aus der Politik. Quelle: dpa
Börse Frankfurt

Der Dax reagiert auf die Impulse aus der Politik.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Das aktuelle Chaos in der Brexit-Diskussion wird von den Märkten eindeutig bewertet: Ein „No-Deal-Brexit“ ist eher vom Tisch. Entsprechend steigen sowohl das britische Pfund (plus 0,8 Prozent gegenüber dem Dollar) als auch die Aktienkurse auf der Insel. Der Auswahlindex FTSE 100 legt um 0,6 Prozent zu und notiert auf dem höchsten Stand seit Ende Juli. „Wer hofft, diese Woche mehr Klarheit zu haben, könnte enttäuscht werden“, meint Antje Praefcke, Devisenanalystin der Commerzbank. Ihrer Meinung nach sei das Risiko eines No-Deals aber noch vorhanden.

Von dieser Entwicklung profitiert auch der deutsche Leitindex. Der Dax notiert zum Handelsschluss ein Prozent im Plus bei 12.025 Punkten. Damit bewegt sich der Leitindex wieder auf dem Niveau von Anfang August. Es ist derzeit eine interessante charttechnische Situation.

In Erwartung einer baldigen Regierungsbildung decken sich Anleger mit italienischen Aktien ein. Der Mailänder Börsenindex steigt um 1,6 Prozent und steht damit so hoch wie seit Ende Juli nicht mehr. Bankentitel des Landes sind besonders begehrt. Der Branchenindex steigt um zwei Prozent. Ministerpräsident Giuseppe Conte könnte bereits im Laufe des Tages ein neues Kabinett vorstellen. Die Mitglieder der 5-Sterne-Bewegung hatten am Dienstag für ein Bündnis mit ihrem einstigen Gegner, der sozialdemokratischen PD, gestimmt.

Die Börse Hongkong verbuchte mit einem Plus von 3,9 Prozent den größten Tagesgewinn des Jahres. Dort zog Regierungschefin Carrie Lam nach monatelangen Protesten einen umstrittenen Gesetzentwurf endgültig zurück, der die Auslieferung Beschuldigter an China erlaubt hätte. „Es besteht aber das Risiko, dass es inzwischen um mehr geht als das verhasste Gesetz“, warnte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Die Demonstranten fordern unter anderem das Recht der Hongkonger, ihre Führung selbst zu wählen.

Investoren griffen dennoch beherzt bei Luxusgüter-Werten zu, für die die ehemalige britische Kronkolonie ein wichtiger Absatzmarkt ist. In Zürich gewannen die Titel der Uhren-Anbieter Swatch und Richemont je etwa drei Prozent. Die Louis Vuitton-Mutter LVMH und der Gucci-Eigner Kering gewannen in Paris ähnlich stark. Die Modefirmen Burberry und Moncler zogen bis zu 3,8 Prozent an. Die in Asien stark engagierten britischen Banken HSBC und Prudential rückten um bis zu 4,3 Prozent an.

Neben der Entwicklungen in Großbritannien und Italien werden für Anleger heute diverse Diskussionen in der Geldpolitik interessant. Die zukünftige EZB-Chefin Christine Lagarde hat vor dem Europaparlament klargestellt, dass die lockere Geldpolitik weiter fortgeführt wird.

In Frankfurt fand der Handelsblatt-Bankengipfel statt. Führende Köpfe der Finanzbranche, wie Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing, der Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, Larry Fink, der Chef des Dax-Aufsteigers Wirecard, Markus Braun, und andere hochrangige Referenten diskutierten über die Geldpolitik der EZB, die Gefahren für die Weltkonjunktur und die Herausforderungen der Digitalisierung.

Sewing ging gleich mit der EZB hart ins Gericht. „Die Niedrigzinsen ruinieren das Finanzsystem“, warnte der Vorstandschef der Deutschen Bank.

Die Deutsche Börse wird gegen Abend die turnusgemäße Überprüfung der Zusammensetzung ihrer Aktienindizes bekannt geben. Zu erwarten ist, dass der Stahlkonzern Thyssen-Krupp aus dem Dax absteigen wird. Nachrücken wird dafür vermutlich der Triebwerkshersteller MTU.

Blick auf die Einzelwerte

Thyssen-Krupp: Der Tag des Abstiegs ist wohl gekommen – am heutigen Mittwoch wird Thyssen Krupp aller Voraussicht nach den Dax verlasssen müssen. Ein negativer Analystenkommentar belastete bereits am Dienstag die Aktien des Stahlkonzerns Thyssen-Krupp. Die Experten der Credit Suisse stuften die Aktie als „underperform“ ein und begründeten das mit Bilanzrisiken sowie der langsamen Restrukturierung. Die Papiere legten 3,5 Prozent zu. Der Grund für das deutliche Plus: Der Industriekonzern will seine Aufzugssparte verkaufen. Das könnte mehr als 15 Milliarden Euro bringen.

MTU: Des einen Leid ist des anderen Freud' – der Triebwerkhersteller MTU wird vermutlich an Stelle von Thyssen-Krupp in den Dax aufsteigen. Doch Anleger sollten nicht zu euphorisch werden: Von den insgesamt acht Unternehmen, die seit dem Ende der Finanzkrise 2009 den Sprung in den Dax schafften, hat die Mehrheit ihren Anlegern in der Folge Verluste beschert. Der Dax-Aufstieg verheißt also nicht zwangsläufig weitere Kursgewinne für die Aktie eines Newcomers. Die Aktie von MTU notiert 1,2 Prozent im Plus.

Porsche: An diesem Mittwoch wird der erste vollelektrische Sportwagen von Porsche, der Taycan, seine Weltpremiere feiern. Und das zeitgleich auf drei Kontinenten. In Kürze soll auch die Serienproduktion starten. Deutlich mehr als 20.000 Exemplare des Taycan will Porsche jährlich bauen, wie Porsche-Chef Oliver Blume im Handelsblatt-Interview bereits verriet. Die Porsche-Aktie verzeichnete einen Wertzuwachs von 1,7 Prozent.

Wirecard: Der Online-Zahlungsabwickler Wirecard hat mit dem US-Mobilfunkdienstleister Brightstar eine Zusammenarbeit vereinbart. Künftig sollen digitale Finanzdienstleistungen über die Brightstar-Plattform bevorzugt von Wirecard abgewickelt werden. Weitere Kooperationsmöglichkeiten würden geprüft. „Wir erwarten aus dieser Partnerschaft ein erhebliches Transaktionsvolumen“, erklärte Wirecard, ohne das genauer zu beziffern. Brightstar gehört zum japanischen Technologieriesen Softbank. Wirecard-Chef Markus Braun wird heute auf dem Handelsblatt-Bankengipfel sprechen. Die Aktie schob sich mit einem Plus von 4,5 Prozent an die Dax-Spitze. Damit notieren die Aktien so hoch wie seit knapp vier Wochen nicht mehr. Zudem hoben die Analysten des Vermögensberaters Kepler Cheuvreux das Kursziel auf 225 von zuvor 220 Euro an.

Leoni: Nach dem jüngsten Kursrutsch steigen Anleger wieder ein. Die Aktien des Automobilzulieferers klettern um 5,5 Prozent auf 11,20 Euro und machen damit ihre Verluste der beiden vorangegangenen Tage größtenteils wett.

Was die Charttechnik sagt

Der deutsche Leitindex hat mit dem heutigen Handelsstart den ersten Widerstand bei 11.983 Punkten überwunden, nun ist die Operation „Schließen der Abwärtskurslücke“ angelaufen.

von 12.034 bis 12.129 Punkten, dort befindet sich die Anfang August entstandene Abwärtskurslücke, die es zu schließen gilt. Solch eine Abwärtskurslücke entsteht, wenn der tiefste Stand des Tages über der höchsten Notierung des Folgetages liegt.

Mit einem aktuellen Tageshoch von 12.078 Zählern ist die Lücke zu einem Teil bereits geschlossen worden.

Auf der Unterseite ist als erste Unterstützung für kurzfristig agierende Anleger die Marke von 11.956 zu nennen, das gestrige Tageshoch. Darunter bietet der Bereich um 11.850 Punkte Unterstützung. Diese Marke war Ende vergangener Woche noch ein Widerstand und wurde dann überwunden. Strategische Anleger sollten die 200-Tage-Linie als Stopp-Los-Marke nehmen. Diese ansteigende Linie notiert derzeit bei 11.670 Zählern.

Analystencheck: UBS belässt Delivery Hero auf „Buy“

Die Schweizer Großbank UBS hat die Einstufung für Delivery Hero auf „Buy“ mit einem Kursziel von 52 Euro belassen. Inmitten des Branchenumbruchs benannte Analyst Hubert Jeaneau in einer am Dienstag vorliegenden Branchenstudie mögliche Gewinner und Verlierer unter den Essenslieferanten. Delivery Hero sei gut positioniert, um seine starke Marktposition im Mittleren Osten sowie Nordafrika zu verteidigen und in Asien Marktanteile zu gewinnen.

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