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Dax aktuell Globale Entspannungssignale stärken den Dax – Thyssen-Krupp-Aktie stark gefragt

Der Dax legt am Donnerstag in einem ruhigen Handel erneut zu. Einige Anleger dürfte das überraschen: Sie hatten eher auf fallende Kurse gesetzt.
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Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve

Kursgewinne zum Wochenausklang.

(Foto: dpa)

Düsseldorf An der Börse kehrt der Optimismus zurück: Angeschoben von mehreren Zeichen der Entspannung hat sich der Dax am Freitag in einem wenig spektakulären Handel durchgehend in der Gewinnzone bewegt und 0,9 Prozent höher bei 12.126 Punkten geschlossen.

Seien es die Proteste in Hongkong, das Ringen um den Brexit oder der Handelsstreit zwischen den USA und China: Diese Probleme sind zwar nicht gelöst, aber immerhin gibt es überall kurzfristig erfreuliche Nachrichten für Anleger. Das treibt auch die Kurse an der Wall Street, wo die wichtigsten Indizes am Freitag höher eröffneten.

So will Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam einen umstrittenen Gesetzentwurf zurückziehen, an dem sich die monatelangen Massenproteste entzündet hatten. Das britische Parlament verabschiedete gegen den Willen von Premierminister Boris Johnson ein Gesetz, das einen No-Deal-Brexit verhindern soll. Und die USA und China planen voraussichtlich im Oktober eine neue Runde hochrangiger Handelsgespräche.

Negative Nachrichten würden momentan ausgeblendet, sagt Stratege David Cheethma von xtb Market. „Sich auf die positiven Aspekte zu konzentrieren ist oft auch ein Merkmal so mancher Börsenrally.“ Bereits am Vortag hatten viele Marktteilnehmer erwartet, dass es zu keinem „No-Deal“-Brexit kommen würde. Der Dax war deswegen am Mittwoch um ein Prozent auf 12.025 Punkte gestiegen.

Der Volatilitätsindex, ein Gradmesser für die Nervosität an den Börsen, fiel am Donnerstag auf den niedrigsten Stand seit Anfang August. Anleger griffen zu Aktien von europäischen Autobauern, für die China ein wichtiger Absatzmarkt ist. Der europäische Branchenindex gewann deutlich.

Auch die aktuelle Börsenstimmung ist positiv für die weitere Entwicklung an den Märkten. Das Handelsblatt-Dax-Sentiment hat bereits am vergangenen Montag steigende Kurse signalisiert und auch Verhaltensökonom Joachim Goldberg, der für die Börse Frankfurt eine ähnliche Umfrage auswertet, schreibt von „stimmungstechnisch positiven Nachrichten für den Dax“.

Der ehemalige Devisenhändler nimmt an, dass die heimischen, mittelfristig orientierten Anleger von den Kursgewinnen überrascht worden seien. Probleme dürften in den kommenden Handelstagen vor allem die Privatanleger bekommen. Seit Ende August 2019 ist der Dax um 500 Punkte gestiegen, doch diese Käufer haben seitdem verstärkt auf fallende Notierungen gesetzt.

Das zeigt beispielsweise das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart: Ein Indikator, der anhand von realen Trades mit Hebelprodukten auf den Dax berechnet wird. Der negative Wert von minus fünf bedeutet, dass deutlich mehr Short-Produkte gekauft worden sind, die bei steigenden Kursen an Wert verlieren. „Aufgelaufene Buchverluste werden anscheinend überwiegend ausgesessen“, fasst Joachim Goldberg das Verhalten den Privatanleger zusammen. Solch ein Szenario ist positiv für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten zu werten, weil diese Positionen durch Aktienkäufe geschlossen werden.

Für die kommenden sechs Monate geben die Anlagestrategen der fünf Mitgliedsinstitute des Bundesverbands öffentlicher Banken (VÖB) dem deutschen Aktienmarkt dennoch wenig Potenzial. Sie rechnen Anfang März 2020 mit einem Dax-Stand zwischen 11.400 und 12.500 Punkten.

Neu zusammengesetzt werden am 23. September mehrere Börsenindizes. Thyssen-Krupp steigt aus dem Dax ab, den Platz nimmt der Triebwerkehersteller MTU ein. Auch in der zweiten und dritten Börsenreihe gibt es Veränderungen. Im MDax der mittelgroßen Werte steigt der Autozulieferer Norma Group ab. Auch der Shoppingcenter-Betreiber Deutsche Euroshop muss den MDax verlassen. Dafür rücken die bisherigen SDax-Unternehmen CTS-Eventim und Compugroup nach.

Die entscheidenden Konjunkturdaten kamen am Donnerstag aus den USA. US-Firmen haben dem Personaldienstleister ADP zufolge im August deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet. Insgesamt kamen 195.000 Beschäftigte hinzu. Am Freitag steht der Arbeitsmarktbericht der Regierung an, der neben Jobs in der Privatwirtschaft auch Stellen im öffentlichen Dienst umfasst. Der Arbeitsmarkt gilt als ein wichtiger Indikator, wenn es um mögliche Zinsänderungen der Notenbank Fed geht.

Blick auf die Einzelwerte

Thyssen-Krupp: Der Konzern steigt wie erwartet aus dem Dax ab, dennoch gehörte die Aktie schon am Vortag mit einem Plus von 3,5 Prozent zu den großen Gewinnern. Denn der Konzern will die profitable Aufzugssparte verkaufen. Die Aktie legte im Handelsverlauf weitere 6,5 Prozent zu.

MTU: Der baldige Einzug in den Dax ermunterte Anleger zunächst zum Einstieg. Die Aktien steigt anfangs um 0,6 Prozent, rutschten im weiteren Verlauf aber drei Prozent ins Minus.

Scout24: Der Verkauf von Anteilen durch zwei Großaktionäre drückte die Aktie ans Ende des MDax. Die Aktien verloren drei Prozent auf 51,40 Euro. Den Angaben zufolge wurden die Titel zu je 52 Euro platziert. 

Norma: Wie alle Autozulieferer leidet Norma, der MDax-Absteiger, stark unter der nachlassenden Konjunktur und dem Hin- und Her rund um den Handelsstreit. Die Entspannungssignale beflügeln allerdings besonders die konjunkturabhängigen Werte, weshalb die Papiere des Autozulieferers 2,5 Prozent gewannen.

Was die Charttechnik sagt

Der deutsche Leitindex hat seine Abwärtskurslücke von Anfang August geschlossen. Solch eine Abwärtskurslücke entsteht, wenn der tiefste Stand des Tages (damals 12.129 Punkte) über der höchsten Notierung des Folgetages (damals 12.034 Zähler) liegt.

Zudem ist das deutsche Börsenbarometer wieder über die für den mittelfristigen Trend relevante 55-Tagelinie gestiegen. Bereits am Mittwoch lag der Index mit seinem Tageshoch von 12.078 Zählern nur knapp unterhalb der Linie. Auf der Oberseite reicht das Potenzial beim Dax in den kommenden Handelstagen bis auf 12.400 Punkte.

Auf der Unterseite bietet der Bereich um 11.850 Punkte Unterstützung. Diese Marke war Ende vergangener Woche noch ein Widerstand und wurde dann überwunden. Weiterhin ist die 200-Tage-Linie, Gradmesser des längerfristigen Trends, als Stopp-Loss-Marke geeignet. Diese ansteigende Linie notiert derzeit bei 11.672 Zählern.

Analystencheck: Credit Suisse empfiehlt weiterhin Zalando-Aktien zum Kauf

Die Schweizer Bank Credit Suisse hat die Einstufung für Zalando auf „Outperform“ mit einem Kursziel von 50 Euro belassen. In einer am Mittwoch vorliegenden Studie zur Sportartikelbranche betonte Analystin Szilvia Bor die gute Nachfrage, hauptsächlich nach wie vor angetrieben von China und der asiatisch-pazifischen Region. Aus Gründen der Bewertung bevorzugt sie Händler wie JD Sports, Asos und Zalando vor den Markenherstellern. Sowohl Adidas als auch Puma erschienen hoch bewertet.

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