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Dax aktuell Freundlicher Wochenauftakt an der Börse – Dax schließt zwei Prozent höher

Trotz der positiven Stimmung sollten Anleger vorsichtig sein und sich auf eine längere Korrekturphase einstellen. Das hat mehrere Gründe.
07.09.2020 - 17:50 Uhr 2 Kommentare
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Zum Wochenauftakt herrscht freundliche Stimmung am deutschen Aktienmarkt. Der Dax legt bis zum Handelsschluss zwei Prozent zu auf 13.100 Punkte. Noch am Freitag hatte der deutsche Leitindex mit 12.843 Punkten zum Handelsschluss 1,7 Prozent verloren.

Insgesamt verlief der Handel am Montag eher ruhig. Das war so auch zu erwarten. Weder von Unternehmens-, noch von Konjunkturseite war mit nennenswerten Impulsen zu rechnen. Und in den USA ist Labor Day, an diesem Feiertag bleiben die Börsen auf der anderen Seite des Atlantiks geschlossen.

Trotz der deutlichen Verluste am Donnerstag und Freitag, vor allem in den USA, spricht vieles für eine weiterhin positive Entwicklung an den Börsen. Bislang gibt es keine Anzeichen, dass die Corona-Rally endet.

Dass Ängste vor einem Ende des großen Aktienbooms aufkommen, hängt mit den heftigen Rückschlägen bei amerikanischen Technologieaktien zusammen. Der Nasdaq-Index verlor am Donnerstag fünf Prozent. Am Freitag dann lag der Technologieindex zur Eröffnung mehr als fünf Prozent in Minus, konnte die Verluste aber bis zum Handelsschluss auf 1,3 Prozent begrenzen. Das sorgte für positive Vorzeichen im Dax, die der Leitindex im Laufe des Handelstages zu bestätigen wusste.

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    Ein Blick auf den Nasdaq-Chart zeigt: Kurze und besonders heftige Rückschläge sind an dieser Börse nichts Ungewöhnliches. Im April, Juni und Juli dieses Jahres kam es ebenfalls zu scharfen Einschnitten, die dann nach wenigen Tagen wieder ausgebügelt wurden.

    Aus technischer Sicht gelten solche Rücksetzer als gesunde Entwicklung, weil sie eine Überhitzung des Marktes verhindern. Allein im Monat August stieg der Auswahlindex Nasdaq 100 um rund zehn Prozent.

    Dennoch: Die Heftigkeit der Kursrückgänge in der vergangenen Woche deuten darauf hin, dass diese Korrektur nicht wie in der Vergangenheit innerhalb weniger Tagen wieder vorbei ist. Anleger sollten sich eher auf eine längere Seitwärtsphase mit weiteren turbulenten Handelstagen einstellen. Daran ändert auch der heutige freundliche Auftakt des deutschen Aktienmarkts nichts.

    Zu der These einer längeren Korrektur passen auch saisonale Aspekte. Denn es steht die Präsidentenwahl am 3. November in den USA an. Während der klassischen Wahlrally, die es in diesen Jahren fast immer gibt, legten die US-Aktienmärkte in der Vergangenheit von Anfang September bis Anfang Oktober eine Pause ein.

    Dass die Verluste vor allem in den USA in den vergangenen Tagen so hoch ausfielen, lässt sich einfach erklären. Jenseits des Atlantiks haben kostenlose Onlinebroker dem Zocken von Privatanlegern zu einem neuen Boom verholfen.

    Diesen Trend gibt es auch hierzulande. Privatanleger haben im ersten Halbjahr zweieinhalb Mal so viel gehandelt wie im Vorjahr, lautet das Fazit einer Studie der ING Bank. Das Kaufvolumen war deutlich höher als das Verkaufsvolumen und das Handelsvolumen der Männer fünfmal so hoch wie das von Frauen. Auch im privaten Kreis, so meine persönliche Einschätzung, wurde selten so viel über Aktien diskutiert wie in den vergangenen Wochen und Monaten.

    Diese neuen Privatanleger erleben derzeit ihr erstes Fiasko an der Börse. Sie haben eine lange Phase an Kursgewinnen erlebt. Auch wenn es zwischenzeitliche Konsolidierungen gab, noch nie stürzten begehrte Technologieaktien wie Apple und Tesla so dramatisch ab.

    Das Papier des Elektroauto-Pioniers rutschte innerhalb weniger Tage in der Spitze um mehr als 30 Prozent ab, seit Anfang September gab der Apple-Anteilsschein zwischenzeitlich um mehr als 15 Prozent nach.

    Dass diese „neuen Börsianer“ in solchen Phasen schneller in den Verkaufsmodus schalten, dürfte niemanden überraschen. Übrigens haben beide Papiere noch Luft nach unten: Apple hat seit Ankündigung des Aktiensplits 30 Prozent zugelegt und verlor vergangenen Woche zehn Prozent. Tesla konnte seit Ankündigung des Aktiensplits um 70 Prozent zulegen und liegt derzeit 20 Prozent niedriger.

    Die Marktlogik hinter dem Anstieg: Anleger kaufen die Aktie, weil sie erwarten, dass das Papier nach dem Split aufgrund des niedrigeren Kurses verstärkt gekauft wird. In den meisten Fällen fällt anschließend der Kurs aber wieder auf das Niveau von vor dem Split.

    Am Montag gab es immerhin eine wichtige Konjunkturzahl, die zur Industrieproduktion. Das Ergebnis ist enttäuschend. Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion nach den Corona-bedingten Einbrüchen den dritten Monat in Folge gesteigert. Industrie, Bau und Energieversorger stellten im Juli zusammen 1,2 Prozent mehr her als im Vormonat. Ökonomen hatten allerdings mit einem deutlichen stärkeren Plus von 4,7 Prozent gerechnet.

    Blick auf die Einzelwerte

    Vonovia: Nach dem Kursrutsch der vergangenen Woche steigen Anleger wieder ein. Die Aktien der Immobilienfirma schließen am Montag drei Prozent im Plus. Zuvor waren sie wegen einer milliardenschweren Kapitalerhöhung um 7,5 Prozent eingebrochen.

    Automobilwerte: Ein optimistischer Branchenausblick von JP Morgan ermuntert Anleger zum Einstieg in Automobilwerte. Der europäische Branchenindex gewinnt mehr als zwei Prozent. Die Experten der US-Bank sagten eine anziehende Nachfrage und Produktion voraus. Bei den Autobauern sei BMW ihr Favorit, bei den Zulieferern unter anderem Hella. Außerdem stuften sie die Titel von Continental auf „Neutral“ von „Underweight“ hoch. Die Aktien dieser drei Firmen gewannen am Montag bis zu 2,6 Prozent.

    Blick auf andere Assetklassen

    Die anhaltenden Unruhen im Nachbarland Belarus und die Spannungen mit Deutschland wegen der Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny setzen der russischen Währung zu. Im Gegenzug stieg der Euro um ein Prozent und war mit zeitweise 90,10 Rubel so teuer wie zuletzt vor viereinhalb Jahren.

    Abwärts ging es für den Ölpreis. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich auf rund 42 Dollar je Barrel (159 Liter). Zuvor hatte der staatliche saudiarabische Ölkonzern Aramco die Preise für asiatische Kunden gesenkt. Außerdem verringerte der weltgrößte Abnehmer China seine Einfuhren. „Dies wird als Zeichen einer Nachfrageschwäche interpretiert“, sagte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. „Auch anderswo scheint die Nachfrageschwäche anzuhalten.“

    Was die Charttechnik sagt

    In der nächsten Zeit wird es wahrscheinlich zu einem vielversprechenden, klassischen Kaufsignal kommen, wenn die Durchschnittslinie der vergangenen 100 Börsentage diejenige der vergangenen 200 Börsentage von unten nach oben schneidet. Letztmals kam es im Juni 2019 und im September 2016 zu einem solchen mittelfristigen Kaufsignal – und danach zu deutlich steigenden Kursen.

    Nach diesem charttechnischen Signal im Juni 2019 stieg der Dax anschließend auf sein Rekordhoch von 13.795 Punkten. Im August 2016 gab es anschließend ein Plus von mehr als 3000 Punkten.

    Doch zunächst sollten Anleger den Blick auf die Unterstützungsmarken richten. Der Bereich um die 12.800 Punkte wurde bereits am Freitag mit dem Tagestief von 12.755 Zählern „abgearbeitet“, die nächsttiefere Etage liegt bei 12.600 Punkten. Sollte das Index dort Halt machen, würde das eher den Aufwärtstrend untermauern.

    Sollte das Börsenbarometer allerdings unter die Marke von rund 12.200 Zählern fallen, wäre der positive Trend aus charttechnischer Sicht in Gefahr. Dort liegt unter anderem exakt die für langfristige Investoren wichtige 200-Tage-Linie.

    Auf der Oberseite gilt es 13.460 Punkte zu beachten. Dort liegt seit vergangenem Donnerstag das neue Corona-Hoch, der höchste Punktestand seit dem Crash Mitte März dieses Jahres.

    Der Wert passt zu gut zu einer anderen Marke. Es ist die Abwärtskurslücke aus dem Monat Februar, als der Corona-Crash seinen Anfang nahm.

    Solche Abwärtskurslücken entstehen, wenn der tiefste Punkt eines Handelstags über der höchsten Notierung des Folgetags liegt. Laut Chartanalyse gilt dies als wichtiger Widerstand. Im konkreten Fall wäre dieser Widerstand überwunden, wenn der Dax über 13.501 Zähler klettern würde. Sollte der Dax diese Lücke schließen, spricht vieles für ein neues Rekordhoch, das bisher bei 13.795 Punkten liegt.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax. Aktuelle Leerverkäufe von Investoren finden Sie in unserer Datenbank zu Leerverkäufen.

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    2 Kommentare zu "Dax aktuell : Freundlicher Wochenauftakt an der Börse – Dax schließt zwei Prozent höher"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Fiasko der Börse? Viele Privatanleger? Da fragt mansich schon,woher der Autor diese Erkenntnis gewonnen hat!

    • Im ersten Satz steht, der DAX wäre um 0,7 % auf 13935 Punkte gestiegen ? Wäre schön, wenn jemand beim Handelsblatt Korrektur lesen würde.......

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