Dax aktuell Linde-Aktie bricht ein – Dax schließt leicht im Minus

Das drohende Aus für die Gasefusion mit Praxair hat der Linde-Aktie den größten Kursrutsch seit einem Jahr beschert. Zum Handelsschluss lag der Dax leicht im Minus.
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„Linde bremst auch den Dax aus“ – Platzt der Deal mit Praxair?

  • Helaba sieht den Dax charttechnisch angeschlagen
  • Ausverkauf bei Aktie des Büroflächen-Vermieters IWG

Der deutsche Aktienmarkt ist am Montag ohne klare Richtung in die neue Woche gestartet. Der Dax schwankte zwischen plus 0,8 Prozent und einem Minus von 0,6 Prozent. Zum Handelsschluss ging der Kurs um 0,14 Prozent auf 12.598 Punkte zurück. Noch am Mittag sah es kurzzeitig so aus, als könnte der deutsche Leitindex zulegen. Der Kurs sprang plötzlich nach oben und erreichte einen kurzzeitigen Spitzenwert von 12.715 Punkten. Einen unmittelbaren Auslöser können Börsianer nicht ausmachen. Einige verweisen auf die anziehenden Futures.

Was heute wichtig war

Die neue Woche steht erneut im Zeichen der Berichtssaison sowie der zuletzt wieder an Schärfe zunehmenden Handelsspannungen zwischen den USA und China. Die Helaba sieht den deutschen Leitindex charttechnisch weiter angeschlagen. Die Tatsache, dass sich bereits erste konkrete Auswirkungen des Handelsstreits im Zahlenwerk einiger Unternehmen niederschlagen, trage nicht zur Entspannung bei. Am vergangenen Donnerstag war der Dax erstmals seit zwei Wochen wieder unter die Marke von 12.500 Punkten gerutscht, hatte sich am Freitag dann aber vorsichtig erholt.

Einzelwerte im Fokus

Linde: Neue Hürden für die Fusion der Industriegasriesen Linde und Praxair haben die Linde-Aktien am Montag um fast zehn Prozent einbrechen lassen. Der Aktienkurs sackte am Ende des Tages auf 194,50 Euro ab. Das war der der größte Kursrutsch seit einem Jahr.

Analysten wiesen darauf hin, dass mit den höheren Forderungen der US-Wettbewerbsbehörde an die Verkäufe von Unternehmensteilen die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns des Deals steigt. „Deshalb dürfte nun die Bewertung von Linde als alleinstehendes Unternehmen wieder mehr in den Fokus rücken“, schrieb Markus Mayer von der Baader Bank.

Der Experte rechnet gleichwohl nach wie vor damit, dass die Fusion der beiden Gasehersteller am Ende zustande kommt. Allerdings dürften zusätzliche Verkäufe von Teilen der Unternehmen die erhofften Synergien schmälern. 

Auch JP-Morgan-Analyst Chetan Udeshi sieht die regulatorischen Herausforderungen für den Gase-Hersteller als beherrschbar an, wie er in einer am Montag vorliegenden Studie schrieb. Für die Aktie von Linde als allein stehendes Unternehmen sieht er nur begrenzte Abwärtsrisiken. Er bestätigte seine Einstufung „Overweight“ und das Kursziel von 230 Euro.

HSBC: Die britische Großbank HSBC hat ihr Ergebnis im ersten Halbjahr gesteigert. Der Gewinn vor Steuern lag mit 10,7 Milliarden Dollar um 4,6 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Vor allem vom positiven Zinsumfeld habe die Bank profitiert. Der Streit zwischen den USA und China um höhere Zölle habe sich noch nicht negativ auf das Geschäft ausgewirkt. HSBC erwirtschaftet den Löwenanteil des Gewinns in Asien. Weil die Bank nach einem jahrelangen Sparkurs wieder mehr in Mitarbeiter und Digitaltechnik investierte, zogen die Kosten um sechs Prozent auf 17,5 Milliarden Dollar an. Die Aktie verlor an der Londoner Börse 0,8 Prozent.

IWG: Die geplatzte Hoffnung auf eine baldige Übernahme durch einen Finanzinvestor löst einen Ausverkauf bei IWG aus. Die Aktien des in Deutschland vor allem unter der Marke Regus bekannten Büroflächen-Vermieters stürzten am Montag in London um 21,49 Prozent ab. Das Unternehmen hatte zuvor die Verhandlungen mit den Finanzinvestoren Starwood Capital, TDR Capital und Terra Firma abgebrochen. Es sei unwahrscheinlich, dass einer der Interessenten einen angemessenen Preis bieten könne. Parallel dazu gab IWG einen Einbruch des Halbjahresgewinns um 33 Prozent auf umgerechnet 61 Millionen Euro bekannt.

Hypoport: Der Online-Finanzdienstleister hat im ersten Halbjahr deutlich zugelegt. Der Umsatz zog um 28 Prozent auf rund 122 Millionen Euro an. Der Betriebsgewinn (Ebit) der Gruppe erhöhte sich um elf Prozent auf 14,8 Millionen Euro. Die Aktie legte am Ende um 6,7 zu.

Autohersteller legen zu

Auf der Gewinnerseite standen BMW, die nach einer Hochstufung durch die Analysten von JP Morgan auf „neutral“ von „underweight“ um 1,42 Prozent zulegten. Auch die Aktien anderer Autobauer und Zulieferer holten etwas auf. Gesucht waren nach der Vorlage von Geschäftszahlen die im SDax gelisteten Aktien des Auto- und Industriezulieferers Stabilius. Sie legten 4,39 Prozent zu.

Weitere aktuelle Analysten-Urteile finden Sie im Handelsblatt-Analystencheck.

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  • HB
  • rtr
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