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Dax Aktuell Nach widersprüchlichen Signalen im Zollstreit schließt der Dax im Minus

Die Teil-Einigung im Zollstreit werten Experten nur als winzigen Fortschritt. Auch im Brexit-Konflikt ist keine rasche Lösung in Sicht. Das belastet die Kurse.
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Der deutsche Leitindex grenzte seine Verluste im Verlauf des Montagnachmittags ein. Quelle: Reuters
Börse Frankfurt

Der deutsche Leitindex grenzte seine Verluste im Verlauf des Montagnachmittags ein.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Zum Start in die neue Handelswoche hat sich am Aktienmarkt Ernüchterung breit gemacht. Der Dax schloss an diesem Montag 0,2 Prozent im Minus bei 12.487 Punkten, nachdem er zwischenzeitlich fast ein Prozent im Minus gelegen hatte. Damit konnte der deutsche Leitindex nicht an die starke Vorwoche anknüpfen, die er 2,9 Prozent höher bei 12.511 Zählern beendet hatte.

Über das Wochenende haben sich die Signale beim Brexit und im Handelsstreit als nicht so positiv entpuppt, wie sie am Freitag noch gedeutet worden waren. Zwar einigten sich die USA und China auf die Grundzüge eines Teilhandelsabkommens, das Präsident Donald Trump bereits im November für unterzeichnungsreif hält. Einige der heikelsten Streitpunkte bleiben aber weiter offen.

Zudem verschreckte ein Medienbericht die Anleger, demzufolge die Regierung in Peking weitere Verhandlungen verlange, bevor sie die von Trump verkündete Einigung unterschreibt.

„Bei aller derzeitigen Euphorie über die Nachrichten darf man nicht vergessen, dass es sich bei den Kursgewinnen vom Freitag immer noch um Vorschusslorbeeren für ein Abkommen handelt, dessen Unterschrift noch lange nicht unter dem Vertrag, geschweige denn trocken ist“, erinnerte Börsenexperte Jochen Stanzl von CMC Markets.

Am Sonntag musste zudem der britische Premierminister Boris Johnson bei seinen Brexit-Bemühungen einen Rückschlag hinnehmen. Nach einem Wochenende intensiver Verhandlungen teilte EU-Chefunterhändler Michel Barnier Diplomaten der EU-Mitgliedstaaten am Sonntag mit, dass Johnsons Vorschläge hinsichtlich des Problems der irischen Grenze keine ausreichenden Details enthielten und Gefahr liefen, den Binnenmarkt anfällig für Betrug zu machen.

Auch Johnsons unionistische Unterstützer aus Nordirland äußerten Bedenken. Ein Sprecher Johnsons räumte ein, dass für einen Deal noch “bedeutende Arbeit” erforderlich sei. Vor dem am Donnerstag beginnenden Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs läuft nun ein Rennen gegen die Zeit.

Vollendet wurden die schlechten Nachrichten mit enttäuschenden Wirtschaftsdaten aus China. In der Volksrepublik hat sich der Außenhandel im September schwächer entwickelt als erwartet. Die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft fielen im Vergleich Vorjahreszeitraum um 3,2 Prozent.

Nach Reuters-Berechnungen auf Basis von Zolldaten verzeichnete China im September einen Handelsüberschuss von 39,65 Milliarden Dollar. Der Handelsüberschuss mit den Vereinigten Staaten fiel um rund vier Prozent zum August.

Am Rohstoffmarkt machten derweil Anleger aus Enttäuschung über die Teil-Einigung im Zollstreit Kasse. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich mehr als 2,5 Prozent auf bis zu 58,59 Dollar, nachdem der Preis für Brent in den vorangegangenen beiden Wochen rund fünf Prozent zugelegt hatte. Investoren werteten die Annährung der Konflikt-Parteien als Mini-Schritt, sagt Anlagestratege Stephen Innes vom Brokerhaus AxiTrader.

Keine Neuigkeiten gab es dagegen bis zum Börsenschluss zum Börsengang von Saudi Aramco. In dieser Woche wird eine Entscheidung für den weltweit größten IPO erwartet, fünf Prozent seiner Anteile will Saudi Aramco insgesamt an die Börsen bringen.

Blick auf die Einzelwerte

Infineon: Die Aktien des Halbleiterherstellers fanden sich mit einem Minus von 1,4 Prozent unter den Dax-Verlierern wieder. Der Münchener Dax-Konzern hatte in der Vorwoche noch mehr als fünf Prozent verloren.

SAP: Gute Quartalszahlen und ein Wechsel in der Führungsetage sorgten am Freitag für ein Kursplus von mehr als neun Prozent. Am Montag verlor die Aktie des Konzerns 0,8 Prozent.

K+S: Ein negativer Analystenkommentar sorgt für Verkäufe bei K+S. Die Aktien des Düngemittel-Herstellers verloren 1,1 Prozent. Die Experten der UBS hatten die Titel von „Buy“ auf „Neutral“ heruntergestuft und das Kursziel von 20 auf 12,50 Euro gesenkt.

Hellofresh: Ein positiver Analystenkommentar ermuntert dagegen Anleger zum Einstieg bei Hellofresh. Die Aktien des Kochbox-Anbieters gewannen ein Prozent. Die Experten der Deutschen Bank hatten das Kursziel auf 18 von 15 Euro angehoben.

Hugo Boss: Anleger straften die Papiere nach der Gewinnwarnung des Modekonzerns vom Freitag mit einem Minus von drei Prozent weiter ab. Seit vergangenen Donnerstag summiert sich der Verlust nun bereits auf rund 16 Prozent. Mit einem Verlust von mehr als 30 Prozent sind sie zudem zweitschwächster MDax-Wert des laufenden Jahres. Am Freitag hatten zahlreiche Experten umgehend den Daumen für die Aktie gesenkt.

Aixtron: Gegen den Markttrend stemmten sich die Aktien des Anlagenbauers mit einem Plus von 4,4 Prozent – damit lagen sie an der SDax-Spitze. Als Antrieb galt eine jüngste Ankündigung des koreanischen Display-Herstellers Samsung, der im großen Stil in OLED-Technologie für seine Fernseher investieren will.

Analystencheck: Credit Suisse hebt Kursziel für LVMH

Die schweizerische Bank Credit Suisse hat das Kursziel für LVMH nach Umsatzzahlen des Luxusgüterkonzerns für das dritte Quartal von 415 auf 420 Euro angehoben und die Einstufung auf „Outperform“ belassen. Er habe wegen des überraschend starken Wachstums aus eigener Kraft seine Gewinnschätzungen für die Franzosen angehoben, schrieb Analyst Guillaume Gauvillé in einer am Freitag vorliegenden Studie.

Hier geht es zum Handelsblatt-Analystencheck.

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