Dax-Kurve

Gleich mehrere Riskofaktoren beunruhigen Aktienanleger.

(Foto: action press)

Dax aktuell Der Dax schließt kaum verändert – BMW-Aktien geben kräftig nach

Besorgt über die möglichen Folgen des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits warten Investoren am Dienstag ab. Eine Gewinnwarnung lässt den BMW-Kurs abstürzen.
Update: 25.09.2018 - 17:50 Uhr Kommentieren

FrankfurtNach den Kursverlusten zum Wochenstart bleiben Dax-Anleger vorsichtig. Am Dienstag schloss der der deutsche Leitindex 0,2 Prozent im Plus bei 12.374 Punkten und machte damit einen kleinen Teil der Verluste vom Montag wett.

Im Handelsverlauf hatte der Dax zuvor zeitweise im Minus notiert, damit aber Experten kaum überrascht: „Häufig ist zu beobachten, dass der Dax nach einem großen Verfalltermin schwächere Notierungen aufweist“, erläutert Christian Schmidt, Analyst im Research-Team der Helaba. Am vergangenen Freitag waren viele Terminkontrakte verfallen. Das bedeutet: Es werden die Abrechnungspreise für Basisobjekte, die Indexprodukten auf den den Dax, TecDax und MDax zugrunde liegen, sowie von Optionen auf Aktien ermittelt, die Kontrakte dann glattgestellt.

Grund für die abwartende Haltung der deutschen Anleger ist vor allem die zweitägige Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed. Börsianer erwarten, dass die Geldpolitiker am Mittwochabend verkünden werden, den Schlüsselzinssatz um einen Viertel Prozentpunkt auf eine Spanne von 2,0 bis 2,25 Prozent anzuheben.

Zudem bleibt das Thema Handelsstreit auf der Tagesordnung. Denn ein Kompromiss im Konflikt zwischen den USA und China ist vorerst nicht in Sicht, negative Folgen für die Weltkonjunktur sind nicht ausgeschlossen. Der deutsche Industrieverband BDI hat angesichts von Handelsstreit und Protektionismus in der Welt seine Wachstums- und Exportprognosen für Deutschland für das laufende Jahr deutlich abgesenkt: Statt mit 2,25 Prozent Wachstum beim Bruttoinlandsprodukts rechnet man nur noch mit zwei Prozent; beim Export wird lediglich ein Plus von 3,5 statt fünf Prozent erwartet.

Hinzu kommt der Höhenflug des Ölpreises. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um ein halbes Prozent auf annähernd 82 Dollar und kostete so viel wie zuletzt vor vier Jahren. Die asiatischen Börsen regierten am Dienstag mit Verlusten.
Mit Erleichterung nahmen Anleger Nachrichten aus Italien auf. Insidern zufolge peilt die Regierung in Rom im Etat für 2019 ein Defizit von weniger als zwei Prozent der Wirtschaftsleistung an. Dieser Wert liegt unter der von der EU geforderten Obergrenze von drei Prozent. Anleger griffen bei italienischen Staatsanleihen zu.

Einzelwerte im Blick

BMW: Überraschend hat der Münchener Automobilkonzern die Prognose fürs laufende Jahr nach unten angepasst. Aufgrund höherer Rückstellungen für Kulanz- und Gewährleistungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Dieselskandal wurden Umsatz- und Gewinnziel für das Geschäftsjahr nach unten korrigiert. Die prognostizierte Ebit-Marge im Segment Automobile sank von zuvor acht bis zehn Prozent auf nun sieben Prozent. BMW-Aktien schlossen mit 79 Euro 5,4 Prozent im Minus. VW und Daimler verloren 1,6 beziehungsweise 2,5 Prozent.

Deutsche Bank und Commerzbank: In der Gerüchteküche um eine Fusion zwischen der größten und der zweitgrößten Bank Deutschlands brodelt es weiter. Am Montagabend hatte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing Spekulationen um ein Zusammengehen der beiden Geldhäuser neue Nahrung gegeben. Die Aktie der Deutschen Bank verlor 0,6 Prozent, während Commerzbank-Titel, die seit Montag im MDax notieren, um knapp ein Prozent zulegten.

Wirecard: Der Zahlungsdienstleister und Dax-Neuling – er verdrängte die Commerzbank aus dem deutschen Leitindex – legt auch am zweiten Tag der Dax-Notierung zu. Die Aktie stieg bis zum Handelsende um 4,9 Prozent und setzte sich damit an die Spitze der Dax-Tagesgewinner.

Evonik: Fünf Jahre nach dem Börsengang des Chemiekonzerns trennte sich Großaktionär RAG-Stiftung von Evonik-Aktien im Wert von 500 Millionen Euro. Zu einem Abschlag von knapp fünf Prozent zum Schlusskurs vom Montag platzierte die Stiftung die Papiere bei institutionellen Investoren. Evonik-Aktien gaben am Dienstag um 2,7 Prozent nach.

US-Zins-Erwartungen lassen Dax stagnieren

Was die Charttechnik sagt

Nach den Gewinnen der Vorwoche ist das Risiko, dass der deutsche Leitindex Dax unter den wichtigen Unterstützungsbereich von rund 11.800 Punkten fällt, fürs erste geringer geworden. Auch wenn Investoren die Marke im Hinterkopf behalten sollten, so können Anleger vorerst ihren Blick auf höhere Kursziele richten: Beendet wäre aus charttechnischer Sicht die Korrektur, die Ende Juli vom damaligen Höchststand 11.886 Zählern startete, erst mit dem Erreichen von rund 12.500 Punkten.

Analystencheck: Eon-Aktie zum Kauf empfohlen

Die NordLB hat Eon auf „Kaufen“ mit einem Kursziel von 13 Euro belassen. Die Lage der Versorgerbranche habe sich in den letzten Monaten aufgehellt, heißt es in der Studie vom Montag. Erfreulich für Eon und RWE wirkten sich zudem die staatlichen Rückzahlungen der Kernbrennstoffsteuer aus. Davon profitierten die Aktionäre über höhere Dividendenausschüttungen. Weitere Analysen finden Sie im Handelsblatt-Analystencheck.

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