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Dax aktuell Dax steigt auf neues Jahreshoch und schließt über 11.600 Punkten

Der deutsche Leitindex hat seine nur zweitägige Konsolidierung beendet – obwohl es viele Warnhinweise und heute nur einen Hoffnungsschimmer gibt.
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Lächelnde Händler, skeptische Analysten. Quelle: dpa
Handelssaal der Frankfurter Börse

Lächelnde Händler, skeptische Analysten.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer deutsche Leitindex ist nicht zu stoppen: Nach nur zwei Tagen Konsolidierung erreicht das deutsche Börsenbarometer mit 11.677 Punkten ein neues Jahreshoch. Auf solch einem Niveau lag der Index zuletzt Anfang November 2018. Nachmittags setzten Gewinnmitnahmen ein, der Dax schloss bei 11.601 Punkten, einem Plus von 0,75 Prozent.

Bereits am gestrigen Donnerstag schloss der Dax, nachdem er den großen Teil des Tages im Minus gelegen hatte, 0,3 Prozent höher bei 11.515 Punkten. Das bisherige Jahreshoch hatte der Index am Dienstag mit 11.577 Punkten markiert, es war damals das sechste Jahreshoch in Folge.

Viele Gründe für das heutige neue Jahreshoch gibt es nicht. „Insgesamt fehlen derzeit ein wenig die Kaufanreize“, meinen auch die Analysten der Helaba.

Im Gegenteil: Die Hoffnungen auf einen möglichen Deal zwischen den USA und China, um den Handelsstreit zu beenden, sind eher gesunken. Der US-Handelsbeauftrage Robert Lighthizer meint, dass eine Vereinbarung mit China nicht unmittelbar bevorstehe. Und US-Präsident Donald Trump glaubt, „die Verhandlungen könnten noch platzen“.

Auch beim anderen Thema, dem Brexit, gibt es kaum neue Erkenntnisse – auch wenn der EU-Brexit-Chefunterhändler Barnier davon sprach, dass eine Verlängerung der Verhandlungsperiode möglich sei, die Frage wäre nur wofür?

Auf der anderen Seite gibt es aber Warnhinweise: Nach einer Überprüfung der Analysten der Düsseldorfer Bank HSBC haben den aktuellen Aufschwung der vergangenen Wochen nur ein Teil der Aktien aus den Auswahlindizes Dax, MDax und SDax mitgemacht. „Von einem breiten Aufschwung kann also unverändert nicht gesprochen werden, vielmehr stehen die Kennziffern für eine ,bearishe Aufwärtsreaktion‘“, heißt es in der Untersuchung. Mit bearisher Aufwärtsreaktion ist gemeint, dass der Abwärtstrend offenbar noch nicht beendet ist.

Darüber hinaus ist den Experten aufgefallen, dass die Kriterien in Deutschland durch die Bank schlechter ausfallen als bei den europäischen Pendants aus dem Stoxx Europe 600.

Und bei der Analyse der grundsätzlichen Marktverfassung schließen die HSBC-Analysten, dass die optimistische Stimmung der Anleger in den USA einen Sprung des US-Börsenbarometers S&P 500 über die wichtige Marke von 2800 Punkten verhindern dürfte. Damit dürfte auch der Dax-Ausbruch über die wichtige Zone bei 11.500 bis 11.700 Punkten zur Herausforderung werden, meinen die Experten.

„Anders als die steigenden Börsenkurse weisen die realen Wirtschaftsdaten und Frühindikatoren weiter abwärts“, mahnt auch Handelsblatt-Börsenexperte Ulf Sommer und titelt seinen Artikel: „Warum die Hausse eine Luftnummer sein könnte“.

Der einzige Hoffnungsschimmer: Das Stimmungsbarometer der chinesischen Einkaufsmanager ist gestiegen. Der entsprechende Caixin/Markit-Index lag mit 49,9 Punkten nur noch knapp unter der Schwelle von 50 Zählern, die Wachstum signalisiert. „Jetzt keimt die Hoffnung auf, dass es der chinesischen Zentralbank gelungen sein könnte, die Abwärtsbewegung in Chinas Wirtschaft zu stoppen“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets.

Der Blick zurück ist auf jeden Fall positiv: Alle vier großen Barometer der Deutschen Börse (Dax, MDax, TecDax und SDax) lagen im Februar wiederum allesamt im Plus. Zwei aufeinander folgende Monate mit Gewinnen gab es zuletzt im Herbst 2017.

Die stärksten Anstiege im Dax verzeichneten im vergangenen Monat Fresenius (plus 9,1 Prozent) und Linde (plus 7,8 Prozent). Nicht zur Ruhe kommt Wirecard (minus 17 Prozent) mit täglichen Wertschwankungen oftmals im Milliardenbereich. Seit der Leerverkaufsbeschränkung der Bafin gestalten sich die Kursausschläge immerhin etwas weniger erratisch.

Auf dem Anleihenmarkt steigt die Rendite der zehnjährigen deutschen Staatsanleihen weiter. Noch Anfang des Monats Februar lag dieser Wert bei 0,1 Prozent, am heutigen Freitag lag sie bei 0,19 Prozent.

Blick auf die Einzelwerte

Rheinmetall: Der Autozulieferer und Rüstungskonzern ist auf Rekordkurs. Bei einem Umsatzplus von 4,3 Prozent auf 6,15 Milliarden Euro verbuchte der Düsseldorfer Traditionskonzern mit einem Anstieg des operativen Gewinns (Ebit) vor Sondereffekten auf 492 Millionen Euro eine Bestmarke. Davon wollen auch die Anleger profitieren und setzen die Aktie auf die Kaufliste. Die Aktie legt 9,9 Prozent zu.

Covestro: Die Aktie von Covestro verzeichnete ein Kursplus von 1,99 Prozent. Börsianer sprechen von einer Reaktion auf die Kursverluste der vergangenen Monate. Die Papiere notieren derzeit knapp 50 Prozent unter ihrem Niveau vom März 2018. 

Sixt: Der Münchener Autovermieter will zum Mobilitätskonzern werden. Die Familie Sixt will den Giganten wie BMW oder Uber Konkurrenz machen. Die Pläne kommen an der Börse gut an, die Aktie notiert 8,22 Prozent im Plus.

MAN Group: Nach enttäuschenden Geschäftszahlen steuert MAN Group auf den größten Tagesverlust seit einem Jahr zu. Die Aktien des britischen Hedgefonds fielen am Freitag um bis zu 6,2 Prozent, konnten sich im Handelsverlauf wieder erholen und gingen mit einem Verlust von 2,6 Prozent aus dem Handel.

Wegen der fallenden Börsen 2018 schrumpfte das verwaltete Vermögen den Angaben zufolge um 0,5 Prozent auf 108,5 Milliarden Dollar. Dadurch brachen die Überschüsse aus erfolgsabhängigen Gebühren um 81 Prozent auf 34 Millionen Dollar ein. Insgesamt ging das Vorsteuerergebnis auf 251 Millionen Dollar von 384 Millionen Dollar zurück.

Was die Charttechnik sagt

Mit dem neuen Jahreshoch am heutigen Freitag ist die Konsolidierung beendet. Doch erst mit dem Sprung über die Marke von 11.800 Punkten wäre der Bärenmarkt beendet. „Spannend aus charttechnischer Sicht wird es am 5. März, da auf diesen Tag das Ende einer Preis- und Zeitzone entfällt“, haben die Charttechniker der Helaba berechnet.

Auf der Unterseite ist kurzfristig die Marke von 11.416 Zählern wichtig, weil dort der Tiefpunkt der zweitägigen Konsolidierung liegt. Darunter sollten Anleger Rücksetzer bis hin zu maximal 11.068 Punkten einplanen. Erst unterhalb dieser Marke würde die Börsenampel mittelfristig wieder auf Gelb stehen.

Analystencheck: Goldman Sachs bestätigt Kaufempfehlung für SAP-Aktie

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die SAP-Aktien nach einer Präsentationsveranstaltung auf der „Conviction Buy List“ mit einem Kursziel von 120 Euro belassen. Der Softwarekonzern sehe eine große Chance darin, dank seiner Größenvorteile Marktanteile im Geschäft mit Unternehmenssoftware zu gewinnen, schrieb Analyst Mohammed Moawalla in einer Studie. Dabei wollten sich die Walldorfer weiterhin auf nachhaltiges Umsatzwachstum fokussieren.

Laut dem Handelsblatt-Analystencheck stehen bei der SAP-Aktie 41 Kaufempfehlungen sechs Mal dem Rat „Halten“ gegenüber. Keine Studie kommt zu einer Verkaufseinschätzung. Das gewichtete Kursziel aller 47 Analysen, bei dem neuere Studien höher gewichtet werden, liegt bei 111,69 Euro. Die Aktie wird bei 94,38 Euro gehandelt.

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1 Kommentar zu "Dax aktuell: Dax steigt auf neues Jahreshoch und schließt über 11.600 Punkten"

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  • Sehr geehrter Herr Röder,

    "viele Gründe für das heutige neue Jahreshoch gibt es nicht", meinen Sie. Deshalb sollten wir über die verschiedenen Weltbilder einmal reden.

    Es gibt eine große Fraktion von Anlegern, die ich der Kürze halber einmal mit "Pessimisten" bezeichnen möchte. Sie sehen Wirtschaft und Börse in einem steilen Abwärtstrend. Sie sind aus dem Markt ausgestiegen und warten nun auf noch sehr viel tiefere Kurse, bei denen sie in den Markt zurückkehren möchten.

    Natürlich hat auch die Pessimisten-Fraktion bemerkt, dass der DAX seit Jahresbeginn einen Richtungswechsel vollzogen und nach Norden gedreht hat. Dass der Index in nur 2 Monaten über 1000 Punkte gut gemacht hat, ist auch den Pessimisten nicht verborgen geblieben. Aber sie glauben unverbrüchlich daran, dass dies kein dauerhafter Richtungswechsel sondern nur eine Bärenmarktrally ist.

    Dauerhafter Richtungswechsel oder bloße Bärenmarktrally? Das ist die Kernfrage, die zur Diskussion steht.
    Die Antwort darauf hängt ab von der Nachrichtenlage. Ich meine damit die vielen Entspannungssignale, die von den amerikanisch-chinesischen Handelsgesprächen beinahe täglich zu uns dringen. Sie machen Hoffnung, dass die beiden Wirtschaftsmächte sich verständigen und der Handelskrieg zu Ende geht. Damit gingen natürlich auch die Visionen von Rezessionen, Bärenmärkten und Aktienkäufen zu Schnäppchenpreisen ein für alle Mal zu Bruch.