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Dax aktuell Dax trotzt der Brexit-Verunsicherung – VW-Aktie mit starken Schwankungen

Am Freitag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen am deutschen Aktienmarkt aus. Welche Dax-Marken die Anlageprofis aktuell im Visier haben.
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Dax legt leicht zu – „Die Anleger sind gefährlich ruhig“

FrankfurtAllen Brexit-Unsicherheiten zum Trotz notiert der Dax am Mittwochnachmittag zum Börsenschluss bei 11.572 Punkten – und damit 0,4 Prozent über dem Vortagesschluss. Am Dienstag war das deutsche Börsenbarometer mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 11.524 Punkten aus dem Handel gegangen.

Vor allem die Entscheidungen des britischen Unterhauses sind Tagesthema. Am Dienstagabend hatte das Parlament erneut den Deal-Vorschlag von Premierministerin Theresa May abgelehnt. Damit folgt an diesem Mittwochabend die Abstimmung darüber, ob das Unterhaus den Brexit womöglich ganz ohne Austrittsvertrag möchte.

Ob es zum harten Brexit kommt oder der Austrittstermin verschoben wird: Die Märkte verlangen eine Entscheidung, egal welche. Unsicherheit ist stets der größte Belastungsfaktor. So ist es auch zu erklären, dass trotz der erneut krachenden Niederlage von May das Pfund gegenüber dem Dollar um mehr als ein Prozent gestiegen ist wie auch der britische Aktienmarktindex FTSE.

In dieser Handelswoche steht zudem ein wichtiger Termin im Kalender von Anlegern. Am kommenden Freitag ist der erste „Hexensabbat“ des Jahres. An diesem Tag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus.

Vom „großen Verfall“ sprechen Börsianer, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf denselben Tag fällt. Stärkere Kursausschläge an solchen Tagen gibt es vor allem bei Aktien-Schwergewichten in den entsprechenden Indizes.

Hinter diesen Schwankungen stehen Spekulanten. Große Marktteilnehmer wie Fonds- oder Vermögensverwalter versuchen vorher die aktuellen Kurse auf jene Preise zu treiben, zu denen sie an der Terminbörse engagiert sind – was für Kleinanleger eher uninteressant und vor allem risikoreich ist.

Ein Blick auf die aktuelle Positionierung der Profis an den Terminbörsen zeigt: Die größte Zahl an Dax-Call-Optionen, deren Laufzeit am Freitag endet, liegen bei 11.500 und 11.700 Punkte. Sollte der Index am Freitagmittag unterhalb dieser Marke stehen, würden diese Anleger nur mit Verlusten ihr Geschäft beenden. Ein Indiz, dass viele Anlageprofis versuchen werden, den Dax bis Freitagmittag noch Richtung 11.700 Punkte zu pushen.

Blick auf die Einzelwerte

Volkswagen: Zunächst hatte das verschärfte Sparprogramm die Aktie auf ein Plus von 1,4 Prozent und 146,35 Euro gehoben. Doch die Absage des Börsengangs der LKW-Tochter Traton sorgte für Kursturbulenzen. Sofort nach der Veröffentlichung fiel die Aktie ins Minus und notierte bei 144,10 Euro. Zum Handelsschluss lag das Papier aber wieder 1,1 Prozent im Plus bei 145,54 Euro.

Wirecard: Die Talfahrt von Wirecard geht weiter. Die Aktien des Online-Zahlungsabwicklers fielen am Mittwoch im Frankfurter Frühhandel um gut sieben Prozent. Zum Schluss betrug das Minus 6,6 Prozent, der Kurs liegt bei 118,70 Euro. Damit hatte die Aktie ihre Gewinne von Freitag und Montag, als der Kurs von 116 Euro auf 136 Euro stieg, zum größten Teil wieder abgegeben. Als Grund für den erneuten Ausverkauf nannten Börsianer Aussagen von Firmenchef Markus Braun in einem Reuters-Interview. Braun hatte darin gesagt, dass der unter dem Verdacht finanzieller Unregelmäßigkeiten stehende Manager beurlaubt worden sei. „Offenbar werten einige Anleger das als Zeichen, dass an den Vorwürfen etwas dran ist“, sagte ein Börsianer. Ein anderer Aktienhändler wies auf einen Bericht der „Financial Times“ hin, demzufolge der betroffene Wirecard-Manager als vermisst gelte.

Deutsche Bank: Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hat die Liste der „50 größten Kapitalvernichter“ vorgestellt. Das Schlusslicht bei Dax 30 ist die Deutsche Bank: Ein Minus von knapp 56 Prozent innerhalb eines Jahres reichte beim größten deutschen Kreditinstitut für den zehnten Rang aller Werte, auf Dreijahres-Sicht beträgt der Kursverfall sogar gut 64 Prozent, im Fünf-Jahres-Zeitraum sind es 76 Prozent. Am heutigen Handelstag liegt das Papier 1,3 Prozent im Plus.

Adidas: Vorstandschef Kasper Rorsted präsentiert am Konzernsitz in Herzogenaurach die Ergebnisse des vergangenen Jahres. Gleichzeitig gibt der 57-Jährige einen Ausblick auf die nächsten Monate. Analysten rechnen damit, dass der Umsatz 2019 um einen hohen einstelligen Prozentsatz wachsen wird. Die Erwartungen sind groß, der Aktienkurs ist dieses Jahr bereits um 16 Prozent gestiegen. Damit gehört der Turnschuhhersteller zu den Spitzenreitern im Dax. Die Aktie des Konzerns fiel um 2,4 Prozent.

Eon: Eon und Innogy haben heute ihre Zahlen vorgelegt (Lesen Sie hier die Eon-Blitzanalyse). Im Tagesgeschäft lief es bei Eon 2018 so gut, dass der Konzern im November die Prognose für den operativen Gewinn auf das obere Ende der Spanne von 2,8 bis 3,0 Milliarden Euro anhob. Auch die Dividende soll steigen. Die Aktie des Konzerns ging mit einem Minus von 2,1 Prozent aus dem Handel.

Innogy: Innogy-Chef Uwe Tigges hatte dagegen zuletzt nichts mehr zu feiern. Der Konzern hatte nach dem geplatzten Vertriebs-Joint-Venture mit SSE in Großbritannien im Dezember die Prognose und Ziel-Dividende kassiert. Die Innogy-Aktien notieren gegenüber dem Vortagesschluss 0,3 Prozent im Minus.

Rheinmetall: Weltweit stehen Militärgüter hoch im Kurs – das treibt auch das Wachstums des Rüstungs- und Autozulieferkonzerns. Die Militärsparte blüht, am Mittwoch gibt Konzernchef Armin Papperger einen Ausblick auf das Geschäftsjahr. Interessante Details erhoffen sich Anleger zur angedachten Übernahme des Panzerbauers Krauss Maffei Wegmann (KMW). Am Mittwoch liegt der Aktienkurs 1,3 Prozent höher.

Boeing: Der US-Flugzeugbauer sieht sich nach dem Absturz einer Maschine von Ethiopian Airlines mit einer ersten Schadenersatzforderung konfrontiert. Als erste Airline fordert Norwegian Air Shuttle von Boeing Schadenersatz wegen des Flugverbots für das Modell 737 Max. Das sorgte im deutschen Handel anfangs für den dritten Tag mit Verlusten, zum Schluss notierte das Papier unverändert. Die Aktie hat seit Montag mehr als elf Prozent an Wert verloren.

Juventus Turin: Die Aktien des italienischen Fußballclubs stiegen um bis zu 30 Prozent auf 1,59 Euro und damit so stark wie noch nie. Zuletzt betrug das Plus noch 17,3 Prozent. Dank eines Dreierpacks von Stürmerstar Cristiano Ronaldo machte der italienische Fußballclub die Hinspiel-Niederlage gegen Atletico Madrid wett und zieht ins Viertelfinale der Champions League ein. Dadurch winken Juve zusätzliche Einnahmen von 10,5 Millionen Euro.

Was die Charttechnik sagt

Die Aufwärtsbewegung seit Ende Dezember, als der Dax mit 10.279 Punkten ein neues Mehrjahrestief erreichte, zeigt ihre ersten größeren Schwächen. Anleger sollten also auf der Hut sein.

Der erste Widerstand, um diese Korrektur einzufangen, liegt bei 11.347 Zählern. Mit Kursen unterhalb von 11.142 Punkte würde die Rally komplett zu den Akten gelegt werden können. Bereits am Freitag hat der Dax mit 11.406 Punkten ein neues zweiwöchiges Tief markiert, was für technische Analysten als kleines Warnsignal gilt.

Für eine Rally-Fortsetzung muss das Börsenbarometer des bisherige Jahreshoch vom Freitag vor zehn Tagen überwinden, als der Index die Marke von 11.677 erreichte. Doch die entscheidenden Hürden, die aus charttechnischer für einen Befreiungsschlag sorgen könnten, liegen höher: Bei rund 11.700 Zählern ist der erste große Widerstand und bei aktuell 11.812 Punkten liegt die liegt die 200-Tageslinie, die vor allem von langfristigen Investoren beachtet wird. Ein Sprung über diese Marken dürfte nicht einfach sein.

Analystencheck: Goldman Sachs hält Uniper auf „Neutral“

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat das Kursziel für Uniper nach vollständigen Jahreszahlen von 25,90 auf 26,00 Euro angehoben und die Einstufung auf „Neutral“ belassen. Analyst Alberto Gandolfi begründete das etwas höhere Ziel in einer am Dienstag vorliegenden Studie mit einem positiven Steuereffekt in Schweden und mit der gesunkenen Verschuldung des Versorgers. Diese Effekte machten seine reduzierten Gewinnerwartungen mehr als wett.

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