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Dax aktuell Draghis Worte sorgen an der Börse weiter für Unsicherheit – Wirecard legen kräftig zu

Die von der EZB bekräftigten Konjunktursorgen im Euro-Raum drücken die Stimmung der Anleger weiter. Der Dax schließt am Freitag in der Verlustzone.
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„Der Dax fällt weiter in sich zusammen“

DüsseldorfDie Ausführungen von Mario Draghi bestimmen auch am Freitag das Geschehen auf dem Börsenparkett. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hat sie wie üblich mit viel Bedacht gewählt. Doch was er der Öffentlichkeit im Anschluss an die Ratssitzung am Donnerstag präsentierte, hatte weitaus konkreteren Nachrichtenwert, als viele Experten im Vorfeld erwartet hatten. Die Verunsicherung bleibt: Der Dax ging mit einem Minus von 0,5 Prozent und 11.458 Punkten aus dem Handel.

Anleger sorgen sich vor allem um die Konjunkturentwicklung im Euro-Raum. Die Volkswirte der EZB geben ihnen auch allen Grund dazu: Sie haben ihre Prognosen für das laufende und das folgende Jahr nach unten korrigiert. Für 2019 erwarten die Experten nur noch ein Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent nach zuvor 1,7 Prozent. Dementsprechend geringer sind auch die Inflationserwartungen für den Euro-Raum.

Politische Differenzen wie etwa in Italien, die unklare Brexit-Situation, nachhaltige Belastungen durch die Handelsstreitigkeiten mit den USA und zwischen den USA und China – die Liste der Unsicherheitsfaktoren ist lang. Zudem enttäuschte ein unerwarteter Rückgang der Auftragseingänge in der deutschen Industrie sowie der Einbruch bei den chinesischen Exporten.

Der Dax verlor am Donnerstag bis zu einem Prozent, von seinen Verlusten blieb am Handelsende noch ein Abschlag von 0,6 Prozent auf 11.517 Punkte.

Börsianer griffen in der Folge verstärkt bei europäischen Anleihen zu. Das ließ die Kurse steigen und die Renditen wichtiger Benchmarks am Donnerstag weiter sinken. Am Freitag war dagegen an den Anleihemärkten eine leichte Gegenbewegung erkennbar. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen der krisengeplagten Staaten Italien, Spanien und Griechenland zogen wieder leicht an. Auch die Rendite der als extrem sicher geltenden zehnjährige Bundesanleihe fiel zwischenzeitlich am Freitag auf das Niveau von 0,05 Prozent. So tief lag die Rendite zuletzt vor zweieinhalb Jahren.

Analysten halten sogar wieder einen Rutsch unter die Null-Prozent-Linie für möglich. Erstmals war die Rendite für die zehnjährigen Anleihen im Juni 2016, kurz vor dem Brexit-Votum, unter die Nulllinie gefallen. Dies bedeutet, dass der Staat Geld von Investoren bekommt, wenn er Schulden macht.

Fragile Hoffnung im Handelsstreit

Der chinesische Nationalkongress lieferte Anlegern neue Signale im andauernden Handelsstreit. Aus Sicht von Außenminister Wang Yi haben die beiden größten Volkswirtschaften „substanzielle Fortschritte“ in ihren Verhandlungen über ein Ende des Handelskonflikts gemacht. Wang Yi sah in den Gesprächen sogar „ein gutes Beispiel für die Kooperation zwischen China und den USA“, wie der Außenminister auf einer Pressekonferenz sagte.

Die Verhandlungen gestalten sich in der Schlussphase aber schwierig. „Wir haben noch weiter viel zu tun“, zitierte die „New York Times“ Handelsminister Zhong Shan am Rande der Parlamentssitzung. Einige der größten Probleme seien noch offen, wurden informierte Kreise zitiert. Es gehe darum, wie die USA sicherstellen, dass China die Vereinbarung auch einhält, und wann die Strafzölle aufgehoben werden.

Ob Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping nach einem Besuch in Europa Ende März zu einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Mar-a-Lago nach Florida weiterreist, um eine Einigung zu besiegeln, erscheint mit jedem Tag fraglicher. Ohne einen Durchbruch dürfte eine solche Reise nicht geplant werden. Auch fürchtet Peking die Unberechenbarkeit von Trump, der gerne selbst und manchmal überraschend noch letzte Entscheidungen fällt.

Einzelwerte im Überblick

Wirecard: Die Aktie des Zahlungsabwicklers war am letzten Handelstag der Woche mit einem Plus von 5,3 Prozent auf 123,85 Euro mit Abstand größter Gewinner im Dax. Die Hoffnung auf eine schnelle Aufklärung trieb den Kurs an. „Ich bin überzeugt, dass sich der Markt in sehr naher Zukunft allein auf die starke operative Leistung und die Innovationen von Wirecard konzentrieren kann“, schrieb Vorstandschef Markus Braun auf Twitter. Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte, Brauns Tweet sei in Zusammenhang mit der internen Untersuchung des Vorwurfs angeblicher krimineller Machenschaften in der Niederlassung in Singapur zu verstehen.

Continental: Die Aktien des Zulieferers waren mit Abschlägen von 1,8 Prozent einer der größteren Verlierer im Dax. Continental hatte am Donnerstag die Dividende für Aktionäre erhöht und seine Ziele für das laufende Jahr bestätigt.

Banktitel: Nach einem Bericht des Magazins „Focus“ intensivieren Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und Commerzbank-Chef Martin Zielke ihre Gespräche über eine Fusion der beiden Geldhäuser. Die Meldung des Magazins, es gebe Verhandlungsmandate der Aufsichtsräte von Deutsche Bank und Commerzbank -Aufsichtsrats dementierten beide Institute. Die Aktie der Deutschen Bank verliert ein Prozent, die der Commerzbank 1,8 Prozent.

Airbus: Die Titel von Airbus büßten im MDax 1,1 Prozent ein. Der Flugzeugbauer verzeichnete im Januar und Februar unter dem Strich 99 Stornierungen von Flugzeugen. Diese Zahl seit vergleichsweise hoch, sagte ein Händler.

EssilorLuxottica: Mit Verkäufen reagieren Anleger auf die Zahlen von EssilorLuxottica. Die Aktien des französisch-italienischen Anbieters von „Ray Ban“-Brillen fielen am Freitag 6.3 Prozent und waren mit einem zwischenzeitlich Kurs von 10,40 Euro so billig wie zuletzt vor knapp eineinhalb Jahren.

Analystencheck: Barclays empfiehlt Hello-Fresh-Aktie zum Kauf

Die Aktie von Hello Fresh, die in der Vergangenheit teils deutlich an Wert verloren hatte, ist seit Jahresbeginn bei Anlegern sehr gefragt. Die britische Bank Barclays empfiehlt das Papier weiterhin zum Kauf und setzt das Jahresziel auf 14 Euro. Derzeit notiert die Aktie knapp über der Marke von 9 Euro.

Auf Konjunkturseite richten Anleger ihren Blick auf neue Arbeitsmarktindikatoren aus den USA. Anleger in den USA schauen traditionell ganz genau auf die neuesten Entwicklungen am Arbeitsmarkt. Der ADP-Arbeitsmarktbericht, der vor wenigen Tagen veröffentlicht worden war, hatte bereits starkes Wachstum signalisiert.

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1 Kommentar zu "Dax aktuell: Draghis Worte sorgen an der Börse weiter für Unsicherheit – Wirecard legen kräftig zu"

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  • Sehr geehrter Herr Exuzidis,

    so viel ich weiß, findet der Börsenhandel elelekronisch statt. Deshalb sieht niemand von uns Käufer und Verkäufer. Und was in deren Schädel vor sich geht, kann niemand von uns auch nur erahnen. Das gilt insbesondere für alle Motive.

    Aber dass nach einem DAX-Anstieg von rund 10 % manche Mitbürger ihre Börsengewinne in trockene Tücher bringen wollen, scheint mir nahe zu liegen. Meilenweit näher als die Annahme, die Börsianer würden bei jeder neuen Wirtschaftsprognose aufs Neue von Angstgefühlen überwältigt.