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Handelssaal Frankfurt

Die meisten Marktteilnehmer hatten die Ablehnung des Brexit-Vertrags bereits erwartet.

(Foto: Reuters)

Dax aktuell Mays Niederlage lässt den Dax kalt – Deutsche Bank legt um mehr als acht Prozent zu

Anleger haben sich auf das Brexit-Votum offenbar gut vorbereitet, der Markt reagiert kaum. Fusionsgerüchte lassen die Kurse der Bankaktien kräftig steigen.
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FrankfurtDie Ablehnung des Brexit-Deals durch das britische Parlament hat die Anleger nicht aus dem Tritt gebracht. Der deutsche Leitindex Dax schloss am Mittwoch 0,4 Prozent im Plus bei 10.931 Punkten. Starke Quartalszahlen der US-Geldhäuser Bank of America und Goldman Sachs sowie anhaltende Fusionsspekulationen um die Deutsche Bank sorgten vor allem bei Banktiteln für Kursgewinne.

Eines der meist diskutierten Themen unter Anlegern war die Brexit-Abstimmung. Das britische Unterhaus hatte am Dienstag Theresa Mays Deal entschieden abgelehnt. Die Aktien- und Devisen-Märkte reagierten darauf aber kaum, denn diese Entscheidung hatten Anleger erwartet. Sie war somit schon eingepreist. „Es hat den Anschein, als seien Händler und Investoren gut vorbereitet gewesen“, sagte Chefstratege Michael McCarthy vom Broker CMC Markets.

Das Resultat am Mittwoch: Trotz der wichtigen Brexit-Entscheidung bleibt der deutsche Leitindex innerhalb der Spanne des gestrigen Tages. Technische Analysten nennen das „Inside Day“. Am Dienstag lag das Hoch bei 10995 Zählern (neues Jahreshoch), das Tief bei 10.812 Zählern. Erst ein neues Jahreshoch oder Notierungen unterhalb des gestrigen Tagestiefs dürfte wieder Schwung in den Handel bringen.

Stark reagieren dürften die Märkte vermutlich spätestens dann, sollte es auf einen 'No-Deal' hinauslaufen. „An der Börse glaubt die Mehrheit weiterhin an eine Lösung im Brexit-Chaos – auch wenn im Moment niemand weiß, wie diese Lösung am Ende aussehen soll“, sagt Thomas Altmann, Portfolio-Manager bei QC Partners zu dem Thema. „Die Anleger gehen fest davon aus, dass die EU weitere Zugeständnisse machen wird, um einen harten Brexit zu verhindern.“

„Vieles spricht dafür, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis Klarheit in Sachen Brexit herrschen wird“, schreiben Analysten der Helaba. Und da Unsicherheit noch nie ein guter Wegbegleiter für die Aktienmärkte war, dürften sich entsprechend viele Investoren noch mit Engagements am Aktienmarkt zurückhalten.

Denn mit der Entscheidung gegen den Deal ist auch klar: Das Risiko eines ungeordneten Austritts Großbritanniens bleibt. Das sollte tendenziell Anlagen, die als sehr sicher gelten, stützen. Solche Anlagen sind zum Beispiel Gold oder Staatsanleihen mit guten Ratings.

Blick auf die Einzelwerte

Deutsche Bank/Commerzbank: Die Aktie der Deutschen Bank stieg am Mittwoch um 8,4 Prozent. Damit notierte das Papier so hoch wie seit knapp fünf Wochen nicht mehr und war mit Abstand größter Dax-Gewinner. Commerzbank-Titel legten 7,4 Prozent zu. Grund für die deutlichen Gewinne an der Börse war wieder einmal die Fusionsfantasie, seit Wochen wird an den Märkten über einen Zusammenschluss der beiden größten heimischen Privatbanken spekuliert. Vertreter der Bundesregierung haben nach Informationen des Handelsblatts bei der Bankenaufsicht wegen eines Zusammenschlusses der Institute vorgefühlt. Für zusätzliche Fusionsphantasie sorgten am Nachmittag Meldungen, denen zufolge einige der für die Deutsche Bank zuständigen Aufseher es lieber sehen würde wenn sich das Institut mit einem großen europäischen Institut zusammentäte und nicht mit der Commerzbank.

Home24: Eine Umsatzwarnung des Online-Mobelhändlers hat die Anleger des Berliner Unternehmens vergrault. Die im Prime Standard notierten Aktien brachen am Mittwoch um mehr als zehn Prozent auf knapp zehn Euro ein. Mitte Juni war die Firma, an der die Startup-Schmiede Rocket Internet weiterhin beteiligt ist, zu einem Ausgabepreis von 23 Euro an die Börse gegangen. Home24 begründete die Umsatzwarnung damit, dass nicht alle Bestellungen im Dezember ausgeliefert werden konnten. 

Trotz Erholungskurs keine Entwarnung

Trotz der jüngsten Gewinne rät der Großteil der Anlageexperten nicht zum Einstieg. Zwar hat der Dax sich seit Ende Dezember um 700 Punkte erholt. „Konzerne überraschen ihre Aktionäre mit Hiobsbotschaften, und Konjunktur-Indikatoren fallen negativ aus. Daher ist es für einen Einstieg an der Börse noch zu früh„, sagt Handelsblatt-Börsenexperte Ulf Sommer. Die Risiken erscheinen ihm größer als die Chancen.

Einen weiteren Rücksetzer erwartet auch Stephan Heibel, der die wöchentliche Handelsblattumfrage Dax-Sentiment auswertet. „In der Regel gibt es nach einer ersten kräftigen Rally irgendwann nochmals einen kräftigen Rücksetzer„, erläutert der Inhaber des Analysehauses Animusx. Dieser könnte seiner Ansicht nach sogar sehr schnell kommen.

Heibel hält die kommenden Handelstage für entscheidend: Sollte bei einer Verschnaufpause Skepsis unter den Investoren aufkommen, würde dieses Verhalten eine anhaltende Kursrally ermöglichen.

Denn das wäre laut Sentiment-Analyse ein typisches Börsenszenario für einen längeren Aufschwung nach einem monatelangen Ausverkauf. Die Skepsis bedeutet, dass noch viele Investoren an der Seitenlinie stehen, weil sie nicht an steigende Kurse glauben, dann allmählich aber bei weiter steigenden Kursen einstiegen und damit Kursgewinne befeuern.

Das Szenario wäre anders, wenn in den nächsten Tagen oder Wochen Panik entstehen würde oder die Anleger plötzlich wieder eine euphorische Stimmung zeigen. „Wenngleich das Schlimmste der Korrektur vorerst überstanden sein mag, besteht noch aber kein Grund für übertriebene Hektik beim Aufbau neuer Langfristpositionen fürs Portfolio“, meint Heibel.

Was die Charttechnik sagt

Es erscheint wenig wahrscheinlich, dass ein Ausbruchsversuch über die Marke von 11.091 - sollte es denn dazu kommen - von Erfolg gekrönt sein würde, meinen die technischen Analysten der Helaba in ihrem heutigen Morgenkommentar. Bei 11.009 und 11.051 Zählern liegen die Tiefs aus den Monaten Oktober und November des vergangenen Jahres. Das Überwinden der Tiefpunkte bereits in dieser Handelswoche wäre aus charttechnischer Sicht eine Überraschung und würde ein Plus von weiteren 700 Punkten ermöglichen.

Doch Anleger sollten nicht den Blick nach unten vergessen. Die „Bären“ möchten natürlich neue Tiefs unter 10.279 Punkte sehen, dem Zwei-Jahres-Tief von Ende Dezember 2018. Sollte der Dax unter 10.279 Zählern fallen, wären alle Hoffnungen auf bessere Börsenzeiten erstmal zu den Akten gelegt.

Analystencheck: UBS senkt Kursziel für Wirecard

Die Schweizer Großbank UBS hat das Kursziel für Wirecard angesichts einer gesunkenen Bewertung der Vergleichsgruppe von 220 auf 176 Euro gesenkt. Die Aktie des Zahlungsabwicklers dürfte sich aber gut entwickeln, da die strukturellen Wachstumstrends hin zu bargeldlosem Bezahlen überwögen, unabhängig davon, ob die Wirtschaft abflaue oder nicht. Dies schrieb Analyst Hannes Leitner in einer Studie und beließ seine Einstufung für Wirecard auf „Buy“.

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