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Dax aktuell Niedrigstes Handelsvolumen des Jahres: Dax schließt fast unverändert – Wie Anleger auf die Delta-Variante reagieren sollten

Die Delta-Variante könnte Anlegern an den Aktienmärkten eine Einstiegschance liefern. Für die türkische Lira zeichnen sich derweil neue Turbulenzen ab.
05.07.2021 Update: 05.07.2021 - 18:19 Uhr 1 Kommentar
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Dax hält sich zum Wochenstart wacker: Zum Handelsschluss notierte der deutsche Leitindex 0,1 Prozent im Plus bei 15.662 Punkten. Die Vorwoche hatte er 0,3 Prozent fester bei 15.650 Zählern beendet.

Nach Verlusten zum Handelsauftakt stabilisierten Konjunkturdaten die Kurse: Einer zweiten Erhebungsrunde zufolge stieg die Stimmung in den Unternehmen der Euro-Zone im Juni auf den höchsten Stand seit 15 Jahren. Der Einkaufsmanagerindex des Marktforschungsunternehmens IHS Markit legte zum Vormonat um 2,4 Punkte auf 59,5 Zähler zu, womit das Resultat der ersten Erhebung um 0,3 Punkte nach oben korrigiert wurde.

Damit bewegt sich das Frankfurter Börsenbarometer seit nunmehr sechs Wochen seitwärts in einer Handelsspanne von weniger als 500 Punkten: Auf der Oberseite liegt der Dax-Rekord von 15.803 Punkten vom 14. Juni, die Unterseite bildet die Marke von 15.351 Zählern.

„Aktuell lautet das Motto der Stunde an den europäischen Börsen weiterhin abwarten“, erklärte Analyst Thomas Altmann von GC Partners. „Bei denen, die nicht investiert sind, ist die Angst, zu spät einzusteigen, groß. Gleichzeitig haben diejenigen, die investiert sind, Angst, zu früh auszusteigen und weitere Gewinne zu verpassen.“

Um aus der aktuellen Seitwärtsphase auszubrechen, ist ein neuer Handelsimpuls nötig. Die lange erwarteten US-Arbeitsmarktdaten haben diesen am Freitag nicht geliefert – der Bericht fiel zu gemischt aus. Zwar gab es 850.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft, gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote jedoch überraschend.

Auch an diesem Montag fehltes es an neuen Kaufanreizen. Da in den USA der Unabhängigkeitstag auf einen Sonntag fiel, war am Montag ebenfalls Feiertag. Das führte zu einem umsatzschwachen Handelstag: In den Jahren 2014 bis 2019 fiel das Handelsvolumen im Dax im Vergleich zu den fünf vorherigen Handelstagen zwischen 21 und 36 Prozent (2020 fiel der 4. Juli auf einen Samstag). Die Bewegungen waren dabei minimal, zwischen plus 0,1 Prozent und minus 0,7 Prozent. Am heutigen Montag wurden weniger als 30 Millionen Dax-Papiere gehandelt, üblich ist die doppelte Menge. Es war der Handelstag mit dem niedrigsten Volumen des gesamten Jahres.

Übertriebende Sorge vor Delta-Variante?

Vorsichtig macht die Anleger die Sorge vor einer vierten Viruswelle: Die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus breitet sich weltweit immer stärker aus: Die Variante ist bereits in Großbritannien vorherrschend, ihr Anteil an den Neuinfektionen steigt auch in mehreren anderen Ländern, darunter Deutschland, Italien und Frankreich.

Ihre Bedeutung für die Aktienmärkte könnte allerdings überbewertet werden, schreiben die Analysten von JP Morgan in einer aktuellen Studie: „Die Delta-Variante dürfte keine signifikante Auswirkung auf die Pandemie-Situation in den entwickelten Ländern (z.B. Europa und Nordamerika, wo die Fortschritte bei den Impfungen besonders groß sind) haben, durch das Level der bereits immunen Bevölkerung.“ Bislang seien weder der Anteil der Todesfälle noch die Krankenhauseinweisungen angestiegen.

Ärmere Länder dürften zwar länger brauchen, bis sie die sogenannte Herdenimmunität erreichen, doch hier gibt es hauptsächlich humanitäre Probleme. Wie die Entwicklung in Indien und Brasilien zeigt, steht die Delta-Variante einer Erholung der Weltwirtschaft nicht im Wege.

Die JP-Morgan-Analysten vergleichen die aktuelle Situation mit der Sorge vor der Alpha-Variante, auch als britische Corona-Variante bekannt, von Dezember bis Februar. Damals positionierten sich Anleger defensiv und investierten in Anleihen und Wachstumstitel. Das führte zu niedrigeren Anleiherenditen und höheren Kursen von Growth-Aktien.

Die aktuelle Situation ist ähnlich: Anleger investieren verstärkt in Staatsanleihen und drücken damit deren Renditen. Die Renditen für die zehnjährige Bundesanleihe ist seit dem 20. Mai von minus 0,093 auf minus 0,226 Prozent gesunken, die der zehnjährigen US-Bonds von 1,668 auf 1,431 Prozent. Gleichzeitig hat der TecDax im selben Zeitraum deutlich stärker performt als der Dax, mit Plus 5,5 Prozent gegenüber plus 1,8 Prozent.

Die Titel von den Corona-Gewinnern wie Delivery Hero, Zalando und Hellofresh stiegen sogar zwischen elf und 18 Prozent. Zyklische Aktien wie die Autobranche entwickelten sich im Vergleich schwächer: Zwar legte BMW um sechs Prozent zu, Daimler aber nur um 1,5 Prozent und VW verlor sogar knapp zwei Prozent.

Auffällig ist, dass Öl, eine Anlageklasse, die auf Corona-Sorgen eigentlich besonders empfindlich reagiert, teurer wurde: Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg seit dem 20. Mai um 17 Prozent.

Die Experten von JP Morgan erwarten nun eine ähnliche Entwicklung wie im Frühjahr: Als sich die Sorgen auflösten, führte das zu einem Anstieg von Anleiherenditen sowie Value- und zyklischen Aktien sowie zu einem Rückgang bei Anleihen und Wachstumsaktien. Für Anleger könnten die Sommermonate deshalb eine Chance sein, bei dem zu erwartenden Rücksetzer zyklische und Value-Titel zu kaufen und Wachstums- und defensive Positionen zu verkaufen.

Einzelwerte im Fokus

VW: Audi-Chef Markus Duesmann will laut einem Interview des Magazins „Spiegel“ dafür sorgen, dass die wichtigste VW-Premiummarke den größten Gewinnbeitrag in der Gruppe leiste, und visiert für 2025 eine Umsatzrendite von elf Prozent an. VW-Papiere gaben dennoch 0,1 Prozent nach.

Lufthansa: Aufgrund der gesunkenen Corona-Infektionszahlen wächst nach deren Angaben die Nachfrage nach Dienstreisen wieder. Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister erwartet dennoch, dass die Dienstflüge im dritten und vierten Quartal dieses Jahres lediglich 30 bis 40 Prozent des Vorkrisenniveaus erreichen dürften. Lufthansa-Titel stiegen um 3,1 Prozent.

Fraport: Der Flughafen Sydney hat von einer Investorengruppe ein Übernahmeangebot in Höhe von 22 Milliarden australischen Dollar erhalten hat. Das tut auch der Stimmung für die Aktie des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport gut. Die Aktie stieg um 2,1 Prozent.

Indus Holding: Die Horngroup Holding, ein Tochterunternehmen von Indus, übernimmt 80 Prozent der Anteile an der Flaco Geräte GmbH. Die Indus-Papiere legten um 2,1 Prozent zu.

Verhandlungen der Opec plus

Eine Allianz wichtiger Ölexporteure hat Verhandlungen zur Ausweitung der Fördermengen ab August ohne Ergebnis abgebrochen. Das Kartell Opec und seine Partnerländer, Opec plus genannt, legten legten laut der Deutschen Presseagentur keinen Termin für eine neue Sitzung fest.

Das von den Saudis dominierte Ölkartell Opec und seine von Russland angeführten Kooperationspartner hatten seit Donnerstag über Pläne diskutiert, ihre Tagesproduktion ab August um 400 000 Barrel pro Monat anzuheben. Der gemeinsame Schritt der sogenannten Opec plus sollte dazu beitragen, die sich erholende Weltwirtschaft zu versorgen.

Die Ölpreise stiegen nach Bekanntwerden der gescheiterten Gespräche deutlich an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Abend 76,86 Dollar, ein Plus von 0,9 Prozent. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,1 Prozent auf 75,97 Dollar.

Steigende Inflation in der Türkei

Droht der türkischen Lira neues Ungemach? Die Verbraucherpreise in der Türkei sind im Juni im Jahresvergleich um 17,5 Prozent gestiegen, nachdem die Inflationsrate im Vormonat noch bei 16,6 Prozent gelegen hatte. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Ökonomen hatten im Schnitt mit 16,8 Prozent gerechnet.

Der Anstieg der Inflationsrate könnte nun zu neuen Konflikten zwischen Recep Tayyip Erdogan und den Notenbankern führen. Der türkische Präsident steht hohen Zinsen kritisch gegenüber und hat bereits zweimal den Notenbank-Chef ausgewechselt. Die aktuelle Entwicklung dürfte eine Zinssenkung aber schwierig machen.

Eine Zinssenkung im Sommer „wird nicht passieren, nicht bei dieser Inflation“, sagte Cristian Maggio, Leiter der Portfolio-Strategie bei TD Securities, gegenüber Bloomberg. „September ist wirklich der früheste Zeitpunkt, an dem sie jetzt den handeln können“, sagte er. Das setze voraus, dass Erdogan nicht den Staatspräsidenten Kavcioglu anrufe und ihm sage, er solle die Zinsen senken, wenn er seinen Job noch wolle.

Die Lira reagiert auf die Inflationsrate bislang aber kaum. Der Dollar notiert gegenüber der türkischen Währung nahezu unverändert. Seit Jahresanfang hat der Greenback gegenüber der Lira bereits um mehr als 16 Prozent aufgewertet.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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1 Kommentar zu "Dax aktuell : Niedrigstes Handelsvolumen des Jahres: Dax schließt fast unverändert – Wie Anleger auf die Delta-Variante reagieren sollten"

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  • Wenn ich das immer lese, merke ich, dass ich meine Berufung verfehlt habe.
    Beim Kaffeesatzlesen wäre ich gern mal dabei.

    Die, die nicht investiert sind (vermutlich die Profis, die Urlaub machen) haben Angst zwischen Südseeinsel und Swimmingpool den Einstieg zu verpassen. Die, die investiert sind, die privaten "Laien" haben Angst zu früh auszusteigen und Gewinne zu verpassen...

    Fazit alle haben Angst.

    Gucke ich mir Delta an, das Handelschaos, dank Suezkanal und chin. Häfen sowie der möglicherweise fehlenden Korrekturen, den ausstehenden Zinsanpassungen sowie der globalen Mindeststeuer habe ich auch Angst.
    Und den lächel ich an der Seitenlinie weg. Ich sehe schon wieder die vorgefertigte Schlagzeile, 5 Biollionen US-Dollar am Kapitalmarkt vernichtet ^^

    Alle fühlen sich ärmer und haben dann erneut Angst bei der nächste Rallye nicht dabei zu sein.

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